Wetter- und Verkehrsblog

Unwetter im Norden: Feuerwehr rückt zu fast 90 Einsätzen aus

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Unwetter in Hamburg: Feuerwehrleute tragen im Stadtteil Lohbrügge einen Ast, der auf ein Auto gefallen war, zur Seite.

Unwetter in Hamburg: Feuerwehrleute tragen im Stadtteil Lohbrügge einen Ast, der auf ein Auto gefallen war, zur Seite.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Starkregen und Sturm sorgen für umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller in Hamburg. Reetdachhaus bei Rostock abgebrannt.

Hamburg. Donnergrollen und Starkregen in Hamburg: Zwar zeigte sich der Sonnabend zunächst sonnig, doch zum Nachmittag hin sind vermehrt Wolken über der Hansestadt aufgezogen. Dann hat sich über dem Osten ein heftiges Unwetter entladen. Die Feuerwehr war bis zum Abend im Dauereinsatz.

Nicht nur mit Gewitter, sondern auch mit Stau hat für viele Menschen der Urlaub begonnen. Zu Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern standen bereits am Freitag viele Fahrer mit ihren Autos bei bestem Wetter auf den Straßen, auch am Sonnabend waren viele Urlauber auf den Hauptreisestrecken in Richtung Nord- und Ostsee unterwegs. Die Entwicklungen im Newsblog:

Nach Blitzeinschlag: Reetdachhaus bei Rostock abgebrannt

In Lichtenhagen im Landkreis Rostock ist am Abend ein Reetdachhaus bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Nach derzeitigen Erkenntnissen der Feuerwehr schlug während des Unwetters ein Blitz im Dachstuhl des im Jahre 1822 errichteten Hauses ein und setzte das Reetdach in Flammen.

Die Bewohnerin konnte ihr Haus rechtzeitig verlassen, wie die Feuerwehr mitteilte. Da Neugierige die Löscharbeiten behindert haben sollen, wurde die Dorfstraße zeitweise vollständig gesperrt. Die Feuerwehr schätzt den Sachschaden auf 750.000 Euro.

Unwetter in Hamburg: 45 Feuerwehreinsätze im Osten der Stadt

Am Sonnabendnachmittag haben die vom Deutschen Wetterdienst angekündigten Unwetter vor allem Hamburgs Osten erreicht. Im Raum Bergedorf meldete die Hamburger Feuerwehr bis zum Abend etwa 45 Einsätze. "Hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume und weniger vollgelaufener Keller", sagte ein Sprecher des Lagedienstes.

Wegen eines Baums auf den Gleisen sind auch die Fahrten mehrerer Regionalzüge vom Hamburger Hauptbahnhof in Richtung Büchen ausgefallen. Die Deutsche Bahn bat Fahrgäste darum, auf die S-Bahn auszuweichen, um erst einmal nach Bergedorf zu gelangen. Ausgerechnet auf dieser Strecke hat am Donnerstag aber eine drei Wochen andauernde Sperrung wegen Bauarbeiten begonnen. Zwischen Berliner Tor und Tiefstack müssen Fahrgäste also ebenfalls in den Busersatzverkehr umsteigen, dann wieder in die S-Bahn bis Bergedorf und dann erneut in den Ersatzverkehr bis Büchen.

Später ist es auch im Norden Hamburgs zu sturmbedingten Einsätzen gekommen. Auf dem Rübenkamp musste die Feuerwehr etwa an einem Baum abgeknickte Äste abschneiden, die drohten auf die Fahrbahn zu stürzen. Auch auf den südlichen Teil Hamburgs ging Starkregen herab. Hier rückte die Feuerwehr zusätzlich zu 43 Einsatzstellen aus. Auf der A255 stand die Fahrbahn wegen der oft auf kleine Bereiche begrenzten Regenfälle unter Wasser. Viele Autofahrer stoppten auf dem Seitenstreifen oder fuhren nur noch im Schritttempo weiter. In Marmstorf drohte an einer Baustelle ein Hang abzurutschen, der von den Wassermassen durchweicht war.

Der Deutsche Wetterdienst hatte schwere Gewitter mit Starkregen und Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 km/h in Hamburg angekündigt. "Daraufhin wurde in der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg der Betriebszustand Ausnahme vorbereitet und um 17.15 Uhr aufgrund der sich häufenden Notrufe in Betrieb genommen", teilte die Feuerwehr mit. In Spitzenzeiten seien neben Einheiten der Berufsfeuerwehr auch zwölf Freiwillige Feuerwehren im Einsatz gewesen. Es habe glücklicherweise keine Verletzten gegeben.

Auch am Sonntag hatte die Feuerwehr mit den Auswirkungen zu tun. Die Gewitter am Vortag waren oft mit starken Windböen verbunden gewesen. Erst am Tag danach wurden umgeknickte Bäume entdeckt.

Lesen Sie hier alle Teile der großen Abendblatt-Serie Traumziele an Nordsee und Ostsee

18 Feuerwehreinsätze im Kreis Leer wegen Unwetters

Wegen Unwetters ist die Feuerwehr im Kreis Leer (Ostfriesland) am Sonnabend zu einigen Einsätzen ausgerückt. Insgesamt sei es zu 18 Einsätzen gekommen, teilte ein Sprecher mit. In den meisten Fällen ging es dabei um Wasserschäden. Zum Teil seien Keller vollgelaufen oder Wasser drohte von der Straße in Gebäude zu laufen. Die Feuerwehren hätten Pumpen eingesetzt und Wasserabflüsse in den Straßen wieder frei gemacht. Zudem seien mancherorts Bäume oder Äste abgebrochen.

Kaum Stau wegen Sperrung der A7

Nachdem die A7 bei Hamburg-Schnelsen in Richtung Süden für Bauarbeiten gesperrt wurde, hat sich der Verkehr auf den Umleitungen ab Quickborn kaum gestaut. "Die Autofahrer haben sich offensichtlich auf die Sperrung eingestellt", sagte Hamburgs Verkehrskoordinator für Bundesfernstraßen, Christian Merl. „Wir haben eine Staulänge von maximal 1000 Metern, alle Umleitungsstrecken sind frei. Das läuft besser als erwartet“.

Wer andernorts mit dem Auto Richtung Küste unterwegs war, musste teilweise mehr Zeit einplanen: So kam es etwa am Sonnabendmorgen auf den Autobahnen 1 und 7 zu Verkehrsbehinderungen, wie der ADAC mitteilte. Im Bereich Lübeck sei es besonders eng gewesen, da hier viele Baustellen den Verkehrsfluss beeinträchtigten. Ein Verkehrschaos blieb aber aus.

Zahlreiche Einsätze für die Feuerwehr in Flensburg

Die Feuerwehr in Flensburg muss derzeit wegen des Unwetters zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Über Twitter rief sie Bürger dazu auf, sich wenn möglich gegenseitig zu helfen. Die Einsätze würden nun nach Dringlichkeit geordnet.

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Starke Gewitter nähern sich Hamburg

Das für den Nachmittag angekündigte Unwetter nähert sich Hamburg. Der Deutsche Wetterdienst hat bereits amtliche Unwetterwarnungen für Teile Niedersachsens sowie Warnungen vor starkem Gewitter für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommerns herausgegeben. Im Kreis Stormarn, im Kreis Segeberg und im Kreis Herzogtum Lauenburg sollen gegen 15 Uhr starke Gewitter auftreten, die von Sturmböen, Hagel und Starkregen begleitet werden können.

Asphaltierung der A7 in Schnelsen startet

Die Bauarbeiten an der A7 bei Hamburg-Schnelsen in Richtung Süden sollen am Sonnabendnachmittag wie geplant starten. „Wir starten Punkt 14 Uhr“, sagte Hamburgs Verkehrskoordinator für Bundesfernstraßen, Christian Merl. Die Asphaltierungsarbeiten des letzten Stücks der verbreiterten A7 standen bis zuletzt auf der Kippe, weil sie bei Regen nicht möglich sind.

Damit ist nun die A7 ab Quickborn bis Montagmorgen, 8.00 Uhr, in Richtung Süden voll gesperrt. Um 5.00 Uhr soll allerdings schon wieder der Abschnitt zwischen Quickborn und Schnelsen-Nord freigegeben werden, so dass Berufspendler über den Ring 3 (B433/Swebenweg) in die Stadt kommen. Dennoch dürfte es für die Autofahrer am Morgen noch eine Geduldsprobe werden. Pendlern aus Quickborn empfiehlt Merl deshalb dringend, am Montag entweder im Homeoffice zu arbeiten oder erst später auf die Arbeit zu fahren. „Der Verkehrsdruck ist so hoch, dass jedes Auto, das nicht fährt, hilft.“

Demonstration gegen Rassismus abgesagt

Eine Demonstration unter dem Motto „Nein zu Rassismus! Gemeinsam sind wir stark“ am Hamburger Jungfernstieg ist am Sonnabendmittag wegen des angekündigten Gewitters abgesagt worden. 700 Menschen waren erwartet worden, wie ein Polizeisprecher sagte. Voraussichtlich solle die Veranstaltung nun am kommenden Sonnabend stattfinden.

187-Rapper Bonez MC auf den Hund gekommen

187 Strassenbande und kein Ende: Jetzt hat sich der Hamburger Gangsta-Rapper Bonez MC auch von seiner meteorologischen Seite gezeigt. Er hat passend zur Affenhitze und den drohenden Unwettern ein Mini-Video mit einem szenetypisch gepimpten Hund auf dem Beifahrersitz eines Autos bei Instagram gepostet. Wie bei 187 üblich, wünschte er "Schönes Wochenende". Wer will so was eigentlich sehen? 275.000 Instagram-Klicker.

Scharbeutz und Haffkrug kurzzeitig für Tagestouristen gesperrt

Das Sommerwetter hat in der Corona-Krise bereits am Sonnabendmittag zu viele Touristen in die Urlaubsorte Scharbeutz und Haffkrug an der Ostsee gezogen. Die Kapazitätsgrenze für Parkplätze und Strand sei erreicht, teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post mit. „Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet.“ Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. „Bitte halten Sie Ihre Buchungsbestätigung bereit“, teilte sie weiter mit.

Weil es am Nachmittag zu regnen begann, konnten die Sperrungen nach Angaben von Schäfer wieder aufgehoben werden.

Kaum Stau in Mecklenburg-Vorpommern

Auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns ist der Reiseverkehr zunächst ohne größere Schwierigkeiten angerollt. „Wir haben grundsätzlich keine Auffälligkeiten“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonnabend. Lediglich auf der A24 gebe es ein wenig Stau durch den Urlaubsreiseverkehr.

Auf der Autobahn 20 bei Tribsees kommen allerdings die regulären Verzögerungen durch eine Umleitung aufgrund von Brücken- und Straßenbauarbeiten dazu. „Das sind die normalen Stauerscheinungen.“ Der ADAC hatte gerade diese Stelle, das sogenannte Tribseer Loch, im Vorfeld als Staugarant bezeichnet. Am Sonnabendmittag mussten Autofahrer in Richtung Westen Verzögerungen von bis zu 60 Minuten hinnehmen. In Richtung Osten waren es etwa 15 Minuten, wie aus einem Daten-Pool zur Verkehrslage auf den Autobahnen in Deutschland hervorgeht, den der Landesbetrieb Straßen.NRW in einer Übersicht aufbereitet.

Abgesehen davon sei es auf den Straßen in Mecklenburg-Vorpommern zunächst ruhig gewesen, hieß es auch beim ADAC. Auch bei den Zufahrten Richtung Ostseestrände sei am Vormittag noch nicht viel los gewesen, sagte ein Sprecher.

DWD warnt vor Gewittern im Norden

Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Sonnabendnachmittag in Hamburg und Schleswig-Holstein vor teils unwetterartigen Gewittern und lokalem Starkregen sowie Hagel und Sturmböen bis 100 km/h.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen bereits am Mittag Gewitter aufziehen, die am späten Nachmittag von Starkregen, Hagel sowie stürmischen Böen begleitet werden können. Vor allem am Abend rechnet der DWD örtlich mit schweren Sturmböen um 90km/h.

Bahnchaos in Altona: Personen im Gleis

Derweil kommt es im Zugverkehr zu Ausfällen und Verspätungen. So sorgten Personen auf den Gleisen am S-Bahnhof Sternschanze für eine zeitweise Sperrung der Strecke zwischen Altona und und Dammtor.

Gegen 10.30 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.

Baustellen könnten zur Geduldsprobe für Autofahrer werden

Auch Autofahrer müssen Geduld mitbringen: Insbesondere an den Baustellen müssen sie sich auf längere Wartezeiten einstellen: Auf der Autobahn 1 von Lübeck Richtung Hamburg zwischen Öjendorf und Billstedt ist die Fahrbahn auf zwei Fahrstreifen verengt. Bauarbeiten finden zudem im Kreuz Lübeck statt. Auf der A7 drohen zudem Staus am Elbtunnel.

Eng wird es darüber hinaus auf den Zufahrtsstraßen zu den großen Verkehrsadern. Betroffen sind davon die Bundesstraßen Richtung Ost- und Nordseedestinationen. Dazu gehören die B 96 als „Rügen-Zubringer“, die B 110 (Rostock–Usedom) und B 111 (A 20 Richtung Usedom). Auch auf der A 24 Richtung Berlin wird der Reiseverkehr teilweise nur zäh fließend vorankommen.

Wird die A7 gesperrt?

Ob die A7 von 14 Uhr an zwischen Quickborn und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest für 42 Stunden gesperrt wird, wird erst knapp vorher feststehen: „Wir entscheiden das am Sonnabend um 13 Uhr“, sagte Christian Merl, Projektkoordinator und Sprecher der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH), auf Abendblatt-Anfrage. Hintergrund: Es gebe witterungstechnisch noch etwas widersprüchliche Vorhersagen.

ADAC rechnet mit Staus rund um Hamburg

Der ADAC rechnet wegen der Corona-Krise zum Ferienbeginn mit noch mehr Stau als in den vergangenen Jahren. Ab Sonnabendvormittag bis zum frühen Abend wird es laut ADAC-Prognosen voll auf den Autobahnen, wenn Reisende über die A1, A2, A7 sowie die A24 zu ihren in Zielen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fahren.

Am Morgen kam es bereits auf den Autobahnen 1 und 7 zu Verkehrsbehinderungen, wie der ADAC mitteilte. Im Bereich Lübeck sei es besonders eng gewesen, da hier viele Baustellen den Verkehrsfluss beeinträchtigten.

( cjl/ras/esh/zv/dpa )

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