Urteil

Sechseinhalb Jahre Haft für Vergewaltiger von Wilhelmsburg

Der Angeklagte während des Prozeses im Gerichtssaal.

Der Angeklagte während des Prozeses im Gerichtssaal.

Foto: Daniel Herder

Drei Frauen hatte der 28-Jährige überfallen, zwei von ihnen sexuell missbraucht. Staatsanwaltschaft forderte acht Jahre.

Hamburg.  In Wilhelmsburg ging die Angst um. Drei Frauen wurden im vergangenen Frühjahr und Sommer von einem Mann überfallen, zwei von ihnen auch sexuell missbraucht. Schließlich konnte der Serien-Verbrecher gefasst und vor Gericht gestellt werden. Am Dienstag nun verhängte das Landgericht gegen Artur D. eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren unter anderem wegen Vergewaltigung, Raubes und Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft hatte für den 28-Jährigen acht Jahre Haft gefordert, die Verteidigung drei Jahre beantragt.

Das erste Opfer des gebürtigen Albaners war eine 78-Jährige, die er am 23. April vergangenen Jahres im Inselpark überfiel und missbrauchte. Die Rentnerin leistete heftig Gegenwehr, so dass der Täter schließlich von ihr abließ. Bevor er flüchtete, raubte er noch ein Portemonnaie mit 240 Euro Bargeld. Vier Monate später überfiel der Täter zwei andere Frauen.

Die Opfer waren 24 und 43 Jahre alt. Die 24-Jährige war an der Wilhelmsburger Reichsstraße gejoggt, als Artur D. sie laut Anklage angriff, sie zu einer Unterführung schleppte und dort missbrauchte. Als der Täter der jungen Frau den Mund zuhielt, biss sie ihm eine Fingerkuppe ab. So konnte die Polizei die DNA des Vergewaltigers feststellen.

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Angeklagter legte im Prozess ein Teilgeständnis ab

Doch auch danach schlug der Täter erneut zu und überfiel die 43-Jährige. Das Opfer warf dem Mann ihr Portemonnaie zu, das er ergriff und flüchtete. Wenige Tage später wurde von Zeugen beobachtet, wie ein Mann erneut einer Joggern nachstellte.

Sie alarmierten die Polizei, die bei einer Sofortfahndung unter anderem im Inselpark in Wilhelmsburg auch Artur D. überprüfte. Er hatte das Portemonnaie der 43-Jährigen bei sich. Außerdem stimmte seine DNA mit der des Vergewaltigers der 24-Jährigen überein.

Im Prozess hatte der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt. Er hatte erzählt, er habe es eigentlich auf das Geld der Frauen abgesehen. Der sexuelle Missbrauch habe sich im Verlauf des Tatgeschehens mehr zufällig ergeben. Insbesondere für das erste Opfer, die 78-Jährige, habe der Überfall sehr schwerwiegende Folgen gehabt, hatte die Anwältin der Rentnerin am Rande des Prozesses gesagt. Die Seniorin habe das Verbrechen als „existenzielle Bedrohung“ empfunden.