Hamburg

UKE droht nach tollem Jahr eine große Verschlechterung

Auch am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist die finanzielle Lage wegen der Corona-Krise angespannt.

Auch am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist die finanzielle Lage wegen der Corona-Krise angespannt.

Foto: Imago/Hanno Bode

Eppendorfer Klinik darf sich über das beste wirtschaftliche Jahr seit Langem freuen. Doch nun droht das Corona-Szenario.

Hamburg. Durch die Corona-Krise drohen dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erhebliche finanzielle Belastungen. Dabei war 2019 für das UKE das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit 2014: Mit einem Überschuss von 3,6 Millionen Euro konnte das Vorjahresergebnis um 1,5 Millionen Euro gesteigert werden, wie das Klinikum am Montag mitteilte.

Marya Verdel, Kaufmännische Direktorin des UKE, hebt hervor, dass die wirtschaftliche Lage der deutschen Uniklinika bereits vor der Corona-Pandemie sehr angespannt war und von einer kontinuierlichen Verschlechterung geprägt sei. Laut einer Erhebung des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) prognostizierten nur noch sieben Prozent der Universitätskliniken in Deutschland ein positives Ergebnis. Der Jahresüberschuss des UKE stelle somit eine besondere Leistung dar.

UKE fürchtet massiven Einbruch durch Corona

"Diese wirtschaftliche Stabilität zu sichern und ein ausgeglichenes Ergebnis auch in den folgenden Jahren zu erreichen, war daher auch bereits vor der Corona-Pandemie eine außerordentliche Herausforderung", so Verdel.

Durch die Corona-Pandemie drohten nun massive Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis. Im Kampf gegen das Virus hätten große Universitätskliniken wie das UKE bei der Versorgung von Infizierten, der Erforschung des Virus und der Beratung der Politik die führende Rolle eingenommen.

UKE: Fehlbetrag durch ein Paradoxon

Das UKE sehe sich nun mit der paradoxen Situation konfrontiert, dass die erbrachten Höchstleistungen in Behandlung und Forschung sowie im Krisenmanagement aufgrund nicht ausreichender Ausgleichsmechanismen keinen positiven finanziellen Effekt nach sich ziehen.

Im Gegenteil: Auf Basis der derzeit gültigen, nicht ausreichenden Ausgleiche droht dem UKE für 2020 ein Fehlbetrag in zweistelliger Millionenhöhe. Dabei falle dieser Effekt aufgrund der wirtschaftlichen Stabilität des UKE im Vergleich zu anderen Unikliniken hier noch moderat aus, hieß es.

UKE: Zahl der Patienten und Mitarbeiter steigt

Im vergangenen Jahr stieg sowohl die Zahl der behandelten Patienten als auch der UKE-Mitarbeiter. 2019 wurden insgesamt 511.440 Patienten versorgt (2018: 506.697), 106.433 von ihnen stationär. Die Auslastung verbesserte sich auf 85,2 Prozent (2018: 84,7 Prozent).

Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 11.348 auf 13.560 Menschen, wobei 2019 erstmals auch alle Auszubildenden sowie aushilfsweise im UKE Beschäftigten mitgezählt wurden. Die eingeworbenen Fördergelder stiegen auf Rekordhöhe – innerhalb eines Jahres von 98,2 Millionen auf 110,8 Millionen Euro (plus 12,8 Prozent).