Prozessbeginn

Brasilianer unter Drogen gesetzt, missbraucht und getötet

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Der tote Brasilianer wurde im Erdgeschoss eines Hochhauses an der Straße Venusberg (Hamburg-Neustadt) entdeckt.

Der tote Brasilianer wurde im Erdgeschoss eines Hochhauses an der Straße Venusberg (Hamburg-Neustadt) entdeckt.

Foto: Michael Arning

Monatelang wurde Matheus A. vermisst – bis ein Hinweis die Ermittler zu einer Wohnung in der Hamburger Neustadt führte.

Hamburg. Der 46-Jährige, der den Brasilianer Matheus A. unter Drogen gesetzt, sexuell missbraucht und ermordet haben soll, muss sich von Freitag an vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Der Angeklagte Marco T. bestreitet die Tat vom September 2019.

In seiner Wohnung in der Hamburger Neustadt hatten die Ermittler im Januar die stark verweste Leiche des 28-jährigen Brasilianers Matheus A. gefunden – fast vier Monate nach dessen Verschwinden.

Monatelange Ungewissheit: der Vermisste Matheus A.

Dem heute 46-Jährigen Marco T. wird noch ein zweiter Fall vorgeworfen: In der Nacht zum 14. Juli 2018 soll er bei einer Open-Air-Party einem Mann ein Getränk mit K.-o.-Tropfen gegeben haben, den Bewusstlosen sexuell missbraucht und davon Fotos und Videos gemacht haben.

Der Fall des vermissten Brasilianer Matheus A. hat Hamburg monatelang beschäftigt. Seit September vergangenen Jahres war der Mann spurlos verschwunden, die Familie des 29-Jährigen taumelte zwischen Hoffen und Bangen.

Leichnam wurde in einer Wohnung in der Neustadt entdeckt

Doch dann gab es schließlich furchtbare Gewissheit: Der Leichnam des jungen Mannes wurde im Januar in einer Wohnung in der Neustadt entdeckt. Jetzt beginnt der Prozess gegen den Mieter der Wohnung. Die Anklage gegen den 45-jährigen Marco T. lautet auf Mord.

Das letzte Lebenszeichen des seit dreieinhalb Jahren in Hamburg lebenden Brasilianers hatte es am Abend des 21. September 2019 gegeben. Damals hatte er sich noch bei Verwandten gemeldet und mitgeteilt, dass er an jenem Sonnabend in einen Club an der Süderstraße in Hamm gehen wolle, um zu feiern.

Hinweis führte Ermittler zu dem nun angeklagten Marco T.

Am Montag darauf war der als zuverlässig geltende Informatiker nicht mehr zur Arbeit erschienen. Nachdem Matheus A. dann im Oktober eine lange geplante und bereits bezahlte Reise in sein Heimatland nicht antrat, wurde der Verdacht größer, er könnte einer Straftat zum Opfer gefallen sein.

Später suchte die Hamburger Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach dem Vermissten, auch Taucher waren im Einsatz. Schließlich führte ein Hinweis zu der Erdgeschoss-Wohnung des nun verdächtigen Marco T. am Venusberg in der Neustadt. Dort wurde am 20. Januar ein stark verwester Leichnam gefunden, der wenige Tage später als der vermisste Brasilianer identifiziert wurde.

( bem/dpa )

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