Hamburg

Extrem hoher Feinstaubwert im Hafen – aus kuriosem Grund

Am Dienstag wurde im Hamburger Hafen ein deutlich erhöhter Feinstaubwert gemessen.

Am Dienstag wurde im Hamburger Hafen ein deutlich erhöhter Feinstaubwert gemessen.

Foto: Thorsten Ahlf

Note 6 für besonders schlechte Luftqualität: Am Dienstag überschritt der Wert an der Messstation im Hafen eine EU-weite Grenze.

Hamburg. Während die anderen Stationen des Hamburger Luftmessnetzes am Mittwochmorgen keine besonderen Daten anzeigten, überraschte die Bewertung im Bereich Hafen/Kleiner Grasbrook mit einer Überschreitung des EU-weit gültigen Grenz- oder Informationswertesund zeigte somit eine rot hinterlegte Schulnote 6.

Hoher Feinstaubwert im Hafengebiet?

Ausschlaggebend war ein hoher Feinstaubwert, der in der Luft des Hafengebietes gemessen wurde. Dafür war jedoch weder der Schiffsverkehr vom Pfingstwochenende noch ein großes Kreuzfahrtschiff verantwortlich, sondern die Errichtung eines Zauns rund um die Luftmessstation. Am Dienstag führte die Wasserschutzpolizei die Arbeiten dazu durch.

"Dabei wurden auch Handgeräte wie Winkelschleifer verwendet. Der kurzzeitige Anstieg der Feinstaub-Konzentration ist auf diesen Einsatz im direkten Umfeld der Luftmessstation zurückzuführen", sagte Björn Marzahn, Sprecher der Behörde für Umwelt und Energie, dem Abendblatt.

Feinstaub-Konzentration wieder auf Normalniveau

Die gemessenen Konzentrationen entsprächen am Mittwoch jedoch wieder dem üblichen Konzentrationsniveau, so Marzahn. Der öffentliche Wert werde immer anhand der letzten 24 Stunden berechnet. "Das Ereignis wird somit länger abgebildet, als es tatsächlich war", erklärte Marzahn.

Eine überraschend hohe Feinstaub-Belastung im gesamten Hafenbereich habe es demnach nicht gegeben. "In Hamburg werden sowohl die Langzeit- als auch die Kurzzeitgrenzwerte für Feinstaub seit 2012 eingehalten", so der Behördensprecher.

Luftqualität wirkt sich auf die Gesundheit aus

Der Index für die Luftqualität ist ein Indikator, der die "Kurzzeiteinwirkung von Luftschadstoffen auf die menschliche Gesundheit zusammenzufassen und übersichtlich darzustellen" versucht, heißt es dazu auf der Website der Stadt Hamburg.

Dieser bestehe aus fünf Schadstoffkomponenten, die Anhand eines Schulnotensystems bewertet werden:

  • Stickstoffdioxid
  • Schwefeldioxid
  • Ozon
  • Kohlenmonoxid
  • Feinstaub

Hohe Belastungen führen zu körperlichen Beschwerden

Sie werden als repräsentative Komponenten für die gesamte Belastung der Luft angesehen. Bei höheren Belastungen können sie bei empfindlichen Personen akute Beschwerden wie Atemwegsreizungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden hervorrufen.

Der Übergang der Klasse 4 („ausreichend“) in die Klasse 5 („schlecht“) entspricht dem Überschreiten des EU-weit gültigen Grenz- oder Informationswertes für diesen Schadstoff, so das Luftmeßnetz Hamburg.