Naturschutz

Sensation bei Hagenbeck: Selbst Experten von Fund überrascht

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Im Tierpark Hagenbeck leben einer neuen Studie nach 145 zum Teil hochbedrohte Arten von Wildbienen.

Im Tierpark Hagenbeck leben einer neuen Studie nach 145 zum Teil hochbedrohte Arten von Wildbienen.

Foto: Michael Rauhe / Funke Foto Services

Tierpark veröffentlicht neue Studie zu Wildbienen- und Wespenfauna. 145 zum Teil hochbedrohte Arten nachgewiesen.

Hamburg. Zoologische Gärten können einen Beitrag zum Erhalt der Insektenvielfalt leisten. Das zeigt eine am Montag in Hamburg vorgestellte Studie zur Wildbienen- und Wespenfauna des Tierparks Hagenbeck.

Studie des Tierpark Hagenbeck: Wildbienen-Experten überrascht

Unter anderem wurden dort die Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata), die Glockenblumen-Sägehornbiene (Melitta haemorrhoidalis) und die Belgische Stielgrabwespe (Mimumesa bruxellensis) nachgewiesen. "Selbst Wildbienen-Experten haben mit diesen herausragenden Funden nicht gerechnet", teilte die Deutsche Wildtier Stiftung mit.

Allein der Nachweis der Belgischen Stielgrabwespe sei eine Sensation. "Es war bisher nicht bekannt, dass die kleine, schwarz-rot gefärbte Grabwespe überhaupt in Hamburg vorkommt."

Studie zu Wildbienen- und Wespenfauna im Tierpark

In der Studie wurde den Angaben zufolge über ein Jahr lang die Wildbienen- und Wespenfauna auf dem Gelände des Tierparks Hagenbeck und auf den für die Futterproduktion bewirtschafteten Wiesen untersucht.

Insgesamt leben auf den Flächen demnach 145 zum Teil hochbedrohte Arten. Aus vergleichbaren Untersuchungen seien in Hamburg derzeit nur zwei Gebiete mit einer höheren Artenzahl bekannt, darunter ein Naturschutzgebiet, erklärte Projektleiter Manuel Pützstück.

Zoologische Gärten wichtig für Erhaltung der Artenvielfalt

Auch die Besucher des Tierparks profitieren von den neu gewonnenen Erkenntnissen. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem gemeinsam erarbeiteten Wildbienenlehrpfad nicht nur unseren Besuchern spannende Informationen an verschiedenen Standorten im Tierpark anbieten können, sondern dass Hagenbeck eine solche Vielzahl an unterschiedlichen Wildbienen beherbergt", sagte Hagenbecks Tierärztin Adriane Prahl.

"Mit der insektenfreundlichen Gestaltung unseres Tierparks und einer schonenden Bewirtschaftung der Wiesen zeigen wir, dass Zoologische Gärten ebenfalls einen großen Beitrag zur Erhaltung von Wildbienen und Wespen leisten können", so die Tierärztin.

Hälfte der Wildbienenarten steht auf der Roten Liste

In Deutschland leben nach Angaben der Wildtier Stiftung 585 Wildbienenarten. Rund die Hälfte stehe auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands.

( dpa/lag )