Newsblog für Norddeutschland

Coronakrise: Erste Anträge auf Soforthilfe bewilligt

Französische Patienten in Hamburg gelandet. Corona-Testzentrum in Bergedorf kommt. Wo die meisten Coronafälle leben. Der Newsblog.

Hamburg. Das Hamburger Soforthilfe-Programm (HCS) für von der Coronakrise betroffene Solo-Selbständige, mittelständische Unternehmen und gemeinnützige Vereine ist angelaufen, bis zum Nachmittag wurden schon 18.000 Anträge gestellt. Am Dienstag hat die Stadt außerdem eine erweitere Allgemeinverfügung bekanntgegeben. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bereitete die Bürger darüber hinaus auf eine Verlängerung des Kontaktverbots vor.

Coronavirus in Hamburg: Alle Entwicklungen hier im Newsblog:

Hamburg hat erste Soforthilfe-Anträge bereits bewilligt

Bereits am Nachmittag hat sich das riesige Interesse an den Hilfen aus dem Hamburger Corona-Schutzschirm abgezeichnet, und der Andrang scheint ungebrochen. Am Abend meldete die Wirtschaftsbehörde, dass die ersten Anträge auf Soforthilfe bereits bewilligt seien, Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) zeigte sich zufrieden mit der Stabilität der Webseite: Bis zu 16.000 Menschen hätten in der Spitze gleichzeitig auf die Antragsseite der IFB Hamburg zugegriffen, bis zu 200.000 Aufrufe in der Stunde waren gemessen worden.

Corona-Testzentrum in Bergedorf kommt doch

Hamburg soll nun doch ein erstes dezentrales Testzentrum bekommen – wie ursprünglich geplant in Bergedorf.

„Wir werden Bergedorf als Test laufen lassen“, kündigte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks an. Einem internen „Lagebild“ des Coronakrisenstabs vom vergangenen Freitag zufolge hatte das Bergedorfer Testzentrum – betrieben als Gemeinschaftsprojekt der Bergedorfer Ärzte, des Bethesda-Krankenhauses, des Bezirksamts Bergedorf sowie eines Projektentwicklers, der kostenlos Räume zur Verfügung stellen wollte – bereits am gestrigen Dienstagnachmittag in Betrieb gehen sollen.

Doch das Vorhaben war vorerst gestoppt worden. Es habe noch einige Fragen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu klären gegeben, sagte Prüfer-Storcks dazu. So müsse das Testzentrum eine Erlaubnis als Nebenerwerbsstätte der dort tätigen Ärzte haben, sonst könnten diese ihre Leistungen nicht abrechnen. Sie habe sich nicht umentschieden, wehrte Prüfer-Storcks Kritik im Hinblick auf ihre Haltung zu den Testzentren ab. Die Initiative für das Testzentrum gehe von den Ärzten aus, erklärte sie, betonte aber auch: „Wir finden das gut, wir unterstützen das – es muss nur funktionieren. Gut, dass wir noch einige Tage gewartet haben.“

Noch gibt es aber weiterhin Details zu klären. Nach Abendblatt-Informationen ist vorgesehen, dass auch Nicht-Bergedorfer das Testzen­trum nutzen können – jedoch voraussichtlich nur, wenn sie klare Symptome einer Coronainfektion zeigen und entweder von ihrem Hausarzt oder den Mitarbeitern der 116 117 eine entsprechende Überweisung erhalten haben. Ursprünglich hatte die Gesundheitssenatorin angekündigt, es sollten sieben dezentrale Testzentren – eins in jedem Bezirk – geschaffen werden. Das sei aktuell nicht mehr nötig. Prüfer-Storcks kündigte aber an: „Wir halten die Konzepte für die Teststationen bereit und können sie jederzeit umsetzen, falls es nötig werden sollte.“

UKSH nimmt französische Patienten auf

Die sechs schwerkranken Corona-Patienten, die am Nachmittag mit einer französischen Militärmaschine am Flughafen Hamburg eintrafen, wurden ins Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) nach Kiel und Lübeck verlegt. Das sagte ein Sprecher dem Abendblatt. Die Patienten müssen beatmet werden. Bei Asklepios in Hamburg wartet man auf weitere italienische Patienten.

„Das UKSH folgt dem Aufruf des schleswig-holsteinischen Gesundheitsministers Heiner Garg und unterstützt das Nachbarland Frankreich mit der Aufnahme von sechs Intensivpatienten“, so das UKSH. „Gegenseitige Unterstützung erfüllt gerade jetzt die Idee von Europa: Helfen ist ein Gebot der Menschlichkeit, Patienten aus den Ländern aufzunehmen, die über keine Kapazitäten zur Versorgung mehr verfügen“, sagte Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH und Bruder von Hamburgs Ex-Bürgermeister Olaf Scholz. Der französische Generalkonsul in Hamburg, Laurent Toulouse, bedankte sich in einer Grußbotschaft beim UKSH.

32.000 Registrierungen für Mittel aus der Corona-Soforthilfe

Das in der Nacht zum Dienstag gestartete Antragsprogramm für Mittel aus der Hamburger Corona Soforthilfe für Selbstständige und Unternehmen hat mit leichter Verspätung begonnen – so habe ein Sicherheitsleck beseitigt werden und ein umfassendes System aufgebaut werden müssen, das Bundes- und Landeshilfen verbinde.

Das Interesse an der Unterstützung ist aber riesig: In den ersten 45 Minuten waren schon die ersten 120 Anträge auf der Seite der Hamburgischen Investitions- und Förderbank gestellt worden. Bis zum späten Nachmittag haben sich 32.000 Hilfesuchende bei dem neuen Online-Portal registriert, hieß es aus der Wirtschaftsbehörde. 18.000 Anträge seien eingegangen. Insgesamt rechnet der Senat mit 100.000 Anträgen und mit einem Fördervolumen von 300 Millionen Euro allein aus Landesmitteln. Dazu kommen Mittel des Bundes. Die Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Antragsteller, die Liquiditätsengpässe durch die Coronakrise mindern sollen und nicht zurückgezahlt werden müssen, können bis Ende Mai beantragt werden.

Die Resonanz sei positiv, hieß es aus der Wirtschaftsbehörde. Anders als in anderen Bundesländern muss in Hamburg nur ein Online-Formular ausgefüllt werden. „Das war schnell gemacht“, sagte ein Antragsteller dem Abendblatt. Schwierigkeiten habe es nur bei einer betrieblichen Steuer-ID gegeben, die im Alltag nicht gebräuchlich und daher vielen unbekannt sei. „Es gibt Dinge, bei denen wir in den kommenden Tagen nachsteuern werden, die Verbesserungen werden laufend in das System eingespeist“, sagte Finanzsenator Andreas Dressel. Das Problem mit der Steuer-ID soll bereits geklärt sein.

Die Stadt rechnet mit den ersten Auszahlungen noch in dieser Woche.

Pflegeheim in Wellingsbüttel besonders von Corona betroffen

Am Dienstag hat Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) eine neue Allgemeinverfügung für Alten- und Pflegeheime vorgestellt, die schärfere Hygiene- und Kontaktregeln vorsieht. Dabei verwies sie auch auf ein Pflegeheim, in dem elf Covid-19-Fälle bekannt geworden seien. Es soll sich dabei um das Pflegeheim "Alsterdomizil" in Wellingsbüttel handeln. Entsprechende Angaben der "Hamburger Morgenpost" sind nach Abendblatt-Informationen zutreffend. In einem Pflegeheim in Tornesch ist die Lage deutlich angespannter: Nach zwei Todesfällen wurden bislang acht weitere Bewohner und sieben Pflegekräfte positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

Corona-Pandemie: Bürovermietung bricht in Hamburg ein

Die Corona-Pandemie erreicht nun auch den gewerblichen Immobilienmarkt. Die Neuvermietungen bei Büros gingen in der Hansestadt im ersten Quartal um 30 Prozent zurück, berichtet Grossmann & Berger. So erreichte der Flächenumsatz lediglich 95.000 Quadratmeter. Großvermietungen mit mehr als 10.000 Quadratmeter blieben aus. Die größte Anmietung im ersten Quartal war ein Mietvertrag über 5800 Quadratmeter der MSH Medical School Hamburg in der HafenCity an der Kehrwiederspitze.

Grossmann & Berger erwartet, dass verzögerte Anmietungsentscheidungen die Marktdynamik erheblich verlangsamen und sich entsprechend negativ auf den Jahresflächenumsatz in Hamburg auswirken. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 545.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet worden. Die Makler hoffen auf eine Belebung des Geschäfts zum Jahresende.

Bei den Büromieten zeichnet sich noch keine Korrektur ab Die Durchschnittsmiete stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,3 Prozent auf 17,70 Euro (kalt). Für Spitzenbüros müssen 30 Euro je Quadratmeter bezahlt werden, was einen Anstieg zum Vorjahr von 7,1 Prozent entspricht. „Das Flächenangebot in Hamburg wird sich als Folge der Corona-Krise spürbar erhöhen“, sagt Andreas Rehberg, Geschäftsführer von Grossmann & Berger. „Nutzer werden insbesondere bei Untermietflächen künftig mehr Optionen haben.“ Rehberg rechnet mit einer Stagnation bei den Mieten, während gleichzeitig bei Neuanmietungen wieder mehr Anreize wie mietfreie Zeiten geboten werden.

Herzpatienten: Keine Termine absagen!

Die Herzärzte in Hamburg fordern ihre Patienten auf, ihre Termine wahrzunehmen. Andernfalls könne eine Infektion mit dem Coronavirus schlimme Folgen haben. Dr. Behrus Subin, Hamburger Vorsitzender des Bundesverbandes niedergelassener Kardiologen, sagte: „Es ist mittlerweile weitgehend bekannt , dass die Patienten mit kardialen Vorerkrankungen und Risiken bei einer Coronainfektion in besonderem Maße gefährdet sind.“

Wer einen Schrittmacher trage oder an Herzgefäßen oder -klappen erkrankt sei, habe ein großes Risiko. „Ein versäumter Termin kann ein deutlich höheres Risiko darstellen als das mit dem Praxisbesuch theoretisch verbundene Coronainfektionsrisiko.“ Nur wer grippale Symptome habe, solle zu Hause bleiben und mit seinem Kardiologen telefonieren.

Neue Zahlen: Wo die meisten Infizierten in Hamburg leben

Der Anteil der Corona-Infizierten ist in den sieben Hamburger Bezirken weiterhin extrem unterschiedlich. Während in Harburg, wo bislang 98 Personen positiv getestet wurden (Stand Montag), nur 59 Infizierte auf 100.000 Einwohner kommen, sind es im Bezirk Eimsbüttel (420 Infizierte) 158 – also fast dreimal so viele.

Auch in Altona (389 Infizierte / 142 pro 100.000 Einwohner) und Hamburg-Nord (438 / 140) gibt es deutlich erhöhte Infizierten-Raten. Der Bezirk Wandsbek kommt zwar mit 513 positiv Getesteten auf die höchste absolute Zahl. Aber da er auch mit Abstand am meisten Einwohner hat, nämlich 438.000, liegt der Anteil pro 100.000 Einwohner nur bei 117 – etwas unter dem Hamburger Schnitt. Wie Harburg weisen auch Bergedorf (93 Infizierte / 72 pro 100.000 Einwohner) und Hamburg-Mitte (263 / 87) auffallend niedrige Werte auf.

Eine belastbare Erklärung gibt es dafür zwar nicht, aber zwei Gründe liegen auf der Hand: Offensichtlich waren aus den vergleichsweise wohlhabenden Stadtteilen im Altonaer Westen, im Eimsbüttler Kerngebiet und aus dem Norden deutlich mehr Menschen Anfang März im Skiurlaub in den Alpen – und haben sich dort angesteckt. Zweitens sind vor allem Harburg und Bergedorf deutlich dünner besiedelt als Eimsbüttel und Hamburg-Nord – was natürlich die Ansteckungsgefahr verringert.

Notprogramm für Blinde und Sehbehinderte

Der Hamburger Blinden- und Sehbehindertenverein (BSVH) hat wegen der aktuellen Corona-Pandemie ein Notprogramm für seine Mitglieder gestartet. „Es ist uns sehr wichtig, blinde und sehbehinderte Menschen in diesen Zeiten so gut es geht mit Hilfeleistungen zu unterstützen“, sagte BSVH-Geschäftsführer Heiko Kunert am Dienstag.

Trotz geschlossener Geschäftsstelle wollen die Berater des Vereins per Telefon und E-Mail weiter zur Verfügung stehen und Hilfen bei der Bewältigung des Alltags leisten. BSVH-Psychologin Christiane Rupp: „Für Menschen, die sich aufgrund ihrer Seheinschränkung sowieso schon von der Gesellschaft abgeschirmt fühlen, ist diese Situation psychisch besonders belastend.“

In Hamburg leben nach Angaben des BSVH etwa 2300 blinde und mehr als 40 000 sehbehinderte Menschen. Ihnen sei es derzeit nur eingeschränkt möglich, ihren gewohnten Strukturen nachzugehen, sagte Rupp: „Sie verlieren ihren Halt.“

Polizei bittet: keine Corona-Aprilscherze

Die Polizei Schleswig-Holstein bittet darum, beim Thema Aprilscherze das Thema Corona außen vor zu lassen: Corona-Fakenews würden die ohnehin angespannte Lage nur noch weiter erschweren.

Hamburg Airport: Eurowings stellt Corona-Flugplan vor

Am Hamburger Flughafen ist das Angebot in der Coronakrise sehr eingeschränkt. Für Mittwoch standen je zwölf Abflüge und Ankünfte auf dem Plan. Eurowings teilte nun mit, die Grundversorgung in Deutschland sichern zu wollen. Etwa zehn Prozent der normalen Kapazität werde geflogen. Von Fuhlsbüttel aus gehe es nun je bis zu neunmal wöchentlich nach Düsseldorf und Stuttgart und bis zu sechsmal in der Woche nach Köln/Bonn.

Das Flugprogramm gelte bis auf Weiteres, sagte ein Sprecher dem Abendblatt. Wahrscheinlich mindestens bis in den Mai hinein. Ab und an könnten noch Rückführungsflüge für Touristen aus dem Ausland hinzukommen. Ursprünglich wollte die Lufthansa-Billigtochter in diesem Sommer bis zu 50 Direktziele ab Hamburg anbieten. Wegen der Pandemie, der daraus entstehenden Reisebeschränkungen und Buchungsrückgängen ist ein Großteil der Eurowings-Flotte an mehreren deutschen Flughäfen geparkt. Am Helmut-Schmidt-Flughafen stehen acht Maschinen der Airline.

Bäderland St. Pauli öffnet Duschen für Obdachlose

Obdachlose können ab Mittwoch im Bäderland St. Pauli kostenfrei duschen. Montags, mittwochs und sonnabends öffnet das Bad in der Zeit von 10 bis 14 Uhr dafür seine Türen, wie die Sozialbehörde mitteilte.

Um Ansteckungen zu verhindern, werden Duschgäste nur einzeln eingelassen. Das Angebot ist in Zusammenarbeit von Sozialbehörde, der gemeinnützigen Organisation GoBanyo, die einen Duschbus betreibt, und Bäderland Hamburg entstanden.

„Wir hoffen, dass wir mit diesem Beitrag die Sorgen und Nöte einiger von dieser Krisensituation besonders betroffenen Menschen in Hamburg lindern können", sagt Bäderland-Geschäftsführer Dirk Schumaier. Auch in den Unterkünften und Notübernachtungsstätten sollen obdachlose Menschen jedoch weiterhin Gelegenheit haben, sich zu waschen und zu duschen.

Hamburger Hafen beruhigt: Es gibt keine Klopapiernot

Seit Wochen horten viele Bundesbürger Toilettenpapier. Der Hamburger Hafen hat nun klargestellt: Die Versorgung sei gesichert. „Deutschland leidet nicht unter Klopapiernot. Der Hafen, Produzenten, Lieferanten und Händler können die kurzzeitig gestiegene Nachfrage stillen.“ Der Hafen sei spezialisiert auf den Umschlag von Papier und Papierprodukten.

Jährlich würden rund acht Millionen Tonnen Pappe, Papier und Papierprodukte im Hafen umgeschlagen, davon etwa 2,5 Millionen Tonnen im Import. Im vergangenen Jahr habe jeder Deutsche im Schnitt Klopapier im Wert von exakt 20,22 Euro gekauft.

Paracetamol derzeit knapp in Hamburg

Nicht nur dringend benötigte Schutzausrüstung speziell für das medizinische Fachpersonal, auch Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol sind in Hamburg derzeit knapp. Der Grund sei die drastisch gestiegene Nachfrage.

Tschentscher: Kontaktverbot in Hamburg verlängern

„Wir werden das Kontaktverbot voraussichtlich um zwei Wochen verlängern“, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Mittag in der Landespressekonferenz.. Sonst erwartet er vorerst keine neuen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Tschentscher geht davon aus, dass bei der Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Ministerpräsidenten am Mittwoch die Dauer der Maßnahmen auf bis nach Ostern festgelegt werden soll.

Bürgermeister kündigt Verlängerung des Kontaktverbots an

"Ich erwarte morgen keine besonders weitergehenden Maßnahmen, aber ich erwarte auch nicht, dass wir jetzt etwas lockern“, sagte Tschentscher am Dienstag im Hamburger Rathaus. Er betonte, es sei wichtig, jetzt nicht das Erreichte aufs Spiel zu setzen. "Wir sind nach wie vor in einer ernsten Situation."

Daher halte er auch ein Vorgehen wie in Schweden, wo ein Großteil des normalen öffentlichen Lebens weiter aufrechterhalten wird, in Hamburg und Deutschland derzeit für undenkbar. Das Stand heute bis zum 5. April ausgesprochene Kontaktverbot werde voraussichtlich verlängert. "Es können sich alle drauf einstellen, dass wir daran festhalten müssen.“ Eine Mundschutzpflicht sei für Hamburg derzeit hingegen kein Thema.

Neue Allgemeinverfügung für Altenheime

Um die Risikogruppe älterer und behinderter Menschen noch mehr zu schützen, hat Hamburg die bestehende Allgemeinverfügung für den Besuch in entsprechenden Einrichtungen noch einmal verschärft.

Ab heute gilt bis einschließlich 30. April in Pflege- und Behindertenheimen demnach ein vollständiges Besuchsverbot. Eine Ausnahme bildet die Sterbebegleitung. Bis zuletzt war in den Einrichtungen jeweils maximal ein Besucher täglich für eine Stunde zugelassen.

Der Corona-Newsblog für Hamburg vom Montag (30.03.)

Wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) mitteilte, sollen auch die Kontakte der Bewohner zu Pflegern auf das Notwendigste reduziert werden. Es gelte nun eine "absolute Beziehungspflege". Auch die Pfleger selbst müssten untereinander auf Abstand gehen. Bei den Senioren müsste außerdem täglich die Temperatur gemessen werden.

Prüfer-Storcks: Neue Allgemeinverfügung für Altenheime

Die Ausstattung der Pflegeheime mit Schutzkleidung: Pflegeeinrichtungen stehe laut Prüfer-Storcks "ganz oben auf der Liste". Daher habe der Senat nun noch einmal 50.000 FFP-2-Masken zur Weiterverteilung herausgegeben.

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Unter Hamburgs pflegebedürftigen Menschen gebe es derzeit 17 positive Covid-19-Fälle, von denen elf in einer Einrichtung leben. Die anderen verteilten sich auf fünf weitere Heime.

In Hamburg leben derzeit rund 450.000 Menschen im Alter von über 60 Jahren. 50.000 von ihnen seien pflegebedürftig, sagte Prüfer-Storcks. "Ältere Menschen sollen ihre sozialen Kontakte auf das Nötigste reduzieren", mahnte die Gesundheitssenatorin, die sich gleichwohl der damit verbundenen Probleme bewusst ist: ."Das bringt natürlich eine schwierige Situation mit sich. Wer erledigt die Einkäufe, wer begleitet zum Arzt?“

Daher sei nun unter dem Titel "Hamburg hilft Senioren" ein weiteres Corona-Hilfe-Telefon eingerichtet worden. Außerdem werde eine neue Kampagne plakatiert - unter dem Motto "Oma und Opa sind mit Abstand die Besten!“

Neu-Infektionen in Hamburg "stabil"

In Hamburg wurden in den vergangenen 24 Stunden deutlich weniger Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert als zuvor. Zuletzt seien lediglich 76 zusätzlich Fälle gemeldet worden, sagte Prüfer-Storcks in der Landespressekonferenz im Rathaus. Damit stehe Hamburg nun bei 2290 positiv auf Covid-19 getesteten Menschen.

Die Gesundheitssenatorin sprach von einer "überraschenden Nachricht" und habe sich dreimal versichert, dass es sich nicht um einen Computerfehler handle, doch die Fachleute hätten ihr versichert, dass die Daten valide seien.

Derzeit befänden sich 174 Hamburgerinnen und Hamburger in stationärer Behandlung, davon 40 auf einer Intensivstation.

"Das kann eine Momentaufnahme sein, aber wir hatten auch in den vergangenen Tagen eine relativ stabile Lage", so Prüfer-Storcks.

Der Rückgang der Neuinfektionen könne eigentlich noch nicht eine Auswirkung des strengen Kontaktverbots sein, das erst vor zehn Tagen angeordnet wurde. Vielleicht zeigten auch die vorherigen Maßnahmen Wirkung oder der Effekt der vielen Urlaubsrückkehrer aus den Risikogebieten ebbe ab.

"Wenn sich bestätigt, dass wir nicht in einen exponentiellen Anstieg kommen, wäre das sehr gut – das war unser Ziel“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Von einer Trendwende wollten weder er noch seine Gesundheitssenatorin sprechen. "Das wäre voreilig", sagte Prüfer-Storcks. "Es gibt uns aber die Zeit, die wir brauchen, um in den Krankenhäusern weitere Kapazitäten aufzubauen", ergänzte Tschentscher.

Hochrechnungen nach einem Modell des Robert-Koch-Instituts zufolge gebe es in Hamburg 750 Genesene, die aller Wahrscheinlichkeit immun gegen das Coronavirus seien.

Hamburgs Corona-Zahlen (Stand 31. März)

Hamburg und KV verzichten auf Testzentren

Hamburg wird auf Testzentren verzichten. Zu diesem Entschluss kam die Gesundheitsbehörde nach Rücksprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Diese halte laut Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks momentan "keine zusätzlichen Angebote" zum bestehenden Arztruf 116 117 für nötig.

"Das ist das überlegene System", sagte Prüfer-Storcks. Derzeit gingen beim dem Arztruf täglich rund 2500 Anrufe ein. Getestet werde in Hamburg rund 3500-mal. Davon fielen 20 Prozent positiv aus.

"Wir testen in Hamburg im bundesweiten Vergleich überproportional", sagte Prüfer-Storcks. Das Testzentrum in Bergedorf solle als Pilotprojekt gleichwohl vorerst weiterlaufen.

Corona-Infizierter begeht Quarantäne-Bruch

Ein Corona-Infizierter in Schleswig-Holstein hat nach Angaben der Behörden die häusliche Quarantäne verlassen und zu mindestens zehn Menschen Kontakt gehabt. Das sagte eine Sprecherin des Kreises Rendsburg-Eckernförde am Dienstag. Ob der Mann möglicherweise noch mehr Personen getroffen habe, werde derzeit überprüft. Zuvor hatten andere Medien über den Fall berichtet.

Der Mann war Mitte März aus einem Risikogebiet zurückgekehrt, er kam in häusliche Quarantäne. Er wurde positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Der Infizierte sei weiterhin in häuslicher Quarantäne, hieß es.

Der Quarantäne-Bruch fiel auf, als die Behörden die Kontakte eines anderen Infizierten nachverfolgten, um die Infektionskette zu unterbrechen. Dabei wurde festgestellt, dass der Quarantäne-Brecher Kontakt zu dem anderen Corona-Positiven hatte.

Dem Mann droht mindestens ein Bußgeld, möglicherweise auch eine Strafanzeige, sollten weitere Verstöße bekannt werden, sagte die Sprecherin des Kreises.

Großer Andrang bei Drive-In-Teststation

Die Praxis Elbpneumologie in Altona bietet seit heute Hamburgern, die vermuten, an Covid-19 erkrankt zu sein, eine Fieberambulanz sowie eine Drive-In-Abstrichstation an. Das Angebot ist eine Eigeninitiative der ambulant tätigen Lungenärzte in der Praxis an der Mörkenstraße 47 in Altona-Altstadt.

"Wir haben heute schon 25 bis 30 Tests gemacht", sagte Dr. Jennifer Engel, die in der Praxis arbeitet und zusammen mit einer Helferin die Untersuchungen durchführt. Vorher müssen sich die Patienten per E-Mail unter corona@elbpneumologie.de mit der Praxis in Verbindung setzen und ihre Beschwerden schildern.

"Wir schauen dann, ob ein Test sinnvoll ist und vergeben dann gegebenenfalls einen Termin für die Testung“, sagt Jennifer Engel. Untersucht werden nur Patienten, die Symptome haben. Das seien in den meisten Fällen Fieber und Halsschmerzen, sagt Engel.

Die Abstriche werden nur vormittags vorgenommen. Fußgänger werden in einem Zelt, Autofahrer in einer Drive-In-Station versorgt. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden liegt das Ergebnis vor und wird dann dem Patienten telefonisch mitgeteilt. Ist der Test positiv, wird auch das Gesundheitsamt informiert.

Coronavirus: Auch Lehrer über 60 müssen zurück

Stand heute soll in Hamburg am 20. April der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Doch was geschieht dann eigentlich mit den Lehrinnen und Lehrern, die über 60 Jahre alt sind und somit der Corona-Risikogruppe angehören?

"Aus rein schulischer Sicht können natürlich alle Lehrkräfte, die gesund sind, auch wieder in den Dienst zurückkehren", heißt es dazu auf Abendblatt-Anfrage aus der Gesundheitsbehörde. "Rein präventiv müssten die Schulbehörde sonst aus allen möglichen Ansteckungsgründen (auch Influenza) ältere Lehrkräfte vom Dienst ausschließen", sagt Sprecherin Jesica Kratt. "Das geht natürlich nicht".

Beim Abendblatt hatten sich besorgte Lehrer gemeldet und auf das Problem älterer Kollegen aufmerksam gemacht. "Aus gesundheitspolitischen Gründen dürfte diese Lehrergruppe eigentlich vorerst nicht in der Schule unterrichten", schrieb ein Leser: "Die Folge wäre, eine sehr große Zahl an Vertretungsstunden - zu leisten von den Kolleginnen und Kollegen, die dann in der Schule sind."

Die Gesundheitsbehörde verweist nun auf die Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes sowie die Allgemeinverfügung vom 13. März, die für die gesamte Lehrerschaft im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz gelte.

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Zu beachten seien dabei unter anderem der gebotene Mindestabstand von anderthalb Metern, eine "umfassende Information" der Schul-Mitarbeiter und der Schülerschaft über die aktuellen Hygienevorgaben sowie die Instandhaltung vorhandener Lüftungsanlagen.

Im Einzelpersonenfall müsse ärztlich geklärt werden, ob bei Lehrern eine Vorerkrankung oder Immunschwäche vorliege. Auf dieser Basis solle dann entschieden werden, ob eine Rückkehr in den schulischen Unterricht empfohlen wird.

Vorgaben an die Schulen für die Wiederaufnahme des Unterrichtbetriebs:

  • Umsetzung der Vorgaben zu Abstandsregeln (1.5 -2 Meter).
  • Umfassende Information der Beschäftigten und Schülerschaft über die aktuellen Hygienevorgaben.
  • Beachtung guter Händehygiene sowie Husten- und Nieshygiene in der Schule.
  • Nur gesunde Beschäftigte bzw. Schüler kommen zur Schule.
  • Ausreichende Reinigung und Hygiene in der Schule unter Berücksichtigung der Infektionswege.
  • Ausreichende Lüftungsmöglichkeiten werden durchgeführt.
  • Wartung und Instandhaltung vorhandener Lüftungsanlagen.

Sexshop als Supermarkt: Das sagt Pliquett

Wie berichtet, bietet Ex-St.-Pauli-Spieler Benedikt Pliquett in seinem Sexshop auf der Reeperbahn seit Sonnabend auch Supermarktware an – neben Drogerieartikeln wie Gleitgel, Kondomen und Desinfektionsmitteln sowie Sexspielzeug finden Kunden in den Regalen der "Hustler Darkside Boutique“ nun auch Schreibwaren, Süßigkeiten, Waschmittel und sogar Mundschutzmasken.

Da Supermärkte in der Coronakrise nicht schließen müssen, könnte man annehmen, dass der Ex-Torhüter auf diese Weise die Allgemeinverfügung umgeht. Das wäre laut Bezirksamt Mitte und der Gesundheitsbehörde nicht ganz rechtens.

"Es ist nicht möglich, jetzt den gewöhnlichen Betrieb mit einem verbotenen Geschäftszweck (Sexshop) erstmal additiv mit Verkauf von Lebensmitteln oder Haushaltswaren anzureichern als Neben-Sortiment", so eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde.

Laut Pliquett ist im Vorfeld jedoch alles mit den Behörden geklärt worden: Er verfüge über einen Gewerbeschein, wie ihn auch ein "Penny" besitzt, sagte er dem Abendblatt. Den Laden hätte er demnach nie schließen müssen. Auch die derzeitigen Vorgaben der Behörden zum Infektionsschutz würden eingehalten. So wurde beispielsweise an der Kasse ein Spritzschutz angebracht. Der Erhalt von Arbeitsplätzen sei der Hauptgrund für die "Wiedereröffnung" als Supermarkt, so Pliquett.

Hamburg bei Infektionen bundesweit führend

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 120,3 bundesweit noch immer die meisten Covid-19-Infektionen. Im Bundesschnitt waren es bis Dienstagvormittag 75,3.

In ganz Deutschland sind bis dahin 62.608 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Schleswig-Holstein: Zahl der Corona-Toten steigt

Die Zahl der Corona-Toten in Schleswig-Holstein hat sich um zwei auf neun erhöht. Laut Kieler Landesregierung handle es sich um jeweils ein Todesopfer in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde.

Die Zahl der gemeldeten Infektionen hat sich demnach bis Montag einschließlich um 82 auf 1135 erhöht. Das ist ein Anstieg um 7,2 Prozent. 146 Menschen sind oder waren demnach seit Beginn der Epidemie in klinischer Behandlung und damit 18 mehr als nach der Meldung vom Vortag.

Zu den in der Statistik erfassten neun Todesfällen zählt auch ein Mann aus Schleswig-Holstein, der als Tourist in Ägypten war und dort starb.

Soforthilfe HCS in Hamburg gestartet

Um kurz vor Mitternacht war es soweit: Die Hamburger Corona Soforthilfe (HCS) über die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB), auf die von der Krise betroffene Unternehmer der Stadt so sehnlich gewartet hatten, ist am späten Montagabend gestartet.

Um 23.57 Uhr habe es schließlich geklappt und sei dann gut angelaufen, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde (BWVI). Es habe bereits viele positive Rückmeldungen gegeben. In der ersten Dreiviertelstunde gab es demnach über 1000 Registrierungen und mehr als 120 Anträge.

Auf der Internetseite www.ifbhh.de können nun ab sofort die Anträge per Online-Formular gestellt werden. Antragsberechtigt sind in Hamburg gemeldete Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Institutionen, Solo-Selbständige und Künstlerinnen und Künstler, die von der Hamburger Allgemeinverfügung zu Gechäftsschließungen betroffen sind. Förderbedarf können aber auch alle Gewerbetreibenden, Unternehmen und Solo-Selbständige anmelden, die infolge von Corona einen Umsatzeinbruch nach dem 11. März hatten.

Die Freischaltung der Seite sei durch einen "Kraftakt aller Beteiligten" erfolgt, wie es seitens der BWVI hieß. Gearbeitet an dem digitalen Antragsformular hätten demnach IT-Experten der Hamburger IFB und des Softwareentwicklers SAP.

Aufgrund der zu erwartenden Ansturms mit rund 100.000 Anträgen appellieren Senat und IFB an Unternehmer, die "nicht zwingend" auf die sofortige HCS-Bewilligung angewiesen sind, mit der Beantragung nach Möglichkeit "noch ein paar Tage zu warten". So könne die Kapazität der Internetseite besser gesteuert werden. "Niemand muss Sorge haben, nicht mehr berücksichtigt zu werden, wenn er einige Tage später den Antrag stellt", hieß es, und: "Kein Antragsteller mit Antragsberechtigung muss Sorge haben, dass er leer ausgeht, Geld ist im Rahmen dieses Fördertopfs genug da."

Die HCS ergänzt mit ihren direkten Zuschüssen (Fördervolumen von deutlich über 300 Millionen Euro) die gerade erst beschlossenen Soforthilfen des Bundes zielgerichtet. Die Bundesmittel stehen für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern (in Vollzeitäquivalenten) bereit. Darüber hinaus springt nun Hamburg ein. Weitere Infos über die Hotline-Nummern 115 und 040/ 42828 1500 sowie einen ständig aktualisierten Q&A-Katalog auf der IFB-Seite.

Die Hamburger Corona Soforthilfe (HCS) für Unternehmer:

  • Solo-Selbständige: 2.500 € (Hamburg), 9.000 € (Bund), 11.500 € (Gesamt)
  • 1-5 Mitarbeiter: 5.000 € (HH), 9.000 € (Bund), 14.000 € (Gesamt)
  • 6-10 Mitarbeiter: 5.000 € (HH),15.000 € (Bund), 20.000 € (Gesamt)
  • 11-50 Mitarbeiter: 25.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund
  • 51-250 Mitarbeiter: 30.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel (SPD) freut sich, über die HCS nicht nur Solo-Selbständigen und dem Mittelstand helfen zu können, sondern auch gemeinnützigen Unternehmen unabhängig von ihrer Rechtsform. "Auch viele Vereine werden daher antragsberechtigt sein", sagte Dressel: "Für ein soziales Hamburg tragen sie alle viel bei, auch sie dürfen wir in dieser Lage nicht allein lassen!"

Später sagte Dressel dann, dass um kurz vor 13 Uhr bereits 27.000 Registrierungen für die Corona-Soforthilfe vorlagen sowie 13.000 Anträge angelegt oder gespeichert waren. Das sei erfreulich, denn man wolle ja möglichst vielen Unternehmen und Selbstständigen helfen.

Dressel zum Schutzschirm für Hamburgs Unternehmer

Backhus startet Corona-Lieferservice

Um die Hamburger mit Backwaren zu versorgen, hat die Hamburger Traditionsbäckerei Dat Backhus am Montag mit der Auslieferung im Raum Eppendorf begonnen.

Angeboten werden die Pakete zum Preis von je 10 Euro. Sie enthalten je nach Wahl fünf gemischte Brötchen oder fünf Knackfrische sowie eine Platte Butterkuchen oder vier Franzbrötchen und zusätzlich ein Doppelback- oder Fitkorn-Brot.

Bestellbar sind sie von Montag bis Freitag zwischen 8 und 15 Uhr unter Telefon 040/ 789770. Die Lieferung erfolgt am Folgetag oder an einem Wunschtermin von 8 bis 12 Uhr.

Weitere Liefergebiete sind geplant. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das Pilotprojekt in Eppendorf gut angenommen werde, so Backhus-Geschäftsführer Svend Wöhr.

Informationen zum Coronavirus:

Bischof Heße dankt den Nord-Landeschefs

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße hat das entschlossene Handeln der Landesregierungen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in der Corona-Krise gewürdigt.

In einem Schreiben an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) dankt er den Regierungen für ihr "umsichtiges, konsequentes und transparentes Handeln". Das lasse ihn hoffen, "dass wir einen guten Weg durch die Krise finden werden", heißt es.

Kostenlose Scooter für Krankenhauspersonal

Freifahrten für die "Helden des Alltags": Die E-Scooter von Tier stehen in Hamburg Mitarbeitern in den sogenannten systemrelevanten Berufen ab sofort kostenlos zur Verfügung.

Mit dem "Heroes"-Programm möchte das Unternehmen Krankenhauspersonal, Supermarkt- und Apotheken-Angestellte oder auch Polizei und Feuerwehr unterstützen.

Das Angebot gilt in Deutschland, Schweden, Finnland und Norwegen. In Italien, Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz hat Tier den Betrieb dagegen vorerst eingestellt.

In Deutschland und damit auch in Hamburg will das Mobilitäts-Unternehmen seine Roller nun verstärkt auch vor Krankenhäusern und anderen Knotenpunkten platzieren.

"Momentan ist der Öffentliche Personennahverkehr für viele Menschen nicht mehr die erste Wahl, und wir bieten hier eine Alternative", sagt Tier-Mitgründer Lawrence Leuschner.

Hier gibt es weitere Informationen zum "Heroes"-Programm von Tier.

Der Anbieter versichert zudem, die Scooter bei der Wartung regelmäßig zu desinfizieren. Auch die Mitarbeiter seien in den Bereichen Hygiene und Social Distancing und geschult worden.

Hagenbeck will Geld von Merkel und Scholz

Der Tierpark Hagenbeck und die anderen deutschen Zoos gehen in die Offensive: Wegen der dramatischen wirtschaftlichen Situation bitten die 56 Mitglieder des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ), dem auch Hagenbeck angehört, die Bundesregierung um Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen Euro.

"Momentan arbeiten wir ohne Einnahmen bei gleichbleibend hohen Ausgaben", heißt es in dem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Finanzminister Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und den Deutschen Städtetag. Die Zoos müssen nach Allgemeinverfügungen von Bund und Ländern bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

"Anders als andere Einrichtungen können wir unseren Betrieb nicht einfach runterfahren – unsere Tiere müssen ja weiterhin gefüttert und gepflegt werden", sagt VdZ-Präsident Jörg Junhold. Einzelne Zoos hätten bereits einen wöchentlichen Umsatzverlust von etwa einer halben Million Euro.

Viele der bundesweit 180.000 in Zoos gepflegten und gezüchteten Wirbeltiere gehörten zu bedrohten Arten und seien Bestandteil internationaler Erhaltungszuchtprogramme. "Ein möglicher Verlust dieses wertvollen Tierbestandes wäre ein herber Rückschlag für unseren Kampf um den Erhalt der Biodiversität und käme somit einer Katastrophe gleich", sagt Junhold.

Sasha legt Hit in Isolations-Version neu auf

"I feel lonely" von Sasha beschreibt die derzeitige Situation vieler Hamburger in Isolation wohl ziemlich gut. Das fand auch der Sänger und veröffentlichte eine Corona-Version des Liedes auf Instagram.

Bestimmt auch, um sich weniger einsam zu fühlen, nahm sich der Wahl-Hamburger dazu gleich mehrfach auf, packte alle Stimmen in ein Video zusammen und fertig war die Acapella-Version des Liedes.

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Gleich sechs Sashas summen, brummen und singen einem entgegen. Einsam fühlt man sich mit diesem Post bestimmt nicht mehr. "Die Isolation macht was mit mir!", schreibt der Musiker zu seiner kreativen Video-Idee.

Wenn dabei Videos wie diese entstehen, dürften sich Fans über die Isolation des Hamburger Sängers freuen.

SH: Eltern erhalten Schul-Beiträge zurück

Auch Eltern von Schulkindern in Schleswig-Holstein sollen nicht auf Kosten für Betreuungen sitzenbleiben, die wegen Schulschließungen im Zuge der Coronakrise weggefallen sind. Darauf machte eine Sprecherin des Bildungsministeriums aufmerksam.

Solche Kosten für schulische Ganztags- und Betreuungsangebote würden zurückerstattet. Die Mittel sollen unbürokratisch bereitgestellt werden, hieß es.

Bereits am Freitag hatte das Sozialministerium das Gleiche für die Kitas bekanntgegeben, die wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus geschlossen wurden.

Nord-Unternehmen fürchten Insolvenzen

92 Prozent der Unternehmen in Norddeutschland spüren negative Auswirkungen auf die Geschäfte durch das Coronavirus. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer Nord (IHK) unter 4500 Unternehmen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern hervor.

Demnach sieht sich sogar jedes fünfte der befragten Unternehmen akut von der Insolvenz bedroht. Rund drei Viertel rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit Umsatzrückgängen von mehr als zehn Prozent. Einbußen von mehr als 50 Prozent erwartet sogar rund ein Viertel der Unternehmen. Fast die Hälfte geht von einem teilweisen bis kompletten Stillstand der geschäftlichen Tätigkeit aus. 40 Prozent der befragten Unternehmen berichten aktuell über Liquiditätsengpässe – dies gefährdet die Existenz zahlreicher Betriebe.

61 Prozent gehen von einem gleichbleibenden Personalbestand aus, aber mehr als jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) erwartet einen Personalabbau. Soforthilfen sind dabei aus Sicht von drei Viertel der befragten Unternehmen in der Krise von hoher Relevanz, rund 60 Prozent nennen Steuerstundungen oder die Herabsetzung von Vorauszahlungen als weitere hilfreiche Maßnahmen. Das Kurzarbeitergeld wird von 60 Prozent der Unternehmen als wichtige Unterstützungsmaßnahme genannt.

Die IHK Nord begrüße daher "das schnelle und aktive Vorgehen der norddeutschen Bundesländer" in Bezug auf Hilfen für durch die Krise betroffenen Unternehmen. "Wir hoffen auf eine weitere positive Wirkung der stabilisierenden Maßnahmen wie dem Kurzarbeitergeld und weitere rasche, unbürokratische Unternehmenshilfen: Bedarf und Dramatik sind groß“, sagt Janina Marahrens-Hashagen, Vorsitzende der IHK Nord.

Allerdings sähen sich die vielen norddeutschen Unternehmen mit Betriebsstätten in mehreren Bundesländern etlichen unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Ländern konfrontiert, was zu einer gewissen Verwirrung führen könne. "Diese Situation ist angesichts der Dringlichkeit und notwendigen Umsetzungsgeschwindigkeit durch die Landesregierungen natürlich nachvollziehbar. Bei den kommenden Schritten würden wir uns aber eine stärkere Abstimmung der Maßnahmen in den norddeutschen Ländern wünschen", sagt Marahrens-Hashagen.

"Vor allem sind, sobald es die Lage zulässt, eine koordinierte Exit-Strategie für das Herunterfahren der Beschränkungen und anschließend ein gemeinsames und kraftvolles Konjunkturprogramm für den ganzen norddeutschen Wirtschaftsraum notwendig."