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Hamburg lockert Kontaktverbote – und rechtfertigt Maßnahmen

| Lesedauer: 23 Minuten
Corona-Lockerungen: Das ist ab Mittwoch wieder erlaubt

Corona-Lockerungen: Das ist ab Mittwoch wieder erlaubt

Der Hamburger Senat hat heute weitere Lockerungen der durch das Coronavirus bedingten Einschränkungen bekannt gegeben. Vor allem das Wiederanfahren der Gastronomie war Thema. Auch die Regelungen für Schulen, Kitas, Pflegeheime und Weiteres wurden erläutert.

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Bis zu zehn Personen dürfen sich treffen, wenn sie folgende Regeln beachten. Lockerungen in Gastro, Schulen, Sport. Der Newsblog.

Hamburg. Der Hamburger Senat hat am Dienstag weitere Lockerungen bei den Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschlossen. Dabei ging es um die Umsetzung der am vergangenen Mittwoch zwischen Bund- und Ländern verabredeten Schritte.

Auf der Landespressekonferenz wurde dabei auch verkündet, dass Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden müssen, sollte die Zahl der Neuinfektionen wieder stark ansteigen. Für Landkreise und kreisfreie Städte hatten die Regierungschefs von Bund und Länder 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche vereinbart.

Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden am Dienstag (12. Mai):

Sylter wollen vorerst keine Tagestouristen

Die Lieblingsinsel der Deutschen öffnet sich am 18. Mai wieder für Besucher, Tagestouristen sollen aber vorerst nicht nach Sylt gelassen werden. Das fordern alle Sylter Gemeinden, Unternehmer und Sylt Marketing in einem gemeinsamen Schreiben an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU), wie eine Pressesprecherin von Sylt Marketing bestätigte. Das Betretungsverbot für Tagestouristen sollte möglichst noch bis Anfang Juni oder besser bis Mitte des Monats verlängert werden und auch für die Inseln Amrum und Föhr gelten.

Sorge bereitet den Unterzeichnern vor allem das Himmelfahrts- und Pfingstwochenende, wo üblicherweise größere Gruppen anreisen, heißt es in dem Brief. Auch die Züge könnten wieder voll werden, deshalb wäre ein Beförderungsverbot von Tagesgästen für die DB Regio sinnvoll. Für Sylt würde dies eine wesentliche Entspannung der Gästekonzentration an neuralgischen Punkten wie Promenaden und Fußgängerzonen bringen.

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit:

Hunderte machen am Tag der Pflege Krach

200 Menschen haben am Dienstagnachmittag an vier Hamburger Kliniken protestiert, um auf die Missstände im Gesundheitssystem und die Überlastung der Beschäftigten aufmerksam zu machen. Anlass für die Kundgebung, zu der das Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus aufgerufen hatte, war der „Tag des Pflegenotstands“.

Mit „ausreichend Abstand“ haben Pfleger und andere Krankenhausbeschäftigte vor der ENDO-Klinik in Altona, der Schönklinik in Eilbek, der Asklepios Klinik in St. Georg und dem UKE Reden gehalten, wie der Veranstalter mitteilte. Gegen 19 Uhr soll zudem eine stadtweite Krach-Aktion an Fenstern und Balkonen stattfinden, um den Forderungen des Bündnisses Nachdruck zu verleihen. Diese beinhalten unter anderem:

  • eine verbindliche Personalbemessung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
  • die Abschaffung der DRG-Fallpauschalen
  • die Einführung einer bedarfsgerechten Finanzierung
  • ausgelagerte Tochterunternehmen sollen zurückgeführt werden
  • alle Krankenhäuser sollen rekommunalisiert und vergesellschaftet werden
  • mehr Anerkennung sowie eine bessere Bezahlung für die Pflegeberufe und Sorgearbeit

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Hamburger Kitaträger besorgt um Situation der Kinder

Der Vorstand der Stiftung Finkenau – zu der 26 Kindertagesstätten und vier Schulhorte gehören – sieht das Öffnungsmodell der Bundesregierung für Kindertagesstätten kritisch. Die Mehrheit der über 2500 "Finkenau-Kinder" müsse nach wie vor zuhause bleiben und das könne Auswirkungen auf die soziale Entwicklung der Kleinkinder haben.

„Wir erachten es außerdem als dringend notwendig, dass Kinder mit besonderen therapeutischen Förderbedarfen und Kinder in der Sprachförderung schnellstmöglich wieder ihre Unterstützung erhalten“, so Konrad und Uta Mette aus dem Vorstand der Stiftung. Zum Wohl der Kinder benötigen einige Familien darüber hinaus dringend Unterstützung bei der Betreuung, so Psychologin Mette.

10.949 bestätigte Coronavirus-Fälle in Niedersachsen

In Niedersachsen ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen auf 10.949 gestiegen. Das seien 34 mehr als einen Tag zuvor, teilte die Landesregierung am Dienstag mit Stand 13.00 Uhr mit. Laut Hochrechnung seien 8945 Menschen – das entspreche 81,7 Prozent der bestätigten Fälle – inzwischen wieder genesen.

518 Menschen sind nach einer Infektion gestorben. In den Kliniken in Niedersachsen werden derzeit 549 Infizierte behandelt, davon 122 Erwachsene und ein Kind intensivmedizinisch. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ist im Landkreis Cuxhaven mit 20,6 am höchsten.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Corona in Hamburg: Weiße Flotte schippert ab morgen wieder auf der Alster

Neustart auf der Alster in Corona-Zeiten: Die ATG Alster-Touristik GmbH nimmt am 13. Mai ihren Betrieb wieder auf – und bietet zum Start günstigere Preise. Dank eines „umfassenden Hygiene- und Betriebskonzeptes“ sei das Alsterschippern wieder möglich, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. „Es ist schön, dass wir mit dem Alsterschippern so auch wieder ein Stück Normalität in die Innenstadt bringen können“, sagte Tobias Haack, Geschäftsführer der ATG Alster-Touristik GmbH.

Zum Auftakt bietet die ATG einstündige Alsterrundfahrten im 30-Minuten-Takt ab dem Jungfernstieg für 15 Euro an – vor der Corona-Krise betrug der Preis 16,50 Euro. Kinder fahren in Begleitung ihrer Eltern gratis mit.

Corona-Lockerungen: Hamburger genießen "neue Normalität":

Ab dem Wochenende startet die Alsterkreuzfahrt von der Binnen- über die Außenalster bis zum Winterhuder Fährhaus mit vier statt zwei Schiffen und ermöglicht so einen 30-Minuten-Takt an allen Anlegern. Die Tageskarte wird für 14 Euro statt für 16 Euro angeboten, für bis zu zwei Anleger zahlen Passagiere 4 Euro statt 5 Euro. Die Schiffe werden nach jeder Fahrt gereinigt, es gelten die Abstandsregeln von mindestens 1,50 Meter sowie die Maskenpflicht.

Kontaktverbote werden in Hamburg weiter gelockert

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat weitere "Möglichkeiten" angekündigt, die Kontaktverbote zu lockern. "Das wird ab morgen wirksam werden", sagte Tschentscher am Dienstag im Rathaus. Konkret betreffe dies die Bereiche Gastronomie, Kitas und Schulen sowie den Outdoor-Sport. Allerdings mahnte Tschentscher: "Wir verbinden jeden Schritt mit Auflagen."

In der Gastronomie etwa müssten Restaurants die Kontaktdaten aller Gäste notieren, damit im Falle einer Infektion die Kontaktketten nachvollziehbar sind. Große Clubs seien laut Tschentscher nicht von den Lockerungen erfasst. Kneipe gelten laut Prüfer-Storcks wiederum als Schankwirtschaft und dürfen öffnen, wenn die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Der gesamte Senat sei "sehr vorsichtig", sagte der Bürgermeister: "Wir haben uns auf die Punkte beschränkt, die nicht zu einem Risiko führen, dass sich die Infektionsdynamik wieder beschleunigt." An alle Hamburger richtete Tschentscher einen Appell: "Wir können den nächsten Schritt nur gehen, wenn wir weiter für niedrige Infektionszahlen sorgen. Wir alle tragen die Verantwortung!"

Corona in Hamburg – die Bilanz des Bürgermeisters
Corona in Hamburg – die Bilanz des Bürgermeisters

Fegebank: Noch ist nicht alles gut

Auch Tschentschers Stellvertreterin Katharina Fegebank (Grüne) schwor die Bevölkerung weiter auf Disziplin ein. "Ich habe den Eindruck, dass viele seit einigen Tagen das Gefühl haben, dass alles wieder gut ist, dass das Virus nicht mehr da ist", sagte die Zweite Bürgermeisterin. "Das ist aber alles andere als richtig. Die konstant niedrigen Werte sind ein Erfolg der Maßnahmen. Aber das ist sehr fragil. Deshalb ist wichtig, dass die beschlossenen Lockerungen der Maßnahmen nur werden greifen können, wenn wir uns weiter an die Regeln halten."

Über allem stehe weiterhin der Gesundheitsschutz, sagte Fegebank: "Es gibt kein abruptes Ende der Pandemie. Wir müssen daher die richtige Balance finden zwischen dem Gesundheitsschutz und den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft. Ich finde, dass wir da mit sehr viel Augenmaß und Verantwortung für die Stadt vorangegangen sind."

Fegebank: Das Virus ist noch da - Erfolge sind fragil
Fegebank: Das Virus ist noch da - Erfolge sind fragil

Hamburg: Treffen von bis zu zehn Personen erlaubt

Gesundheitssenatorin Cornela Prüfer-Storcks (SPD) gab Lockerungen bei Kontaktbeschränkungen bekannt. Demnach dürfen sich in Hamburg ab Mittwoch nun zwei Haushalte mit einer maximalen Anzahl von zehn Personen treffen.

Die Regelung sei ausdrücklich auf zwei Haushalte beschränkt. "Auch wenn einige Entscheidungen nicht ganz nachvollziehbar sind, müssen wir ja irgendwo eine Grenze ziehen", sagte Tschentscher: "Jede weitere Person ist ein Risiko."

"Wir erlauben auch wieder Besuche in Pflegeheimen", sagte Prüfer-Storcks. "Es herrscht aber weiter äußerste Vorsicht." Erlaubt sind ab dem 18. Mai Besuche für eine Stunde pro Woche von einer definierten Person, die Mund-Nasen-Schutz tragen und die Hände desinfizieren müsse. Aktuell seien noch 116 Pflegeheimbewohner akut erkrankt.

Insgesamt gebe es in Hamburg von Montag auf Dienstag 13 neue Corona-Infizierte, 85 Prozent der Erkrankten seien wieder genesen. Die Zahl der akut Infizierten sei auf 450 gesunken. 105 befänden sich derzeit stationär in Krankenhäusern, 42 von ihnen auf einer Intensivstation. Krankenhäuser dürften auch in Zukunft die Besucherregeln selbst entscheiden.

Prüfer-Storcks gab noch weitere Lockerungen bekannt:

  • Kitas: Ab 18. Mai dürfen Vorschulkinder wieder kommen
  • Im Einzelhandel kippt die 800-Quadratmeter-Regel. Ab 13. Mai gilt: Maximal ein Kunde auf 10 Quadratmetern.
  • Hotels und Ferienwohnungen dürfen ab 13. Mai wieder für Touristen öffnen. Die Zimmerkapazitäten dürfen jedoch aber nur 60 Prozent ausgelastet werden. Wellnessbereiche wie Saunen und Schwimmbäder bleiben geschlossen
  • Auch Kosmetik-, Tattoo- und Nagelstudios sowie Massagesalons dürfen ab 13. Mai unter bestimmten Auflagen wieder öffnen
  • Hafen und Stadtrundfahrten können mit 50-prozentiger Kapazität wieder stattfinden (mit Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz)
  • Fahrschulen dürfen ab 13. Mai wieder öffnen

Neue Regelungen für Sport im Freien

Innensenator Andy Grote (SPD) verkündete weitere Lockerungen im Sportbereich. Bereits ab Mittwoch dürfen alle öffentlichen und privaten Sportanlagen im Freien wieder genutzt werden. Auch Mannschaftssportarten unter freiem Himmel sind wieder erlaubt. Fitnesskurse und Yoga sind an öffentlichen Orten wie Parks oder Grünflächen sind ebenso wieder gestattet wie die Vermietung von Fahrrädern oder Booten.Der Senat erwartet dabei, dass die Anbieter und Vereine ein Schutzkonzept erstellen, das das Infektionsrisiko der anwesenden Personen reduziert.

"Oberste Regel ist dabei jedoch immer, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Sportlern eingehalten wird", sagte Grote. Auch Duschen und Umkleiden dürften weiter nicht genutzt werden. Toiletten seien laut Grote jedoch geöffnet.

Grote kündigt weitere Polizeikontrollen an

"Wir beobachten jetzt seit dem Wochenende eine veränderte Psychologie bei den Menschen", sagte Grote. Bei manchen Versammlungen sei die zulässige Teilnehmerzahl deutlich überschritten worden. "Die Menschen waren nicht immer einsichtig", sagte Grote: "Wir hatten eine unübersichtliche Lage, in der Abstandsregeln nicht eingehalten wurden."

Die Menschen hätten in den vergangenen Tagen vor allem zwei Reaktionen gezeigt: "Unkenntnis und Verwirrung, was jetzt eigentlich noch gilt, da so viel über unterschiedliche Lockerungen berichtet wurde. Und dem gegenüber das Gefühl, 'eigentlich ist die Sache doch durch, stellt euch nicht so an'."

Das Geschehen werde am kommenden Wochenende "polizeilich sehr intensiv und aufmerksam" beobachtet, kündigte der Innensenator an. "Wir behalten uns vor, dass gewissen Lockerungen auch wieder infrage gestellt werden können."

Corona-Lockerungen: Grote kündigt scharfe Kontrollen an
Corona-Lockerungen: Grote kündigt scharfe Kontrollen an

Hamburg: Unterricht für alle Schüler ab 25. Mai

Für Hamburgs Schulen kündigte der zuständige Senator Ties Rabe (SPD) für den 25. Mai die Rückkehr der restlichen Jahrgangsstufen an. Allerdings erhalten die entsprechenden Klassen ab dann jeweils nur einen Tag in der Woche oder fünf bis sechs Stunden Unterricht.

"Das Ziel ist nach wie vor, dass nicht so viele Schüler gleichzeitig in der Schule sind, um das Infektionsrisiko weiter gering zu halten", sagte Rabe. Deshalb sollten nur 30 bis 40 Prozent der Schüler gleichzeitig im Unterricht sein.

"Die Devise lautet weiter: Sorgfalt vor Geschwindigkeit", sagte der Schulsenator: "Bis zu den Sommerferien wird kein Vollunterricht stattfinden, der Fernunterricht bleibt ein wichtiges Element des Unterrichts."

Dabei solle die Digitalisierung für das sogenannte Homeschooling verbessert werden. Rabe versprach neue Geräte wie Tablets, "damit die Schülerinnen und Schüler zu Hause besser arbeiten und lernen können".

Ab 25. Mai: Alle Kinder in Hamburg wieder zur Schule
Ab 25. Mai: Alle Kinder in Hamburg wieder zur Schule

Thalia Theater nimmt Probenbetrieb wieder auf

Nach wochenlanger coronabedingter Pause hat das Hamburger Thalia Theater seinen Probenbetrieb wieder aufgenommen. „Wir am Theater werden eher langsam den Weg ins alte Leben zurücksuchen“, sagte Intendant Joachim Lux am Dienstag. „Schauspielerinnen und Schauspieler, die in ihrer Arbeit vom direkten menschlichen Kontakt leben, sind sehr verletzliche Wesen.“ Deshalb wurden für alle an den Proben beteiligten Personen − ob Schauspieler, Licht- und Tondesigner, Regie und Regieassistenten, Souffleusen oder Inspizienten - Sicherheits- und Hygienemaßnahmen entwickelt.

Die coronabedingt ausgefallenen Inszenierungen sollen im Herbst gezeigt werden. Dazu gehören: Antú Romero Nunes' Inszenierung „Ode an die Freiheit“ nach Friedrich Schillers Stücken „Maria Stuart“, „Wilhelm Tell“ und „Kabale und Liebe“, die Theaterfassung des Kino-Medienthrillers „Network“ in der Regie von Jan Bosse, Leander Haußmanns „Der Geizige“ von Molière sowie John Cassavetes' „Opening Night“ in der Inszenierung von Charlotte Sprenger. Die vollständigen Pläne für die Spielzeit 2020/2021 sollen im Juni vorgestellt werden.

Zoll stoppt Einfuhr von 50.000 Schutzmasken aus China

Schutzmasken sind wegen der weltweiten Corona-Pandemie gerade stark nachgefragt – auch in Hamburg. Doch der Zoll Hamburg hat nun 50.000 fehlerhafte Masken aus China sichergestellt, wie das Hauptzollamt Hamburg am Dienstag mitteilte. „Die aus China stammenden Masken erfüllen nicht die gesetzlichen Vorgaben wie z.B. CE-Kennzeichnung oder deutschsprachige Handhabungshinweise“, sagte Oliver Bachmann, Sprecher des Hauptzollamts Hamburg. Die Masken wurden bereits am Freitag aus dem Verkehr gezogen.

Damit Gäste sich nicht einsam fühlen: Schaufensterpuppen im Restaurant

Es kann schon etwas trostlos wirken, wenn in Restaurants inmitten der Corona-Pandemie nur jeder zweite Tisch besetzt werden darf. Damit die Gäste sich nicht so allein fühlen, setzt das Hotel und Restaurant Haase in Laatzen bei Hannover auf ganz spezielle Dauergäste: Schaufensterpuppen und eine täuschend echt wirkende Erste-Hilfe-Puppe mit Mundschutz an einem Tisch mit Desinfektionsmittel und Kosmetiktüchern. Die „echten“ Gäste hätten erst irritiert, dann belustigt reagiert, sagte Hotel- und Restaurantbetreiberin Ulrike Haase am Dienstag. Es sei „gruselig schön“.

Bislang seien vier Puppen an Tischen verteilt, mit weiteren drei Puppen, darunter zwei Kinderfiguren, rechne sie noch, sagte Haase. In den beiden vorderen Räumen seien je zwei Puppen aufgebaut - diese sähen die Gäste automatisch, wenn sie das Restaurant betreten. Entstanden sei die Idee bei einem Treffen mit Freunden auf der Terrasse am Donnerstagabend, sagte sie. Schon am Samstag seien die ersten Puppen da gewesen. Das Ziel: Gesprächsstoff für die Gäste, das Gefühl, nicht allein zu sein, und etwas mehr Gemütlichkeit.

Restaurants in Hamburg dürfen ab Mittwoch öffnen

Die Gastronomen in Hamburg hatten mit Spannung erwartet, welche Auflagen gelten werden, wenn die Restaurants wieder öffnen dürfen. Aktuell ist wegen des Coronavirus nur ein Außer-Haus-Verkauf erlaubt. In der vergangenen Woche hatte die Wirtschaftsbehörde noch den 18. Mai als Termin genannt.

Doch jetzt wird es nach Abendblatt-Informationen schneller gehen, und die Lokale sollen bereits wieder ab diesem Mittwoch Gäste bewirten dürfen – so war es bereits am Montag aus Behördenkreisen zu erfahren. Am Dienstagmorgen wurde die anstehende Öffnung unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln dann auch aus Senatskreisen bestätigt.

Senat bessert beim Datenschutz nach

Wer im Zuge der Corona-Krise eine finanzielle Soforthilfe beantragen möchte, kann dafür künftig auch das Post-Ident-Verfahren nutzen. Bislang war dies nur über die App eines privaten Unternehmens möglich, bei die Identifikation mit Gesichtserkennung und die Preisgabe weiterer persönlicher Daten notwendig war – ein Umstand, den die Fraktion Die Linke kritisiert hatte.

Corona-Krise trifft Hamburger Hafenbetreiber HHLA schwer

in gesunkener Containerumschlag durch die Corona-Krise und Stürme über Nordeuropa hat dem Hamburger Hafenbetreiber HHLA schon im ersten Quartal einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Im Gesamtkonzern stand unter dem Strich ein Gewinn von gut 10 Millionen Euro und damit fast zwei Drittel weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte. Der Containerumschlag am Hafen ging um knapp vier Prozent zurück, der Umsatz sank um gut drei Prozent auf rund 336 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) knickte um rund 39 Prozent auf knapp 37 Millionen Euro ein.

Das Jahr 2020 werde „zu einem der herausforderndsten in der HHLA-Historie“, sagte Vorstandschefin Angela Titzrath. Im SDax-gelisteten Konzernteil Hafenlogistik, der den Löwenanteil des Geschäfts ausmacht, rechnet sie mit einem starken Ergebnisrückgang. Auch im Teilkonzern Immobilien sei ein deutlicher Rückgang möglich. Genauere Prognosen sind aus ihrer Sicht derzeit noch nicht verlässlich möglich.

Heute verrücktes Solidaritäts-Nicht-Festival

Es dürfte als eine der kreativsten Aktionen in die Geschichte der Corona-Hilfen eingehen: Am heutigen Dienstag findet das Solidaritäts-Nicht-Festival "Keiner kommt, alle machen mit", nun ja, eben nicht statt. Seit März werden fiktive Tickets verkauft, deren Erlöse als Spenden an von der Corona-Krise betroffene Künstler und Mitarbeiter der Hamburger Musik-, Film- und Theaterunternehmen gehen sollen.

Viele Prominente unterstützen die Aktion, eine ebenfalls prominent besetzte 15-köpfige Jury, in der unter anderem Moderator Tobias Schlegl und Schauspielerin Johanna Wokalek sitzen, soll für die gerechte Verteilung der Gelder sorgen.

Heute also ist Finale – was nicht bedeutet, dass den Machern die Einfälle ausgehen: "Viele gehen ja vor allen Dingen wegen der After-Show-Party auf Konzerte oder Festivals", sagt Ideengeber Lars Meier, Vorstand von MenscHHamburg e. V. und Geschäftsführer der Gute Leude Fabrik. Eine After-Show-Party, die "auf jeden Fall niemandem in Erinnerung bleiben" werde, hat darum auch das Nicht-Festival im Programm: "Genau das macht ja eine richtig gute Party mit entsprechendem Absturz aus."

Anträge betroffener Künstler und Mitarbeiter (aufgefordert sind explizit auch Menschen, die hinter den Kulissen der Kulturbranche arbeiten) oder gemeinnütziger Organisationen können noch gestellt werden unter www.keinerkommt.de/antrag. Vor allem der Filmbereich, so Lars Meier, sei hier bislang zurückhaltend gewesen.

Krankenhäuser brauchen wieder mehr Blutspenden

Der Blutspendedienst Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ruft zur Blutspende auf. Seit der reguläre Betrieb in den Kliniken wieder aufgenommen wurde, steige der Bedarf an Blutpräparaten, so das DRK.

Zusätzlich zu dem höheren Bedarf sorgten die Lockerungen dafür, dass weniger Menschen zum Spenden kommen würden. Der DRK-Blutspendedienst benötige an jedem Werktag allein in Hamburg und Schleswig-Holstein rund 500 Blutspenden, um alle Patienten zu versorgen.

Lang Lang & Co.: Ticket-Verkauf startet

Zusätzlich zu den Bestandsabos habe man bereits mehr als 600 neue Abonnements für die Saison 2020/2021 verkauft, berichtet Burkhard Glashoff, Geschäftsführer der Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette.

Ein Zwischenergebnis, das zeige, wie groß die Sehnsucht nach (Klassik-)Konzerten beim Hamburger Publikum sei. Am heutigen Mittwoch (10 Uhr) startet nun der Verkauf von Einzelkarten für alle ProArte-Konzerte, darunter Auftritte von ­Anne-Sophie Mutter, Cecilia Bartoli und Lang Lang.

Verkauft wird ausschließlich online auf proarte.de und elbphilharmonie.de – auf diese Weise sind alle Käufer namentlich bekannt und können bei eventuellen Konzertverlegungen direkt benachrichtigt werden.

Ver.di fordert Bonus für städtische Beschäftigte

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di fordert für in der Corona-Krise besonders wichtige Beschäftigte der Stadt Hamburg einen Bonus in Höhe von 1500 Euro. Er solle unter anderem Mitarbeitern im Sozialbereich, dem ÖPNV, im Infrastruktur- und Sicherheitsbereich sowie in Gesundheitsämtern, Kundenzentren und in der Ver- und Entsorgung zugutekommen, heißt es in einem am Montag veröffentlichen offenen Brief an die städtischen Arbeitgeber.

Die Bundesregierung wolle wegen der hohen Belastung in der Corona–Krise ihren Beschäftigten Beihilfen und Unterstützung von bis zu 1500 Euro zahlen, mehrere Länder seien dem Beispiel gefolgt. "Die Stadt Hamburg könnte ihren Beschäftigten auf gleiche Weise Anerkennung zollen“, hieß es. Zum Tag der Pflegenden am 12. Mai plant die Gewerkschaft Aktionen. Sie fordert dauerhafte Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

Coronavirus – die Fotos zur Krise: