Nachbarschaftsnetzwerk

Wenn der Nachbar in der Coronakrise hilft

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Christian Vollmann ist einer der Nebenan.de-Gründer.

Christian Vollmann ist einer der Nebenan.de-Gründer.

Foto: nebenan.de

Hilfe beim Einkaufen oder einfach nur schnacken – das Netzwerk nebenan.de organisiert Unterstützung in Coronazeiten.

Hamburg. Einem Nachbarn die Hand reichen, ganz praktisch oder im übertragenen Sinne: Das Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de organisiert anpackende Hilfe schnell, unkompliziert und kostenlos. Wer Unterstützung beim Einkaufen braucht, andere Besorgungen erledigen muss, Assistenz beim Spaziergang mit Hund oder Katze benötigt, Handreichungen im Haushalt sucht oder sich ganz einfach über ein mitmensch­liches Telefonat freut, wird auf dieser Internetplattform fündig.

Auch die Aktion „Hoffnungsbriefe“ als Mutmacher für Einsame in Seniorenheimen der Diakonie stieß auf diese Weise auf starken Widerhall. Hunderte dieser persönlichen Botschaften wurden bisher weitergeleitet. Umgekehrt können Bürger ihre Bereitschaft kundtun, anderen unentgeltlich zur Seite zu stehen. „Angesichts der Coronakrise ist es wichtig, Kompetenzen und Energien zu bündeln“, sagt Christian Vollmann, Gründer von nebenan.de, „Nachbarschaftshilfe ist jetzt wichtiger denn je.“

Deutschlandweit sind 1,5 Millionen Nutzer registriert, davon 103.000 in Hamburg. Damit Fußwege für nachbarschaftliche Einsätze nicht länger als zehn bis 15 Minuten dauern, ist unsere Stadt in rund 250 Gebiete unterteilt. Dabei sichern die Strategen der Plattform zu, dass Teilnehmer vor Zugriffen außerhalb ihres Bezirks und vor Suchmaschinen gesichert, also weitgehend privat sind.

Fast 7000 Beiträge – „Welle der Solidarität ist enorm“

Seit dem 12. März wurden im Großraum Hamburg fast 7000 Beiträge und Kommentare zum Thema Nachbarschaftshilfe in Zeiten von Corona verfasst. Um zielgerichtete Unterstützung sinnvoll auf den Weg zu bringen, wurde eine spezielle Internetseite eingerichtet: www.nebenan.de/corona. „Die Welle der Solidarität ist enorm“, weiß Johanna von nebenan.de.

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Hauptsitz des Unternehmens ist Berlin. Hilfegesuche werden nach Postleitzahlen sortiert und in die geschützten Nachbarschaftsnetzwerke eingespeist. Um auch Menschen ohne Internetanschluss zu erreichen, schaltet eine gemeinnützige Stiftung eine telefonische Hotline. Unter der Gratisnummer 0800/ 866 55 44 werden Gesuche mündlich angenommen. Nach Eingabe der eigenen Rufnummer, der Postleitzahl und der gewünschten Hilfeleistung (Einkaufen, Haushalt, Haustiere) wird die Bitte automatisch veröffentlicht.

( jmo )

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