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Corona-Einsatz am Gängeviertel: Polizei löst Versammlung auf

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Das Gängeviertel (Archivbild)

Das Gängeviertel (Archivbild)

Foto: Andreas Laible / HA

Niedersachsen öffnet Hotels und Inseln. Hamburgs Fiskus verzichtet vorerst auf Milliarden. Hamburg ohne neue Corona-Fälle.

Hamburg. Für Hamburg sind weitere Lockerungen in der Corona-Krise geplant. In der Hansestadt wie auch im Nachbarland Schleswig-Holstein beginnt heute die nächste Phase an den Schulen. Das heißt: Dort dürfen jetzt auch wieder Grundschüler der Klassen eins bis drei den Unterricht besuchen. Nach dem Ausbruch der Infektion in Leer steigt die Zahl der Infizierten weiter. Jetzt sind auch Mitarbeiter, der Betriebsrat und die Geschäftsführung der Papenburger Meyer-Werft betroffen. Gute Nachrichten kommen hingegen aus Hamburg und Schleswig-Holstein.

Corona-Einsatz am Gängeviertel: Polizei löst Versammlung auf

Eine Kunstperformance in einem Schaufenster im Gängeviertel hat am Montagabend gleich zwei Polizeieinsätze ausgelöst: Wie der Lagedienst der Polizei auf Abendblatt-Anfrage mitteilt, hatten sich rund 50 Menschen vor dem Schaufenster versammelt, hinter dem die Künstler auftraten – ein Verstoß gegen die Kontaktbeschränkungen. Die Polizei rückte an und löste die Veranstaltung auf, die Menge zerstreute sich.

Doch schon kurze Zeit später wurden die Beamten erneut gerufen, weil sich dieselbe Situation erneut entwickelt hatte: Hinter dem Schaufenster Künstler, davor eine Zuschauermenge. Nach Abendblatt-Informationen wurde beim zweiten Einsatz mindestens eine Person in Gewahrsam genommen – wohl weil sie Widerstand gegen die polizeilichen Maßnahmen leistete. Die Beamten waren mit einem größeren Aufgebot vor Ort, um eine erneute Versammlung zu unterbinden.

Niedersachen und Mecklenburg erlauben mehr Tourismus

In mehreren norddeutschen Bundesländern sind am Montag weitere Lockerungen der Corona-Regeln inkraft getreten: So erlaubt Mecklenburg-Vorpommern die Einreise von Touristen aus anderen Bundesländern und in Niedersachsen dürfen Hotels wieder öffnen. In beiden Bundesländern gilt dabei eine 60-Prozent-Grenze für die Kapazität.

Eine Sonderregel gilt auf den ostfriesischen Inseln: Dort dürfen zwar Hotelgäste, nicht aber Tagestouristen anreisen: Die vier zuständigen Landkreise werden entsprechende Allgemeinverfügungen veröffentlichen, wie Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) in Jever ankündigte. Sie sollen am Dienstag beziehungsweise Mittwoch in Kraft treten und auch eine Wiederbelegungsfrist für Ferienwohnungen vorsehen. Auf manchen Inseln mussten zur Corona-Eindämmung Unterkünfte bislang eine Woche gemietet werden - nun sind auch Belegungen von beispielsweise vier Tagen möglich.

Hotelgäste dürfen laut Ambrosy bereits schon jetzt anreisen, weil die Inselbürgermeister das erlaubt haben. Fährunternehmen seien informiert. „Tagestouristen sind ausgeschlossen, das heißt, man kommt nur auf die Inseln, wenn man eine Nacht als Übernachtungsnachweis belegen kann.“

Am Mittag kam auch auf der Ostsee-Insel Hiddensee die erste Fähre mit Touristen an. An Bord waren rund 150 Gäste, wie Kurdirektorin Vanessa Marx sagte. Der Tourismus müsse sehr überlegt, maßvoll und vorsichtig hochgefahren werden, um die bevorstehende Sommersaison nicht durch ein Infektionsgeschehen auf der Insel zu gefährden. „Dies wäre wirtschaftlich noch wesentlich schwieriger zu überleben als die vergangenen Wochen ohne Vermietungstourismus.“

Kaum Staus am Corona-Himmelfahrtwochenende

Der ADAC Hansa hat die Staulängen in Norddeutschland am Himmelfahrtswochenende ausgewertet. Demnach haben die Reise- und sonstigen Beschränkungen durch die Corona-Krise zu drastisch geringeren Zahlen als sonst rund um den Feiertag geführt: Insgesamt seien zwischen dem 20. und dem 24. Mai 723 Staus mit einer Gesamtlänge von 923 Kilometern verzeichnet worden – im Vorjahr waren es 2687 Staus auf einer Länge von 4172 Kilometern.

Besuchern von Restaurant im Kreis Leer droht Geldstrafe

Nach etlichen Corona-Infektionen im Landkreis Leer nach dem Eröffnungsabend des Restaurants Alte Scheune in Moormerland drohen nicht nur dem Betreiber, sondern auch den Besuchern empfindliche Strafen. Das kündigte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover an.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Corona-Subventionsbetrugs

Die Oldenburger Staatsanwaltschaft hat in mehr als 30 Fällen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfen eingeleitet. Die Behörde reagierte auf entsprechende Strafanzeigen von Banken. Die Geldinstitute hätten bei der Antragstellung beziehungsweise der teils bereits erfolgten Auszahlung der Soforthilfe Auffälligkeiten festgestellt, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Die Fördersummen bewegen sich den Angaben zufolge meist zwischen 2400 und 9000 Euro. In einem Einzelfall soll aber auch ein Kredit in Höhe von 30 000 Euro bewilligt und ausgezahlt worden sein. Subventionsbetrug kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Anders als beim Tatbestand des Betruges setze Subventionsbetrug keinen Schaden voraus. Es reichten bereits unrichtige Angaben subventionserheblicher Tatsachen, die vorteilhaft für den Antragsteller seien.

Hamburger Fiskus verzichtet vorübergehend auf 2,5 Milliarden Euro

Im Zuge des sogenannten Corona-Erlasses haben die Finanzämter Hamburger Firmen und Einzelunternehmern bereits steuerliche Hilfen im Umfang von 2,5 Milliarden Euro gewährt. Zur Einordnung: Diese Summe entspricht in etwa einem Fünftel der jährlichen Steuereinnahmen der Stadt.

Seit Inkrafttreten der Regelungen vor rund sechs Wochen wurden nach Angaben der Finanzbehörde in etwa 60.000 Fällen 1,8 Milliarden Euro an Steuer-Vorauszahlungen herabgesetzt, in weiteren rund 15.000 Fällen wurden insgesamt 660 Millionen Euro gestundet und in mehr als 1000 Fällen nochmal 12,6 Millionen Euro von der Vollstreckung ausgesetzt – das bedeutet, dass bei Bürgern oder Unternehmen, die Steuerrückstände haben und nachweislich vom Coronavirus betroffen sind, auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge verzichtet wird.

Von den insgesamt 2,5 Milliarden Euro entfällt in Hamburg, anders als in vielen Flächenländern, ein großer Teil auf die Gewerbesteuer: Allein bei dieser wichtigen Einnahmequelle der Stadt wurden für 2020 und 2021 auf mehr als 530 Millionen Euro an Vorauszahlungen vorerst verzichtet. Bei den Stundungen macht die Umsatzsteuer mit 476 Millionen Euro den dicksten Brocken aus, gefolgt von der Gewerbesteuer (53 Millionen), der Einkommensteuer (50 Millionen und der Körperschaftssteuer (45 Millionen).

„Zur Unterstützung der Unternehmen in unserer Stadt haben wir behördenübergreifend ein einmaliges Schutzpaket geschnürt“, sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) und zog eine positive Zwischenbilanz: „Neben den Corona-Soforthilfen unterstützen unsere Finanzämter zügig und unkompliziert bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie. Die aktuellen Zahlen zeigen: Die Hilfen kommen an.“

Hamburger Wissenschaftler fordert Umbenennung des Robert-Koch-Instituts

Das Robert-Koch-Institut mit Sitz in Berlin ist seit Monaten die gefragteste Bundesbehörde. Sie trägt den Namen des Mikrobiologen und Hygienikers Robert Koch (1843-1910).

Jetzt fordert ein prominenter Hamburger Historiker die Umbenennung des Instituts. "Kaum jemand weiß, dass Koch nicht nur ein begnadeter Mediziner und Mikrobiologe war, sondern auch Deutschlands bekanntester Kolonialmediziner. Wie kein zweiter Arzt in Deutschland steht er für die Verschränkung von Medizin und Kolonialismus", kritisiert Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte und Leiter des Projektverbundes "Forschungsstelle Hamburgs (post-)koloniales Erbe" an der Universität Hamburg.

In seiner beruflichen Karriere unternahm Koch viele Reisen nach Indien, Deutsch-Ostafrika und ins Südliche Afrika. Kritik zog er vor allem auf sich, weil er Afrikanerinnen und Afrikanern zwangsweise arsenhaltige Präparate in so hoher Dosis verabreichte, dass sie erblindeten oder sogar starben, so Professor Zimmerer.

Aufgrund dieser Verstrickungen fordert der Hamburger Kolonialismus-Experte die Umbenennung des Robert-Koch-Instituts. Es solle sich fragen, ob der Name für das 21. Jahrhundert noch geeignet sei. 'Die kulturelle Amnesie um Koch und die Kolonial- und Tropenmedizin zu beenden, ist auf jeden Fall ein Gebot der Stunde."

Serengeti-Park öffnet Freizeitpark und Lodges

Die weitläufige Anlage des Serengeti-Parks im niedersächsischen Hodenhagen ist bereits seit dem 9. Mai geöffnet. Seit dem heutigen Montag sind auch der Freizeitpark mit vielen Highlights, den Fahrgeschäfte und den Lodges wieder geöffnet.

"Wir freuen uns, dass wir den Tierpark, Freizeitpark und die Lodges wieder täglich geöffnet haben! Gemeinsam wollen wir jede Menge Freizeitspaß genießen und uns dabei gegenseitig schützen", heißt es von Seiten des Serengeti-Parks. Und weiter: "Damit das Infektionsrisiko möglichst gering gehalten wird, gelten auch bei uns die allgemeinen Einschränkungen sowie Hygieneregeln.

Gäste sollten sich vor ihrem Besuch über die aktuellen Regelungen zu informieren! Diese könnten tagesaktuell verändert werden. Alle Informationen zur Öffnung und Auflagen gibt es unter https://www.serengeti-park.de/coronavirus/

Coronavirus: Erneut keine Neuinfektionen in Hamburg

Seit Sonntag sind von den Gesundheitsämtern in Hamburg keine neuen Covid-19-Erkrankungen gemeldet worden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) können rund 4700 der zuvor mit dem Sars-CoV-2-Virus positiv getesteten und gemeldeten Personen als genesen betrachtet werden.

Die Gesundheitsbehörde geht demnach derzeit von rund 120 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern aus.

Die Zahl der in Hamburg insgesamt gemeldeten Fälle liegt damit unverändert bei 5061. Nach den Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Hamburg 240 Personen mit einer Covid-19-Infektion verstorben. Laut Angaben des Instituts für Rechtsmedizin konnte zum jetzigen Stand bei 215 Personen die Covid-19-Infektion als todesursächlich festgestellt werden.

Derzeit derzeit befinden sich 37 Hamburger aufgrund einer Erkrankung mit Covid-19 in stationärer Behandlung, davon werden 14 intensivmedizinisch betreut. Es ist nach wie vor erkennbar, dass die Zahlen sowohl im stationären Bereich als auch auf der Intensivstation seit Tagen kontinuierlich rückläufig sind.

Weiteres Restaurant missachtet bei Feier Corona-Auflagen

Ein Restaurant in Delmenhorst hat am Wochenende gleich mehrfach gegen Beschränkungen zum Schutz vor Coronavirus-Infektionen verstoßen. In den Räumen hätten sich am Sonnabendabend mindestens 40 Gäste einer Feiergesellschaft aufgehalten, teilte die Polizei am Montag mit. Dabei sei weder der Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen noch der von eineinhalb Meter zwischen den Gästen eingehalten worden.

Auch seien die Personalien der Anwesenden nicht wie vorgeschrieben dokumentiert worden. Vor dem Hintergrund der Neuinfektionen im Zusammenhang mit einer Restaurant-Eröffnung im Kreis Leer sollte der Vorfall nachdenklich stimmen, so die Polizei. Der Betreiber sei aufgefordert worden, die Veranstaltung aufzulösen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Das Bußgeld kann laut Polizei bis 25.000 Euro betragen.

Erzbischof Heße fragt Menschen nach Corona-Erfahrungen

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat alle Gläubigen aufgerufen, ihm von ihren Corona-Erfahrungen zu berichten. „Schreiben Sie mir eine Ihrer guten Corona-Erfahrungen, die Sie sich "nach Corona" bewahren möchten“, heißt es in einem Brief, der zu Pfingsten an rund 290 000 Haushalte in Hamburg, Mecklenburg und Schleswig-Holstein verschickt wird. Das teilte das Erzbistum am Montag in Hamburg mit.

Ihm selbst sei in seiner Quarantänezeit neu bewusst geworden, wie wichtig es ist, „Menschen zu begegnen, ihnen nahe zu sein, mich im persönlichen Gespräch auszutauschen“. Das gemeinsame Feiern der Gottesdienste, gerade an den Ostertagen, habe ihm sehr gefehlt.

Aus der Sicht des Erzbischofs ist die Krise noch nicht überwunden: „Wir werden weiterhin als Einzelne, Familien, Gesellschaft und Kirche herausgefordert sein, schnell zu lernen und das zu bewältigen, was "vor Corona" undenkbar schien“, schreibt Heße. Er sei dankbar, „wie wir hier im Norden die Krise meistern. Ich bin stolz, wie viele Menschen in unseren Gemeinden engagiert und kreativ für ihre Mitmenschen da sind“. Und er ist überzeugt, dass in dieser Krise Neues und Gutes entstanden ist.

Das Erzbistum Hamburg hat für die Rückmeldungen die Internetseite www.weil-gutes-bleibt.de und die Telefonhotline 040/24 87 74 44 eingerichtet.

Hamburger Schulbehörde verteilt Corona-Masken

Die Schulbehörde stellt den Hamburger Schulen rund 90.000 Mund-Nasen-Bedeckungen für das schulische Personal zur Verfügung. Das gab Schulsenator Ties Rabe am Montagvormiitag bekannt. Somit erhalte jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter in den Schulen vier Alttagsmasken.

Die Hamburger Firma "About You" hat zudem 50.000 Masken für Schülerinnen und Schüler in der Hansestadt gespendet. "Die Großspende erleichtert den Schulen den Umgang mit der besonderen Situation. Haben Schülerinnen und Schüler ihre Masken vergessen oder verloren, verfügt jetzt jede Schule dank der Spende über weitere Masken als Ersatz." Die Masken würden ab heute an alle Hamburger Schulen verteilt.

Bilder der Corona-Krise

Darüber hinaus würde gemeinsam mit Schulbau Hamburg und Gebäudemanagement Hamburg die Desinfektion und Reinigung an allen Hamburger Schulen deutlich verstärkt, so Ties Rabe. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den speziellen Sonderschulen erhalten wegen der besonderen Bedingungen dort persönliche Schutzausrüstungen.“

Kritik am Hygienekonzept der Schulbehörde kommt von Hamburgs Linken: „Nach neun Wochen der Schließung hat die Behörde weder ein überzeugendes Konzept noch das entsprechende Material, um den Schulen überhaupt die Einhaltung der Hygienestandards zu ermöglichen“, erklärt Sabine Boeddinghaus, die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft. Die schulischen Mitarbeiter klagten seit langem über ungenügende Schutzausrüstung und große Unklarheit. "Der Krisenstab, der die Hygienemaßnahmen in den Schulen umsetzen soll, hat die Lieferung von gerade mal einem Desinfektionsspender pro Grundschule oder ReBBZ verfügt – auf dieser Grundlage können die Schulen nicht sicher arbeiten". Die Behörde interessiere sich nicht für die konkrete Arbeit, sie übernehme keine Verantwortung, weder für ihre Bediensteten noch für Hamburgs Schüler.

Boeddinghaus kritisiert besonders, dass beim Gesundheitsschutz die Personalvertretungen ausgehebelt wurden: „Die Behörde meint, allein und nach Gutdünken verfahren zu können. Aber betriebliche Mitbestimmung gilt auch jetzt! Ich fürchte, dass der Senator sein unverbindliches Versprechen, Lehrkräfte aus Risikogruppen müssten nicht in den Präsenzdienst, wieder kassieren wird, so wie es auch in NRW gelaufen ist. Schlechte Politik ist eine schlecht Kopiervorlage.“

Corona-Pandemie: Tourismus bricht ein – mit Ausnahmen

Diese Werte sind zwar keine große Überraschung, aber dennoch betrüblich: Angesichts der Corona-Pandemie sind die Tourismus-Zahlen im März um bis zu zwei Drittel eingebrochen.

Wie das Statistikamt Nord mitteilte, verzeichnete Hamburg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 65 Prozent weniger Gäste (213.000), Schleswig-Holstein 53,5 Prozent weniger (236.000).

Die Anzahl der Übernachtungen ging demnach in Hamburg um 62,3 Prozent zurück (456.000), in Schleswig-Holstein um 44,2 Prozent (953.000).

Bemerkenswert: Einzig an der Ostsee gab es in Teilbereichen sogar leichte Steigerungen - auf Campingplätzen (1,8 Prozent) sowie in Vorsorge- und Reha-Kliniken (1,5 Prozent).

Corona senkt Zahl der Unfälle – in Hamburg aber kaum

Diese Zahlen hingegen lesen sich positiv: Im Zusammenhang mit den Einschränkungen in der Corona-Krise ist die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschlands Straßen im März auf einen Tiefstand seit der Wiedervereinigung gesunken.

Bei Unfällen kamen 158 Menschen ums Leben, im März 2019 waren es noch 234 Verkehrstote, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. In der Regel sterben monatlich den Angaben einer Sprecherin zufolge mehr als 200 Verkehrsteilnehmer.

Im Norden gab es im bundesweiten Vergleich allerdings die niedrigsten Rückgänge: In Hamburg (1766 Unfälle) wurden „nur“ 4,0 Prozent weniger Verkehrsunfälle als im März des vorigen Jahres registriert, in Schleswig-Holstein 4,7 Prozent (2882), in Mecklenburg-Vorpommern 6,4 Prozent (1157) und in Niedersachsen 7,9 Prozent (8203).

In Hamburg kamen fünf Verkehrsteilnehmer ums Leben und damit drei weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang bei Schwerverletzten (155/-1,3 Prozent) ist in der Hansesatdt kaum signifikant. Deutlich weniger Unfälle als im vorigen März gab es hingegen in Thüringen (17,8 Prozent/1340), Bayern (17,5/10.975) und Brandenburg (17,3/1858).

Flughafen Hannover erwartet „zweistelligen Millionenverlust“

Der Flughafen Hannover rechnet wegen der Corona-Krise mit einem deutlichen Verlust im laufenden Geschäftsjahr. „Wir werden in diesem Jahr voraussichtlich einen mittleren zweistelligen Millionenverlust hinnehmen müssen, das hat es so noch nie gegeben“, sagte Flughafenchef Raoul Hille im Interview des Politikjournals „Rundblick Niedersachsen“. Die Liquidität sei dennoch ohne öffentliches Geld sichergestellt.

Allerdings werde es „sicherlich noch zwei bis drei Jahre dauern, bis wir das alte Verkehrsniveau aus dem vergangenen Rekordjahr 2019 wieder erreichen werden“. In den vergangenen Wochen habe es Tage komplett ohne Passagiere gegeben. Jetzt gingen die Reisen aber langsam wieder los.

Keine neue Corona-Infektion in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hat es nach Angaben der Landesregierung zuletzt binnen 24 Stunden keine offiziell gemeldete Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Somit beträgt die Gesamtzahl der seit Ausbruch der Corona-Krise nachgewiesenen Fälle mit Stand Sonntagabend weiterhin 3062, wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Zahl der Gestorbenen blieb bei 137. Rund 2800 Infizierte gelten inzwischen wieder als gesund. 32 werden noch in Krankenhäusern behandelt.

Plaza der Elbphilharmonie wieder für Besucher geöffnet

Nach zehn Wochen Corona-Pause ist die Plaza der Hamburger Elbphilharmonie seit Montag wieder für Besucher geöffnet. Es gelten aber besondere Schutzmaßnahmen, wie das Konzerthaus mitteilte. Deshalb sei die Anzahl der Personen begrenzt, die sich gleichzeitig auf der Plaza aufhalten können. Es werde dringend zu einer Online-Vorbuchung der Tickets geraten. Die Besucher werden zudem aufgefordert, den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten und eine Gesichtsmaske etwa in Fahrstühlen oder im Shop zu tragen.

Die öffentliche Aussichtsplattform in 37 Meter Höhe über der Elbe ist ein Publikumsmagnet. Schon vor gut einem Jahr war der zehnmillionste Besucher auf der Plaza gezählt worden. Von Dienstag (26. Mai) an können auch Tickets für die Saison 2020/21 unter www.elbphilharmonie.de bestellt werden. Die Karten müssen jedoch erst bezahlt werden, wenn sicher ist, dass die Konzerte auch stattfinden.

Corona-Ausbruch: Mitarbeiter der Meyer-Werft in Quarantäne

Nach dem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit einem Restaurantbesuch im ostfriesischen Leer sind auch Mitarbeiter der Papenburger Meyer-Werft in Quarantäne. Einen entsprechenden Bericht des NDR bestätigte ein Firmensprecher am Montagmorgen. Dem NDR zufolge müssen „Mitglieder der Werft-Geschäftsführung und fast der gesamte Betriebsrat“ zu Hause bleiben. Es gebe bisher 18 bestätigte Infizierte.

Der Landkreis Leer sucht nach den positiven Corona-Tests infolge eines Restaurantbesuchs in Ostfriesland weiter nach den Gründen für die Infektionen. Es werde geprüft, ob es in dem Lokal Verstöße gegen die Corona-Auflagen gab, sagte ein Sprecher des Landkreises. Einen Zwischenstand wollte er am Sonntag dazu nicht abgeben.

Leer: 118 Personen nach Restaurantbesuch in Quarantäne

Die Zahl der positiv auf Corona Getesteten, die am 15. Mai in geschlossener Gesellschaft in dem Lokal in Moormerland waren, war im Laufe des Sonntags auf 14 gestiegen, hinzu kamen vier weitere Personen, die sich in der Folge angesteckt hatten. Für 118 Menschen wurde häusliche Quarantäne angeordnet.

Falls sie sich tatsächlich in dem Lokal angesteckt haben, wäre dies der erste bekannt gewordene Fall dieser Art seit Wiedereröffnung der Gaststätten. Der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Niedersachsen, Rainer Balke, sagte im Interview der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ über den Fall in Moormerland: „Da wurde offenbar einiges falsch gemacht, und es ist übel gelaufen.“

Sammeltaxi-Dienst Moia startet wieder

Der Sammeltaxi-Dienst Moia nimmt am heutigen Montag mit einer verkleinerten Flotte seinen regulären Betrieb am Standort Hamburg wieder auf. Das Geschäftsgebiet werde gleichzeitig um die Stadtteile Billstedt und Billbrook erweitert, teilte Moia am Freitag in Hamburg mit. Zunächst könnten nur fünf statt maximal sechs Passagiere in den goldenen Kleinbussen mitfahren. Moia werde zunächst 170 Fahrzeuge in Hamburg einsetzen, während bis zur vorübergehenden Einstellung des Dienstes am 1. April mehr als 300 Moia-Busse in der Hansestadt unterwegs waren. Das Angebot soll schrittweise wieder hochgefahren werden.

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Die bereits bestehende Maskenpflicht bleibe Pflicht und der Fahrgastraum wird vom Fahrer abgetrennt, wie im öffentlichen Nahverkehr. Moia habe die Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter nochmals erheblich ausgeweitet, heißt es in der Mitteilung. Zum Start des Betriebs kehren rund 800 Mitarbeiter an ihre Arbeitsplätze zurück. Die Kurzarbeitsregelung werde zu 50 Prozent beibehalten. Mit der Wiederaufnahme des regulären Betriebs ende der Nachtbetrieb im Auftrag der Stadt Hamburg am 24. Mai.

Überfüllung: Polizei räumt Kultkneipe Zwick

Die Geburtstagsfeier von Wirt Uli Salm (72) in seiner Kultkneipe "Zwick" ist am Sonntagmorgen mit einem Polizeieinsatz beendet worden. Wie die Polizei bestätigt, wurde die Feier wegen Verstoßes gegen die Corona-Eindämmungsverordnung aufgelöst. Laut der "Bild" gingen in der Nacht Beschwerden bei der Polizei ein. Als diese das Lokal in Pöseldorf betreten wollte, sei dies nicht möglich gewesen, weil der Laden einfach zu voll war.

Polizisten umstellten daraufhin die Kultkneipe und beendeten die Feier. Polizeisprecher Florian Abbenseth sagte gegenüber "Bild", dass 89 Gäste aus dem Lokal geleitet wurden. Sie müssten jetzt mit einer Strafe von 150 Euro rechnen. Auch Wirt Uli Salm wird mit einem Bußgeld rechnen müssen. Ihm droht eine Strafe in Höhe von 5000 Euro.

Lesen Sie hier den Newsblog von Sonntag, 24. Mai

( dpa/ced/jdr/esh/dey )

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