Quarantäne-Tagebuch

Corona-Haushalt, Tag 11: Ein ewiges Auf und Ab

Abendblatt-Redakteurin Elisabeth Jessenan ihrem Arbeitsplatz im Homeoffice. Sie ist in Quarantäne wegen Corona.

Abendblatt-Redakteurin Elisabeth Jessenan ihrem Arbeitsplatz im Homeoffice. Sie ist in Quarantäne wegen Corona.

Foto: HA

Abendblatt-Redakteurin Elisabeth Jessen kämpft nach neun Tagen Hals- und Kopfschmerzen mit neuen Symptomen.

Hamburg.  Das Coronavirus ist ein fieser Antäuscher. Wenn man denkt, jetzt geht es bergauf, kommt wieder ein neues Symptom der Krankheit dazu. Neun Tage hat es sich bei mir nur in Form von Hals- und Kopfschmerzen bemerkbar gemacht, danach kam ein fieses Gewitter im Kopf, als würde es blitzen und donnern. Es hat sich verzogen, aber Appetit und Geschmackssinn gleich mit. Für jemanden, der sonst leidenschaftlich gerne isst, eine sonderbare Erfahrung.

Den beiden jungen Leuten in unserem Seuchenhaus am Rande der Stadt geht es schon wieder ziemlich gut. Sie essen – und sogar Bier schmeckt ihnen wieder.

Was mich in unserem Quarantäne-Haushalt jeden Tag beruhigt: In einer Familie, in der alle Mitglieder positiv auf Covid-19 getestet wurden, muss niemand mehr darauf achten, sich nicht anzustecken. Die Desinfektionsmittel stehen unangetastet herum, die Husten- und Niesetikette halten wir natürlich weiter ein – weil es eben ein Gebot der Höflichkeit ist.

Coronavirus: Das Pulsoximeter ist unser liebstes Gerät

Das Pulsoximeter ist inzwischen unser liebstes Gerät. Damit misst man den Sauerstoffgehalt im Blut. Und solange er bei 97 oder 98 Prozent liegt, müssten wir uns nicht sorgen, sagte uns die Ärztin, die sich vergangene Woche für die Coronatests in unser Haus gewagt hat. Neue Erkenntnis: Man sollte vor dem Messen nicht die Treppe hochgehen, denn das kleine Gerät misst auch die Pulsfrequenz – und die steigt beim Treppensteigen im Moment in schwindelerregende Höhen.

Coronavirus: Bürgermeister Tschentscher dankt Hamburgern

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Wir bekommen immer noch viele Nachrichten von Freunden, die sich nach unserem Befinden erkundigen. Darunter mischen sich jetzt die ersten Bekundungen, dass man uns beneidet. Denn wir müssen uns wohl tatsächlich nicht mehr sorgen, uns anzustecken, wenn wir nach dem Ende der angeordneten Quarantäne wieder rausdürfen.

Wir können ins Büro gehen, wenn uns im Homeoffice die Decke auf den Kopf fällt, und wir können unbesorgt einkaufen. Vor allem aber können wir uns bei all den Freunden und Nachbarn revanchieren, die uns in dieser Zeit so großartig versorgen.

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