Quarantäne

Coronavirus: Was man jetzt zur Isolierung wissen muss

Viele Urlaubsrückkehrer haben sich in die frewillige häusliche Isolation begeben (Symbolbild).

Viele Urlaubsrückkehrer haben sich in die frewillige häusliche Isolation begeben (Symbolbild).

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Viele Urlaubsrückkehrer haben sich in die freiwillige häusliche Isolation begeben. Die wichtigsten Fragen rund um die Quarantäne.

Hamburg. Die Hamburger Skiferien sind am 15. März zu Ende gegangen. Noch am selben Wochenende haben sich viele Urlaubsrückkehrer aus Tirol, der Schweiz oder aus Spanien in die freiwillige häusliche Isolation begeben und keine Kontakte zur Außenwelt mehr gepflegt.

Am kommenden Wochenende endet diese Isolation nun nach 14 Tagen. Jene Rückkehrer, die in der Zwischenzeit positiv getestet wurden und an Covid-19 erkrankt sind, müssen allerdings noch länger in der Isolation bleiben. Das Abendblatt beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Quarantäne.

Wenn ein Familien-/Haushaltsmitglied positiv getestet wurde – können sich dann auch weitere Haushaltsmitglieder immer noch testen lassen?

Nach Angaben der Hamburger Gesundheitsbehörde ist dies möglich, wenn bei ihnen Krankheitssymptome auftreten. Der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité geht davon aus, dass, wenn eine Person im Haushalt positiv getestet wurde, man den ganzen Haushalt als positiv definieren könne – auch ohne Test. Wenn ein Familienmitglied infiziert sei, stecke es alle anderen an.

Coronavirus: UKE-Experten zur Sterblichkeitsrate

Corona-Pandemie: UKE-Experten zur Sterblichkeitsrate
Corona-Pandemie: UKE-Experten zur Sterblichkeitsrate


Bei einem positiven Coronabefund verhängt das Gesundheitsamt eine angeordnete zweiwöchige Quarantäne. Ab wann zählt die – ab den ersten Symptomen des Erkrankten oder ab dem positiven Befund?

Die Gesundheitsbehörde rät Personen, die aus Risikogebieten zurückgekehrt sind oder Kontakt zu nachweislich erkrankten Personen hatten, sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen in eine freiwillige häusliche Isolation zu begeben. Erster Ansprechpartner ist für jeden, der sich krank fühlt, der Hausarzt, den man aber unbedingt vorher anrufen muss.

Auf keinen Fall einfach in die Praxis gehen! Inzwischen ist auch der Arztruf 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung leichter erreichbar. Die Ärzte nehmen Abstriche bei den Erkrankten. Wer positiv getestet wird, wird davon vom Gesundheitsamt informiert, eine zweiwöchige häusliche Isolierung wird dann von diesem Zeitpunkt an angeordnet.

Die Kranken dürfen ihre Wohnung nicht verlassen, um niemanden anstecken zu können. Das gilt auch für die anderen Haushaltsmitglieder.


Positiv Getestete müssen ein Quarantäne-Tagebuch führen. Was macht das Gesundheitsamt mit diesen Informationen? Wer wertet die Angaben aus?

Das Tagebuch dient laut Gesundheitsbehörde der Dokumentation des Gesundheitszustandes der betroffenen Person während der Quarantäne gegenüber dem Gesundheitsamt. Coronakranke müssen über ihre Symptome Buch führen – regelmäßig Fieber messen und angeben, ob sie an Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit und/oder sonstigen Symptomen leiden. Anhand dieser Angaben entscheidet das Gesundheitsamt über die Aufhebung der Isolierung.


Was genau ist die „Entisolierung“?

Dabei handelt es sich nach Behörden­angaben um die vollständige Aufhebung der Absonderungsmaßnahmen ohne weitere Auflagen für eine betroffene Person. Wer Corona durchlitten hat, darf planmäßig nach 14 Tagen wieder raus.

Für Familien ergibt sich möglicherweise eine Sondersituation, wenn nicht alle Familienmitglieder in einem Haushalt gleichzeitig erkrankt sind oder getestet wurden. „Die Isolierung wird vom Gesundheitsamt aufgehoben“, sagt ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Es kann sich daraus aber eine längere Isolierung als 14 Tage ergeben.


Gibt es Bescheinigungen über überstandene Coronainfektionen?

So etwas gibt es nicht.


Gibt es eine Abschlussuntersuchung nach überstandener Infektion?

Nein.


Bekommen Coronapatienten automatisch eine Bescheinigung über die angeordnete Quarantäne, die ja der Arbeitgeber benötigt?

Ja, Anordnungen des Gesundheitsamtes zur Quarantäne erfolgen in der Regel schriftlich. Allerdings sind die Ämter derzeit sehr stark belastet, die Betroffenen müssten sich daher gedulden und warten, bis das Schreiben im Briefkasten ist.


Ist man nach einer Covid-19-Infektion immun? Und wenn ja, wie lange?

Die Gesundheitsbehörde bittet um Verständnis, dass sie diese Frage nicht beantwortet. Ob oder wie lange nach einer Covid-19-Erkrankung eine Immunität gegen das Sars-CoV-2 Virus besteht, ist auch noch nicht abschließend geklärt. Der renommierte Virologe Christian Drosten schätzt, dass die einmal Infizierten bis zum Ende der jetzigen Pandemie immun sind.