Corona

Wie sich der Tierpark Hagenbeck jetzt vorbereitet

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Daniel Herder
Der Tierpark Hagenbeck rechnet damit, bald wieder zu öffnen (Symbolbild).

Der Tierpark Hagenbeck rechnet damit, bald wieder zu öffnen (Symbolbild).

Foto: dpa Picture-Alliance

Strenge Coronaauflagen. Eismeer und Tropen-Aquarium bleiben vorerst geschlossen. Worauf sich Besucher einstellen müssen.

Hamburg.  Seit sechs Wochen ist der Tierpark Hagenbeck wegen der Coronapandemie geschlossen – sechs Wochen keine Einnahmen, dafür erhebliche Ausgaben: Täglich fallen laufende Kosten in Höhe von mehr als 41.000 Euro an, im Monat sind das rund 1,2 Millionen Euro. 1850 Tiere im Zoo und 14.300 im Tropen-Aquarium müssen versorgt, mehr als 150 fest angestellte Mitarbeiter bezahlt werden.

Für den weltberühmten Hamburger Zoo ist jetzt aber ein (vorläufiges) Ende der Krise in Sicht. „Wir rechnen fest damit, am Mittwoch wieder zu öffnen“, sagte Hagenbecks neuer Geschäftsführer Dirk Albrecht dem Abendblatt. Bei der für den Tierpark zuständigen Kulturbehörde sei bereits ein umfangreicher Maßnahmenkatalog eingereicht worden. Das Konzept, das dem Abendblatt vorliegt, beinhaltet eine Reihe von Vorschlägen, wie eine Wiedereröffnung im Einklang mit den Kontakt-, Hygiene- und abstandsregeln bewerkstelligt werden kann. Von der Behörde habe es bereits „positives Feedback“ gegeben, so Albrecht­. Nun müsse Anfang der Woche der Senat entscheiden.

Auf Einschränkungen müssen sich Besucher an den Hotspots einstellen

Zwar sollen sich in Coronazeiten bis zu 3000 Menschen in dem Tierpark aufhalten dürfen – Grundlage dafür ist eine Berechnung, wonach jedem Besucher eine Nutzfläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung steht, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Doch in den ersten Tagen der Wiedereröffnung, einer Art Testphase, will der Zoo gleichzeitig nur 1000 Besucher auf dem Gelände zulassen. Nach Erreichen der 1000er-Marke werden weitere Besucher erst eingelassen, wenn andere den Park verlassen haben. Jede Kasse am Haupteingang, nur vier von sieben werden geöffnet, wird durch ein Gitter abgetrennt, in der Warteschlange gilt Abstand halten. In der Reihe müssen auch die Dauerkartenbesitzer ausharren.

Auf Einschränkungen müssen sich Besucher an den Hotspots einstellen, das betrifft die Gehege der Löwen, Tiger, Paviane und Elefanten. An diesen Gehegen werden die Besucher wie auf „Einbahnstraßen“ vorbeigeführt, um „gegenläufige Besucherströme“ zu vermeiden.

Das beliebte Eismeer bleibt geschlossen. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagt Albrecht. Aber wenn man etwa 50 Leute auf einmal einlasse, werde sich eine zu große Schlange im (geöffneten) Außenbereich des Eismeeres aufstauen.

Geschlossen bleiben außerdem: das Streichelgehege, die Märchenbahn, das Orang-Utan-Haus, die Flamingo-Lodge, die Tierhäuser, der Spielplatz und das Tropen-Aquarium. Immerhin: Der Außer-Haus-Verkauf an den Kiosken und Imbissen ist gestattet, generell empfiehlt der Zoo Mund-und Nasen-Schutzmasken für Besucher ab sechs Jahren auf dem gesamten Gelände.

Grote: Maskenpflicht trifft auf "sehr hohe Akzeptanz"
Grote: Maskenpflicht trifft auf "sehr hohe Akzeptanz"

Der Zoo wird anders aussehen, als man es gewohnt ist: Ordner mit Schutzmasken passen auf, überall werden Schilder mit Infos zu Hygienemaßnahmen stehen. Aber immerhin wird der Tierpark wohl öffnen – ein bisschen Normalität in diesen seltsamen Zeiten. Albrecht: „Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir alles getan, um den Schutz der Besucher und Mitarbeiter zu gewährleisten.“

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

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