Newsblog für Norddeutschland

Corona in Hamburg: Weiterer Toter auf UKE-Krebsstation

Corona-Lockerungen: Das ist ab Mittwoch wieder erlaubt

Der Hamburger Senat hat heute weitere Lockerungen der durch das Coronavirus bedingten Einschränkungen bekannt gegeben. Vor allem das Wiederanfahren der Gastronomie war Thema. Auch die Regelungen für Schulen, Kitas, Pflegeheime und Weiteres wurden erläutert.

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Lesermeinung zu Lockerungen gespalten. Miniatur Wunderland vor Wiedereröffnung. Schulen planen um. Nur wenige neue Fälle.

Hamburg. In Hamburg gewinnen die Menschen durch Lockerungen in der Corona-Krise vom heutigen Mittwoch an viele Freiheiten zurück.

So sind etwa Restaurant- und Hotelbesuche wieder möglich. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern dürfen öffnen. Im Freien darf in Gruppen wieder gemeinsam Sport gemacht werden.

Die große Übersicht: Was in Hamburg wieder erlaubt ist – und was nicht

Auch hinsichtlich der Kontaktbeschränkungen gibt es Lockerungen. Ab sofort dürfen sich in der Stadt wieder bis zu zehn Mitglieder zweier unterschiedlicher Haushalte treffen, ohne dabei einen Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten.

Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden am Mittwoch (13. Mai):

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit:

Abendblatt-Lesermeinung gespalten beim Thema Corona-Lockerungen

In der Frage des Tages wollten wir zuletzt von unseren Lesern wissen, ob sie die am Dienstag vom Senat verkündeten Lockerungen der Corona-Maßnahmen für angemessen halten: Die Frage stieß auf reges Interesse: Innerhalb von knapp 24 Stunden beteiligten sich 2848 Menschen. Das Ergebnis war dabei so knapp wie nur selten: 50,7 Prozent (1445) empfinden die Neuregelungen als angebracht, 49,3 Prozent (1403) halten sie für nicht angemessen.

Zwei neue Corona-Infektionen im Schlachthof-Umfeld

Im Kreis Segeberg gibt es zwei neue bestätigte Covid-19-Infektionen. Bei einer Person ist die Infektionsquelle nach Angaben des Kreises unbekannt, die andere war am Betriebsablauf des Vion-Schlachthofs in Bad Bramstedt beteiligt.

Damit seien insgesamt 49 Menschen rund um den Schlachthof in Bad Bramstedter positiv auf das neuartige Virus getestet, sagte eine Kreissprecherin am Mittwoch. 43 davon sind unmittelbar am Betriebsablauf beteiligt, bei sechs Infizierten handelt es sich den Angaben zufolge um Kontaktpersonen der Infizierten. Bereits am Dienstag war das Virus bei drei Kontaktpersonen von Schlachthofmitarbeitern nachgewiesen worden.

Corona auf Krebsstation: UKE beklagt weiteren Toten

Auf der Intensivstation des UKE ist am Mittwochmittag ein weiterer Krebspatient gestorben, der Anfang April positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden war.

Nach Angaben der Uniklinik litt der 74-Jährige seit mehreren Jahren an Leukämie. Er sei zudem stammzellentransplantiert gewesen. Es werde nun untersucht, ob Covid-19 als Todesursache in Frage komme.

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Am UKE waren zuletzt mehrere mit dem Coronavirus infizierte Patienten der Krebsstation verstorben. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob wegen des dortigen Corona-Ausbruchs ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt.

Wunderland öffnet mit teurerem Eintritt

Eine der größten Touristenattraktionen Hamburgs (1,4 Millionen Besucher jährlich) kehrt nach einem erfolgreichen Testlauf aus der Corona-Pause zurück: Ab nächstem Mittwoch, 20. Mai, öffnet auch das Miniatur Wunderland wieder für 200 Gäste gleichzeitig.

Um den Betrieb unter den gängigen Auflagen zu regeln, haben die Geschäftsführer Frederik und Gerrit Braun eine eigene Wunderland Straßenverkehrs-Ordnung (WuStVO) erlassen.

Da die Anlagen aufgrund der Abstandsregelungen vorerst nicht so viele Gäste gleichzeitig bewundern dürfen wie sonst üblich, erhöht das Wunderland den Eintritt außerdem bis auf Weiteres "symbolisch“ um fünf Euro.

"So wird zumindest der monatliche Verlust geringer sein, als wenn wir nicht öffnen“, heißt es auf der Homepage. Nach eigenen Angaben macht das Wunderland zur Zeit jeden Monat 480.000 Euro Verlust. Sobald die alte Kapazität erreicht werden kann, solle der Eintritt wieder sinken.

Frederik Braun hofft nun, dass nach und nach immer mehr Besucher ins Miniaturwunderland kommen können. Wann die 350 Mitarbeiter an neuen Ausstellungsabschnitten weiterbauen können, ist jedoch noch offen - wahrscheinlich erst im Frühjahr wieder.

Dräger kontrolliert Besucher mit Fieberkamera

Der Lübecker Medizintechnikhersteller Dräger kontrolliert die Körpertemperatur von Mitarbeiters und Besuchern mit einer berührungslosen Fieberkamera. Als systemrelevantes Unternehmen müsse Dräger seine Produktion fortlaufend sicherstellen, sagte Vorstandschef Stefan Dräger. Deshalb habe das Unternehmen am Eingang eine Thermalkamera installiert, die mit Hilfe modernster Sensorik das Gesicht abtaste und in Sekundenschnelle die Körpertemperatur ermittle.

Die Kamera wurde nach Angaben des Herstellers, der Hamburger Firma Dermalog, ursprünglich für die Gesichtserkennung entwickelt. Sie ist unter anderem auch beim UKE, bei Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen sowie weltweit beim Zugang zu Geschäften, Büros, Produktionshallen, Sportstätten, Veranstaltungen, Seniorenheimen und Krankenhäusern im Einsatz.

Frühere Sommerferien an Hamburger Schule

Ab 25. Mai sollen an Hamburg Schulen wieder alle Klassen unterrichtet werden - zumindest stundenweise. Spätestens nach der Senatsentscheidung von Dienstag laufen die Planungen für eine entsprechende Umsetzung auf Hochtouren.

An der Grundschule Rothestraße in Ottensen etwa sollen die Klassen 1 bis 3 jeweils in zwei feste Gruppen unterteilt werden, die bis zu den Sommerferien wöchentlich je vier Schulstunden erhalten.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) hatte am Dienstag von fünf bis sechs Unterrichtsstunden je Klasse und Woche gesprochen. Diese Vorgabe sei an großen Schulen nicht umsetzbar, heißt es seitens der Rothestraße. Die abweichende Planung sei der Schulbehörde aber bekannt.

Apropos Sommerferien: Diese beginnen an der Rothestraße für die unteren drei Jahrgangsstufen nun schon am 23. Juni und damit einen Tag früher als ursprünglich geplant. Die vierten Klassen sollen dagegen wie gehabt am 24. Juni mit den Abschlusszeugnissen und einer kleinen Feier entlassen werden.

Die vierten Klassen der Grundschulen, die sechsten Klassen der Gymnasien sowie die Oberstufen von Stadtteilschulen und Gymnasien werden in Hamburg bereits seit dem 4. Mai wieder unterrichtet.

"Spiegel": 20 Millionen Euro Umsatzausfall

Die "Spiegel"-Gruppe rechnet derzeit damit, dass bis Jahresende wegen der Corona-Krise mehr als 20 Millionen Euro an Umsätzen ausbleiben werden. "Wir liegen derzeit, insbesondere durch die Einbrüche im Werbemarkt, mehr als 20 Prozent unter den für dieses Jahr etatisierten Erlösen", teilte das Hamburger Medienhaus auf Anfrage mit. "Nach allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass uns bis zum Jahresende etwa 20 Millionen Euro fehlen werden."

Zugleich verfügt die "Spiegel"-Gruppe nach eigenen Angaben über eine "gute wirtschaftliche Basis", um der Krise zu begegnen. "In Sachen Eigenkapital, Rücklagen, Liquidität stehen wir sehr gut da, wir müssen auch keine Kreditlinien bedienen." Unlängst hatte das Verlagshaus bereits bekanntgemacht, wegen der Krise in einem ersten Schritt 10 Millionen Euro in diesem Jahr einsparen zu wollen. Dabei geht es zum Beispiel um Kürzung von Marketing- und Beratungsbudgets oder den Stopp von Umbauten und Umzügen im Haus.

Arktis-Sondereinsatz für festsitzendes Schiff

Außergewöhnliche Mission in der Corona-Krise: Zur Versorgung der rund 100-köpfigen Crew auf einem in der Arktis festsitzenden Forschungsschiff soll es in der kommenden Woche einen Sondereinsatz geben. Das kündigte die Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe der Universität Hamburg an. Dabei sollen am 18. Mai zwei Forschungsschiffe aus Bremerhaven mit Ausrüstung, Lebensmittel und Ersatzpersonal in den Arktischen Ozean aufbrechen.

"Einen solchen Einsatz und ein Treffen von drei deutschen Forschungsschiffen auf See hat es noch nie gegeben", erklärte Prof. Christian Betzler, wissenschaftlicher Leiter der Leitstelle an der Uni.

Das Forschungsschiff "Polarstern" befindet sich auf einer einjährigen Expedition im Nordpolarmeer und sollte eigentlich mit Hilfe von Eisbrechern und Flugzeugen versorgt werden. Weil aber viele Häfen und Flughäfen der Region wegen der Corona-Pandemie gesperrt worden seien, sei laut Uni eine ausreichende Versorgung nicht mehr möglich gewesen.

Die Schiffe werden sich den Angaben zufolge südlich der Eisgrenze treffen. Die Übergabe des Materials und der Austausch der Besatzung sollen nicht in einem Hafen erfolgen. Stattdessen sollen Ausrüstung, Lebensmittel und Ersatzpersonal - auch mit Hilfe von Bordkränen - auf hoher See übergeben werden.

Tagestourismus: Nordfriesland befragt Hotspots

Der Kreis Nordfriesland hat in Touristenorten im Kreisgebiet - darunter auf den Inseln und Halligen sowie in Sankt Peter-Ording - angefragt, ob sie Bedarf für eine Begrenzung des Tagestourismus sehen. Die Antworten würden bis Donnerstag gesammelt, sagte ein Kreissprecher am Mittwoch. Am Freitag werde dann in einer Telefonkonferenz zwischen den Landräten der Kreise mit tagestouristischen Hotspots und dem Land über das Thema beraten.

Bereits am Dienstag hatten alle Sylter Gemeinden, Unternehmer und Sylt Marketing Sylt in einem gemeinsamen Schreiben an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU) die Bitte geäußert, das Betretungsverbot für Tagestouristen auf den Inseln möglichst noch bis Anfang Juni oder besser bis Mitte des Monats zu verlängern.

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Von Montag an soll das Einreiseverbot für touristische und Freizeitzwecke nach Schleswig-Holstein ebenso wie das Betretungsverbot für Inseln und Halligen entfallen. Die Kreise sollen die Möglichkeit erhalten, bei Bedarf eigene Regelungen umzusetzen, um den Tagestourismus vor Ort zu begrenzen. Der Kreissprecher von Nordfriesland betonte allerdings, der Kreis lege großen Wert darauf, eine gemeinsame Lösung mit dem Land und allen betroffenen Gemeinden zu finden.

Corona-Krise: Schiffbau-Appell der Nordländer

Die Wirtschaftsminister und -senatoren der norddeutschen Bundesländer haben die Bundesregierung aufgefordert, konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung der Werften in der Corona-Krise zu ergreifen. Dazu könnte eine beschleunigte öffentliche Beschaffung von Schiffen gehören, heißt es einem gemeinsamen Appell der Minister und Senatoren, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Bundesregierung soll sich zudem für die Einrichtung eines möglichst europäischen Förderprogramms zur Flottenerneuerung einsetzen.

Deutsche Schiffbauwerften hätten sich bislang trotz struktureller Herausforderungen erfolgreich auf Nischenmärkte wie Kreuzfahrtschiffbau, Passagierschiff- und Jachtbau spezialisiert, heißt es in dem Appell. „Durch die Covid-19-Pandemie sind nun diese Nischenmärkte eingebrochen. Analysten rechnen mit einem Ausfall in der globalen Schiffbauproduktion von bis zu 70 Prozent in 2021“, schreiben die Minister und Senatoren.

Niedersachsen testet Schlachthofmitarbeiter

Niedersachsen will sämtliche Schlachthof-Mitarbeiter nach Infektionen in Fleischbetrieben anderer Bundesländer auf das Coronavirus testen. Dabei gehe es um 23.700 Beschäftige in 183 fleischverarbeitenden Betrieben, kündigte Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Mittwoch im Landtag in Hannover an.

Getestet werden zunächst alle Mitarbeiter, die Symptome zeigen, und dann alle, die als Werkvertragsarbeiter möglicherweise mit von dem Coronavirus betroffenen Schlachthöfen in Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein in Kontakt waren. Anschließend sollten sämtliche anderen Beschäftigten getestet werden.

Bisher sind laut Reimann in Niedersachsen weiterhin lediglich drei Infektionen von Schlachthof-Mitarbeitern im Emsland bekannt geworden. Allerdings wird davon auszugehen, dass ein Teil der Beschäftigten in Niedersachsen auch in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein eingesetzt wurde. Dort hätten sich hunderte Beschäftigte mit dem Virus angesteckt.

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Nina Bott schwärmt von Hagenbeck-Besuch

Mit Regencape, aber glücklich: Die Hamburger Schauspielerin und Moderatorin Nina Bott schwärmt auf Instagram von ihrem ersten Besuch im Tierpark Hagenbeck nach mehr als zwei Monaten. Sie postete ein Foto von sich vor dem Elefantengehege. „Ein bisschen skeptisch und aufgeregt war ich ja schon...“, schrieb die Mutter von zwei Kindern. „Aber es tat richtig gut mal rauszukommen. Alles war wirklich bestens organisiert und abgesichert!“

Auch das Schmuddelwetter am Dienstag machte Familie Bott nichts aus. „Wir sind ja nicht aus Zucker... wie schon meine Oma immer sagte, und die wohnte direkt neben dem Zoo und hatte damals sogar öfter mal entlaufene Affen in ihrem Garten sitzen!“

Prien wirbt für wieder geöffnete Museen

Kulturministerin Karin Prien (CDU) hat für den Besuch der wieder geöffneten Museen in Schleswig-Holstein geworben. Sie könne nur jeden ermuntern, diese Möglichkeit Kultur zu erleben und zu genießen, auch wahrzunehmen, sagte die Ministerin am Mittwoch beim Besuch des Museumsberges in Flensburg. „Entdecken Sie alte Schätze wieder und lassen sich auf neue Perspektiven ein.“

Prien lobte die Museen, „die in einer vorbildlichen Art und Weise sehr früh angefangen haben, auf einen möglichen Tag X der Eröffnung hin, Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte miteinander zu erarbeiten“. Dabei würden die Konzepte durchaus kreativ gestaltet werden, sagte sie und verwies auf ein Detail der Flensburger Ausstellung „Perspektivwechsel 2020 – 100 Jahre Grenzgeschichte“: Um beispielsweise Lautsprecherknöpfe kontaktlos zu drücken, sollen Besucher das Ende eines Bleistiftes benutzen, den sie beim Kartenkauf ausgehändigt bekommen.

Corona-Lockerungen: Hamburger genießen "neue Normalität":

Wegen Corona: Orchester Kiel feiert Beethoven im Netz

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven wollte das Philharmonische Orchester Kiel den großen Komponisten eigentlich mit einem chorsinfonischen Programm unter Mitwirkung zahlreicher Kieler Chöre ehren.

Wegen der Corona-Krise wird das Konzert nun ins Netz verlegt: Das zweite „Mini-PhilKo“ bietet ein kammermusikalisches Programm mit Beethoven-Schwerpunkt auf dem Youtube-Kanal des Theater Kiel. Am 17. Mai ab 11 Uhr bis zum 18. Mai um 22 Uhr können sich Interessierte das Konzert anschauen.

Corona: Nur drei Neuinfizierte in Hamburg

Die Zahlen der infizierten Menschen in Hamburg entwickeln sich weiter erfreulich. Die Gesundheitsbehörde geht wie bereits am Dienstag von rund 450 Hamburgern aus, die an Covid-19 erkrankt sind. 4300 Menschen sind nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts wieder gesund. Allgemein haben sich bislang 4967 Hamburger offiziell mit dem Coronavirus infiziert. Seit Dienstag sind nur drei weitere Corona-Fälle in der Stadt registriert worden.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Hamburg bislang 223 Personen, bei denen zuvor eine Covid-19-Infektion festgestellt wurde, gestorben. Die Mediziner im Institut für Rechtsmedizin am UKE stellten bis Montagvormittag bei 203 Hamburgern eine Infektion mit dem Coronavirus als Todesursache fest (am Dienstag waren es 200 Personen).

Die Anzahl der Infizierten, die sich in stationärer Versorgung befinden, ist weiterhin rückläufig. Fünf Personen weniger als am Dienstag und damit 100 Menschen mit Wohnort Hamburg werden derzeit wegen der Infektion in einem Krankenhaus behandelt. Davon müssen 40 (am Dienstag waren es 42) auf einer Intensivstation behandelt werden.

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland mit einer Covid-19-Infektion gestorben sind (Stand: 13. Mai/Quelle RKI):

  1. Bayern: 2209 Todesfälle (44.802 Infizierte/+209 im Vergleich zu Dienstag)
  2. Baden-Württemberg: 1594 (33.518 / +159)
  3. Nordrhein-Westfalen: 1473 (35.555 / +222)
  4. Niedersachsen: 508 (10.903 / +8)
  5. Hessen: 419 (9087 / +56)
  6. Hamburg: 223 (4972 / +12)
  7. Rheinland-Pfalz: 207 (6360 / +5)
  8. Sachsen: 191 (4962 / +15)
  9. Berlin: 170 (6298 / +24)
  10. Saarland: 144 (2667 / +2)
  11. Brandenburg: 137 (3125 / +14)
  12. Thüringen: 126 (2622 / +28)
  13. Schleswig-Holstein: 125 (2972 / +16)
  14. Sachsen-Anhalt: 52 (1650 / +2)
  15. Bremen: 36 (1077 / +19)
  16. Mecklenburg-Vorpommern: 20 (736 / +7)

Schleswig-Holstein korrigiert Corona-Zahlen

Das Institut für Infektionsmedizin der Universität Kiel gab die Zahl der neuen Corona-Fälle für Schleswig-Holstein am Mittwoch mit 14 an.

Wie das Institut auf seiner Homepage mitteilte, stieg die Zahl der seit Ausbruch der Corona-Epidemie nachgewiesenen Infektionen am Dienstag dennoch von 2955 auf 2971 - also um zwei mehr. Als Grund gibt das Institut nachträgliche Korrekturen an.

Die Zahl der Todesfälle blieb bei 125. Mit Stand Dienstagabend waren im nördlichsten Bundesland 46 Menschen in klinischer Behandlung. Das war einer weniger als einen Tag zuvor. Etwa 2500 Corona-Infizierte seien mittlerweile genesen.

Fegebank: Das Virus ist noch da - Erfolge sind fragil
Fegebank: Das Virus ist noch da - Erfolge sind fragil

Michel-Turm wieder für Besucher geöffnet

Endlich hat der Turm des Hamburger Michel wieder für Besucher geöffnet: Ab Donnerstag können Gäste die Aussicht über Hamburg von der Aussichtsplattform in 106 Meter Höhe genießen. Zunächst von 11 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr) ist der Turm nach der durch das Coronavirus bedingten Pause täglich geöffnet.

Hauptpastor Alexander Röder: „Wir freuen uns, dass wir Hamburgern und Touristen nun wieder den, wie wir finden, schönsten Blick über Hamburg ermöglichen können."

Elbschlosskeller-Aktion: "Wer, wenn nicht wir?"

Der Elbschlosskeller auf St. Pauli hat wegen der Corona-Krise erstmals seit 70 Jahren seine Türen geschlossen, naja nicht ganz. Gastwirt Daniel Schmidt verwandelte die Kneipe in eine Suppenküche und versorgt täglich bis zu 150 hilfsbedürftige Menschen mit warmem Essen, Kleidung, Sachspenden und Hygieneartikeln.

Unterstützt wird er dabei von den Anwohnern St. Paulis, anderen Restaurantinhaber, Geschäftsinhaber und allen spendenwilligen Hamburgern. Um auf die Hilfsaktion aufmerksam zu machen, hat die Hamburger Produktionsfirma Candy Film gemeinsam mit einer mit anderen Firmen und Freelancern nun einen kurzen Film über die Aktion der Kiezkneipe gedreht und veröffentlicht. Mit der Aktion „Wer, wenn nicht wir?“ möchten Schmidt und alle Helfer dazu aufrufen, mit anzupacken oder zu spenden.

Elbschlosskeller: "Wer, wenn nicht wir?"

Großer Andrang bei Ikea & Co.

Großer Andrang vor Geschäften in der Neuen Großen Bergstraße in Altona: Vor dem Kaufhaus TK Maxx sowie dem Möbelhaus Ikea bildeten sich schon eine halbe Stunde vor Öffnung zum Teil lange Schlangen. Ikea hatte ab 10 Uhr geöffnet, TK Maxx ab 9.30 Uhr.

Bei Ikea waren kurz vor 11 Uhr mehr als 300 Kunden eingelassen worden. Sie verteilten sich auf den drei Etagen. Größere Ansammlungen gab es lediglich bei den Vorhängen. Zum Mittag hin kamen Kunden ohne Wartezeit in den Laden.

Bei TK Maxx standen am Morgen mehr als 100 Kunden in der Warteschlange. Die maximale Kundenzahl war um 10.15 Uhr erreicht. Anschließend kamen Kunden nur noch hinein, wenn jemand hinausging. "Ich warte seit 20 Minuten. Das ist ok“, sagte eine junge Frau.

In Hamburg darf der Einzelhandel ab heute wieder in unbegrenzter Größe öffnen. Bis gestern galt eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern als Obergrenze. Ikea beispielsweise hatte zuvor auf eine Unterteilung für eine mögliche Öffnung verzichtet.

Einkaufsampel bei Saturn und MediaMarkt

Von Altona aus in die Republik: Bei MediaMarkt und Saturn soll der Einlass künftig bis auf Weiteres über einen "smarten" Türsteher geregelt werden. Dieser zeigt über ein Display inklusive Signalton an, wann ein Kunde das Geschäft betreten darf.

Der Mutterkonzern der beiden Elektronikmärkte versichert, dass bei der digitalen Kundenzählung keine personenbezogen Daten oder Fotos gespeichert werden.

In den kommenden Wochen sollen bundesweit alle 430 Filialen mit einer digitalen Einkaufsampel ausgerüstet werden. Bei MediaMarkt im Bahnhof Altona wird das Konzept als Pilotprojekt bereits umgesetzt:

Smarte Einkaufsampel im Bahnhof Altona

Bis Anfang Juni werden auch die sieben weiteren Hamburger Filialen sowie die fünf Saturn-Märkte der Hansestadt nachziehen, wie eine Sprecherin dem Abendblatt sagte.

HSV nimmt Maskenproduktion wieder auf

Der HSV hat für Nachschub bei den Gesichtsmasken in Vereinsfarben gesorgt. Nach dem zwischenzeitlichen Bestellstopp darf der Atemschutz jetzt wieder geordert werden, teilte der Fußball-Zweitligist mit. Die Lieferzeit betrage rund zehn Tage.

Bislang sind 57.000 Masken verkauft worden. Der HSV spendet den Gewinn aus dem Verkauf an die HSV-Stiftung "Der Hamburger Weg". Mit dem Geld werden sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus der Hansestadt unterstützt.

In Hamburg gestrandeter Hotelgast wird ungeduldig

Nachdem er seit fast zwei Monaten in einem Hamburger Hotel gestrandet ist, wird der indische Geschäftsmann Pratap Pillai allmählich ungeduldig. "Ich bin seit Wochen in einem fremden Land", sagte der Schiffsmanager der dpa. Sein Heimatland habe sich wegen Corona abgeschottet. Mehrmals habe er die Indische Botschaft für eine Rückkehr kontaktiert - bisher ohne Erfolg.

Dass nun durch die Corona-Lockerungen mehr Touristen in das Hotel Europäischer Hof an der Kirchenallee in St. Georg kommen könnten, sieht Pillai mit gemischten Gefühlen. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", gibt der 45-Jährige zu Bedenken. Um nicht länger als nötig in der Hansestadt zu bleiben, wolle er eine Ansteckung mit dem Virus um jeden Preis vermeiden.

Hoteldirektor: Vorsichtiger Optimismus und Kritik

Optimistischer sieht hingegen Hoteldirektor Fabian Engels die Corona-Lockerungen. Für ihn bedeuten sie eine "Rückkehr zu ein bisschen mehr Normalität". Er hätte sich allerdings etwas mehr Zeit für die Umsetzung gewünscht. Zurzeit seien von 164 Beschäftigten nur 20 in Vollzeit tätig, der Rest befinde sich in Kurzarbeit. Das Hotelrestaurant bleibe zunächst geschlossen, weil es zusätzlich auch noch an Vorräten mangele.

"Wir tasten uns jetzt langsam ran“, sagt Engels. Dass es jetzt zu einem großen Besucheransturm komme, halte er für unwahrscheinlich. Der Senat hat ohnehin vorgeschrieben, dass Hotels wie der Europäische Hof nur 60 Prozent seiner Zimmer vermieten dürfen. "Ich glaube, dass wir mit dieser Zahl leben können, da ich nicht erwarte, dass wir jetzt eine uneingeschränkte Nachfrage haben werden."

Damit ist er nicht allein. Auch der Branchenverband Dehoga ist zurückhaltend, wenn es darum geht, wie es jetzt weitergeht. "Da bis Ende des Jahres so gut wie alle Großveranstaltungen, Messen, Kongresse und Firmenveranstaltungen abgesagt sind und Reiseverbote für ausländische Gäste bestehen, wird sich das Buchungsaufkommen nur langsam verbessern", betont der Hamburger Präsident Franz J. Klein. Schätzungsweise hätten die Hamburger Hoteliers in der Coronakrise bereits 120 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Lockerungen allein könnten den Hotels nicht aus der Krise helfen.

Fitness-Training: TSG Bergedorf wird kreativ

Der große Breitensportverein TSG Bergedorf will die Corona-Verordnungen in Hamburg kreativ umgehen.

Weil Fitnessstudios in der Hansestadt noch immer geschlossen bleiben müssen, ermöglicht der Verein seinen Mitgliedern ab heute ein Freiluft-Training, indem er einen Teil seiner Fitnessgeräte einfach unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln auf den Parkplatz vor dem TSG-Sportforum gestellt hat.

Eine 375 Quadratmeter große Fläche wurde dafür nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Boris Schmidt regensicher überdacht.

"Seit dem 16. März konnten wir den über 2000 Mitgliedern unserer Fitness-Studios nur Online-Kurse anbieten. Nun können sie wieder an den ihnen vertrauten Geräten trainieren", sagte Schmidt.

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Voraussetzung dafür ist, dass man Mitglied in einem der drei Fitnessstudios der TSG ist, dass man sich an die Hygieneregeln hält und sich vorher im Internet für jede Trainingseinheit angemeldet hat.

Corona-Lockerungen: Grote kündigt scharfe Kontrollen an
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Hamburger Zukunftsforscher: Soziale Wärme des Staats

Die große Mehrheit der Deutschen weiß nach einer Umfrage des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski die staatlichen Sozialleistungen in der Corona-Krise zu schätzen. In einer repräsentativen Umfrage des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (O.I.Z) begrüßten 89 Prozent der Befragten, dass "auch für Menschen gesorgt wird, die aus verschiedenen Gründen ihren Lebensunterhalt nicht in ausreichendem Maß selbst bestreiten können". Die Umfrage wurde zwischen dem 9. und 19. März durchgeführt.

Opaschowski hebt hervor, dass die hohe Wertschätzung für den Sozialstaat quer durch alle Bevölkerungsgruppen gehe und in Ost und West gleich groß sei. Besonders hoch sei die Zustimmung bei Familien mit jugendlichen Kindern und Menschen auf dem Land mit jeweils 94 Prozent. "In einer noch nie dagewesenen Krise der Gesellschaft strahlt der Staat soziale Wärme aus", erklärte der 79-Jährige, der seit Jahrzehnten die gesellschaftlichen Trends in Deutschland erforscht.

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Die Folgen für das Verhältnis zwischen Bürgern und Regierung beurteilt Opaschowski äußerst positiv. "Politik und Politiker haben das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen und ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen“, konstatiert der Zukunftsforscher und fügt optimistisch hinzu: "Die Krise kann zur Chance für einen neuen Staat-Bürger-Dialog werden, wie es ihn schon lange Jahre nicht mehr gegeben hat."

Ab 25. Mai: Alle Kinder in Hamburg wieder zur Schule
Ab 25. Mai: Alle Kinder in Hamburg wieder zur Schule

Wirtschaftssenator appelliert an Luftfahrt

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) hat die Hamburger Luftfahrtindustrie aufgerufen, mit innovativen Ideen wirtschaftliche Ziele mit der Umwelt in Einklang zu bringen. "Die Luftfahrtindustrie leidet als Branche mit am stärksten unter der Krise", sagte Westhagemann der dpa. "Für Hamburg als drittgrößtem Luftfahrtstandort der Welt hängt viel davon ab, dass sich Perspektiven entwickeln und Arbeitsplätze erhalten bleiben."

Gerade durch den Einsatz neuer Technologien und dem Know-how im Luftfahrtbereich könne Hamburg Wegweiser sein, sagte Westhagemann. "Mit Partnerschaften wie 'Clean Aviation' leisten wir bereits einen Ansatz für eine nachhaltigere Gestaltung der Luftfahrt, durch Themenfelder wie Brennstoffzelle oder umwelt- und passagierfreundlichere Kabine." Technologiebasierte Innovation für mehr Klimaschutz sei ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Luftfahrtindustrie.

Kindertests am UKE: Details am Donnerstag

Das UKE will nach Abendblatt-Informationen 6000 Kinder in Hamburg auf das neuartige Coronavirus testen. Damit soll unter anderem herausgefunden werden, inwieweit Kinder die Krankheit an Erwachsene weitergeben.

Einen Abendblatt-Bericht bestätigte am Mittwoch eine Sprecherin der Uniklinik. Details zu der Studie sollten am Donnerstag bekanntgegeben werden.

Der Corona-Newsblog von Dienstag, 12. Mai