Ottensen

Endgültiges Aus für die Gastronomie Rainvilleterrasse

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Vergangenheit: Das Restaurant Rainvilles Elbterrassen wird nicht mehr wiederbelebt.

Vergangenheit: Das Restaurant Rainvilles Elbterrassen wird nicht mehr wiederbelebt.

Foto: Michael Rauhe

Restaurant-Räume werden künftig ein nicht öffentlicher Teil der ehemaligen Seefahrtschule. Bezirkspolitiker reagierten entsetzt.

Hamburg.  Nun ist es amtlich: An der Rainvilleterrasse in Ottensen wird es künftig keine öffentliche Gastronomie mehr geben. Das Aus für ein wie auch immer geartetes Restaurant wurde den Altonaer Bezirkspolitikern in der jüngsten Sitzung des bezirklichen Bauausschusses mitgeteilt. Nach Abendblatt-Informationen wollen die Eigentümer, Architekt Meinhard von Gerkan und weitere Gesellschafter die Räumlichkeiten künftig als Teil des Campus Rainvilleterrasse nutzen, dem Vernehmen nach als Kantine. In dem Bürogebäude residiert unter anderem die gmp-Stiftung, mit deren Hilfe das historische Gebäude, die einstige Seefahrtschule, einst renoviert worden war.

Im vergangenen Jahr hatte das Restaurant Rainvilles Elbterrassen samt Hotelbetrieb dicht gemacht. Zuletzt war es, seit 2016, von dem Gastronomen Constantin Urmersbach geleitet worden. Seine Vorgängerin, Francesca Rosenberger, hatte nach Differenzen mit dem Eigentümer aufgegeben. Auch Urmersbach war es nicht gelungen, einen aus seiner Sicht angemessenen Mietvertrag auszuhandeln. Nach dem Aus für Urmersbach hatte eine Sprecherin des Eigentümers dem Abendblatt noch mitgeteilt, dass für den Standort auch künftig ein Gastronomiebetrieb erwünscht sei. Doch davon ist mittlerweile keine Rede mehr.

Gastronomie hat am Standort eine lange Tradition

Einige Bezirkspolitiker reagierten entsetzt auf die Neuigkeit. „Die Bürger haben künftig nichts mehr von diesem Ort“, sagt der SPD-Politiker Mithat Capar. „Wieder verlieren wir ein Stück Elbhang für alle.“ Capar kündigte an, auch weiterhin für eine öffentliche Gastronomie vor Ort zu kämpfen. Und FDP-Fraktionschefin Katarina Blume kritisiert: „Auch wenn der Eigentümer sich jetzt vertragskonform verhält: Bei einem Ort von so großem öffentlichem Interesse hätte man sich von einem prominenten Architekturbüro, das weltweit für innovative architektonische Lösungen bekannt ist, etwas mehr Entgegenkommen erhofft. Der wunderbare Blick von der Rainvilleterrasse bleibt der Öffentlichkeit nun für alle Zeit vorenthalten.“

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Gastronomie hat am Standort eine lange Tradition. 1798 hatte der Hotelier und Gastronom César Rainville (1767 bis 1845) am Elbhang ein Landhaus gepachtet und später gekauft. Dort wurden über Jahrzehnte Gartenfeste, Staatsempfänge und Familienfeiern für betuchte Gäste gefeiert. Berühmtheiten aus Kunst, Kultur und Handel verkehrten beim „Gott der Gastwirte“. 1934 entstand am selben Ort die Seefahrtschule.

( schmoo )

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