Generalstaatsanwalt

Hamburgerin wegen IS-Mitgliedschaft angeklagt

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Die Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen die 30-jährige Hamburgerin erhoben (Symbolbild).

Die Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen die 30-jährige Hamburgerin erhoben (Symbolbild).

Foto: picture alliance/Christian Charisius/dpa

Ein belastender Punkt der Anklage: Die 30-Jährige hat sich auf einem Propaganda-Video des IS zu Wort gemeldet.

Hamburg. Sie stand dem IS nah, wollte Mitglieder für die Terrororganisation werben und posierte mit einer Kalaschnikow: Das sind zumindest die Vorwürfe, mit denen die Hamburgerin Elina F. konfrontiert ist. Jetzt hat die Generalstaatsanwaltschaft Anklage gegen die 30-Jährige erhoben, der unter anderem Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird. Das bestätigte ein Gerichtssprecher gegenüber dem Abendblatt auf Anfrage. Einen Prozesstermin gegen die zweifache Mutter gibt es noch nicht.

Die Hamburgerin war 2013 nach Syrien gereist

Elina F. war Mitte Januar von der Türkei nach Deutschland überstellt und hier in Hamburg zunächst in Untersuchungshaft genommen worden. Seit Jahren war gegen sie ein Ermittlungsverfahren anhängig. Einer der belastenden Punkte ist laut Anklage ein Propaganda-Video aus ihrer frühen Zeit beim IS, in dem sie auf Deutsch andere auffordert, man solle nach Syrien kommen und sich dem Dschihad anschließen. Außerdem, so heißt es, habe sie in dem Video eine Kalaschnikow in der Hand gehalten. Laut ihrer Anwältin Ina Franck hat sich Elina F. aber mittlerweile entschieden vom IS distanziert und dem religiösen Extremismus abgeschworen.

Der Anklage zufolge war Elina F. im September 2013 über die Türkei nach Syrien gereist und dort mit ihrem Lebensgefährten Erkan E. zusammengetroffen, der schon lange dem IS nahegestanden habe. Nach dem Tod ihres mittlerweile zum IS-Kämpfer ausgebildeten Partners im Juni 2014 soll Elina F. weiter in Syrien geblieben sein. Dort habe sie nach islamischen Ritus einen zweiten Mann geheiratet, der ebenfalls dem IS nahestand. Von beiden Männern hat sie jeweils einen Sohn. Die Kinder sind heute fünf und drei Jahre alt.

Die Frau wurde von der Türkei nach Deutschland überstellt

Nach einem vergeblichen Ausreiseversuch aus Syrien im Jahr 2017 soll Elina F. schließlich im Februar 2018 von Schleusern Richtung türkische Grenze gebracht worden sein, wo sie zunächst in einem kurdischen Camp lebte. Schließlich wurde sie von den türkischen Behörden festgenommen und nach Deutschland überstellt. Ihre Kinder kamen in die Obhut des Jugendamts.

Mittlerweile ist die Angeklagte von der Untersuchungshaft verschont. Es gelten nach Abendblatt-Informationen strenge Meldeauflagen, laut derer sich Elina F. an einem bestimmten Ort aufhalten muss. Dies diene vor allem dem Schutz der Kinder.

( bem )

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