Prozess

Mit Mietwagen Hafentreppe in Hamburg heruntergefahren

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Ein 29-Jähriger war in Hamburg mit seinem Auto eine Hafentreppe heruntergefahren (Symbolbild).

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Ein 29-Jähriger war in Hamburg mit seinem Auto eine Hafentreppe heruntergefahren (Symbolbild).

Foto: dpa

Der Führerschein fehlte auch. Amtsgericht verhandelt über Einspruch gegen Strafbefehl. Kuriose Reaktion des Angeklagten.

Hamburg.  Es klingt nach einem Pechvogel. Vor allem aber klingt es nach jemandem, der unbelehrbar erscheint. Oder wie soll man es verstehen, wenn jemand nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist und trotzdem immer wieder Auto fährt – mit zum Teil fatalen, aber auch kuriosen Folgen?

Laut Anklage vor dem Amtsgericht war Jamal A. am frühen Morgen des 3. Mai vergangenen Jahres mit einem Mietwagen unterwegs, geriet dabei allerdings aus ungeklärter Ursache auf eine in Richtung Elbe führende Fußgängerbrücke bei den St. Pauli-Landungsbrücken. Da er seine Brille nicht trug, so die Anklage weiter, bemerkte der 29-Jährige nicht die dortigen Treppenstufen und blieb mit dem Auto dort hängen. Was bei anderen vermutlich Besorgnis oder vielleicht sogar Panik ausgelöst hätte, scheint auf Jamal A. indes eine ermüdende Wirkung gehabt zu haben: Der Angeklagte legte sich daraufhin in seinem Auto schlafen – nur mit Unterhose und Socken bekleidet.

Laut Staatsanwaltschaft war Jamal A. Wiederholungstäter

Laut Staatsanwaltschaft war Jamal A. Wiederholungstäter. Schon in den Wochen zuvor war er gesetzeswidrig mit einem Wagen unterwegs gewesen. In der Nacht zum 19. März 2019 soll er die A 3 mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit befahren haben. Und nur fünf Wochen später verlor er nachts auf der A 7 in Richtung Dänemark die Kontrolle über sein Fahrzeug und überschlug sich. Wegen dieser Vergehen hatte das Amtsgericht den Angeklagten im Strafbefehlsverfahren zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 10 Euro wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt. Dagegen hatte Jamal A. Einspruch eingelegt, weshalb der Fall eigentlich am ges trigen Mittwoch vor dem Amtsgericht hätte verhandelt werden sollen. Drei Zeugen waren zum Prozess gekommen – doch der Anklagte tauchte nicht auf. Damit verwarf das Gericht den Einspruch.

Nun muss Jamal A. die 1200 Euro zahlen. Es sei denn, er legt noch Rechtsmittel ein. Aber vielleicht ist er ja mittlerweile nicht mehr unbelehrbar – sondern einsichtig.

( bem )

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