Coronavirus

Hilfe für Italien: Hamburg nimmt Corona-Patienten auf

Nach Abendblatt-Informationen plant Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), schwer erkrankte Menschen aus dem Land in die Hansestadt zu bringen.

Nach Abendblatt-Informationen plant Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), schwer erkrankte Menschen aus dem Land in die Hansestadt zu bringen.

Foto: Christian Charisius / dpa

Schwererkrankte sollen in der Asklepios-Klinik Harburg behandelt werden. Transport in Spezialflugzeugen und Hubschraubern.

Hamburg. In Italien ist die Situation durch die Corona-Pandemie besonders dramatisch – nun bietet Hamburg Hilfe an: Nach Abendblatt-Informationen plant Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), schwer erkrankte Menschen aus dem Land in die Hansestadt zu bringen. Zunächst handelt es sich um zehn Patienten, die in der Asklepios-Klinik Harburg behandelt werden sollen. „Wir haben Bereitschaft dazu signalisiert“, so die Gesundheitsbehörde.

Zuvor hatten die italienischen Behörden einen Hilferuf an die Behörden aller deutscher Bundesländer geschickt. Die Krankenhäuser in vielen Teilen Italiens sind derart überlastet, dass Ärzte entscheiden müssen, welche Patienten noch beatmet werden sollen. In dem Land sind bereits 8165 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Wie es in Senatskreisen heißt, soll Asklepios auch selbst betont haben, derzeit noch schwere Fälle aus dem Ausland übernehmen zu können.

Corona-Patienten benötigen intensivmedizinische Betreuung

Die Gesundheitsbehörde stimmt gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr und der deutschen Botschaft in Rom bereits die logistischen Details ab. Möglicherweise werden die Corona-Kranken mit Spezialflugzeugen oder Hubschraubern nach Hamburg gebracht. Sie benötigen fortlaufende intensivmedizinische Betreuung. Ein Zeitpunkt für den Transport steht noch nicht fest. „Es handelt sich um einen anspruchsvollen Prozess“, heißt es aus der Verwaltung.

Laut Senat und Asklepios lässt die Kapazität auf den Intensivstationen in Hamburg es derzeit noch zu, auch auswärtige Patienten zu versorgen. Bis die Zahlen an schwerwiegenden Infektionen in Hamburg ein kritisches Niveau erreichen könnten, sollen die Patienten aus Italien bestenfalls alle bereits wieder genesen und entlassen worden sein. Nach den Plänen der Stadt sollen schwer erkrankte Corona-Patienten ohnehin vorrangig im UKE behandelt werden. „Das ist die erste Verteidigungslinie“, heißt es aus den Kliniken. Insgesamt verfügt Hamburg derzeit über 640 Plätze auf den Intensivstationen – diese Zahl soll mehr als verdoppelt werden.

Am Donnerstag wurden 164 weitere Corona-Fälle in Hamburg bestätigt, damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten auf 1614 an. Es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet – die Errichtung sogenannter Testzentren stockt aber bislang.

Coronavirus: Hilfe für Italien auch aus anderen Nord-Ländern

Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bereit, an Krankenhäusern im Land sechs schwerkranke Covid 19-Patienten aus Italien aufzunehmen. Dafür kämen die Uni-Kliniken in Rostock und Greifswald sowie die Klinik in Schwerin in Frage. Die Hilfe sei Ausdruck von Solidarität mit dem Land, das am schwersten von der Corona-Epidemie betroffen sei und eine humanitäre Pflicht.

Niedersachsen will ebenfalls Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. "Wir planen auch italienische Patienten aufzunehmen und zu unterstützen", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag in Hannover. "Das ist finde ich Teil der europäischen Solidarität, andere Bundesländer machen das auch." Vorläufig gehe es um zehn Patienten. Zur Zeit verfüge Niedersachsen über 500 freie Intensivbetten. Die Kapazität wird derzeit massiv erhöht.

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