Tourismus in Coronazeiten

Ausflug für Hamburger an die Küste nur nach Anmeldung?

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Wann Tagestouristen nach St. Peter-Ording dürfen, ist unklar. So eng besiedelt wie hier wird es diesen Sommer aber mit Sicherheit nicht zugehen können.

Wann Tagestouristen nach St. Peter-Ording dürfen, ist unklar. So eng besiedelt wie hier wird es diesen Sommer aber mit Sicherheit nicht zugehen können.

Foto: imago/Agentur 54 Grad

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister schlägt vor: Onlinetickets für Tagestouristen sind eine Möglichkeit.

Hamburg/Kiel. Dürfen Hamburger in der Coronakrise wieder für einen Tagesausflug an die Nord- und Ostsee reisen, wenn sie sich dafür registrieren? „Man könnte für bestimmte Regionen aber Anmeldeverfahren über das Internet schaffen – oder Ticketkonzepte, sodass man die Identität der Gäste auch hier kennt“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz nun der „Zeit“.

Ein Sprecher des Ministers bezeichnete diesen Vorschlag aber nur als Beispiel für ein mögliches Modell. Tagestouristen bedeuteten ein höheres Infektionsrisiko, weil sie etwa durch Tanken, Autopannen und Einkaufen mehr Sozialkontakte hätten. Für Buchholz sei der Tagestourismus deshalb „schwer steuerbar“.

Einreiseverbot: Schleswig-Holstein in der Kritik

Schleswig-Holsteins Einreiseverbot für Tagestouristen aus Hamburg und anderen Bundesländern wegen der Ausbreitung des Coronavirus löst noch immer viel Kritik aus. „Kiel und Schwerin überspannen den föderalistischen Bogen gewaltig. Diese Kontrollposse ist willkürlich, unverhältnismäßig und sehr wahrscheinlich nicht verfassungskonform“, sagte nun der Hamburger Landesvorsitzende des CDU-Wirtschaftsrats, Henneke Lütgerath.

Die CDU-Vereinigung befürchte, „dass dieses Vorgehen das eigentlich so gute Verhältnis, insbesondere zwischen Hamburgern und Schleswig-Holsteinern, nachhaltig vergiftet“.

Der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein, Christian von Boetticher, beklagt einen Rückfall in eine Zeit vor 1834, als es das letzte Mal Zollgrenzkontrollen zwischen den Ländern gegeben habe. Er könne nicht erkennen, wie das einen Virus an der Ausbreitung hindern solle. „Ob ein Wedeler zum Spaziergang an der Elbe nach Rissen geht, was erlaubt ist, oder ein Bergedorfer in den Sachsenwald fährt, was verboten ist, macht virologisch keinen Unterschied.“

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Die Landesregierung in Kiel will den Tourismus wie berichtet stufenweise wieder erlauben. Allerdings sollen Tagestouristen erst im letzten Schritt wieder ins Land gelassen werden. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach am Freitag mit 16 Spitzenvertretern der Tourismusbranche über den Stufenplan. Demnach sollen zunächst ab 4. Mai Zweitwohnungsbesitzer nach Schleswig-Holstein zurückkehren dürfen.

Möglicherweise soll das auch Dauercampern erlaubt werden. „Das werden wir sehen, ob das virologisch-infektionsmäßig geht“, sagte Buchholz. In einem zweiten Schritt sollen Ferienwohnungen wieder vermietet werden, aber nur an Gäste, die sich selbst versorgen. Ob auch schon einige Gaststätten unter Auflagen öffnen können, ist noch nicht entschieden. Als dritte Stufe ist die Öffnung der Hotels vorgesehen.

( lno/wal )

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