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Abendblatt-Rätselexperte macht jetzt eine TV-Show

| Lesedauer: 4 Minuten
Sophie Laufer
Stefan Heine ist Deutschlands bekanntester Rätselmacher.

Stefan Heine ist Deutschlands bekanntester Rätselmacher.

Foto: Michael Rauhe

Der Hamburger Stefan Heine geht mit seiner „Rätselküche“ auf Sendung. Die Gästeliste der Show kann sich sehen lassen.

Hamburg.  Wer Rätsel liebt, der kommt an Stefan Heine nicht vorbei. Der Hamburger ist einer der führenden Experten, wenn es um kniffelige Fragen oder Sudokus geht. Und das nicht etwa bei der Beantwortung, nein, Heine denkt sie sich alle aus. Dazu gehören die im Abendblatt genauso wie die in Büchern für kleine und große Rätselfreunde oder im jährlichen Abreißkalender. Ideen für immer neue Fragen hat Heine genug. „Mir fällt jeden Tag etwas ein, ich weiß gar nicht, warum“, sagt der fröhliche Mann und lacht. So viele Ideen würden immer in seinem Kopf herumschwirren. „Ich habe fast das Gefühl, es werden von Jahr zu Jahr mehr.“

Dabei gibt es natürlich gar keine Ausbildung zum Rätsel-Erfinder. Es gibt ja noch nicht mal eine richtige Berufs­bezeichnung. Heine selbst ist zu diesem Job, den er mittlerweile seit mehr als 20 Jahren macht, durch einen Zufall gekommen – einen glücklichen, wie er bis heute findet. Eingeschlagen hatte der Hamburger nämlich eher eine klassische berufliche Laufbahn. Jurastudium, dazu BWL. Nach der Universität eröffnete Heine zusammen mit einem Freund ein Marktforschungsinstitut. Die Mutter des Freundes hatte sieben Jahre lang einen „Kummerkasten“ für eine Lokalzeitung in Schleswig-Holstein geschrieben – und brachte Heine damit auf die Idee, so etwas auch anderen Verlagen anzubieten.

Vier Kollegen arbeiten für Heine

„Und siehe da, nach einer Woche hatten wir schon drei Zeitungen, die einen wöchentlichen Kummerkasten haben wollten.“ Das Interesse war so groß, dass Heine und sein Freund die Idee für verschiedene Serviceleistungen schnell ausweiteten. „Wir haben überlegt, was kann man noch den Verlagen alles zuliefern.“ Gerade einmal acht Wochen später kamen dann schon die Horoskope dazu. Wenig später dann auch Rätsel und Sudokus. Die Geschäfte liefen so gut, dass das ursprüngliche Marktforschungsinstitut schnell Geschichte war.

Mittlerweile arbeiten für Heine vier Kollegen. Dabei sind es heute vor allem Rätsel, die er in der ganzen Republik an Zeitungen verkauft. Aber auch Verlage wie Ullstein, Tessloff, Ravensburg oder Coppenrath werden von ihm beliefert. Das Hauptgeschäft sind inzwischen eigene Zeitschriften, allein auf acht davon ist ein Bild Heines zu sehen. Hinzu kommen Bücher und Kalender. Heine gibt zu: „So einige Dienste werden heute vom Computer übernommen, wie das Sudoku zum Beispiel.“ Aber vieles sei nach vor Handarbeit. Gerade die Rätsel für die Kleinen würden noch immer von ihm und seinen Kollegen erdacht und aufgeschrieben.

Neue Idee

Nun hat Heine vor wenigen Wochen eine ganz neue Idee entwickelt, eine Rätselshow. „Echt jetzt? Stefan Heines Rätselküche“ heißt das Format. Vier Folgen sind bereits aufgezeichnet worden und werden vom 2. April an erst einmal bei YouTube zu sehen sein. „Mir schwebt schon lange eine TV-Show im Kopf herum, bei der es sich ausschließlich um Rätsel dreht“, so Heine. Schließlich würden die Deutschen es lieben, ein bisschen herumzutüfteln. Das würden ja all die Quizshows beweisen. Nur eine echte Rätselshow, daran habe sich noch nie jemand gewagt.

Vollkommen zu Unrecht, findet Heine. In seinen ersten vier Folgen sitzt er nun an einem Küchentresen und unterhält sich immer mit einem Gast über das Thema Rätseln. Es wird gemeinsam gerätselt – und viel gelacht. Die Gäste können sich sehen lassen. Jan Hofer ist seiner Einladung genauso gefolgt wie Steven Gätjen, Linda Zervakis und Helge Thomsen.

Das Ziel von Heine: „Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen sich diese kleine Show ansehen, vielleicht schafft sie es dann ja auch eines Tages ins Fernsehen.“ Erste Gespräche mit Sendern gebe es bereits, aber noch sei nichts entschieden. „Das ist jetzt mein erster eigener Versuch zu beweisen, dass so ein Format funktioniert.“

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