Coronavirus

Schullandheime im Norden fürchten um ihre Existenz

In den Schullandheimen erfahren Kinder den direkten Kontakt zur Natur (Symbolbild)

In den Schullandheimen erfahren Kinder den direkten Kontakt zur Natur (Symbolbild)

Foto: picture alliance / dpa

Durch die massenhaften Absagen von Klassenfahrten brechen die Einnahmen weg. Verband fordert Hilfe von Bund und Länder.

Hamburg. Die Schullandheime in Deutschlands Norden schlagen angesichts der Corona-Krise Alarm. "Die aktuelle massenhafte Absage von Klassenfahrten durch die Corona-Krise bedroht die gemeinnützigen, oft kleinen Schullandheime im Norden massiv", teilt der Verband der Schullandheime in Norddeutschland mit. Die in den kommenden Monaten geplanten Einnahmen würden vollständig wegbrechen. Damit seien zwei Drittel der 70 Häuser von der Schließung bedroht.

Weit mehr als 300.000 Kinder und Jugendliche kommen pro Jahr auf ihren Klassen- und Ferienfahrten allein in die 70 Einrichtungen der norddeutschen Schullandheimverbände in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Diese liegen vorwiegend auf dem Land und ermöglichen den Kindern den direkten Kontakt zur Natur.

Vielen Häusern droht die Insolvenz

Doch all das steht jetzt auf dem Spiel. "Trotz drastischer Kostensenkungen, zum Beispiel durch Kündigungen und Kurzarbeit, droht vielen Häusern in wenigen Wochen die Insolvenz. Die oft kleinen gemeinnützigen Träger haben meist wenige Rücklagen und sind nach der Winterpause zwischen November und März dringend auf die Einnahmen der kommenden Wochen angewiesen. Diese fehlen jetzt", heißt es in dem Schreiben weiter.

Um Abhilfe zu schaffen, sei ein koordiniertes und länderübergreifendes Handeln zur Rettung von gemeinnützigen Klassenfahrtenzielen und schnelle Finanzhilfen zwingend notwendig. Der Verband fordert, dass die Stornokosten aller Klassen- und Kitagruppenfahrten großzügig in allen Bundesländern von Sozial- und Schulbehörden übernommen werden. Zusätzlich müssten die gemeinnützigen Einrichtungen unter die Rettungsschirme des Bundes und der Bundesländer fallen.