Corona-Pandemie

Hamburgs Restaurants sollen mehr Außenplätze anbieten

Claas-Henrik Anklam, der das Szenerestaurant Henriks betreibt, sagt: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Tische, die wir frei halten müssen, mit Blumenarrangements ausstatten.“

Claas-Henrik Anklam, der das Szenerestaurant Henriks betreibt, sagt: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Tische, die wir frei halten müssen, mit Blumenarrangements ausstatten.“

Foto: Marcelo Hernandez

Vor Wiedereröffnung am 18. Mai: Bezirk Mitte will Anträge von Gastronomen „großzügig prüfen“. Wird Aufenthaltsdauer für Gäste begrenzt?

Hamburg.  Die Gastronomie in Hamburg darf am 18. Mai unter „Wahrung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen“ wieder öffnen. „Es wird an einer rechtsverbindlichen Verordnung in den beteiligten Behörden gearbeitet. Diese wird dem Senat am Dienstag zur Beschlussfassung vorgelegt“, sagte Susanne Meinecke, Sprecherin der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, auf Abendblatt-Anfrage. Wegen des Coronavirus hatten die Lokale schließen müssen – es ist nur noch Außer-Haus-Verkauf erlaubt. Auch Hotels sollen vom 18. Mai an wieder Touristen beherbergen dürfen, zurzeit sind nur Geschäftsreisen gestattet.

Fest steht: Wegen der Abstandsregeln werden in den Restaurants deutlich weniger Plätze zur Verfügung stehen, und das bedeutet weniger Umsatz. Jetzt gibt es zumindest einen Lichtblick für die krisengeschüttelte Branche: Die Zahl der Plätze in der Außengastronomie könnte erhöht werden. Im Abendblatt-Gespräch kündigte Falko Droßmann (SPD), Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte, an: „Wenn Gastronomen zusätzliche Flächen für Außengastronomie beantragen, werden wir dieses Anliegen großzügig prüfen. Allerdings nur, wenn dadurch nicht Fußwege mehr als notwendig beeinträchtigt werden. So können wir zum Beispiel nicht auf der Langen Reihe vor Restaurants 20 zusätzliche Tische genehmigen, weil dort schon jetzt wenig Platz ist.“

Hamburger Restaurants sollen in Corona-Krise Umsatz generieren können

Auch Dennis Thering, CDU-Fraktionschef in der Bürgerschaft, fordert: „Es sollte den Gastronomen zumindest dort, wo es räumlich möglich ist, in Zeiten der coronabedingten Abstandsregeln, eine größere Fläche für die Außengastronomie temporär genehmigt werden.“ Für Wolfgang Raike, Vorsitzender des Tourismusverbands Hamburg, ist wichtig: „Wir brauchen jetzt vor allem Flexibilität, um der Gastronomie Möglichkeiten zu geben, Umsatz zu generieren. Mehr Flächen für die Außengastronomie zu ermöglichen wäre eine sinnvolle Maßnahme. Die neuen Regelungen für das Gastgewerbe sollten so gestaltet sein, dass sie für Gäste und Mitarbeiter einfach umsetzbar sind.“

Für Claas-Henrik Anklam, der das Szenerestaurant Henriks an der Tesdorpfstraße in Rotherbaum betreibt, steht fest: „Wenn wir mehr Platz für Außengastronomie genehmigt bekommen würden, wäre das zumindest schon mal eine positive Maßnahme, um den Wegfall der Plätze durch die Abstandsregelung zu kompensieren.“ Der Gastronom, der zur zeit einen Außer-Haus-Service anbietet, bereitet sich bereits auf die Wiedereröffnung vor: „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass wir die Tische die wir frei halten müssen, mit Blumenarrangements ausstatten. In erster Linie geht es uns darum, unser Personal zu schützen, und natürlich, dass sich die Gäste trotz der Einschränkungen bei uns wohlfühlen.“

Ideensammlung von der Dehoga

Auch Kai Hollmann, der unter anderen drei 25hours Hotels und die Häuser The George in St. Georg, das Gastwerk und das Pierdrei in der HafenCity betreibt, will draußen mehr Tische aufstellen. Er sagt: „Wir haben zum Beispiel bei unserem Pierdrei Hotel in der HafenCity große Außenflächen, die wir gerne auch über die bisher genehmigte Zahl an Außenplätzen hinaus nutzen möchten. Es sind jetzt flexible Regelungen gefragt.“

Corona-Lockerung: So sieht's für Gastro, Theater, Kitas aus

Unterdessen hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) auf Bundesebene eine sogenannte Ideensammlung veröffentlicht, in der die Mitglieder Tipps und Hinweise finden, unter welchen veränderten Bedingungen sie ihre Betriebe wieder öffnen können. Das siebenseitige Papier listet eine lange Reihe von Vorschlägen zur Minimierung des Infektionsrisikos und zur Verbesserung der Hygiene in Restaurants und Hotels auf. Wichtig ist dem Branchenverband, das es sich dabei nicht um Vorgaben handelt: „Der Unternehmer entscheidet und verantwortet, was in seinem Betrieb passt.“

Auf Papier soll verzichtet werden

So wird unter anderen empfohlen, auf Salz- und Pfefferstreuer auf den Tischen zu verzichten und Papier- statt Stoffservietten zu verwenden. Auch auf Speisekarten aus Papier soll verzichtet werden – und stattdessen digitale Karten angeboten werden. Ein weiterer Vorschlag ist das Tragen von Mund- und Nasenschutz für Thekenmitarbeiter und für Servicepersonal sowie Mund- und Nasenschutz sowie Einmalhandschuhe für das Küchenpersonal.

Eine weitere Idee, die allerdings die Gäste nicht begeistern dürfte, ist eine mögliche Beschränkung der Aufenthaltsdauer zur Verringerung des Infektionsrisikos und zur Sicherstellung einer größeren Gästezahl. Der Dehoga-Landesverband Hamburg hat noch keine Handreichung veröffentlicht, bereitet aber „eine Checkliste für Gastronomen und Hoteliers“ zurzeit vor, sagte Dehoga-Landesgeschäftsführerin Ulrike von Albedyll.

Auch die Hotellerie bereitet sich nun auf die Wiedereröffnung vor. Dem Abendblatt sagte Ingo C. Peters, Direktor des Hotels Vier Jahreszeiten am Neuen Jungfernstieg: „Wir stehen in den Startlöchern und werden vom 18. Mai an wieder für unsere Gäste da sein.“

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden