Denkmalpflege

Darum könnte die Bismarck-Statue bald ganz anders aussehen

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Die Bismarck-Statue thront über der Stadt und wird nun zwei Monate lang gereinigt.

Die Bismarck-Statue thront über der Stadt und wird nun zwei Monate lang gereinigt.

Foto: Kärcher

Zwei Monate reinigen Experten das über 100 Jahre alte Denkmal. Doch sie leisten nur Vorarbeit. Das steckt dahinter.

Hamburg. Sie ist mit 34 Metern weltweit die höchste ihrer Art, thront über dem Hamburger Hafen und soll nun in neuem Glanz erstrahlen: Die Rede ist von der Hamburger Bismarck-Statue.

Sie steht zwischen Landungsbrücken, St. Pauli und Michel. Gut möglich, dass Hamburger das über 100 Jahre alte Monument nach der Corona-Quarantäne nicht mehr wiedererkennen. Denn die Winnender Firma Kärcher ist derzeit dabei Algen, Flechten, Moos und Graffiti von der Statue zu entfernen.

Kärcher reinigt Hamburger Bismarck-Statue

Insgesamt zwei Monate sollen die Reinigungsarbeiten andauern. Schmutz soll dabei auf behutsame Weise – ganz ohne Chemie – entfernt werden, heißt es von Unternehmensseite.

Größere Pflanzen werden von Hand entfernt, Stäube und Vogelkot mit Hilfe eines Heißwasser-Hochdruckreinigers abgetragen. Graffiti werden mit einem sogenannten Niederdruck-Partikelstrahlverfahren entfernt.

Bismarck-Denkmal soll saniert werden

Doch die Reinigungs-Experten sollen nur Vorarbeit leisten. Das von 1901 bis 1906 zu Ehren des ersten Reichskanzlers Otto von Bismarck erbaute Denkmal soll umfassend saniert werden. Denn die Statue geriet in Schieflage und an der Oberfläche entstanden Risse.

Der Grund: Um den 19 Meter hohen Sockel als Luftschutzbunker zu nutzen, wurde während des Zweiten Weltkriegs das Fundament mit 2200 Tonnen Beton gefüllt – zu viel für die Statik des Baus.

Sanierung war für März 2019 geplant

In Hamburg waren das Denkmal und damit die Ehrung des Reichskanzlers umstritten. Jahrelang wurde die Statue vernachlässigt.

Ursprünglich sollte die Restaurierung der Statue oberhalb der Landungsbrücken im März 2019 starten. Doch aufgrund einer fehlenden baufachlichen Prüfung durch die Bundesbauabteilung verzögerte sich der Start der Arbeiten.

Bismarck-Reinigung ist zweites Projekt in Hamburg

Bismarck ist nun in erfahrenen Händen. Denn die Firma Kärcher hat nach eigenen Angaben bereits über 140 Denkmäler restauratorisch gereinigt.

Dazu zählen die Kollonaden des Petersplatzes in Rom sowie die Christusstatue in Rio de Janeiro, aber auch die Fassade der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle.

( cjl )

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