Coronavirus

Entscheidung zu Osterfeuern in Hamburg gefallen

| Lesedauer: 3 Minuten
Osterfeuer ziehen in Hamburg bis zu 20.000 Menschen an (Archivbild).

Osterfeuer ziehen in Hamburg bis zu 20.000 Menschen an (Archivbild).

Foto: Rainer Jensen / dpa

Von Blankenese bis Lemsahl-Mellingstedt zieht der Brauch bis zu 20.000 Menschen an. Die Coronakrise verändert das Fest.

Hamburg. Es ist keine Überraschung: Da alle öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen wegen der Coronakrise bis einschließlich 30. April verboten sind, müssen in diesem Jahr auch die traditionellen Osterfeuer ausfallen. Das gilt für sämtliche Feuer in allen Hamburger Stadtteilen – von Blankenese bis Lemsahl-Mellingstedt.

Auf der städtischen Internetseite hamburg.de sind sie nach wie vor aufgelistet: Elf große und kleine Osterfeuer, meist zum gemeinsamen Abbrennen von Gartenabfällen – häufig angereichert mit Musik, Erbsensuppe, Klönschnack und Bier. Daneben steht dann ebenso gnadenlos wie unmissverständlich: „Fällt aus.“

20.000 Menschen normalerweise bei Hamburgern Osterfeuern

Traditionell locken die vier Blankeneser Osterfeuer – sie heißen Mühlenberg, Osten, Knüll und Viereck – die meisten Besucher an. Bei gutem Wetter waren es in den vergangenen Jahren bis zu 20.000. Die Blankeneser Feuer unterscheiden sich aber auch wegen ihrer langen Tradition von allen vergleichbaren Veranstaltungen. Vor Ort gibt es zum Beispiel unterschiedliche Aufbauphilosophien und einen Wettbewerb unter den Aufbauenden um das schönste und größte Feuer. Seit Generationen wird diese Tradition weitervererbt.

In Blankenese fügt man sich trotzdem relativ gelassen in das Unvermeidliche, das zuletzt allgemein so erwartet wurde. „Es ist zwar schade, aber auch ganz logisch, dass es so kommen musste“, sagt Jan Kurz vom Förderkreis Historisches Blankenese. Kurz, der sich seit Jahren als „Aufbauer“ engagiert, hat Verständnis für die Maßnahme: „Bei den Osterfeuern herrscht dichtes Gedränge, das sich auch über irgendwelche Maßnahmen nicht entzerren lässt.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Coronavirus: Dramatischer Appell von Uni-Präsident Lenzen

Corona: Schon 88 Millionen Euro Soforthilfe ausgezahlt

2018 wurden Regeln für Osterfeuer am Elbstrand verschärft

So sieht es auch Benjamin Harders, Vorsitzender des Blankeneser Bürgervereins. „Natürlich kann man die Menschen nicht einerseits auffordern, sich nur in Kleinstgruppen zu treffen und dann eine solche Großveranstaltung erlauben. Blankenese hat ja im Übrigen auch sonst eine Menge Schönes zu bieten.“

Wissenswertes zum Thema Frühling:

  • Der kalendarische Frühlingsanfang ist am 20. März, meteorologisch beginnt der Frühling am 1. März
  • Krokusse gelten als Vorboten des Frühlings
  • Im Frühling blühen unter anderem auch: Tulpen, Alpenveilchen, Hyazinthen, Narzissen, Stiefmütterchen
  • In einigen deutschen Städten werden Frühlingsfeste gefeiert. Das Münchner Frühlingsfest wird in an Anlehnung an das Oktoberfest auch als "Die Kleine Wiesn" bezeichnet. Das Stuttgarter Frühlingsfest ist das größte Europas

Erst im Jahr 2018 Jahren waren die Regeln für die Osterfeuer am Elbstrand deutlich verschärft worden: Bei Südwind, der die Funken in Richtung des bebauten Elbhangs treibt, sollten die Feuer ausbleiben. Auch zu hohe und zu breite Holzhaufen droht rigoros die Räumung. Im Jahr 2017 hatte es vor Ort Verwirrung und Konflikte gegeben, weil die Feuer-Party wegen des starken Winds zunächst ganz abgesagt werden sollte, dann – nach einigem Hin und Herr – mit Verspätung und nur eingeschränkt doch noch starten durfte.

Osterfeuer haben eine lange Tradition. Schon die alten Ägypter entzündeten große Scheiterhaufen, um die Sonne auf die Erde zu locken und den Winter zu vertreiben. Dieser Brauch wurde später von den Christen fortgeführt. In der Osternacht wird ein kleines Feuer entfacht – das Osterfeuer – und von einem Priester gesegnet. Nachdem sich die Gemeinde um das Osterfeuer versammelt hat, entzündet der Priester am Feuer die Osterkerze, die dann in die dunkle Kirche getragen wird. Die brennende Kerze symbolisierte Christus als Licht der Welt. Doch auch ohne religiösen Hintergrund, ist diese Sitte in Hamburg erhalten geblieben.

( Schmoo )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg