Hamburg

Mieterverein fordert Ausbau der digitalen Infrastruktur

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In der Corona-Krise ist eine gute Internet-Anbindung wichtig (Symbolbild).

In der Corona-Krise ist eine gute Internet-Anbindung wichtig (Symbolbild).

Foto: dpa

Telekom: Netz arbeitet trotz Homeoffice stabil – Abendblatt-User berichten dagegen von starken regionalen Unterschieden.

Hamburg. Die Kommunikationsnetze sind trotz der ins Homeoffice verlagerten Arbeiten in Hamburg offenbar voll funktionsfähig – bis auf einzelne regionale Ausnahmen. Das Netz der Telekom sei „absolut stabil und verarbeitet die neue Situation aktuell problemlos“, sagte eine Sprecherin dem Abendblatt.

Die Coronapandemie hat dazu beigetragen, dass deutschlandweit mehr über das Festnetz und das Handy telefoniert wird. Die Zahl der Gespräche und auch ihre Dauer seien kein Problem für das Netz, hieß es bei der Telekom. Bei der Datennutzung gibt es ebenfalls einen leichten Anstieg – und beim Fernsehen. Die Kommunikationsunternehmen beobachten bei der mobilen Datennutzung sogar einen leichten Rückgang. „Die Kunden nutzen anscheinend überwiegend das heimische WLAN-Netz“, so die Telekom-Sprecherin.

Forderung an Vermieter

Abendblatt-User berichten allerdings darüber, dass die Leistungsfähigkeit im eigenen Wohnumfeld regional stark variiert. Eine Ursache dafür ist, dass die Vermieter nicht genügend in den Ausbau der Infrastruktur investiert haben. Daher sagte der Rechtsanwalt Rolf Bosse, Vorstand beim Mieterverein Hamburg, dem Abendblatt: „Wir brauchen Vermieter, die bereit sind, in die Digitalisierung zu investieren und die ihre Wohnungen beispielsweise mit Glasfaserkabeln ausstatten wollen, ohne ihren Mietern die Kosten weiterzugeben.“ Solche Modernisierungen in einem Hause sollten aber nicht zum Nachteil jener Mieter erfolgen, die sie gar nicht in Anspruch nehmen wollen oder können.

Gut ein Drittel der Hamburger Mietwohnungen ist in der Hand der Saga und von Genossenschaften. Diese Unternehmen haben mit einzelnen Providern langjährige Verträge abgeschlossen. Folge für die Mieter: Sie müssen die Netze der Monopolisten nutzen und haben sich vertraglich jahrelang daran gebunden. Der große Nachteil: Bei schlechten Leistungen und instabilen Netzen haben sie keine Chance, den Anbieter zu wechseln.

Politik sollte über Fördermittel nachdenken

Der Mieterverein fordert daher, das Monopol zu beenden, das sich die Internetprovider gleichsam auf der letzten Meile gesichert haben. „Freier Wettbewerb darf nicht durch Verträge zwischen Providern und Vermietern behindert werden“, sagt Rolf Bosse. Damit die Provider trotzdem in den Netzausbau investieren, sollte die Politik über Fördermittel im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie nachdenken.

Die Regierungserklärung von Bürgermeister Tschentscher

Unlängst hatte der Hamburger Senat eine „Digitalisierungsstrategie für Hamburg“ verabschiedet und sich zum Ziel gesetzt, die „Transformationspotenziale der Digitalisierung im Sinne bestmöglicher Lebensqualität und umfassender Teilhabe an der Gesellschaft sinnstiftend auszuschöpfen“.

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( HA )

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