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Hamburgs Winter 2019/20 endet mit drei traurigen Rekorden

Wetter in Hamburg: Statt Schnee gab es im Winter 2029/2020 viel Regen.

Wetter in Hamburg: Statt Schnee gab es im Winter 2029/2020 viel Regen.

Foto: picture alliance/Axel Heimken/dpa

In den vergangen Monaten fiel kein Schnee, dafür viel Regen – was immerhin einen positiven Effekt brachte. Dennoch mahnt die Behörde.

Hamburg. Kein Schnee, viel Grau und häufig Regen: So würden wohl viele den Winter 2019/2020 in der Hansestadt beschreiben. Dennoch war das Wetter in Hamburg in den vergangenen Monaten durchaus besonders: Denn der Winter geht gleich mit drei Rekorden in die Hamburger Wetteraufzeichnungen ein, wie die Umweltbehörde am Mittwoch mitteilte.

Manch einer hat vermutet, es wäre der wärmste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Doch das ist falsch, den gab es in Hamburg im Jahr 2007. Aber: Es war der erste Winter ohne Eistage. Oder anders gesagt: An keinem Tag von Dezember bis Februar blieb die Temperatur in Hamburg 24 Stunden lang unter 0 Grad.

Wetter in Hamburg: Nur an elf Tagen Frost – Rekord

Und Hamburg verzeichnet für den Winter 2019/2020 einen weiteren Rekord: Der 16. Februar 2020 war mit 17,4 Grad der wärmste je in Hamburg gemessene Wintertag. "Das ergibt eine Auswertung der Messungen an der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes am Standort Hamburg-Fuhlsbüttel", heißt es vonseiten der Behörde.

Und es kommt noch ein Rekord hinzu. Es gab an nur elf Tagen Frost. Zum Vergleich: Im milden Winter 2007 gab es an 17 Tagen Frost. Nach Behördenangaben wird für einen langjährigen Vergleich in der Klimaforschung die Referenzperiode von 1961 bis 1990 herangezogen. In dieser sogenannten Referenzperiode lag in Hamburg die durchschnittliche Temperatur im Winter bei 1,1 Grad. In den 30 Jahren danach stieg die Durchschnittstemperatur um 1,4 Grad an, sodass sie mittlerweile bei 2,5 Grad liegt.

Winter in Hamburg überdurchschnittlich nass

„Kaum Frost, kein Schnee und viel Regen: Die aktuellen Daten zum vergangenen Winter bestätigen den Klima-Langfristtrend und zeigen, wie sich der Klimawandel in Hamburg auswirkt", sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Er mahnt: "Wir müssen diese Signale sehr ernst nehmen und alles tun, um den Klimawandel zu begrenzen. Zusätzlich müssen wir uns in Hamburg auf die Folgen einstellen und die Klimaanpassung vorantreiben.“

Statt mit Schnee mussten sich die Hamburger im vergangenen Winter mit überdurchschnittlich viel Regen abfinden. Im gesamten Winter fielen 269,9 Millimeter Regen – das sind rund 54 Prozent mehr als im Durchschnitt der Referenzperiode. Im Vergleich fiel in den Wintern der letzten 30 Jahren circa elf Prozent mehr Regen.

Nur zweimal Schneefall in Hamburg

Der viele Regen hatte zumindest einen positiven Effekt. Er hat die vor allem für die Land- und Forstwirtschaft gravierende Dürre aus den Jahren 2018 und 2019 weitgehend ausgeglichen. Schneefall wurde im gesamten Winter bei den stündlichen Messungen an der DWD-Messstation Fuhlsbüttel übrigens nur zwei Mal gemessen:

  • 28. Januar 2020: Es schneite um 19 und um 20 Uhr
  • Eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter gab es im gesamten Winter an keinem Tag
  • 1961 bis 1990: In der Referenzperiode hatte es im Schnitt jährlich an 26,5 Tagen eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter gegeben

Wetter in Hamburg: Häufiger Starkregen und Sturmfluten

Bedenklich ist, dass Klimamodelle zeigen, wie sich dieser Trend fortsetzt. "Hamburg muss sich auf immer wärmere und nassere Wintern einstellen", so die Umweltbehörde. Zudem werden die Sommer wärmer und wahrscheinlich trockener, es kommt zu mehr Starkregenereignissen und höheren und häufigeren Sturmfluten.

Laut Behörde lässt sich dieser Trend mit Klimaschutzmaßnahmen und CO-Reduktion höchstens begrenzen. Deshalb ergreife Hamburg Maßnahmen zur Klimaanpassung, etwa Regenwasserversickerung, Notwasserwege und Hochwasserschutzmaßnahmen, so die Umweltbehörde.

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