Corona-Krise

GEW gegen die Pläne von Hamburgs Schulsenator

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Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD)

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD)

Foto: Roland Magunia / HA

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lehnt geplante Aufhebung der coronabedingten Abstandsregel im Unterricht ab.

Hamburg.  Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnt die Vorgaben von Schulsenator Ties Rabe (SPD) für die Rückkehr zum regulären Schulbetrieb nach den Sommerferien in einem zentralen Punkt ab. Voraussetzung für den vollständigen Präsenzunterricht sei, dass die coronabedingte Abstandsregel von 1,5 Metern in den Klassenräumen nicht mehr gelte.

„Bildung ist ein hohes Gut, Gesundheitsschutz ein höheres, daher verstehen wir nicht, dass der Schulsenator die im öffentlichen Raum geltenden Hygieneregeln an Schulen aussetzen will“, sagt die GEW-Vorsitzende Anja Bensinger-Stolze. Das begrüßenswerte Ziel, wieder vollständigen Unterricht anzubieten, dürfe nicht auf Kosten der Schüler und der Beschäftigten gehen. „Statt eine alte Normalität zu erzwingen, sollte die Schulbehörde der neuen Normalität Rechnung tragen und pädagogische Konzepte entwickeln, wie Schule auch unter den neuen Bedingungen ihren Bildungsauftrag leisten kann“, sagt Bensinger-Stolze.

Gewerkschafter halten Lernen in kleinen Gruppen für sinnvoll

Die GEW hat in einem Eckpunktepapier Vorschläge „für eine Schule nach den Sommerferien“ vorgelegt. Die Gewerkschafter halten Lernen in kleinen Gruppen für sinnvoll, auch um die Abstandsregeln wahren zu können. „Die durchweg positiven Erfahrungen mit dem Lernen in kleinen, festen Gruppen werden aufgegriffen und weiterentwickelt. Bei der Weiterentwicklung muss räumliches Lernumfeld großzügiger gestaltet werden“, so die GEW. Eine Überarbeitung des Musterflächenprogramms, das die Größen von Klassenräumen und Freiflächen festlegt, sei notwendig.

„Bildungspläne und Curricula werden zurückgestellt und schaffen für die Lerngruppen die Möglichkeit zu mitbestimmten Projekten, in denen auch die Erfahrungen aus der Corona-Zeit verarbeitet werden können“, heißt es in dem Eckpunktepapier außerdem.

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Bei der schrittweisen Rückkehr in die Schulen vor den Sommerferien waren die Klassen auf Lerngruppen mit höchstens 15 Schülern aufgeteilt worden. Rabe hatte kürzlich gesagt, dass eine Voraussetzung für den Normalbetrieb in der Schule sei, dass die alte Klassenstärke wieder gelte, weil sonst das Personal nicht ausreiche.

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( pum )

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