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Coronavirus: Udo Lindenberg verlässt das Atlantic

| Lesedauer: 32 Minuten
Stefan Kluge (Klinikdirektor Intensivmedizin) über die Lage am UKE

Stefan Kluge (Klinikdirektor Intensivmedizin) über die Lage am UKE

Stefan Kluge informierte am Mittwoch über die aktuelle Vorbereitungslage am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in Bezug auf Personal und Equipment, verschobene Operationen und die Behandlung aktueller Covid-19-Patienten. Er betonte die Wichtigkeit des aktuell geltenden Kontaktverbots.

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Hamburger dürfen nicht in Nebenwohnung in St. Peter-Ording reisen. Corona-Toter in Hamburg war Raucher. 213 neue Fälle. Der Newsblog.

Hamburg. In Hamburg ist ein weiterer Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der 52 Jahre alte Mann war von einem Skiurlaub in der Schweiz zurückgekehrt und dann in häuslicher Quarantäne untergebracht. Nun sind Details über seinen Gesundheitszustand vor der Erkrankung bekannt geworden. Derweil meldet der Senat nunmehr 1450 Erkrankungen mit Covid-19 in der Hansestadt. Auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen schnellt die Zahl der Infizierten in die Höhe.

Unterdessen geht die Debatte um eine mögliche Absage der Abiturprüfungen weiter: Während Schleswig-Holstein vorprescht, steht eine Entscheidung in Hamburg noch aus. Die Lehrergewerkschaft GEW Hamburg hat sich nun aber klar positioniert.

Verfolgen Sie hier im Newsblog alle Entwicklungen zum Coronavirus:

Udo Lindenberg verlässt das Atlantic

Udo Lindenberg hat das Atlantic-Hotel verlassen, das wegen der Corona-Krise geschlossen ist, Das berichtet die "Bild". Laut seinem Manager befindet er sich an einem geheimen Ort, um dort die Corona-Krise zu überstehen.

"Digitale Kulturreihe" – Matthias Politycki liest

In der „Digitalen Kulturreihe“ bleiben Künstler während der Corona-Krise mit dem Publikum online in Kontakt. Die Symphoniker Hamburg haben bereits in der Reihe ein Corona-Konzert in der Laeiszhalle gegeben. Yared Dibaba flogen Herzen und Likes während seines Auftritts im Uwe zu. Heute wird gelesen: Autor Matthias Politycki lädt an seinen Schreibtisch.

Sie haben die Lesung verpasst? Hier können Sie sie ansehen:

"Digitale Kulturreihe" – Matthias Politycki liest aus seinem Roman

Erster Corona-Todesfall in Bremen - 76-Jähriger starb durch Infektion

Das Bundesland Bremen hat den ersten Todesfall infolge einer Corona-Infektion gemeldet. Es handele sich um einen 76-jährigen Mann, der mehrere Vorerkrankungen gehabt habe, teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit. Der Verstorbene lebte in einer Pflegeeinrichtung. In der vergangenen Nacht sei er in das Klinikum Bremen-Mitte gebracht und auf die Intensivstation verlegt worden. Der Mann starb am Mittwoch.

Nordkirche ruft Gemeinden zum Hoffnungsläuten auf

Die rund 1000 evangelischen Gemeinden zwischen Sylt und Usedom sollen von Freitag an jeden Mittag die Glocken läuten. Dazu haben die Bischöfe der Nordkirche am Mittwoch aufgerufen. Glocken könnten auch bei den strikten Ausgangsbeschränkungen die Ohren und Herzen sehr vieler Menschen erreichen, sagte die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs. Der Schleswiger Bischof Gothart Magaard sagte, das tägliche „Hoffnungsläuten“ solle dazu einladen, um Trost und Kraft zu bitten.

Corona: Hamburgs größtes Tagungshotel schließt

Das Grand Elysée, Hamburgs größtes Tagungs- und Kongresshotel, wird nach Abendblatt-Informationen an diesem Donnerstag vorübergehend bis zum 4. Mai schließen.

Das Fünf-Sterne-Haus an der Rothenbaumchaussee mit 510 Zimmern hatte als eines der wenigen Hotels noch geöffnet. In dieser Woche hatten auch das Steigenberger Hotel an der Heiligengeistbrücke und das The George an der Langen Reihe geschlossen.

Nordfriesland: Gericht untersagt Ferienhausbesitzern Anreise

Am Montag hatte der Kreis Nordfriesland allen Personen, die ihren Erstwohnsitz außerhalb des Kreises haben, die Anreise und die Nutzung ihrer Nebenwohnung in Nordfriesland aus touristischem Anlass oder zu Freizeitzwecken wegen der Corona-Krise untersagt. Dagegen hatten Hamburger mit zweitem Wohnsitz in St. Peter-Ording geklagt. Das Verwaltungsgericht Schleswig bestätigte am Mittwoch die Maßnahme des Kreises im Eilverfahren.

Die Allgemeinverfügung des Kreises Nordfriesland sei als Schutzmaßnahme im Zusammenhang mit der Verbreitung von Corona-Infektionen ergangen. Wegen der Eilbedürftigkeit habe das Gericht seine Entscheidung auf eine weitergehende Interessenabwägung gestützt, heißt es in einer Mitteilung. „Dabei haben die Richter der im öffentlichen Interesse stehenden Abwehr von Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung und der Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der medizinischen, insbesondere krankenhausärztlicher (Intensiv-) Versorgung für die ansässige Bevölkerung, ein überragendes Gewicht beigemessen“. Das Interesse der Antragsteller, das sich darauf beschränke, die Nebenwohnung uneingeschränkt nutzen zu dürfen, müsse dahinter zurückstehen.

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Hamburger Ferienhausbesitzerin: „Woher kommt die Abneigung?“

Coronavirus? Weiterer Todesfall in Ohlsdorfer Pflegeheim

Vor knapp zwei Wochen war in einem Ohlsdorfer Pflegeheim ein 76 Jahre alter Mann gestorben. Bei der Obduktion wurde eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt. Im selben Pflegeheim ist nun eine Frau gestorben. Nach Informationen des Abendblatts handelt es sich um eine 65 Jahre Bewohnerin. Sie war erst am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Am Mittwoch wurde sie tot in ihrem Zimmer entdeckt. Rettungskräfte der Feuerwehr rückten unter Vollschutz an. Ob die Frau mit dem Virus infiziert war, muss geklärt werden. Sie, so hieß es, habe wie der verstorbene 76-Jährige schwere Vorerkrankungen gehabt.

Hannovers Oberbürgermeister Onay mit Coronavirus infiziert

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Am späten Montagabend seien bei dem Grünen-Politiker Krankheitssymptome aufgetreten, teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Er übe die Amtsgeschäfte nun in häuslicher Quarantäne aus. Nach Vorschriften der Gesundheitsbehörden gilt die Quarantäne auch für Menschen, die seit Sonnabend (21. März) in direktem persönlichem Kontakt mit dem Oberbürgermeister standen. Dies betreffe innerhalb der Verwaltung vor allem die Dezernentinnen und Dezernenten. Die Quarantäne läuft bis zum 6. April.

Schleswig-Holstein: Geld zurück für Ferienhausbesitzer?

Können Besitzer von Ferienhäusern und Ferienwohnungen damit rechnen, Steuern und Abgaben zurückzuerhalten? Der Hamburger Frank Fischer, der eine Ferienimmobilie in Scharbeutz hat, hat die Gemeinde deswegen jetzt angeschrieben. „Ich gehe davon aus, dass die Gemeinde für den angeordneten Zeitraum der Allgemeinverfügung des Kreises Ostholstein auf die Berechnung der Zweitwohnsteuer verzichten wird.“ Besitzer sollen ihre Zweitwohnungen wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht nutzen.

Ausgeschlossen scheint das tatsächlich nicht, allerdings sei die Frage noch nicht abschließend geklärt, sagt stellvertretend Hans-Martin Slopianka, Sprecher des Landkreises Nordfriesland. Der war am stärksten gegen Ferienhausbesitzer aus Hamburg und anderen Bundesländern vorgegangen. Laut Slopianka könne man sich um mögliche Erstattungen erst nach dem Ende der Coronakrise kümmern.

„Rechtlich wird das gar nicht so einfach. Die Steuern und Abgaben werden von den Steuerpflichtigen ja an die Kommunen gezahlt, aber die Nutzungsuntersagung der Zweitwohnungen erfolgt durch den Kreis nach Aufforderung durch das Land.“ Dennoch hat Nordfriesland für alle, die vorsorglich jetzt schon Ansprüche anmelden wollen, eine E-Mail-Adresse scharf gestellt: Sie lautet team-recht@nordfriesland.de.

Rückschlag für Prien: Abiprüfungen finden statt

Die Abiturprüfungen finden wie geplant statt – bundesweit. Das ist das Ergebnis der Kultusministerkonferenz. Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Dr. Stefanie Hubig: „Ich freue mich, dass wir uns in einer so schwierigen Situation innerhalb der Ländergemeinschaft auf einen gemeinsamen Beschluss geeinigt haben. Für unsere Schüler ist es besonders wichtig, dass sie jetzt Planungssicherheit haben, gleichzeitig steht ihre Gesundheit für uns an erster Stelle.“

Die Entscheidung ist zugleich ein herber Rückschlag für Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien. Die CDU-Politikerin war am Dienstag mit Ihrem Bestreben vorgeprescht, das Abitur ohne Prüfungen auf Grundlage der bisherigen Leistungen geltend zu machen. Nun muss sie ihren Vorschlag begraben.

Darum sind Abiprüfen trotz Corona wichtig

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) begrüßt die Entscheidung der Kultusministerkonferenz. „Wie derzeit in Hessen können die Prüfungen auch dann stattfinden, wenn der offizielle Schulbetrieb noch ruht", sagte er. „Eine Absage der Prüfungen zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht notwendig.“

Rabe ist zudem davon überzeugt, dass eine Absage der Abiturprüfungen den Schülern langfristig geschadet hätte. Diese hätten sonst "jahrelang mit dem Makel leben müssen, nur ein Abitur zweiter Klasse erreicht zu haben". Außerdem sei es fraglich, ob ein Abitur ohne Prüfungen "überall in Deutschland und Europa genauso wie ein reguläres Abiturzeugnis anerkannt" werde.

Tschentscher verärgert über Söders Alleingänge

Ist der Föderalismus in Deutschland in Gefahr? Bürgermeister Peter Tschentscher hat sich verärgert über bayrische Alleingänge geäußert. „Es gibt diejenigen, die darauf achten, dass es koordiniert zugeht. Und es gibt eine bayrische Staatsregierung, in der der Kultusminister in der Kultusministerkonferenz Schulschließungen ablehnt, während sein Ministerpräsident (Markus Söder; d. Red.) gleichzeitig mit Schulschließungen vorangeht“, sagte der SPD-Politiker der „Zeit“. „So etwas stiftet Verwirrung.“

Die Bereitschaft der Bundesländer zur Koordination sei unterschiedlich ausgeprägt. „Aber wir müssen erkennen, dass wir das Coronavirus nur gemeinsam aufhalten. Die Viren machen nicht Halt an Landesgrenzen“, sagte Tschentscher. „Letztlich ist das hier kein Wettbewerb um politische Popularität.“

213 neue Corona-Fälle in Hamburg

Die neuen Zahlen mit Infizierten in Hamburg sorgen für Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus: Wie der Senat mitteilte, sind im Vergleich zu Dienstag 213 neue Fälle hinzugekommen. Dies bedeutet einen Anstieg von 17,2 Prozent – ein deutlich geringer Wert als noch in der Anfangsphase der Pandemie, also der Anstieg täglich bei rund 30 Prozent lag. Somit erhärtet sich die These, dass die strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens Wirkung zeigen.

Insgesamt haben sich nun 1450 Hamburger mit Covid-19 infiziert. 77 von ihnen befinden sich in einem Krankenhaus (zuvor 72), 19 liegen auf einer Intensivstation (18). Die Gesundheitsbehörde erklärt sich die permanent steigenden Infektionszahlen weiterhin mit einem hohen Anteil von Urlaubsrückkehrern aus Risikogebieten sowie Personen, die Kontakt zu einer erkrankten Person hatten.

Corona-Toter in Hamburg war Raucher

Wie berichtet, war am Montagmittag ein 52 Jahre alter Hamburger an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. Die Infektion wurde bei der Untersuchung des Leichnams in der Rechtsmedizin bestätigt. Nach Abendblatt-Informationen soll der Mann stark übergewichtig und Raucher gewesen sein. Die Gesundheitsbehörde will sich nicht zu möglichen Vorerkrankungen des Mannes äußern – offenbar aus Respekt gegenüber den Angehörigen.

Das Robert-Koch-Institut hatte zuletzt betont, dass eine Corona-Infektion nicht nur für ältere Menschen mit Vorerkrankungen auch tödlich verlaufen könne.

Zehn Corona-Fälle auf Intensivstation im UKE

Am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf (UKE) werden derzeit zehn Corona-Infizierte intensivmedizinisch versorgt. Zudem befinden sich 22 weitere Covid-19-Erkrankte auf einer spezialisierten Normalstation, sagte der Leiter der UKE-Intensivmedizin, Stefan Kluge. Das UKE sei auch bei stärker steigenden Zahlen gut aufgestellt.

„Aber trotzdem kommt eine riesige Welle auf uns zu, die uns wahrscheinlich erst im April voll treffen wird“, sagte Kluge. Alle nicht lebenswichtigen Operationen am UKE seien deshalb bereits verschoben worden, „weil wir das Personal brauchen“. Das Personal sei bei der Bekämpfung der Pandemie das „Nadelöhr“ in den deutschen Krankenhäusern.

Johannes Knobloch über die Lage am UKE

Johannes Knobloch (Leiter Krankenhaushygiene) über die Lage am UKE
Johannes Knobloch (Leiter Krankenhaushygiene) über die Lage am UKE

Corona: Udo Lindenberg schließt sich Kampagne an

Klare Sache für den „Panikrocker“: Udo Lindenberg unterstützt die Kampagne #allefüralle im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. „'#allefüralle' ist jetzt genau die richtige Message“, sagte der 73-jährige Musiker. Für die Aktion spricht er einen TV-Spot mit dem Motto: „Alle auf Abstand. Aber alle zusammen.“ Der Spot laufe im ZDF und sei auch in sozialen Medien wie Facebook und YouTube zu sehen. Dort gib die Kampagne zusätzlich nützliche Tipps in Zeiten der Corona-Krise und rät allen, sich im Einklang mit dem Kontaktverbot besonders um Menschen aus der Risikogruppe zu kümmern.

Coronavirus: Seemannsclub im Hafen schließt

Der Seemannsclub Duckdalben im Hamburger Hafen schließt vorerst bis zum 15. April. Das teilte die von der Deutschen Seemannsmission betriebene Einrichtung mit. „Seit der Gründung im Jahr 1986 waren die Duckdalben nie länger als einen Tag geschlossen“, sagte Leiterin Anke Wibel. In den Räumen können Seeleute aus aller Welt ihre Freizeit abseits ihrer Schiffsquartiere verbringen.

In den kommenden Wochen werde ein Telefon- und Lieferservice eingerichtet. Anke Wibel: „Wir besuchen die Seeleute dazu zwar nicht mehr an Bord. Wir kommen aber so dicht wie möglich auf der Gangway heran, um zu zeigen: Wir sind für Euch da. Gerade jetzt.“ Im Angebot seien auch Telefonkarten, um mit der Familie in der Heimat Kontakt aufzunehmen und „Schokolade für die Seele“.

Coronavirus: Timmendorfer Strand fährt runter

Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand Robert Wagner hat weitere Maßnahmen erlassen. So werden ab Freitag zusätzlich zu den bereits gesperrten Großparkplätzen der Vogelparkplatz und der öffentliche Parkplatz im Paganienweg in Niendorf bis zum 19. April für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Bäderschiffe sowie Segel- und Sporthäfen haben den Betrieb bereits eingestellt.

Zusätzlich wurden die öffentlichen WC-Anlagen geschlossen und das freie WLAN abgeschaltet. Die Aufstellung der Strandkörbe erfolgt voraussichtlich erst ab dem 1. Mai, sagte der Bürgermeister. Vergangene Woche hatte der Bürgermeister in Timmendorfer Strand bereits Spielplätze, Sportplätze und -anlagen sowie die Maritim Seebrücke in Timmendorfer Strand und die Niendorfer Seebrücke gesperrt.

AfD belastet Senat mit belanglosen Anfragen

Die AfD hat mit 13 Schriftlichen Kleinen Anfragen an den Senat bei den anderen Fraktionen der Hamburgischen Bürgerschaft Unverständnis und Empörung ausgelöst. Durch die nicht dringlichen Anfragen würden die Behörden in der Coronakrise zusätzlich belastet, kritisieren Vertreter von SPD und Grünen. CDU- und Linksfraktion betonten ebenfalls, derzeit nach Möglichkeit auf Kleine Anfragen zu verzichten.

Ähnlich hatte sich die AfD vor der konstituierenden Sitzung der neuen Bürgerschaft in der vergangenen Woche noch selbst in einer Pressemitteilung geäußert. Dass nun doch Anfragen in so großer Zahl gestellt worden seien, habe technische Gründe, sagte ein Sprecher. „Ein Großteil der Anfragen stammt noch aus der vorherigen Legislaturperiode und wurde verspätet an die Bürgerschaftskanzlei weitergeleitet.“

Coronavirus in Hamburg: Fragen der Journalisten
Coronavirus in Hamburg: Fragen der Journalisten

Matthias Politycki liest aus seinem Roman

Für die „Digitale Kulturreihe“ liest heute um 20.15 Uhr (live auf abendblatt.de) der Hamburger Autor Matthias Politycki aus seinem neuen Roman „Das kann uns keiner nehmen“. Der 64-Jährige erzählt über mögliche Chancen der Coronakrise, intensive Gespräche in schwierigen Zeiten – und ein Gedicht gibt es auch mit auf den Weg. Schauen Sie doch später mal rein.

DGB Nord fordert sofortige Absicherung für Eltern

Homeoffice, Kinder unterrichten und betreuen, kochen, einkaufen: Die Coronakrise stellt vor allem Familien vor enorme Herausforderungen. Die Bundesregierung hatte deshalb angekündigt, für Eltern, die sich nun um die Betreuung ihrer Kinder kümmern müssen, Lösungen zu finden, um ihre Einkommenseinbußen zu kompensieren. Dieses Vorhaben ist nach Ansicht des DGB Nord, der die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern umfasst, „gründlich schief gelaufen“.

„Dieser Vorschlag ist respektlos. Vielen wird das Geld fehlen, um ihre Mieten zu zahlen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten“, kritisiert Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Der Anspruch auf Lohnersatzleistung solle nach den Plänen der Bundesregierung bei nur 67 Prozent liegen. „Zudem müssen Eltern ihren kompletten Jahresurlaub aufbrauchen, Überstunden abbauen und ihr Arbeitszeitkonto mit Minusstunden belasten“, sagt Polkaehn.

Außerdem solle die Leistung nur für erwerbstätige Eltern mit Kindern unter 12 Jahren gezahlt werden. „Und das Einkommen ist auf gut 2000 Euro gedeckelt. Mit einem ausreichenden Schutz der Eltern vor Einkommenseinbußen hat das nichts mehr zu tun.“ Der DGB Nord fordert deshalb eine unmittelbar wirkende Absicherung von Eltern, die von Schul- und/oder Kitaschließungen betroffen sind und zwar in der Höhe von mindestens 80 Prozent ihres bisherigen Nettoeinkommens.

KVH: Dramatische Corona-Zustände für Ärzte

Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) hat mit der Auslieferung von Schutzausrüstung an Arztpraxen begonnen – und gleichzeitig Alarm geschlagen. „Wir haben nur so wenig Material bekommen, dass wir nur ausgewählte Arztgruppen und diese auch nur in sehr geringem Umfang ausstatten können“, beklagt der KV-Vorsitzende Walter Plassmann. „Wir haben die Arztgruppen danach ausgesucht, wo die meisten Kontakte zu Patienten bestehen und die größte Gefährdung beispielsweise durch engen Kontakt zum Gesicht.“

Beliefert würden Hausärzte, Kinderärzte, Internisten, HNO-Ärzte, Augenärzte sowie Radiologen und Strahlentherapeuten. Jeder Arzt erhalte lediglich fünf Masken und einen Kittel. „Das ist ein kleiner Tropfen auf einen sehr heißen Stein“, sagt Plassmann. Die KV Hamburg verhandele mittlerweile international mit Händlern, aber die Situation sei sehr schwierig.

„Zudem ist Ware, die bereits auf dem Weg zu uns war, im Ausland beschlagnahmt worden“, sagt Plassmann. „Da ist es uns so ergangen wie offenbar auch der Behörde.“ Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks hatte am Dienstag erzählt, dass Schutzmasken an der französischen Grenze beschlagnahmt worden waren. Der „Arztruf Hamburg“ komme mit dem vorhandenen Bestand noch über das Wochenende. Wenn kein Nachschub komme, müsse der Dienst aber eingestellt werden.

Hamburger Schutzmasken in Frankreich beschlagnahmt

65 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

Schürt diese Zahl schon Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus? Schleswig-Holstein meldet 65 neue Infektionen mit der Erkrankung Covid-19. Damit stieg die Gesamtzahl zwar auf 609 Fälle, dies bedeutet jedoch ein im Vergleich zu den Vortagen geringeres Wachstum von 12 Prozent. 61 Patienten befinden sich in klinischer Behandlung (zuvor 50), vier Menschen sind an dem Virus verstorben.

Lehrergewerkschaft fordert Absage der Abiprüfung

Nach der angekündigten Absage der Abiturprüfungen in Schleswig-Holstein rät die Lehrergewerkschaft GEW Hamburg in der Hansestadt zu einem ähnlichen Schritt. Der von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) gemachte Vorschlag eines Abiturs auf Grundlage der bisherigen Leistungen sei auch für Hamburg eine gute Lösung. „Ebenso sollte in diesem Zusammenhang über die Prüfungen zum Ersten und Mittleren Schulabschluss entschieden werden“, sagte Hamburgs GEW-Vorsitzende Anja Bensinger-Stolze.

Wichtig sei, dass die Kultusministerkonferenz in ihrer Schaltkonferenz am Mittwoch zu möglichst einheitlichen Regelungen komme. „Es ist jetzt an der Zeit den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften und Schulleitungen zu zeigen, dass im Interesse der Gesundheit aller entschieden wird“, sagte Bensinger-Stolze.

Die beim Internetportal „change.org“ veröffentlichte Petition von zwei Hamburger Schülern haben bis Mittwochvormittag fast 100.000 Unterstützer unterzeichnet.

Hamburg kritisiert Prien-Vorstoß als unvernünftig

Bislang hofft Hamburg jedoch noch, die Abiturprüfungen durchführen zu können. Schulsenator Ties Rabe (SPD) kritisierte deshalb den "Alleingang" von Prien als "nicht vernünftig": „Ich bedaure es, dass Schleswig-Holstein im Alleingang, ohne die anderen Länder zu informieren, die Abiturprüfungen komplett ausfallen lässt. Bisher waren sich die Kultusminister darin einig, die Abiturprüfungen nicht ausfallen zu lassen", sagte der Senator, für den nun eine "neue Lage" entstanden sei. Rabe verspricht, für Hamburg "zügig für Klarheit" zu sorgen.

Coronavirus: Kreuzfahrtschiff darf nirgendwo anlegen

Große Sorgen auf der "MSC Magnifica". An Bord ist der Hamburger Manager und Journalist Uwe Dulias. Eigentlich sollte das Kreuzfahrtschiff, dessen Weltreise vorzeitig beendet wurde, auf dem Weg von Australien in den Arabischen Golf in den nächsten Tagen in Dubai anlegen und mit der Ausschiffung beginnen.

Doch jetzt postete Dulias auf Facebook: "Die Nachricht überfiel uns mitten im Schlaf – Dubai lässt uns nicht in seinen Hafen. Corona-Angst." Und das, obwohl "wir nachweislich dank unseres umsichtigen Kapitäns Roberto Leotta virusfrei" sind. Uwe Dulias besorgt: "Müssen wir über die Weltmeere irren? Wer wird aufnehmen?"

Hamburger Sportverein bietet Online-Kurse für zu Hause an

Da Hamburgs Sportvereine ihren Betrieb wegen des Coronavirus‘ einstellen mussten, suchen einige Vereine nun einen anderen Weg, um ihre Mitglieder in Bewegung zu halten. Der Sportverein Grün-Weiss Eimsbüttel (GWE) etwa startet heute für seine Mitglieder ein Online-Sportprogramm auf seiner Homepage für das Wohn- oder Kinderzimmer. Der GWE-Stundenplan reicht von Stretching für Groß und Klein über Hip-Hop für Kinder bis zu Yoga-Übungen.

Seniorenheim-Bewohner in Wentorf in Quarantäne

In einem Altenheim in Wentorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist es am Dienstag zu einem Einsatz der Feuerwehr gekommen, nachdem ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Wie ein Feuerwehrsprecher am Mittwochmorgen sagte, war am Nachmittag zunächst eine Evakuierung des Heims erwogen worden, da der Infizierte Kontakt mit den anderen Bewohnern hatte. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten an und untersuchten die Bewohner. Da keiner von ihnen entsprechende Symptome aufwies, verblieben alle 21 Bewohner im Heim und wurden unter Quarantäne gestellt.

Die Isolierung in den Zimmern soll laut den Angaben bis auf Weiteres andauern. Die Pflegekräfte, die Kontakt zu dem infizierten Bewohner hatten, befinden sich ebenfalls in Quarantäne. Nähere Angaben zu der infizierten Person konnte die Feuerwehr zunächst nicht machen. Wie sich der Bewohner mit dem Corona-Virus angesteckt hat, ist auch unklar.

Corona-Toter in Hamburg – Fall ist rätselhaft

Der Tod eines weiteren Hamburgers an den Folgen einer Coronavirus-Infektion ist rätselhaft. Ein 52-Jähriger habe sich nach der Rückkehr aus dem Skiurlaub in der Schweiz mit Symptomen in häuslicher Quarantäne befunden, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Dienstag.

Demnach hatte der verstorbene Familienvater und Unternehmer aber nur leichte bis mittelschwere Symptome und sei nicht im Krankenhaus behandelt worden. Am Sonntagabend starb der Mann. Eine Untersuchung des Toten durch die Rechtsmedizin ergab einen direkten Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Es ist bislang nicht bekannt, ob er unter möglichen Vorerkrankungen gelitten hat.

Coronavirus: Die Fotos zur Krise: