Corona

Hamburgs Stadtführer wollen endlich wieder arbeiten

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Edgar S. Hasse
Nachtwächter Erwin (l.) und Gästeführerin Mara L. Burmeister

Nachtwächter Erwin (l.) und Gästeführerin Mara L. Burmeister

Foto: Andreas Laible

Mit Protestaktion vor dem Rathaus fordern die Tourismusexperten klaren Fahrplan. Wie sich die Gästeführer vorbereiten.

Hamburg.  In normalen Zeiten hätte Gästeführerin Mara L. Burmeister am Freitag eine Gruppe mit Schweizer Touristen durch die Stadt begleitet - das volle Programm mit Alstertörn und Elbphilharmonie. Doch gestern stand sie mit rund 20 weiteren Gästeführern auf dem Rathausmarkt und demonstrierte. „Wir brauchen als Solo-Selbstständige dringend klare Ansagen des Senats“, forderten sie. Wichtig sei ein Fahrplan, wann und unter welchen Auflagen wieder Stadtführungen angeboten werden können.

Seit Mitte März haben die gut 500 Gästeführer der Stadt keine Einnahmen mehr. Zum Glück gab es eine Überbrückungshilfe von rund 2500 Euro durch den Staat. Obwohl nur 20 Demonstranten teilnehmen konnten und der Protest nicht lautstark, sondern mit Plakaten kundgetan wurde, war die Botschaft klar: „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.“ Mit diesem Zitat des heutigen Handelskammer-Präses Norbert Aust erinnerten die Gästeführer an die Bedeutung ihrer Berufsgruppe, die bei den Planungen über den Neustart allerdings übersehen worden sei.

Gästeführer hoffen, dass es mit klaren Vorgaben bald wieder losgeht

Wie der St.-Pauli-Nachtwächter Erwin, der während der Corona-Krise bis vor Mitternacht nicht mehr mit Gästen auf dem Kiez unterwegs sein kann, sondern zu Hause sitzt. Ganz tatenlos sei er jedoch nicht. „Ich bereite neue Touren vor“, sagt er. Auch Stadtführer Hein Schlüter nutzt die Zeit, um kleine Geschichten in Videoclips zu erzählen, die er auf Insta­gram und Facebook teilt. So hofft er, noch bekannter zu werden. Vor allem aber hoffen die Gästeführer, dass es mit klaren Vorgaben bald wieder losgeht wie in Wien und anderen Städten, wo Führungen inzwischen erlaubt sind.

Auf Abendblatt-Anfrage heißt es dazu bei der Wirtschaftsbehörde: „Wir wünschen uns sehr, dass die Gästeführer bald wieder ihrer Tätigkeit nachgehen können.“ Voraussetzung hierfür bleibe das geringe Infektionsgeschehen in Hamburg. „Wir werden den Bereich Tourismus im Blick behalten und hoffen, dass dieser Bereich in der nächsten Rechtsverordnung und in weiteren Lockerungsmaßnahmen Berücksichtigung finden kann.“ In Hamburg warteten noch weite Bereiche des kulturellen und öffentlichen Lebens auf die nächsten Lockerungen, hieß es.

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