Hamburg

Tödlicher Streit unter Obdachlosen – Angeklagter schweigt

Das Lager des Obdachlosen in Hamburg-Jenfeld. Spaziergänger hatten den leblosen Körper des Mannes neben seinem Zelt gefunden.

Das Lager des Obdachlosen in Hamburg-Jenfeld. Spaziergänger hatten den leblosen Körper des Mannes neben seinem Zelt gefunden.

Foto: Benjamin Laufer / Hinz & Kunzt

Ein Mann soll in Jenfeld einen anderen so geschlagen haben, dass dieser starb. Ist der mutmaßliche Täter überhaupt schuldfähig?

Hamburg. Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht hat am Montag ein Prozess gegen einen Obdachlosen wegen Körperverletzung mit Todesfolge begonnen. Der 36 Jahre alte Angeklagte soll im Juli 2019 in Hamburg-Jenfeld im Streit einem anderen Obdachlosen mehrere Schläge ins Gesicht versetzt haben. Dabei stürzte das 41 Jahre alte Opfer und schlug heftig mit dem Kopf auf.

Der Angeklagte legte den Verletzten in einiger Entfernung zu seinem Zelt ab. Das Opfer starb später an den Folgen einer Hirnblutung.

Tödlicher Streit – ist der Angeklagte schuldfähig?

Nach der Verlesung der Anklageschrift wollte der Angeklagte keine Angaben machen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Ob er später noch aussagen wird, stehe noch nicht fest.

Dem Angeklagten, der im Januar gefasst wurde und wie sein Opfer aus Polen stammt, droht eine Freiheitsstrafe von drei bis 15 Jahren. Wie hoch die Strafe ausfallen wird, hänge auch davon ab, wie schuldfähig der Angeklagte sei. Daher wird der 36-Jährige auch von einem Psychiater begleitet, der die Schuldfähigkeit feststellen soll. Da der Angeklagte während der Tat alkoholisiert war, könne er eventuell auch in einer Entzugsklinik untergebracht werden.

( dpa/HA )

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