Rundgang

Nach dem Umbau: CCH soll im August eröffnen

Auch der Vorplatz des CCH hin zum Bahnhof Dammtor wird völlig umgestaltet.

Auch der Vorplatz des CCH hin zum Bahnhof Dammtor wird völlig umgestaltet.

Foto: Michael Rauhe

Dann werden 2000 Mediziner zum Kongress erwartet. Doch bisher ist unklar, ob die Coronakrise weitere Verzögerungen bringt.

Hamburg.  Seit drei Jahren und drei Monaten ist das CCH (Congress Center Hamburg) eine Großbaustelle. In fünf Monaten, exakt am 26. August, soll hier die erste Veranstaltung abgehalten werden. Ein Medizinkongress mit rund 2000 Teilnehmern ist geplant. „Wir sind auf der Zielgeraden. Aber auch wir können noch nicht abschätzen, wie sich die Coronakrise auf unsere Baustelle auswirkt.

Bislang gebe es noch keine Änderung im Zeitplan, die von der Bundesregierung erlassene Kontaktsperre beeinträchtigt die Bauarbeiten nicht“, sagt der von der Stadt eingesetzte Projektleiter Hellmut Körner beim exklusiven Ortstermin mit dem Abendblatt. Fest stehe, es müsse jetzt auf Sicht gefahren werden, aber noch gebe es kaum Einschränkungen. Allerdings würden die Projektbesprechungen nun nicht mehr vor Ort, sondern per Telefon- oder Videokonferenzen gemacht.

Foyer erstreckt sich über vier Etagen

Auf der Baustelle sind aktuell rund 450 Menschen im Einsatz. Als Projektleiter trägt Körner die Verantwortung für die Revitalisierung des 70er-Jahre-Baus am Bahnhof Dammtor. Der Ostteil wurde abgerissen und neu errichtet. In dem lichtdurchfluteten 25 Meter hohen Foyer mit gläserner Fassade, die sich über vier Etagen erstreckt, steht Körner und sagt: „Wir haben hier einen repräsentativen und großzügigen Eingangsbereich geschaffen, der zur Kongressmetropole Hamburg passt.“

Das Baugerüst ist abgebaut. Demnächst soll der Naturstein­boden hier im Erdgeschoss verlegt und die Holzvertäfelung an die Wand angebracht werden. Die Kassettendecke ist bereits fertig. Es soll noch ein imposanter Leuchtkörper installiert werden. Im Erdgeschoss werde ein Bistro eröffnen, kündigt Körner an. Das wird von dem Münchner Caterer Käfer betrieben, der auch auf dem Messegelände für die Gas­tronomie verantwortlich ist.

Bis zum August ist noch viel zu tun

Der Rundgang durch den Ostteil geht weiter. Bis zum August ist noch viel zu tun. Überall steht Baumaterial, von den Decken hängen Kabel herunter, und Bauarbeiter aus allen Herren Ländern arbeiten auf Hochtouren. In der ersten und zweiten Etage sollen sogenannte Break-out-Rooms eingerichtet werden. Diese sind mit Schiebewänden ausgestattet, dadurch „können wir hier bei Kongressen für Meetings von 100 bis 1200 Personen individuelle Raumkonzepte parallel anbieten“, sagt Körner.

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Der Projektleiter zeigt den neuen Saal Z mit einer Kapazität für bis zu 1000 Personen. Das sei das Herzstück des neuen Ostteils, sagt Körner. Die schwarz geschwungene Akustikdecke wurde bereits eingebaut. Auf den Gerüsten stehen Arbeiter und beginnen damit, die Wandverkleidung anzubringen. Die Technik und die Klimaanlage werden installiert.

Großzügiger Balkon in der ersten Etage

Unser Weg führt uns weiter auf einen großzügigen Balkon in der ersten Etage. Von dort blicken die künftigen Tagungsgäste auf den Bahnhof Dammtor, Planten un Blomen sowie das 118 Meter hohe Radisson Blu Hotel. Auch der Vorplatz vom CCH hat Formen angenommen. Die Bauarbeiter haben bereits die Wasserleitungen für den Springbrunnen verlegt, die Umrandungen für die Blumenbeete angelegt und erste Bodenplatten verlegt. „Der Zugang ist barrierefrei, es gibt nur eine Steigung von maximal sechs Prozent“, sagt Hellmut Körner.

Der ehemalige Staatssekretär, der bis 2009 im schleswig-holsteinischen Sozialministerium arbeitete, ist mit viel Herzblut dabei. Einmal pro Woche macht er einen Baustellenrundgang. „Wir haben hier ein hochkomplexes Bauprojekt mit Sanierung des Altbestands unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Da gibt es immer mal wieder unangenehme Überraschungen“, sagt Körner. Das waren unter anderem zeitaufwendige Probleme bei der Asbestentsorgung. Auch die Sanierung der Tiefgarage gestaltete sich viel aufwendiger als geplant (wir berichteten). Der Kostenrahmen von 194 Millionen Euro konnte nicht eingehalten werden, inzwischen wird mit 230 Millionen Euro gerechnet. Ob das wirklich reicht, das könne man jetzt noch nicht absehen, so Körner.

Wiedereröffnung mit einem Jahr Verzögerung

Das CCH wird mit einem Jahr Verzögerung wiedereröffnet. Und dann ist das noch keine offizielle Eröffnung mit Bürgermeister, Ehrengästen und Durchschneiden eines roten Bandes. „Es geht darum, dass im August hier die erste Veranstaltung durchgeführt werden kann. Dann wird es aber immer noch zahlreiche Restarbeiten geben und noch nicht alle Räume zur Verfügung stehen“, sagt Körner.

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Verbunden werden die drei Gebäudeteile durch den gläsernen Gang „Belvedere“ mit Blick auf den Dachgarten und Planten un Blomen. Der rund 115 Meter lange Gang verbindet den Ostteil, den sanierten Mittelteil und den 2007 eröffneten Westteil miteinander. Dort werden unter anderem die Brandmeldeanlagen ausgetauscht, und die Säle haben einen frischen Farbanstrich erhalten. Legendär ist der Saal 1 im Mittelteil mit Platz für bis zu 3000 Personen. Hier traten Komiker Otto Waalkes und Schlagergrößen wie Udo Jürgens oder Howard Carpendale auf.

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Nach der Entkernung sei nur noch die Hülle von dem Saal übrig geblieben, berichtet Körner. Inzwischen sei auch hier die Technik eingebaut, und demnächst sollen die Stühle – die Halterungen wurden bereits angebracht – geliefert werden. Die kommen aus Italien. Das Land ist besonders von der Coronakrise betroffen. Noch seien ihm keine Einfuhrbeschränkungen bekannt, sagt Körner. Für das CCH liegen für dieses Jahr und 2021 bereits 44 Buchungen für Tagungen und Kongresse mit rund 130.000 Teilnehmern vor.

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