Weniger Autoverkehr

Corona-Folge: So viel besser ist die Luft in Hamburg

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Die Luftmessstation an der Stresemannstraße – auch hier ging die Belastung in Folge der Corona-Maßnahmen deutlich zurück.

Die Luftmessstation an der Stresemannstraße – auch hier ging die Belastung in Folge der Corona-Maßnahmen deutlich zurück.

Foto: Roland Magunia

Die Luftverschmutzung in Hamburg ist seit Beginn der Corona-Maßnahmen stark zurückgegangen. BUND fordert neuen Luftreinhalteplan.

Hamburg. Die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie haben auch einige positive Auswirkungen: Wie die Umweltbehörde am Dienstag mitteilte, habe sich die Luftqualität in Hamburg seit Beginn der Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus im März messbar verbessert. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) erklärt: „Das Verkehrsaufkommen in der Stadt ist durch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie deutlich gesunken. Das wirkt sich jetzt auch messbar auf die Luftqualität in Hamburg aus. An den verkehrsnahen Messstationen können wir im Vergleich zum März beobachten, dass die Stickstoffdioxidbelastung gesunken ist."

Bis Anfang April sei die Luftbelastung trotz der deutlich gesunkenen Verkehrsmenge aufgrund einer austauscharmen Wetterlage nur leicht zurückgegangen, spätestens seit den Osterfeiertagen und einem gestiegenen Luftmassenaustausch wurde von der Umweltbehörde aber ein überproportionaler Rückgang beobachtet.

Seit Corona: So viel besser ist Hamburgs Luft geworden

Zum Teil um mehr als die Hälfte ist die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid an den verkehrsreichsten Messstellen seit Beginn der Corona-Maßnahmen gesunken.

  • Habichtstraße: Von 48 Mikrogramm pro Kubikmeter im Wochenmittel Anfang März auf nur noch 19 µg/m³ in der Woche nach Ostern
  • Kieler Straße: 2.-8. März: 44 µg/m³; 13.-19. April: 20 µg/m³
  • Max-Brauer-Allee: 2.-8. März: 41 µg/m³; 13.-19. April: 23 µg/m³
  • Stresemannstraße: 2.-8. März: 43 µg/m³; 13.-19. April: 23 µg/m³

Bessere Werte vorerst ohne Auswirkungen auf Diesel-Durchfahrtsverbote

An allen Messstellen wurde der Grenzwert von 40 µg/m³ im Monatsmittelwert für März eingehalten. „Der Rückgang hab aber keine Auswirkungen auf die Durchfahrtsbeschränkungen an der Stresemannstraße und der Max-Brauer-Allee, wie Kerstan erklärt: "Hier gilt, was auch vor Corona galt: Es zählt der Jahresmittelwert." Anders als bei Stickstoffdioxid habe Hamburg bei der Belastung durch Feinstaub "ohnehin seit Jahren kein Grenzwert-Problem", so Kerstan weiter.

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Der Geschäftsführer des Umweltverbandes BUND, Manfred Braasch, sagte: „Sinkende Messwerte machen deutlich, was in der Theorie schon klar war: Weniger Verkehr sorgt für bessere Luft, weniger Lärm und mehr Lebensqualität.“ Dafür müsse der Senat mit einem neuen Luftreinhalteplan dafür sorgen, dass die Belastung nach der Coronakrise nicht wieder „auf das alte gesundheitsschädliche Niveau“ ansteig

( jmw/josi )

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