Luftqualität

Schadstoffe im Hamburger Hafen: Nabu räumt Fehler ein

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Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen höheren Grenzwert für Stickstoffdioxid als vom Nabu angegeben.

Hamburg. Die Daten seien besorgniserregend, erklärte der Naturschutzbund (Nabu), als er am 7. Juli die Ergebnisse eigener Luftmessungen am nördlichen Elbufer präsentierte. Zwar sei für potenziell gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid (NO2) der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel nicht überschritten worden. An fünf von acht Nabu-Messstationen sei allerdings der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Grenzwert überschritten worden, erklärte der Nabu und zeigte eine Auflistung, in der es hieß, die WHO empfehle einen Grenzwert von 20 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter im Jahresmittel.

Richtig ist allerdings, dass die WHO einen Grenzwert von 40 Mikrogramm NO2 empfiehlt, woran sich die EU orientiert hat. Selbst der mit 29,73 Mikrogramm NO2 höchste Wert im Jahresmittel, der sich nach Nabu-Angaben aus Messungen am Pinnasberg ergeben hat, überschreitet also nicht den auch von der WHO empfohlenen Grenzwert.

Nabu räumt ein, sich bei der Angabe der WHO-Empfehlung vertan zu haben

Auf Abendblatt-Anfrage räumte der Nabu ein, sich bei der Angabe der WHO-Empfehlung vertan zu haben. „Wir waren hier nicht deutlich genug und haben die Werte auch selber nicht sorgfältig überprüft. Das war ein Fehler, der zu einer etwas überspitzten Darstellung geführt hat“, erklärte Sönke Diesener, Nabu-Referent für Umweltpolitik. Es sei trotzdem angemessen zu sagen, dass „die Empfehlung für den Gesundheitsschutz bei 20 Mikrogramm liegt und dass diese auf WHO-Veröffentlichungen basiert“.

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Das Umweltbundesamt (UBA) erwähnte in einem Bericht 2018 eine WHO-Studie, der zufolge „gesundheitsrelevante Wirkungen“ von NO2 ab einer langfristigen durchschnittlichen Exposition von 20 Mikrogramm „kalkuliert werden müssen“. Auf Anfrage erklärte das UBA, nach aktueller Studienlage seien „die Anzeichen dafür sehr stark, dass der aktuell geltende Grenzwert für den Gesundheitsschutz nicht ausreichend ist und daher, aus rein gesundheitlicher Sicht verschärft, also abgesenkt werden sollte“. Einen exakten Wert könne das UBA aber nicht nennen. Die WHO überarbeite derzeit ihre Richtlinien.

( mha )

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