Zum Muttertag

Treibt Corona die Frauen zurück an den Herd?

| Lesedauer: 18 Minuten
Multitasking beherrschen Frauen eh – aber Corona stellt ganz neue Herausforderungen.

Multitasking beherrschen Frauen eh – aber Corona stellt ganz neue Herausforderungen.

Foto: Getty Images

17 Prominente beantworten die Frage, ob die Pandemie Rollenbilder verändert. Die Krise bringt Rückschritte, birgt aber auch Chancen.

Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin (Grüne): „Die Corona-Krise fordert den Frauen ab, das zu perfektionieren, was sie zu großen Teilen schon immer gemacht haben: den Laden am Laufen zu halten. Und zurzeit teilweise bis zur völligen Erschöpfung. Wir sehen jetzt viel deutlicher, viele Frauen arbeiten in systemrelevanten Berufen, im Gesundheitswesen, als Kassiererin oder Grundschullehrerin. Häufig schlecht bezahlt, größtenteils schlechter bezahlt als Männer. Sind die Frauen Mütter, laufen in der Coronakrise auch größtenteils alle Fäden in Sachen ,Familienmanagement‘ bei ihnen zusammen.

Männer sind dagegen häufig die Gesichter des Krisenmanagements. Es gibt in jedem Fall keine progressive Entwicklung der Frauenrolle, aber das stellen wir auch unabhängig von Corona fest. Wir wissen durch die Daten unseres Gleichstellungsmonitors, dass in den letzten zehn Jahren kaum Bewegung in die Frage gekommen ist, wie Männer und Frauen sich Familien- und Erwerbsarbeit wirklich teilen können. Durch die Corona-Krise machen wir sogar Rückschritte, weil sich mit dem Blick auf den Gehaltszettel schnell entscheidet, wer wieder zuerst voll arbeitet, und wer das Homeschooling zu Hause übernimmt.“


Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg: „Frauen übernehmen in der Krise stärker die Verantwortung für Familie und Haushalt und werden daher in alte Rollenmuster gedrängt. Davon profitieren vor allem die Männer, und die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern nimmt wieder zu. Hier müssen auch die Arbeitgeber gegensteuern und ermöglichen, dass Männer sich mehr an der Sorgearbeit in der Familie beteiligen.“


Amelie Deuflhard, Intendantin von Kampnagel: „Der Muttertag scheint ein Relikt aus alten Zeiten. Denn er zementiert Rollenbilder, gegen die sich die Frauenbewegung schon seit 100 Jahren auflehnt und die sich, wenn auch viel zu langsam, auflösen werden. Auch das Mutter-Vater-Kind-Familienmodell ist längst überholt. In Zeiten von Corona, Zeiten in denen die Zeit irgendwie stillsteht, Zeiten in denen jegliche öffentliche Betreuung aufgehoben ist, wird deutlich, dass Care-Arbeit wirklich Arbeit ist. Dass man nicht gleichzeitig Schulaufgaben betreuen und Videokonferenzen abhalten oder Texte schreiben kann. Um so mehr sollte man sich gerade jetzt vergegenwärtigen, dass diese Arbeit geteilt werden muss. Auch Familien sollten die Krise als Chance nehmen. Es ist an der Zeit, den Muttertag abzuschaffen.“


Eva van Pelt, Co-Vorstandsvorsitzende der Eppendorf AG: „Familien mit Kindern haben es aktuell besonders schwer. Diese schwierigen Situationen auf das Arbeiten im Homeoffice und Frauen in Verbindung mit der Gleichberechtigung zu reduzieren, ist mir ,zu kurz gesprungen‘. Ich glaube nicht, dass dies ein Rückschritt für uns Frauen ist. Vielmehr bin ich der Ansicht, dass wir versuchen sollten, aus der Situation und den veränderten Arbeitsweisen für die Zukunft zu lernen und sehe neue Möglichkeiten, die sich eröffnen. So kann ich mir vorstellen, dass mehr und flexi­ble Homeoffice-Möglichkeiten in Zeiten, in denen Schulen und Kitas wieder geöffnet haben und Pflegedienste wieder vollumfänglich tätig sind, neue Perspektiven für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bieten können – und dies für Väter und Mütter gleichermaßen.“


Prof. Manuela Rousseau, Vize-Aufsichtsratsvorsitzende Beiersdorf AG: „Es ist wichtig, dass sich Frauen zu diesem Thema deutlich zu Wort melden. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor zunehmende Herausforderungen und verstärkt bestehende Ungleichheiten auch innerhalb von Familien. Familien haben keine Lobby. Die Corona-Krise macht diese Tatsache sichtbarer und deutlicher als je zuvor. Mütter, Väter und Kinder werden nicht als systemrelevant anerkannt.

Dass Familienministerin Franziska Giffey nicht im engen Krisenstab der Bundesregierung sitzt, zeigt, dass die Krise an rein ökonomischen Faktoren festgemacht wird. Frauen unterliegen leider oft der Illusion, alles allein schaffen zu müssen. Viele denken, ,alle anderen schaffen es doch auch‘, und erdulden enorme zeitliche und psychische Anstrengungen. Die dreifache Belastung durch Homeoffice, Homeschooling und Versorgung der Familien wird überwiegend von Frauen geleistet. Nichtbezahlte Sorgearbeit ist genauso Männer- wie Frauensache in der Krise und nach der Krise.“


Hamburg-Wasser-Chefin Nathalie Leroy: „Ich teile die Einschätzung, dass die Corona-Krise in vielen Bereichen zu einer starken Wiederbelebung alter, klassischer Rollenmuster führt. Gleichberechtigung und berufliche Entwicklung von Frauen sind in der Gesellschaft mittlerweile akzeptiert, aber nur solange der Staat für die Kinderbetreuung sorgt. Aus meiner Sicht hat das vor allem damit zu tun, dass Führungskräfte insbesondere in Top-Positionen immer noch überwiegend Männer sind, die Generationen angehören, in denen die klassische Rollenteilung die Norm darstellt. Sie stellen sich daher gar nicht erst die Frage, wie die Arbeit im häuslichen Umfeld nun organisiert werden muss, weil sie das als das ‚normale‘ Terrain von Frauen wahrnehmen. Wenn Männer zu wenig Bereitschaft zeigen, bei der Arbeit zurückzustecken, um sich stärker in der Familie einzubringen, muss das aber nicht bewusst oder in böser Absicht geschehen.

Viele Männer erfüllen schlicht immer noch vorhandene Rollenerwartungen. Die Arbeit spielt dabei eine wichtige Rolle: Wenn ein Arbeitgeber Männern das Gefühl gibt, dass es nicht zu Männlichkeit oder zu einer Führungsposition passt, zu bestimmten Zeiten nicht erreichbar zu sein oder ein gewisses Pensum nicht zu schaffen, werden sie eher den Druck verspüren, diese ständige Erreichbarkeit auch zu leisten. Ich bin davon überzeugt, dass Arbeitgebern deshalb eine wichtige Rolle dabei zukommt, mit einer progressiven Unternehmenskultur dazu beizutragen, dass Gleichberechtigung im Homeoffice nicht auf der Strecke bleibt.“


Kristina Sassenscheidt, Geschäftsführerin des Denkmalvereins: „Mein Freund und ich haben auch vor Corona schon viel im Homeoffice gearbeitet, dadurch blieben uns zum Glück größere neue Aushandlungsprozesse erspart. Homeoffice mit einem Fünfjährigen ist allerdings eine besondere Herausforderung: Es fehlen Rückzugsräume und Zeiten, in denen man kontinuierlich und fokussiert arbeiten kann. Es strengt sehr an, ständig aus Prozessen herausgerissen zu werden (,Können wir jetzt Piraten spielen?´), der Alltag zerbröselt. Dabei hat man häufig das Gefühl, nichts und niemandem wirklich gerecht zu werden. Richtig schlecht fühlt es sich an, wenn gerade mal wieder beide Eltern am Rechner sitzen und das Kind fragt: ,Und wer kümmert sich jetzt um mich?‘

Meine Nerven sind über die letzten Wochen dünner geworden, und ich bin abends sehr müde. Gleichzeitig bin ich aber dankbar, nicht alleinerziehend zu sein, keine existenziellen Sorgen zu haben und unser Kind nicht selbst unterrichten zu müssen. Allerdings muss ich jetzt mehr kochen, das hat sonst meistens mein Freund übernommen.“


Stefanie von Berg, Leiterin des Bezirksamts Altona: „Ja, es ist richtig, dass aufgrund der gegebenen Situation vorrangig berufs­tätige Frauen von der geschilderten Doppelbelastung betroffen sind. Hier trifft es besonders hart die Alleinerziehenden. Aber die Einschätzung, dass wir nun vor einer Re-Traditionalisierung der Frauenrolle stehen, teile ich nicht. Die Entwicklungen der letzten Wochen deuten eine rasante Veränderung und Neudefinition bevorzugt in den Berufszweigen an, die vorwiegend durch Büroarbeiten gekennzeichnet sind. Die Arbeitsform Homeoffice hat auf einmal einen enormen Vertrauenszuwachs erfahren. Diese angelaufenen Veränderungen in der Arbeitswelt können zukünftig berufstätigen Eltern – unter ihnen eben auch vielen Frauen – neue Freiräume eröffnen. Insbesondere dann, wenn Kinderbetreuung und Schulen wieder in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Und auch Unternehmen werden die damit neu gewonnene Flexibilität von Eltern – Müttern wie Vätern – positiv zu nutzen wissen.“


Caroline Freisfeld führt mit ihrem Mann das Juweliergeschäft Brahmfeld & Gut­ruf: „Noch bis vor wenigen Wochen hätte ich gesagt, das Konzept des Muttertags ist überholt, wir sollten ihn lieber Elterntag nennen. Es ist doch längst gelebte Wirklichkeit, dass sich auch die Väter im Alltag stark einbringen. Corona aber hat diese Errungenschaft der Emanzipation verändert. Auch wir haben entschieden: Mein Mann konzentriert sich mit voller Kraft auf das Geschäft, ich kümmere mich um unsere Söhne und arbeite nur noch nebenbei, vor allem also abends. Ich ärgere mich bei diesem Thema durchaus über die Politik: Stundenlang wird da über Bundesligaprofis diskutiert, während die Sorgen der Familien in diesem Land scheinbar hintenüberfallen und ein Virus die beruflich erfolgreichen Frauen an den Herd zurückkatapultiert. Das darf doch nicht wahr sein. Ich finde es absolut bewundernswert, was viele Frauen und Mütter in dieser Krise leisten. Wie sie mit Playmobil bauen, gleichzeitig an einer Telefonkonferenz teilnehmen und nebenbei noch das Mittagessen kochen.“


Nicola Verstl, Vorstand Stiftung Kulturglück: „Am Muttertag empfinde ich seit jeher eine große Dankbarkeit – für alles, was meine heute 78-jährige Mutter für mich getan hat. Und dafür, dass wir selbst zwei gesunde und tolle Kinder haben. Dass die Corona-Krise zur einer Re-Traditionalisierung der Geschlechterrollen geführt hat, sehe ich nicht – ganz im Gegenteil: Ich würde sogar sagen, dass wir als Familie noch moderner geworden sind, weil jedem von uns klar geworden ist, dass wir nur gemeinsam gut durch diese schwierige Zeit kommen. Die Kinder – beide sind auch schon fast erwachsen – haben ganz freiwillig mehr Verantwortung übernommen, haben den Einkauf erledigt und auch sonst unaufgefordert mitangepackt. Auch mein Mann ist selbstverständlich immer eingesprungen. Und wenn mal niemand kochen konnte, dann haben wir gern die lokalen Gastronomen unterstützt und etwas geholt. Uns hat diese Pandemie insgesamt noch mehr zusammengeschweißt. Meine Mutter in Bremen kann ich am Sonntag leider nicht besuchen. Aber einen Blumenstrauß bekommt sie. Wie jedes Jahr.“


Wiebke Lorenz, Bestsellerautorin (u. a. als Charlotte Lucas): „Ich sage immer: Ich bin jeden Tag Mutter – nicht nur an diesem einen Tag im Jahr. Als Alleinerziehende bin ich es ohnehin gewohnt, alles alleine zu wuppen. Aber mein Gefühl ist, dass Corona den Zusammenhalt grundsätzlich stärkt. Ich sehe auch im Freundeskreis, dass sich beide Elternteile sehr partnerschaftlich um Kind und Haushalt kümmern. Vor der Krise schon und jetzt teils noch mehr. Und das ist doch sehr erfreulich. Es wäre ehrlich gesagt auch schlimm, wenn uns so ein Virus in die 50er-Jahre zurückwerfen würde! Aber zweifelsohne sind diese Wochen gerade eine große Belastung, natürlich auch für viele Mütter, die neben ihrem Job plötzlich noch als Lehrerin tätig sein müssen. Wobei ich an dieser Stelle auch einmal ausdrücklich der Klassenlehrerin meiner Tochter an der Schule an der Isebek auf Knien danken möchte: Wahnsinn, was diese Pädagogin leistet und wie sie den Kontakt zu ihren Schülern hält. Insofern lehrt einen die Corona-Zeit auch ein bisschen Demut. Man schätzt Dinge, die vorher so selbstverständlich waren.“


Frauke Scheunemann, Bestsellerautorin: „Den Muttertag haben wir nie groß begangen. Als die Kinder kleiner waren, haben sie in der Kita was gebastelt, und später haben mir die drei älteren Mädchen schon mal Karten geschrieben oder Gutscheine geschenkt, worüber ich mich immer sehr gefreut habe. Aber der Tag hatte keine überragende Bedeutung. In diesem Jahr ist das anders. Weniger wegen Corona, sondern weil unsere Älteste gerade ihr Abitur macht. Und plötzlich wird einem klar: Nächstes Jahr sind wir am Muttertag bestimmt nur noch mit drei Kindern zu Hause. Da wird man auch etwas wehmütig. Zumal wir in dieser Krise wahnsinnig eng zusammengerückt sind und es – toi, toi, toi – noch keinen großen Streit gab. Natürlich ist das Homeschooling eine Herausforderung bei vier Kindern. Wir haben in unserer Ehe immer schon ein partnerschaftliches Modell gelebt, insofern hat sich da nichts verändert.“


Anna von Treuenfels, FDP-Bürgerschaftsabgeordnete: „Ich erlebe, dass Frauen in Corona-Zeiten leider rückläufige Entwicklungen mitmachen: Als Mütter können sie sich zu Hause ohne Krippen- und Kita-Betreuung oder Beschulung ihrer Kinder in alten Rollenmustern wiederfinden, wenn Gleichberechtigung mit dem Partner nicht gelebt wird. Meine Kinder sind zwar alle aus dem Haus, aber wir haben es schon immer so gehandhabt, dass es eine klare Aufgabenteilung für alle Familienmitglieder gibt. Meine Erfahrung ist: Gleichberechtigung funktioniert nicht von allein. Sondern man muss sie aktiv und täglich leben und wenn nötig auch einfordern.

Das bewährt sich gerade in diesen schweren Zeiten, ich kann es nur allen Frauen empfehlen. Dennoch bleibt es dabei, dass Berufstätigkeit im Home­office sich mit Kinderbetreuung leider nur sehr schwer vereinbaren lässt. Deshalb ist es jetzt ganz wichtig, besonders für Alleinerziehende, dass gerade in der Metropole Hamburg Kinderbetreuungsangebote und Schulunterricht zügig wieder hochgefahren werden! Ich habe kein Verständnis für die Zögerlichkeit von Behörden, die seit mindestens acht Wochen wissen, dass die Wiedereröffnung auf sie zukommt.“


Kasia Mol-Wolf, Gründerin und Editorial Director der Zeitschrift „Emotion“: „Ich war noch nie ein großer Fan des Muttertags. Denn Blumen und Schokolade alleine haben bisher noch nichts an der Tatsache geändert, dass Frauen in unserer Gesellschaft leider noch viel zu oft benachteiligt sind. Wie durch ein Brennglas zeigt die Corona-Krise sehr deutlich auf, wo das der Fall ist. Und viele Männer bekommen gerade einen ersten Einblick in den wirklichen Alltag einer arbeitenden Mutter. Ich wünsche mir deshalb, dass wir es dieses Jahr am Muttertag nicht bei einem ,Danke‘ belassen, sondern dass wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen, dass wir in Zukunft die Ungleichgewichte aus der Welt schaffen. Und die Leistungen all der Frauen, die diese Krise stemmen, gesehen und wertgeschätzt werden.“

Katja Schroeder, Direktorin des Kunsthaus Hamburg: „Zurückgeworfen sind wir durch Corona vor allem gesamtgesellschaftlich mit einer Perspektive, die sich auf Nationalstaat und Kleinfamilie reduziert. Es wäre katastrophal, da nicht wieder rauszukommen und Gemeinschaften nicht darüber hinaus zu leben.

Persönlich fühle ich mich nicht zurückgeworfen, sondern in eine neue Situation katapultiert. Bisher war es für meinen Mann und mich selbstverständlich, dass beide ihrem Beruf mit Leidenschaft nachgehen und Kindererziehung gleichermaßen teilen. Nun sind wir gezwungen, dass mindestens eine(r) beruflich zurücktritt, damit wir die Vollzeitbetreuung eines Schul- und eines Kindergartenkindes bewältigen können. Dabei geht es nicht nur um Haushalt und ,Betreuungszeiten‘, die man zwischen zwei Videokonferenzen quetscht, sondern auch emotional da zu sein, wenn Kindern Freunde, Sport und Alltag fehlen. Ich habe das Privileg, meine berufliche Zeit relativ flexibel einzuteilen und die Situation mit einem Lebenspartner zu teilen. Dennoch bedeutet die Schließung von Schulen und Kitas sowie die Kontaktbeschränkungen für unsere Familie einen starken Einschnitt – sowohl organisatorisch, finanziell als auch in Bezug auf die täglich gelebte Gleichstellung.“


Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD): „Besonders Mütter und Väter sind in diesen Tagen kräftig gefordert. Es mag nahe liegen, danach zu fragen, was die Corona-Krise den Frauen abfordert. Und es stimmt: Frauen sind häufiger Opfer häuslicher Gewalt. Frauen sind häufiger das alleinerziehende Elternteil. Frauen bekommen im Durchschnitt immer noch weniger Lohn. Aber: Wir leben in einer modernen Gesellschaft, und auch die weitreichenden Einschränkungen drehen die Zeit nicht zurück. Schließlich sind Väter doch genauso für die Erziehung von Kindern verantwortlich, oder nicht? Oder sind Frauen nicht auch mit der gleichen Kompetenz in führenden Rollen tätig wie Männer?

Dass Frauen und Männer mit gleichen Rechten und Pflichten in der Gesellschaft leben, gilt. Es muss durch die entsprechende Grundhaltung von allen gelebt und durch politische Rahmenbedingungen wo nötig gesichert werden. Mein Wunsch wäre deswegen, schon bei den Fragen anzufangen – und uns nicht zu fragen, ob Frauen nun wieder eine schwächere Rolle einnehmen, sondern zu fragen, wie wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf modern organisieren. Dafür arbeite ich übrigens als Senatorin jeden Tag: So rasch wie möglich werden wir eine Kita-Betreuung wieder umfassend möglich machen. Denn sie sorgt nicht nur für frühe Bildung und Chancengleichheit von Kindern, sondern ist auch ein großer Beitrag zur Gleichstellung. Macht dabei mit, Männer!“

Fotos: dpa, IStockphoto, Laible, Hernandez, Magunia, Sandten

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