Pandemie

Corona: Diese Hamburger Orte können Infektionsherde werden

| Lesedauer: 2 Minuten
Laura Lagershausen
Das Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel wurde zu einem Cluster.

Das Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel wurde zu einem Cluster.

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

In der Hansestadt kann es zur Clusterbildung durch Covid-19-Ansteckungen kommen. So schätzt die Behörde die Lage ein.

Hamburg. In der vergangenen Woche sind in einem stark vom Coronavirus betroffenen Pflegeheim in Wellingsbüttel drei Bewohner gestorben und in einem Hospital in Poppenbüttel bereits fünf Bewohnerinnen und Bewohner positiv getestet worden. Jetzt rückt die Betrachtung von Clustern, also Orten, an denen eine Häufung von Erkrankungsfällen auftritt, ins allgemeine Interesse.

Gesundheitsbehörde: Keine weiteren Cluster in Hamburg

Auf Anfrage des Abendblatts bestätigt die Gesundheitsbehörde am Montag jedoch keine weiteren bisher bekannten Cluster innerhalb Hamburgs. Wenn es zu einer Clusterbildung käme, wären davon jedoch besonders Einrichtungen wie Seniorenresidenzen oder Pflegeheime betroffen, sagte Sprecher Daniel Posselt von der Gesundheitsbehörde.

Dabei bliebe das hohe Infektionsrisiko durch entsprechende Schutzvorkehrungen innerhalb der Einrichtung. Hamburger, die in der Umgebung der Pflegeheime wohnen, bräuchten sich keine Sorgen wegen erhöhter Ansteckungsgefahr machen, so Posselt.

Hohe Hygienevorschriften in Seniorenheimen

Senioren gehören durch ihr hohes Alter zur Risikogruppe und sind durch ihr geschwächtes Immunsystem besonders gefährdet, am Coronavirus schwer zu erkranken. Die Hygienevorschriften in den Hamburger Einrichtungen wurden daher bereits frühzeitig erhöht und mit der Allgemeinverfügung des Senats besondere Vorsichtsmaßnahmen wie ein Besuchsverbot eingeführt.

Neben Pflege- und Altenheimen können auch Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünfte durch die teils hohe Fluktuation der Bewohner zu möglichen Clustern werden. Erst Ende vergangener Woche ist ein solcher Fall im Landkreis Harburg eingetreten: In einer Flüchtlingsunterkunft sind laut Angaben der Kreisverwaltung 21 Bewohner und ein Betreuer mit dem Coronavirus infiziert. Das Heim steht seitdem unter Quarantäne.

Sofortige Isolation von Personen in Clustern

Zu Clustern gehörige Personen, die positiv getestet wurden, müssen direkt isoliert werden, so Sprecher Posselt. Die negativ auf Sars-CoV-2 getesteten Senioren des betroffenen Wohnbereichs in Wellingsbüttel wurden daher in eine andere Pflegeeinrichtung verlegt.

Um mögliche Cluster schnell identifizieren zu können, beobachten die Gesundheitsämter der einzelnen Hamburger Bezirke die Infektionszahlen. Bei Auffälligkeiten könne so schnell gehandelt werden, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

Informationen zum Coronavirus:

Schulen und Kindergärten vorsorglich geschlossen

Auch Schulen und Kindergärten, Restaurants, Clubs oder beispielsweise Fitnessstudios zählen zu Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen oder sich auf engem Raum aufhalten. Sie könnten ebenfalls zu Clustern werden. "Aus diesem Grund haben wir die Einrichtungen vorsorglich geschlossen", sagte Posselt.

Zum Newsblog von Montag.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg