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Coronavirus: Hamburg hebt Schuldenbremse auf

Die Hamburger Bürgerschaft hat am Mittwoch die Schuldenbremse aufgehoben.

Die Hamburger Bürgerschaft hat am Mittwoch die Schuldenbremse aufgehoben.

Foto: picture alliance/Christian Charisius/dpa

Tschentscher: "Wir sind im Ausnahmezustand." HVV bietet neue Abo-Option an. Schüler laufen Sturm gegen Termine für Abitur 2020.

Hamburg. In der Coronakrise konnte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher am Mittwoch auch positive Zahlen verkünden: Von den rund 2000 an Covid-19 erkrankten Hamburgern sind mehr als 800 wieder gesund. Sozialsenatorin Melanie Leonhard kündigte zudem auch Hilfen für Privatpersonen an, die in der Krise in Not geraten sind.

Für den Schutz älterer Menschen hat Hamburg ein bis zum 30. April gültiges allgemeines Besuchsverbot für Pflege- und Behinderteneinrichtungen erlassen.

Unterdessen bietet der Sammeltaxi-Anbieter Moia ab dem 1. April für HVV-Kunden nachts kostenlose Fahrten im gesamten Stadtgebiet an. HVV-Kunden, die hingegen ihr Abonnement derzeit nicht benötigen, können dies pausieren lassen.

Coronavirus: Bürgermeister Tschentscher zur Lage in Hamburg

Derweil sind nach dem Start der "Hamburger Corona-Soforthilfe" (HCS) die ersten Anträge von Unternehmern, Solo-Selbstständigen und Vereinen auf den Fördermittel der IFB-Bank positiv beschieden worden.

Coronavirus in Hamburg: Alle Entwicklungen am 1. April hier im Newsblog:

Klinik in Goslar übernimmt Covid-19-Patienten aus den Niederlanden

Ein Krankenhaus in Goslar nimmt zwei schwer an Covid-19 erkrankte Patienten aus den Niederlanden auf. Als erster Patient sei ein 55 Jahre alter Mann eingetroffen, teilte die Asklepios Harzklinik am Mittwochabend mit. Wann der zweite Patient, ein Mann im Alter von 62 Jahren, eintreffen werde, war zunächst nicht bekannt. Beide Männer seien auf Beatmungsgeräte angewiesen, hieß es. Zwei weitere Erkrankte aus dem niederländischen Zwolle würden zu einem noch ungenannten Zeitpunkt möglicherweise ebenfalls nach Goslar verlegt.„Es ist für uns selbstverständlich, unseren europäischen Nachbarn und Freunden in dieser äußerst schwierigen Lage zu helfen“, sagte der Ärztliche Direktor der Asklepios Harzkliniken, Jörn Heine, einer Mitteilung zufolge. Bei der Aufnahme der Patienten würden hohe Sicherheits- und Hygienestandards eingehalten. Andere Patienten würden nicht gefährdet.

Corona-Krise: Großauftrag für Dräger aus den USA

Schleswig-Holsteins größter Industriekonzern Dräger hat von der US-Regierung einen Großauftrag für die Produktion von Atemschutzmasken erhalten. Dafür wolle Dräger eine neue Produktionsstätte an der Ostküste der USA errichten, sagte ein Sprecher des Lübecker Unternehmens für Medizin- und Sicherheitstechnik. „In der aktuellen Pandemie sind die weltweiten Produktionskapazitäten von qualitativ geeigneten FFP-Atemschutzmasken voll ausgeschöpft“, sagte Rainer Klug, Vorstand des Unternehmens­bereichs Sicherheitstechnik bei Dräger. „Um den Bedarf trotzdem zu decken, stellen wir den USA exklusiv lokal eine neue Fabrik hin.“ Nach aktuellen Planungen soll die Produktion in den Vereinigten Staaten im September beginnen. So ein Modell wäre auch in anderen Ländern, besonders in Europa möglich, sagte Klug.

Bürgerschaft hebt wegen Corona-Krise Schuldenbremse auf

Zur Eindämmung der finanziellen Folgen der Corona-Krise hat die Hamburgische Bürgerschaft am Mittwoch den Weg für 1,5 Milliarden Euro neue Schulden im Haushalt 2020/21 frei gemacht. Dazu wurde die Schuldenbremse wegen einer „außergewöhnlichen Notsituation“ vorübergehend aufgehoben. Die Bürgerschaft stellte fest, dass die Covid-19-Pandemie eine Naturkatastrophe ist und die Finanzlage erheblich beeinträchtigt. Festgeschrieben ist bereits ein Tilgungsplan, die Rückzahlungen sollen ab 2025 über 20 Jahre laufen. Dem Senat werde zusätzliche Bewegungsfreiheit verschafft, um die Herausforderungen in der Krise auch finanziell stemmen zu können, sagte der Haushaltsexperte der SPD-Fraktion, Mathias Petersen. Der Linken-Abgeordnete Norbert Hackbusch erklärte: „Wir stimmen der Aussetzung der Schuldenbremse ausdrücklich zu. Aber wir werden diese Programme sehr kritisch begleiten.“ Seine Fraktion fürchte, dass aus der Corona-Krise eine soziale Krise werde.

Hamburg und Bayern am stärksten von der Pandemie betroffen

Laut dem „Lagebild“ des Krisenstabs in der Innenbehörde vom Mittwoch, das dem Abendblatt vorliegt, gab es die meisten Infizierten mit Stand 1. April, 0 Uhr im Bezirk Wandsbek (535 Fälle), gefolgt von Nord (446), Eimsbüttel (442) und Altona (407). Mit einer Erkrankungsdichte von 126 Infizierten pro 100.000 Einwohnern ist Hamburg demnach zusammen mit Bayern das Bundesland mit der höchsten Corona-Belastung. Im Städtevergleich liegt Hamburg auf Platz 2 nach München, wo sogar 180 von 100.000 Einwohnern infiziert sind. Es folgen Stuttgart (123), Köln (115) und Berlin mit 76 Infizierten auf 100.000 Einwohner. Die meisten Erkrankten gibt es in Hamburg laut Lagebild in den Altersgruppe zwischen 30 und 59 Jahren. In allen Gruppen sind mehr Infektionen von Männern als von Frauen bekannt.

Erste Immobilienbesitzer haben Probleme, ihre Raten zu zahlen

Die ersten Immobilieneigentümer bekommen Probleme, ihre monatlichen Raten an die Bank zu zahlen. Mehr als 200 Privatkunden der Hamburger Sparkasse (Haspa) mit einer Baufinanzierung haben bereits von der Möglichkeit einer Aussetzung der Zins- und Tilgungsraten Gebrauch gemacht, teilte die Haspa auf Anfrage des Abendblatts mit. Zunächst gilt das für drei Monate. Die Commerzbank gewährt ihren Kunden eine Aussetzung für sechs Monate. Zahlen nannte das Institut aber nicht. „Viele Banken haben bereits angekündigt, ihren Kunden entgegenzukommen“, sagt Alexander Krolzik, Baufinanzierungsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg.Möglich wird die Aussetzung der Raten durch neue gesetzliche Regelungen, auf die die Verbraucherzentrale Hamburg verweist. Ähnlich wie bei Mietern wird es Immobilieneigentümern ermöglicht, dass sie sich bei finanziellen Problemen durch Corona die Monatsraten ihres Kreditvertrages für die Monate April bis Juni stunden lassen könne

Fast jede Gemeinde im Kreis Pinneberg von Coronafällen betroffen

Einen Monat nach dem ersten Fall in Rellingen hat das neuartige Coronavirus fast jede Gemeinde des Kreises Pinneberg erreicht. Laut einer erstmals veröffentlichten Liste von allen Coronafällen in den Städten und Gemeinden sind bisher nur das Amt Hörnerkirchen sowie die Insel Helgoland „coronafrei“ geblieben. Dagegen sind Pinneberg, Rellingen und Wedel am stärksten von Coronavirusinfektionen betroffen.

Baumärkte in Niedersachsen bald wieder für Heimwerker geöffnet

Die Baumärkte und Gartencenter in Niedersachsen dürfen ab Sonnabend wieder ihre Türen für Privatkunden öffnen.Das sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch. Damit passe sich Niedersachsen an die Lage in anderen Bundesländern an. Ab Sonnabend dürfen dann nicht mehr nur Gewerbetreibende oder Handwerker in die Baumärkte, sondern auch Privatleute. Weil begründete den Schritt damit, dass die unterschiedlichen Regelungen zwischen den Bundesländern „unerwünschte Wanderungsbewegungen“ ausgelöst hätten. Er betonte aber auch: „Das ist alles andere als ein Lockerungssignal.“ Vielmehr solle mit der Änderung vermieden werden, dass wegen des Grenzverkehrs andernorts das Risiko für Infektionen steigt.

Osterfeuer werden in Niedersachsen wegen Corona verschoben

Wegen der Corona-Pandemie dürfen in Niedersachsen über Ostern nicht die traditionellen Osterfeuer abgebrannt werden. Die Feuer könnten aber später im Jahr nachgeholt werden, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch in Hannover. Weil derzeit Menschenansammlungen mit mehr als zwei Personen verboten seien, „müssen die traditionell geplanten Osterfeuer-Termine landesweit ausfallen“, sagte er nach Mitteilung seines Ministeriums. „Osterfeuer können nach der Corona-Krise abgebrannt werden, wenn es die aktuellen Beschränkungen nicht mehr gibt.“ Aber auch dann solle die Brauchtumspflege im Vordergrund stehen, nicht das Verbrennen von Gartenabfällen, sagte Lies. An vielen Orten ist bereits Holz für die Osterfeuer zusammengefahren worden. Der Erlass sieht vor, dass einstweilen kein weiteres Brennmaterial gebracht werden darf. Das könne erst geschehen, wenn die jeweilige Gemeinde in Abstimmung mit der Ordnungsbehörde einen neuen Termin festgelegt habe.

Tschentscher fordert „Geduld und Vorsicht“

Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher hat die Notwendigkeit eines bundesweit einheitlichen Vorgehens in der Corona-Krise betont. Man habe es mit einem Virus zu tun, das „keine Ländergrenzen kennt“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Tschentscher betonte, man dürfe einen Erfolg im Kampf gegen die Pandemie nicht durch eine zu frühe Lockerung der beschlossenen Beschränkungen gefährden. „Geduld und Vorsicht sind das Gebot der Stunde.“

Günther ruft zu Kontaktdisziplin auch zu Ostern auf

Ministerpräsident Daniel Günther hat die Schleswig-Holsteiner aufgerufen, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die geltenden weitgehenden Kontaktsperren auch über Ostern einzuhalten. Ihm sei bewusst, dass es eine große Einschränkung ist, gerade zu solch einem Fest auf Tagesausflüge und Familienbesuche zu verzichten, sagte der CDU-Politiker am Mittwochnachmittag in Kiel. Er bitte aber herzlich darum, sich an die klar aufgestellten Regeln zu halten. Zuvor hatten Bund und Länder beschlossen, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes sollten auch über Ostern gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum reduziert werden. „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Ärzte: Trotz Corona wichtige Behandlungen im Krankenhaus einhalten

Ärzte der Hamburger Asklepios-Kliniken warnen Patienten davor, dringende Behandlungen lebensbedrohlicher Erkrankungen aus Angst vor einer Corona-Infektion zu verschieben. Die Gefahr für das eigene Leben sei dadurch größer als das Risiko, sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus zu infizieren, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Das gelte besonders für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Krebserkrankungen.

„Herzinfarkte, Rhythmusstörungen mit hohem Risiko für einen Herzstillstand oder Schlaganfälle sind lebensbedrohliche Krankheiten, die eine sofortige Behandlung erfordern. Wer aus Angst vor einer Infektion eine dringend notwendige stationäre Behandlung vermeidet oder auch nur verzögert, bringt sich in große Gefahr“, sagte Herzspezialist Stephan Willems, Chefarzt der Kardiologie in der Asklepios-Klinik St. Georg.

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Die Asklepios-Ärzte betonen, in den Kliniken würden aufwendige Schutzmaßnahmen zur Infektionsvermeidung vorgenommen. „Wir müssen versuchen, allen Patienten die sinnvolle Behandlung zu ermöglichen, selbstverständlich auch den Pandemie-Opfern, aber nicht ausschließlich“, sagte Onkologe Dirk Arnold, Ärztlicher Leiter des Asklepios-Tumorzentrums Hamburg.

Finanzsenator Dressel will gemeinnützige Einrichtungen entlasten

Hamburg will sich auf Bundesebene für eine Entlastung von gemeinnützigen Einrichtungen einsetzen, die von der Corona-Pandemie betroffen sind. Das kündigte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Mittwoch an. „Neben wirtschaftlichen Hilfen brauchen wir auch geeignete – zeitlich befristete – Regelungen, um den Gemeinnützigkeitssektor steuerlich zu entlasten“, sagte Dressel. Es gehe darum, den steuerlichen Freiraum zu geben, der möglich und nötig sei, sagte der Senator. Als Beispiele nannte er Spendenaktionen zur Eindämmung und Abmilderung der Corona-Pandemie, die Möglichkeit der Weiterleitung von Mitteln auch an nicht gemeinnützige Gesellschaften, steuerliche Anreize für das Personal der Wohlfahrtspflege oder die Abschaffung des Spendennachweisen für Zuwendungen bis zu 300 Euro.

Niedersachsen baut Corona-Testkapazitäten aus

Niedersachsen stockt mit der Nutzung von tiermedizinischen Laboren seine Kapazitäten für Tests auf das Coronavirus deutlich auf. Mehr als 1000 zusätzliche Tests pro Tag sollen von kommender Woche an in Laboren des Landesamts für Verbraucherschutz (Laves) in Hannover und Oldenburg durchgeführt werden, wie Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) und Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Mittwoch mitteilten.

369 neue Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 4717 gestiegen. Das sind 369 Fälle mehr als am Dienstag, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch mit Stand 14.00 Uhr mitteilte. Insgesamt seien der Behörde bis 10 Uhr 47 tote Corona-Infizierte gemeldet worden (plus vier im Vergleich zum Vortag). Einen Sprung machte laut Hochrechnung erneut auch die Zahl der genesenen Corona-Patienten: von 568 auf 732.

Finanzielle Hilfen für Studierende in Hamburg

Studierende an Hamburger Hochschulen, die durch die Pandemie nachweislich in eine finanzielle Notlage geraten sind, können ein zinsloses Darlehen von 400 Euro monatlich erhalten. Beantragen können diese Unterstützung deutsche und internationale Studierende von staatlichen und privaten Hochschulen. Der Hilfsfonds wird vom Studierendenwerk Hamburg verwaltet. Nähere Informationen und Anträge können in der nächsten Woche auf der Homepage des Studierendenwerks abgerufen werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Zahlung der Semesterbeiträge für das Sommersemester 2020 bis 15. Juli aufzuschieben.

Kreis Herzogtum Lauenburg ordnet Betretungsverbote für Kliniken an

Das Kreisherzogtum hat am Mittwoch eine neue allgemeinverfügzung erlassen. Danach gilt jetzt ein Betretungsverbot für Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen und stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Ausgenommen sind Personen, die dringend erforderliche Arbeiten in den Häusern erledigen müssen und nicht an einer Atemwegserkrankungen leiden. Besuche sind nur in besonderen Ausnahmefällen zugelassen und auf eine Stunde am Tag begrenzt. Damit wurden die Kontaktverbote weiter verschärft. Bislang hatten die Betreiber der Einrichtungen Sicherheitsvorkehrungen in eigener Verantwortung festgelegt. Mit dem Betretungsverbot werden Verstöße nun unter Strafe gestellt.

Corona-Soforthilfe: Achtung vor Betrügern

Kurz nach dem Start der Online-Anträge auf Gelder aus dem Schutzschirm der Hamburger Corona-Soforthilfe (HCS) gibt es offenbar Versuche Cyber-Krimineller, sich an verzweifelten Unternehmern zu bereichern.

Wie die Handwerkskammer am Mittwoch mitteilte, versprechen Betrüger potenziellen Antragstellern im Internet ein beschleunigtes Auszahlverfahren. Demnach würden in finanzielle Nöte geratene Personen dazu aufgefordert, ihre Daten in ein vermeintliches Soforthilfe-Antragsformular auf einer gefälschten Seite einzutragen.

In einigen Fällen hätten die Täter ihre möglichen Opfer sogar angerufen und sich dabei als Behördenmitarbeiter ausgegeben. Dabei bedienen sich die Anrufer auch einer besonders hinterhältigen Masche: Als angebliche Vermögensberater würden sie gegen Honorar für eine Auszahlung der Fördermittel binnen weniger Stunden sorgen.

Corona-Schutzschirm: Schon 13.000 Anträge in Hamburg

Die Handwerkskammer weist darauf hin, dass die Soforthilfe ausschließlich über die extra dafür eingerichtete Seite www.ifbhh.de der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) beantragt werden kann.

Diese bearbeitet zentral alle Anträge aus Finanzhilfen des Bundes und des Landesprogramms Hamburg. Weitere Infos gibt es über die Corona-Hotline der Handwerkskammer unter 040 35905-302 sowie per E-Mail unter info@hwk-hamburg.de.

Die neue HCS-Antragsseite war am Montag um kurz vor Mitternacht online gegangen. Der Senat rechnet mit rund 100.000 Anträgen und einem Fördervolumen von 300 Millionen Euro allein aus Landesmitteln.

Die Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Antragsteller, die Liquiditätsengpässe durch die Coronakrise mindern sollen und nicht zurückgezahlt werden müssen, können bis Ende Mai beantragt werden.

Die Hamburger Corona-Soforthilfe (HCS) für Unternehmer:

  • Solo-Selbständige: 2.500 € (Hamburg), 9.000 € (Bund), 11.500 € (Gesamt)
  • 1–5 Mitarbeiter: 5.000 € (HH), 9.000 € (Bund), 14.000 € (Gesamt)
  • 6–10 Mitarbeiter: 5.000 € (HH),15.000 € (Bund), 20.000 € (Gesamt)
  • 11–50 Mitarbeiter: 25.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund
  • 51–250 Mitarbeiter: 30.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund

2437 Infektionen in Hamburg – zwei weitere Menschen gestorben

Nachdem Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks noch am Dienstag einen deutlichen Rückgang von Neuinfektionen in Hamburg verkünden konnte, ist die Zahl der in Hamburg mit Covid-19 infizierten Menschen nun wieder gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden wurden 147 Neuinfektionen registriert – ein linearer Anstieg von 6,4 Prozent. Am Dienstag war von 76 neu infizierten Menschen binnen 24 Stunden die Rede.

Am Mittwoch ist damit die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle auf 2437 gestiegen. Zudem sind zwei weitere Bürger wegen des Coronavirus gestorben. Somit haben bislang acht Menschen in der Hansestadt eine Covid-19-Infektion nicht überlebt.

Laut einer Berechnung des des Robert-Koch-Instituts (RKI) geht die Gesundheitsbehörde davon aus, dass inzwischen 860 Hamburger die Krankheit überstanden haben und wieder gesund sind. Somit geht die Behörde von derzeit von rund 1580 erkrankten Menschen in Hamburg aus.

Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 180 Hamburger wegen einer Covid-19-Erkrankung in stationärer Behandlung, davon werden 45 Personen intensivmedizinisch betreut.

Coronavirus in Hamburg: die besten Bilder

„Hinz&Kunzt“ erscheint erstmals wegen der Coronakrise online

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat zwar den Straßenverkauf von „Hinz&Kunzt“ in Hamburg gestoppt – die Blattmacher der Obdachlosenzeitschrift haben aber erstmals in der 26-Jährigen Geschichte eine Online-Ausgabe herausgebracht. „Normalerweise sind die Hinz&Künztler und ihre Printausgabe unzertrennlich“, teilte Chefredakteurin Birgit Müller am Mittwoch mit. „Schließlich ist unser Straßenmagazin nicht nur eine soziale Stimme in der Stadt und nicht nur eine Einnahmequelle für Obdachlose und ehemals Obdachlose – es ist auch der Inbegriff von Kontakt, von gegenseitigem Interesse, von Solidarität.“ Die Redaktion arbeite derzeit auf Hochtouren im Homeoffice. „Wir wollten unbedingt eine Aprilausgabe fertigstellen, auch wenn sie nicht auf die Straße kommt“, berichtete die Chefredakteurin.

Mitte März war der Straßenverkauf eingestellt worden, weil die meisten Verkäufer selbst zur Risikogruppe gehören. Einige von ihnen berichten in der April-Ausgabe, wie sie die Coronazeiten erleben. Wer die Ausgabe lesen will, lädt sie auf der Webseite herunter und wird um eine freiwillige Spende gebeten. Davon soll wie beim Straßenverkauf 1,10 Euro bei „Hinz&Kunzt“ bleiben, um das Magazin weiterhin abzusichern. Jeder Cent darüber fließe in einen Corona-Fonds. Angestrebt werde, im April den 530 Verkäufern jeweils 100 Euro auszahlen. Die Chefredakteurin zeigte sich nach bereits eingegangenen Vorbestellungen und ersten Spenden optimistisch, die Summe zusammenzubekommen. „Die Solidarität ist beglückend.“

UKE-Experten sehen in der Coronakrise keine Gefahr für Psyche

Experten der Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sehen in der Corona-Krise keine größere Gefahr für die Psyche der Menschen. „Das ist eine Umstellung, Unbequemlichkeit für viele, aber keine Extremsituation“, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Jürgen Gallinat, am Mittwoch in Hamburg.

UKE-Experte Jürgen Gallinat über Auswirkungen der Coronakrise
Jürgen Gallinat über die Auswirkungen der Krise

Sein Kollege und Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Prof. Michael Schulte-Markwort, betonte, die große Mehrheit der Kinder, Jugendlichen und Familien bewältigten die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote gut. Beide Experten rieten den Menschen, ihren vor der Corona-Krise gewohnten Tagesablauf beizubehalten und den Tag zu strukturieren.

UKE-Professor Michael Schulte-Markwort zur Coronakrise
Michael Schulte-Markwort zum Umgang mit der Coronakrise

Mehr als 800 an Covid-19 erkrankte Hamburger wieder gesund

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschenscher hat in einer Regierungserklärung das verantwortungsvolle Verhalten der Hamburger in der Coronakrise gelobt. Die Bürger der Stadt hielten sich weitestgehend an die Regeln, so Tschenschter, der von einem "Ausnahmezustand" spricht.

180 Covid-19-Patienten werden laut Bürgermeister derzeit stationär in Krankenhäusern behandelt, 45 müssen auf einer Intensivstation behandelt werden. Eine gute Nachricht in der Krise: Von den mehr als 2000 an Covid-19 erkrankten Bürger sind mehr als 800 Menschen wieder gesund.

Ferner teilte Tschentscher mit, dass inzwischen mit Hilfe des Auswärtigen Amtes in Berlin 120 im Ausland gestrandete Hamburger zurück in die Hansestadt geholt werden konnten.

Die Regierungserklärung von Bürgermeister Tschentscher

Verschiebung des Sommersemesters für Kieler Ministerin denkbar

Auch Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien zieht eine mögliche Verschiebung des Sommersemesters an den Hochschulen ins Kalkül. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Bundesländer zu einem abgestimmten und gemeinsamen Vorgehen in dieser Sache kommen“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Dementsprechend gebe es zurzeit intensive Abstimmungen innerhalb der Kultusministerkonferenz.

Prien reagierte auf das Plädoyer des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, für eine Verschiebung des Sommersemesters. „Wir sollten den Beginn des Sommersemesters nach hinten schieben und deutschlandweit etwas später starten – natürlich nur, wenn der Shutdown bis dahin aufgehoben ist“, sagte Alt dem
„Handelsblatt“. „Danach organisieren wir eine möglichst komplette Vorlesungszeit, die später als üblich endet. Das Wintersemester würde dann ebenfalls etwas zeitversetzt, beispielsweise ab 1. oder 15. November beginnen. So könnten wir im Sommersemester 2021 wieder in den Normalmodus zurückehren.“

Ministerin Prien bekräftigte den Willen zum Konsens: „Wir suchen gemeinsam nach einer Lösung, die den unterschiedlichen Rahmenbedingungen all unserer Hochschulen möglichst gerecht wird und sind mit ihnen darüber im engen Dialog“.

Hamburg hilft Bürgern und zahlt die Miete

Nicht nur Unternehmen müssen in der Coronakrise mit Einbußen klarkommen. Auch viele Hamburger müssen Einkommenseinbußen verkraften und geraten in Not. Mit einem sozialen Schutzpaket können nun Sozialleistungen leichter beantragt und gewährt werden. Sozialsenatorin Melanie Leonhard: „Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die Hamburgerinnen und Hamburger spannen wir einen Schutzschirm auf. Niemand steht vor dem absoluten Nichts. Wenn es nötig wird, helfen wir mit existenzsichernden Leistungen und der Übernahme von Wohnkosten für mindestens sechs Monate aus – und wenn es nötig ist, auch länger. Wir können nicht alle negativen Entwicklungen aufhalten, aber wir sorgen dafür, dass niemand wegen seiner wirtschaftlichen Situation existenzielle Ängste haben muss.“

Weitere Informationen sind unter www.hamburg.de/soziales aufrufbar.

Patienten mit leichteren Beschwerden meiden die Notaufnahme

Die Notaufnahme am Marienkrankenhaus meldet weniger Patienten als üblich. Zwar sei die Zahl echter Notfälle, wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle, gleichbleibend, aber diejenigen mit eher leichteren Beschwerden meiden die Notaufnahme in Corona-Zeiten. Chefarzt Michael Wünning: „Wir bemerken, dass die Zahl der Patienten mit niedrigschwelligen Beschwerden zurückgegangen ist. Keiner möchte sich im Krankenhaus mit Corona infizieren.“ Diese Patienten blieben derzeit eher zu Hause. Was die Zahl der an Covid-19 Erkrankten angeht, sind im Marienkrankenhaus derzeit sieben Patienten unter Beatmung auf der Intensivstation.

Pausieren statt kündigen: HVV bietet neue Abo-Option

Wer in Hamburg wegen der Corona-Krise kaum noch Bus oder Bahn fährt, muss sein Ticketabonnement nicht unbedingt kündigen. Wie der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) mitteilte, können Kunden stattdessen ihr Abo mit sofortiger Wirkung pausieren. Dafür reiche eine kurze Mail oder ein Anruf. Die Aktion ende automatisch zum 1. Juli 2020.

Durch die Folgen der Corona-Pandemie seien die Fahrgastzahlen des HVV um 70 Prozent zurückgegangen. Busse und Bahnen führen aber nahezu unverändert weiter. Damit wolle man nicht nur Menschen in systemrelevanten Berufen den Weg zur Arbeit ermöglichen. Es gehe auch allgemein darum, den Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Virus gerecht zu werden: "Durch das Fahrplanangebot wollen wir dazu beitragen, dass unsere Fahrgäste den Mindestabstand einhalten können", sagte Rainer Vohl, Pressesprecher der HVV, am Mittwoch.

60 Gefangene in Hamburg können auf eine Haftunterbrechung hoffen

Maximal 60 Gefangene in den Hamburger Haftanstalten können auf eine bis zu drei Monate befristete Unterbrechung ihrer Strafe hoffen. Wie die Justizbehörde am Mittwoch mitteilte, wurde diese Möglichkeit geschaffen, um angesichts der gegenwärtigen Corona-Pandemie die Gesundheit von Gefangenen und Bediensteten in den Justizvollzugsanstalten zu schützen. Derzeit gäbe es in Hamburg etwa 1800 Gefangene.

Chancen haben nur Gefangene, die zu einer Freiheitsstrafe von maximal 18 Monaten verurteilt worden sind. Wer wegen eines Gewalt-, Waffen- oder Sexualdeliktes oder wegen Delikten aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität oder gemeingefährlicher Straftaten einsitzt, komme nicht in Frage.

Wie die Justizbehörde weiter mitteilte, führt die Maßnahme nicht zu einem Verzicht auf die Vollstreckung der Reststrafe, sondern lediglich zu einem zeitlichen Aufschub. Schon zuvor war der Haftantritt bei kürzeren Strafen verschoben worden. Ersatzfreiheitsstrafen und Jugendarrest werden derzeit nicht vollzogen.

Durch die Vollstreckungsunterbrechungen können Isolierstationen sowie eine Quarantänestation in der Untersuchungshaftanstalt eingerichtet werden, um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern.

Großer Andrang auf Duschgelegenheit für Obdachlose

Die Öffnung des St.-Pauli-Bads wird von den obdachlosen Menschen in Hamburg gut angenommen: „Wir haben viel zu tun. Viele Menschen sagen, dass sie in den letzten 14 Tagen nicht geduscht haben und kommen mit einem Strahlen wieder heraus“, sagte Dominik Bloh von der Organisation GoBanyo am Mittwoch.

Das wegen der Corona-Pandemie geschlossene Bad war in einer Kooperation der Hamburger Sozialbehörde, GoBanyo, das in der Hansestadt auch einen Duschbus betreibt, und Bäderland Hamburg wieder geöffnet worden, um obdachlosen Menschen die Möglichkeit zur Körperpflege zu geben.

Wie ein Sprecher der Sozialbehörde auf Nachfrage mitteilte, werden die zahlreichen städtischen Angebote für Obdachlose aktuell stark frequentiert. Wichtig seien verlässliche und funktionierende Angebote. Dazu gehören außer einer Waschgelegenheit vor allem die Möglichkeiten der Übernachtung, der medizinischen Versorgung und der Beratung. Private Angebote wie Gabenzäune seien eine nützliche Ergänzung.

Das St.-Pauli-Bad ist bis auf weiteres montags, mittwochs und samstags in der Zeit von 10 Uhr bis 14 Uhr geöffnet. Zur Infektionsverhütung werden die Duschgäste einzeln eingelassen.

Staatsanwaltschaft prüft Quarantäne-Bruch eines Corona-Infizierten

Mit der Verletzung der Quarantänevorschriften durch einen Corona-Infizierten im Kreis Rendsburg-Eckernförde befasst sich jetzt die Staatsanwaltschaft in Kiel. „Wir prüfen das“, sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler. Es bestehe der Verdacht des Verstoßes gegen das Bundesinfektionsschutzgesetz. Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ und das „Flensburger Tageblatt“ berichtet.

Der infizierte Mann war Mitte März aus einem Risikogebiet zurückgekehrt, kam in häusliche Quarantäne und wurde positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Nach Angaben der Kreisverwaltung hatte er die häusliche Quarantäne verlassen und zu mindestens drei Menschen Kontakt. Der Mann habe möglicherweise aber noch mehr Personen getroffen, dies werde derzeit überprüft.

Laut Oberstaatsanwalt Bimler prüft seine Behörde jetzt, ob eine Straftat vorliegt. Es drohten eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren. Bei einem Ersttäter halte er eine Geldstrafe für realistischer, sagte Bimler. „Wir werden solche Fälle nachdrücklich verfolgen.“

Abiturprüfung: Schüler laufen gegen neuen Termin Sturm

Schüler des Gymnasiums Rahlstedt protestieren gegen den Plan der Hamburger Schulbehörde, mit den Abiturprüfungen am 21. April zu beginnen. „Die Verschiebung des Prüfungsbeginns um fünf Tage verkürzt die Zeitspanne, in der alle Prüfungen geschrieben werden sollen, was für viele bedeutet, dass mehrere (bis alle) Prüfungen innerhalb einer Woche geschrieben werden sollen“, heißt es in einer Petition, die auf der Plattform Change.org gestartet wurde und bis Mittwochmittag gut 750-mal unterschrieben wurde.

Schulsenator Ties Rabe hatte am Dienstag verkündet, dass die Abiturprüfungen wegen der Coronapandemie fünf Tage später beginnen als geplant. Zudem beginnt die unterrichtsfreie Zeit bereits in dieser und nicht erst in der kommenden Woche, damit die Abiturienten mehr Zeit zur Vorbereitung haben.

Dies helfe aber nicht, den verlorenen Stoff aufzuholen, da neben den Unterrichtsstunden auch andere Bildungsmöglichkeiten wie Nachhilfelehrer oder Lerngruppen fehlten, argumentieren die Schüler. Sie fordern, die Abiturprüfungen um mindestens zwei Wochen zu verschieben. Zudem protestieren sie auch dagegen, dass auf Zweitkorrekturen der Abiturklausuren verzichtet werde: „Dies war für uns Schüler die einzige Garantie, dass unsere Prüfungen fair bewertet werden.“

Widerstand auch gegen Wegfall von Zweitkorrekturen

Antonia T. hat auf Change.org eine entsprechende Petition an Rabe und Bürgermeister Peter Tschentscher (beide SPD) gestartet. „Die Zweitkorrektur ist dazu da, ausschließlich die Arbeit (und nicht die Persönlichkeit oder das Handeln) des Abiturienten oder der Abiturientin zu bewerten, heißt es in der Petition. „Uns ist bewusst, dass dies für die Lehrerschaft viel Aufwand ist … Dennoch ist es unser Recht auf eine zweite Meinung, um sicher zu sein, dass unsere Abschlussnote gerechtfertigt und fair ist.“ Bis zum Mittwochmittag haben 129 Unterstützer unterschrieben.

Die Schulbehörde hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass die Zweitkorrekturen der rund 27.000 schriftlichen Abiturarbeiten in diesem Jahr nur im Ausnahmefall stattfinden, um den Schulen die Arbeit zu erleichtern. Für die Lehrkräfte sei das eine ganz erhebliche Arbeitsentlastung. „Zudem gewinnen im Gegenzug je nach Terminplan auch einzelne Erstkorrektoren etwas mehr Zeit für die Korrektur“, so die Schulbehörde.

1252 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein – 10 Tote

Die Zahl der in Schleswig-Holstein gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist auf 1252 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um einen aus dem Kreis Stormarn auf zehn, wie die Landesregierung am Mittwoch mitteilte.

Bis Dienstag wurden damit 117 Fälle mehr erfasst als am Tag zuvor. 164 Menschen sind oder waren demnach seit Beginn der Epidemie in klinischer Behandlung und damit 18 mehr als nach der Zählung bis Montag. Derzeit werden 124 Corona-Patienten in Kliniken behandelt.

Braunschweiger bewegt mit Corona-Gedicht auf Youtube

Ein Gedicht des Lyrikers Thorsten Stelzner hat in Zeiten der Corona-Krise virtuelle Kreise gezogen. „Das ist ein Glück, das größte schier, wir leben jetzt, wir leben hier“, rezitiert der Braunschweiger sein zuversichtliches Gedicht „Gute Nacht Deutschland! Schlaf gut! Die Welt schaut zu!“.

Das Gedicht stellte er auf Drängen seines Sohnes auf Youtube ein. „Wenn ich gewusst hätte, dass das Video durch Deutschland rast, hätte ich mir mehr Mühe mit der Aufnahme gemacht“, sagte Stelzner. Aber genau so sei Lyrik, sie komme unerwartet und aus dem Innern. Er habe sogar eine Spendenanfrage erhalten. „Ich bin geflasht, es ist der Hammer.“

Ein Dank in Versen geht auch an Menschen, die helfen und nicht nur ihre Pflicht tun. „Lasst uns demütig und dankbar sein, im besten Sinne menschlich sein.“ Auch Fassungslosigkeit drückt er aus: „Es gibt tatsächlich Menschen hier, die kloppen sich um Klopapier.“

Hamburg bewilligt erste Corona-Soforthilfe-Anträge

Nachdem am Montag um kurz vor Mitternacht das Antragsformular für die Hamburger Corona Soforthilfe (HCS) unter www.ifbhh.de online aufrufbar war, haben sich bis Mittwoch um 8 Uhr knapp 38.000 Antragsteller registriert. Laut der Finanzbehörde sind 23.000 Anträge im System angelegt worden. Davon seien bereits 16.500 fertig übermittelt. In der Spitze habe die Behörde rund 200.000 Aufrufe des Portals pro Stunde verzeichnet.

Mit den ersten Antragsprüfungen und Antragsbewilligungen wurde unmittelbar begonnen, heißt es weiter von der Finanzbehörde und dass in weniger als 24 Stunden nach Start die ersten Bewilligungen ausgesprochen und die Auszahlungen angewiesen wurden.

„Der Start dieser größten finanziellen Soforthilfe in der jüngeren Hamburger Geschichte ist ein Kraftakt. Dass wir gestern Abend schon die ersten Zahlungen anweisen konnten, zeigt dass wir unser Versprechen der schnellen Hilfe halten können" sagen Finanzsenator Andreas Dressel und Wirtschaftssenator Michael Westhagemann. Beide beantworteten am Dienstagabend individuelle Fragen rund um die Corona Soforthilfe auf Twitter.

Hotels in Schleswig-Holstein können jetzt Kredite beantragen

Betriebe des Beherbergungsgewerbes und der Gastronomie in Schleswig-Holstein können von nun an bei ihren Hausbanken Kredite zur Bewältigung der Corona-Krise beantragen. Das hatte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) angekündigt. Alle Sparkassen und Privatbanken sollen Darlehen aus dem Mittelstandssicherungsfonds der Investitionsbank an die besonders hart getroffenen Betriebe ausgeben können. Dafür hatte die Landesregierung vor zwei Wochen ein Hilfspaket mit 500 Millionen Euro geschnürt.

Amal Hamburg und NDR informieren multilingual über Corona

Der NDR erweitert seinen Service in der Coronakrise und bietet den bisher nur auf Deutsch gehaltenen Überblick über Service- und Hilfsangebote nun in fünf weiteren Sprachen an. Ab sofort gibt es den Katalog mit Tipps und Ansprechpartnern zu den wichtigsten Corona-Themen auf der Internetseite ndr.de/hamburg auch auf Polnisch, Türkisch, Englisch, Arabisch und Persisch.

Aktuell hätten etwa ein Drittel aller Hamburgerinnen und Hamburger einen Migrationshintergrund. „Wir halten es für selbstverständlich, dass auch möglichst viele Mitglieder unserer Gesellschaft Zugang zu diesen wichtigen Informationen bekommen“, sagt Sabine Rossbach, Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg.

Auch das Nachrichtenangebot "Amal, Hamburg" veröffentlicht alle Corona-Infos auf Arabisch und Farsi. "Amal, Hamburg" ist ebenso wie "Amal, Berlin" ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule und der Körber-Stiftung, unterstützt von der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem Hamburger Abendblatt, der Schöpflin-Stiftung, Stiftung Mercator, dem Evangelischen Pressedienst in Norddeutschland und der Ecclesia Versicherungsdienst GmbH. Die Journalistinnen und Journalisten von Amal Hamburg arbeiten normalerweise aus der Abendblatt-Redaktion heraus.

Moia und FreeNow bieten Nachtfahrten an

Ab heute, 1. April, bieten der Fahrdienst Moia und Taxis einen besonderen Service an. Im Auftrag der Stadt können nachts Fahrten mit Moia oder einem Taxi zwischen Mitternacht und 6 Uhr kostengünstig in ganz Hamburg erfolgen. Kunden können über die Moia-App den Service buchen. Wer eine HVV-Zeit- oder Einzelkarte oder ein DB City Ticket hat, fährt kostenlos mit. Alle anderen Fahrgäste zahlen vier Euro pro Fahrt.

Das Angebot soll insbesondere für Menschen sein, die beispielsweise zur Nachtschicht ins Krankenhaus müssen. Tagsüber stellt Moia den Dienst hingegen ein.

Neben Moia hat die Stadt Hamburg auch eine Pauschalvereinbarungen mit allen Taxi-Vermittlungszentralen geschlossen, sodass rund 100 Fahrzeuge nachts im Einsatz sind, um das HVV-Angebot zu erweitern. Die Fahrt mit einem Taxi zwischen 0 Uhr und 6 Uhr kostet mit einer HVV-Karte vier Euro und ohne acht Euro.

Alle Fahrzeugekönnen über eine App oder telefonisch gebucht werden:

  • Hansa-Taxi unter Telefon 211 17 244 und der Hansa-Taxi App
  • Taxi Hamburg 6x6 und Autoruf unter Telefon 511 99 11
  • Der Hamburger App-Vermittler Free Now sowie Uber
  • In den Stadtbezirken Taxi Alstertal, Funktaxi Bergedorf, Taxenanruf Blankenese, Funk-Taxi Harburg und Funk-Taxi Wilhelmsburg

Innovativ: Desinfektionsmittel statt Gin

Die Hamburger Spirituosen-Manufaktur "Gin Sul" hat mit Hilfe einer Apotheke aus Wandsbek ihren Betrieb vorübergehend auf die Produktion von Hände-Desinfektionsmittel umgestellt. Statt Spirituosen wird in der Destillerie in Zeiten der Coronakrise Desinfektionsmittel gemischt und abgefüllt. "Das ist für uns eine Bürgerpflicht, jetzt einzuspringen. Wir wollen einen kleinen Teil dazu beitragen, die Versorgungslücke mit Desinfektionsmittel zu schließen“, sagt Stephan Garbe, Geschäftsführer von "Gin Sul".

1000 Liter will Garbe gemeinsam mit Apotheker Holger Gnekow am Mittwoch in den Handel bringen. Der Apotheker besorgte Wasserstoffperoxid und Glycerol, das neben dem Ethanol für die Produktion von Desinfektionsmittel benötigt wird. Außerdem kontrollierte er den Mischvorgang und half beim Abfüllen mit. In seiner Apotheke in Wandsbek will Gnekow die knapp 3000 Fläschen an Praxen, Heime und Pflegedienste verkaufen. "Wir haben eine ganz starke Nachfrage nach Desinfektionsmittel, weil auf dem Markt die herkömmlichen nicht mehr verfügbar sind", sagt der Apotheker.

Die Pandemie trifft "Gin Sul" so wie andere Unternehmen hart. "Uns hat die Coronakrise total kalt erwischt, uns ist das ganze Geschäft weggebrochen“, sagt Garbe. Großabnehmer wie Restaurants und Bars hätten ihre Bestellungen ausgesetzt. Die Krise wolle man jetzt für etwas Gutes und Sinnvolles nutzen, dabei gehe es Garber und Gnekow weniger ums Geschäft.

Seit mehreren Wochen produzieren laut Gnekow sehr viele Apotheken in Deutschland ihr eigenes Desinfektionsmittel - in kleinen Laboren oder im großen Stil. Dass Apotheken dazu überhaupt berechtigt sind, regelt eine entsprechende Allgemeinverfügung des Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin von Anfang März. Die Rezeptur für das Desinfektionsmittel komme von der Weltgesundheitsorganisation.

Gnekow hofft, dass sich die Versorgungslage bald verbessere und große Firmen aus der Chemie und Pharmazie vermehrt auf die Produktion von Desinfektionsmittel umstellten. "Bis dahin sind phantasiereiche Lösungen und Apotheken gefragt - und dass man pragmatisch an die Sache rangeht", so Gnekow.

Über ein Dutzend Infizierte in Hamburger Pflegeheim

In dem Pflegeheim "Alsterdomizil" in Wellingsbüttel sind mehrere Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Dienstag gegen 17.15 Uhr rückte daher die Feuerwehr auf Geheiß des Gesundheitsamts mit zehn Einsatzkräften und einem Arzt zu der Seniorenresidenz aus.

Da bei den Betroffenen, die zuvor über Unwohlsein geklagt hatten, jeweils lediglich leichtere Symptome festgestellt wurden, konnten die Patienten im "Alsterdomizil" bleiben. Dort befinden sie sich in Einzelzimmern unter Quarantäne. Dennis Krämer, Sprecher der Gesundheitsbehörde, sprach gegenüber dem Abendblatt von einer "Vorsichtsmaßnahme".

Um wieviele Fälle es sich genau handelt, konnte die Gesundheitsbehörde am Mittwochmorgen noch nicht sagen. "Es werden über ein Dutzend sein", sagte Feuerwehrsprecher Martin Schneider dem NDR. "Das Pflegeheim und das Gesundheitsamt sind weiter im Austausch", sagte Krämer. Vor Ort würden nun weitere Maßnahmen geprüft.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hatte am Dienstag von stadtweit 17 pflegebedürftigen und mit Covid-19 infizierten Seniorinnen gesprochen. Elf von ihnen lebten in ein- und derselben Einrichtung.

Gestern hatte der Senat eine verschärfte Allgemeinverfügung erlassen, über die ein allgemeines Besuchsverbot in Pflege- und Behinderteneinrichtungen bis zum ausgesprochen wurde. Diese Regelung gilt bis einschließlich 30. April.

Prüfer-Storcks: Neue Allgemeinverfügung für Altenheime

In einem Pflegeheim in Tornesch ist die Lage deutlich angespannter: Nach zwei Todesfällen wurden bislang acht weitere Bewohner und sieben Pflegekräfte positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

Vitamin B3 und Kieselerde gegen Covid-19?

Mit einer bundesweiten Studie will das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) untersuchen, wie der Verlauf von Covid-19 über die Ernährung verbessert werden kann. Hintergrund des Forschungsprojektes sei der begründete Verdacht, dass Mangelernährung ein wesentlicher Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf der Covid-19-Erkrankung ist, gab das Klinikum an. Die Studie starte sofort. In ganz Deutschland sollen rund 1300 ambulante Patienten mit Sars-CoV-2-Infektion einbezogen werden, die leichte bis mittelschwere Symptome aufweisen.

Bei der Studie gehe es um die Wirksamkeit einer molekularen Ernährungsintervention bei Patienten mit einer frühen Covid-19-Erkrankung. Ziel sei es, milde Erkrankungen zu stabilisieren und die Zahl schwerer Verläufe, die eine Sauerstofftherapie im Krankenhaus nötig machen, zu reduzieren. Dazu solle gezielt der Ernährungsstatus der Patienten optimiert werden.

Der Direktor der Klinik für Innere Medizin I, Prof. Stefan Schreiber, habe zusammen mit Kollegen bereits 2012 in einer im Fachblatt "Nature" veröffentlichten Arbeit gezeigt, dass der negative Einfluss einer Mangelernährung auf das Immunsystem insbesondere auf eine einzelne Aminosäure zurückzuführen sei. In Folgestudien sei festgestellt worden, dass molekulare Ernährungsinterventionen im Tiermodell eine reparierende Wirkung für die Immunfunktion haben und ihnen eine wesentliche antientzündliche Wirkung zukommt.

Für die Studie sollen täglich über vier Wochen zwei ernährungsrelevante Interventionen angeboten werden, erläuterte das Klinikum. Die Hälfte der Patienten werde 1000 Milligramm Vitamin B3 bekommen, die andere Hälfte das Heilmittel Kieselerde.

Informationen zum Coronavirus:

Der Corona-Newsblog für Hamburg vom Dienstag (31.03.)