Konzentrationslager

Überlebende von Neuengamme erinnern an Befreiung

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Carola Veit und Peter Tschentscher am Sonntag in Neuengamme.

Carola Veit und Peter Tschentscher am Sonntag in Neuengamme.

Foto: picture alliance

Vor 75 Jahren beendeten Briten Leiden im KZ Neuengamme. Gedenken im Internet. Bewegende Berichte von Zeitzeugen.

Hamburg.  Ursprünglich war eine große Gedenkfeier mit internationalen Gästen geplant – doch die musste wegen der Coronapandemie abgesagt werden. Am Sonntag gab es deshalb zum 75. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme ein Gedenken im Internet. Kurze Videobotschaften der ursprünglich geladenen Überlebenden und Angehörigen sowie der Redner wurden ins Internet gestellt.

Zu Wort kamen unter anderem Überlebende und Angehörige aus Belgien, Schweden, Spanien, den USA und Weißrussland. Bürgermeister Peter Tschentscher, Kultursenator Carsten Brosda und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (alle SPD) kamen nach Neuengamme und gedachten vor dem Mahnmal der Opfer. „Es ist wichtig für unsere Demokratie, dass wir die Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen wachhalten“, sagte Tschentscher in seinem Grußwort.

Bewegende Berichte von Zeitzeugen

Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme erinnert auf ihren Social-Media-Seiten unter dem Hashtag #75befreiung an Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus sowie an die Geschehnisse rund um den 75. Jahrestag der Befreiung. So berichtete Livia Fränkel, eine Überlebende des KZ Neuengamme, die heute in Stockholm lebt, wie sie im April 1945 von britischen Truppen in Bergen-Belsen befreit wurde.

„Hätten sie einen Tag länger gewartet, wäre ich heute nicht hier!“ Im Mai 1944 wurde sie nach Auschwitz deportiert. „Von dort wurden wir in verschiedene Arbeitslager in Hamburg und schließlich Anfang April 1945 nach Bergen-Belsen transportiert.“ In Hamburg zu sein wie bei früheren Gedenkveranstaltungen, „wo ich in einem Jahr so gelitten habe, und jetzt an demselben Ort die Freiheit zu genießen war und ist eine fantastische Erfahrung“.

Befreiung aus der Gewalt der SS

Barbara Piotrowska erinnerte an ihren Vater Antoni Stachowicz, der im KZ Neuengamme umkam, und auch an ihr eigenes Leiden im KZ Ravensbrück. Die ganze Familie war nach dem Aufstand im Warschauer Getto „unter furchtbaren Bedingungen mit Viehwaggons in diese Lager transportiert worden“. Ihr Vater starb am 8. Dezember 1944 in Neuengamme.

Der 3. Mai 1945 bedeutete der Gedenkstätte zufolge für die Überlebenden die Befreiung aus der Gewalt der SS. Als die Briten das Lager in Neuengamme am 4. Mai erreichten, fanden sie es fast leer vor. Am selben Tag starben jedoch fast 7000 Häftlinge nach einem britischen Luftangriff auf KZ-Schiffe in der Lübecker Bucht. Die SS hatte die Gefangenen an Bord der „Cap Arcona“ und der „Thielbek“ gebracht. Was mit ihnen geschehen sollte, ist nicht geklärt. Ebenfalls am 3. Mai 1945 besetzten britische Truppen kampflos Hamburg.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden
( HA )

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