Pandemie

Corona-Quarantäne, Tag 17: Der Erste kommt frei

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Elisabeth Jessen
Elisabeth Jessen im Homeoffice

Elisabeth Jessen im Homeoffice

Foto: Elisabeth Jessen

Abendblatt-Redakteurin Elisabeth Jessen über das Ende der Corona-Quarantäne trotz positiver Testergebnisse.

Hamburg.  Wie gut, dass mein Leben auch in Zeiten der Coronapandemie relativ geregelt verläuft. Ich gehe zeitig schlafen und stehe zeitig auf – anders als unsere Söhne, die jegliches Zeitgefühl eingebüßt haben und die Nacht gern zum Tag machen. Und so konnte ich – für sie – den Anruf des Gesundheitsamtes am Dienstag kurz vor 10 Uhr entgegennehmen. Weil die beiden nach ihrer Covid-19-Infektion keine Symptome mehr haben, wurde ihre häusliche Quarantäne aufgehoben.

Ich darf am Donnerstag meine „Entisolierung“ beantragen, wenn sich endlich der Husten vom Acker macht. Bis ich meine körperliche Fitness aus der Vor-Covid-Infektionszeit wiederhabe, werden aber sicher noch ein paar Wochen ins Land gehen. Und die partielle Gehirnerweichung wird hoffentlich auch wieder verschwinden. Manchmal kann ich mich nämlich an simple Dinge nicht erinnern. So schrieb ich zuletzt, ich sei 51. Stimmt aber gar nicht, ich bin erst 50. Ist keine große Sache, aber ein wenig beunruhigend ist das doch.

Geschmacks- und Geruchssinn ist immer noch weg

So wie die Sache mit dem Geschmacks- und Geruchssinn, der sich einfach noch immer nicht wieder einstellen mag. Langsam verstehe ich, wie sehr einen das zermürben kann. In meinem nahen Umfeld hatte im vergangenen Jahr jemand nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma beide Sinne monatelang eingebüßt. Er versteckte sein Essen im Nachttisch neben dem Krankenhausbett, weil er einfach nichts essen konnte. Damals habe ich auch geschimpft, dabei hatte er einfach keine Lust, dauernd mit Pflegern und Ärzten über das leidige Thema zu diskutieren.

Ziemlich besorgniserregend finde ich die Nachrichten aus meinem Umfeld. Drei Corona-Genesene, deren Quarantäne vom Gesundheitsamt beendet wurde, waren bei neuerlichen (selbst initiierten) Tests immer noch positiv. Sie dürfen trotzdem wieder raus und sollten nur enge Kontakte meiden, riet man ihnen beim Gesundheitsamt. Eine abschließende obligatorische Testung sei nicht vorgesehen. Schlau finde ich das nicht.

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