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Coronavirus: Erster Infizierter im Hamburger Vollzug

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Altona ist Hamburgs Corona-Hochburg. Tim Mälzer liefert Essen ans UKE. Schüler wollen Abi-Prüfungen absagen lassen. Der Newsblog.

Hamburg. Bund und Länder haben am Sonntag ein Kontaktverbot beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus' weiter einzudämmen. Maximal zwei Personen, die nicht miteinander verwandt sind oder zusammenleben, dürfen in der Öffentlichkeit zusammen sein. Familien oder Wohngemeinschaften sind ausgenommen. Außerdem gelten seit heute weitere Verbote für Dienstleister und Geschäfte. Laut der Polizei halten sich die Hamburger größtenteils an die neuen Kontakteinschränkungen zur Eindämmung der Pandemie.

Am Montagnachmittag hat der Senat bekanntgegeben, dass es 102 weitere Infizierte in der Hamburg gibt – damit stieg die Gesamtzahl der hier gemeldeten Covid-19-Ansteckungen auf 989. Auch in Schleswig-Holstein stieg die Zahl der Infizierten. Nach Angaben der Landesregierung in Kiel vom Montag wurden bis einschließlich Sonntag 467 Fälle gemeldet. Am Montag hat es zudem den zweiten Todesfall in Schleswig-Holstein im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben.

Verfolgen Sie hier im Newsblog alle Entwicklungen zum Coronavirus:

Solidaritätsfestival gegen das Kultursterben am 12. Mai

Unter dem Motto "Keiner kommt, alle machen mit" plant der Verein MenscHHamburg am 12. Mai ein Solidaritätsfestival gegen das Kultursterben. "Die Corona-Krise bedroht die Existenz unzähliger Kulturbetriebe und freischaffender Künstlerinnen", teilte der Verein am Montag mit.

Das Festival, an dem sich auch zahlreiche Hamburger Musiker wie Aki Bosse und Johannes Strate, Sänger von Revolverheld, mit Werbeaktionen beteiligen, soll zum Überleben der Kulturbetriebe, aber auch einzelner Kulturschaffender beitragen. Möglichst viele Hamburger sollen 22 Euro Eintritt in Form einer Spende an die Hamburger Kulturszene zahlen.

Erster Corona-Fall in Hamburger Vollzug

In der Justizvollzugsanstalt Glasmoor in Norderstedt ist die erste Covid-19-Infektion im Hamburger Vollzug aufgetreten. "Der etwa 30 Jahre alte Gefangene befindet sich in seinem Haftraum in Quarantäne. Er zeigt keine Symptome", teilte Dennis Sulzmann, Sprecher der Justizbehörde, am Montag mit. Die Behörde will keine weiteren Informationen zu dem Patienten herausgeben. Die JVA Glasmoor ist eine Einrichtung, in der Gefangene überwiegend im offenen Vollzug untergebracht sind.

Einen weiteren bestätigten Corona-Fall gibt es zurzeit nicht im Hamburger Vollzug, hieß es aus der Behörde. Ob es der erste Fall in Deutschland ist, könne man nicht sagen, da einige Bundesländer dies nicht mitteilten, erklärte Sulzmann.

"Digitale Kulturreihe": Hamburger Symphoniker im Corona-Konzert

Am Montagabend veranstaltete das Hamburger Abendblatt das zweite Corona-Konzert der neuen "Digitalen Kulturreihe": Es spielte das Stimmführerquartett der Symphoniker Hamburg, also Adrian Iliescu (1. Konzertmeister), Pawel Kisza (Stimmführer 2. Violinen), Bruno Merse (1. Solo-Bratschist) und Min Suk Cho (2. Solo-Cello).

Auf dem Programm standen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms. Hören Sie hier das gesamte Konzert.

"Die Pest" von Albert Camus: Verkäufe angestiegen

Die Verkäufe von "Die Pest" von Albert Camus sind im deutschsprachigen Raum im Februar deutlich angestiegen, teilte eine Sprecherin des Rowohlt-Verlages am Montag mit. Der Verlag bringt die Werke des 1960 verstorbenen französischen Autors heraus. "In Frankreich stand "Die Pest" von Albert Camus bereits Anfang März auf der Bestsellerliste", so die Sprecherin.

Hintergrund sei, dass die deutsche Presse das Buch "Die Pest" zuletzt häufiger als das Buch der Stunde aufgegriffen hatte. Der Titel sei dennoch ungebrochen lieferbar, versicherte die Sprecherin weiter. "Aufgrund der sehr hohen Nachfrage drucken wir inzwischen die 90. Auflage."

Tim Mälzer liefert mit "Kochen für Helden" Essen ans UKE

Gemeinsam mit seinem Team und weiteren Hamburger Gastronomen lieferte Tim Mälzer im Zuge seiner Initiative "Kochen für Helden" am Montag das erste Mal Essen an das UKE. Der TV-Koch veröffentlichte mehrere Fotos von den Vrobereitungen auf Instagram.

"Wenn euch gerade auch die Kantine weggebrochen ist, oder ihr euch aufgrund der vielen Schließungen dieser Tage nicht mehr bei der Arbeit versorgen könnt, meldet euch bitte per Mail bei uns", ruft Mälzer die Hamburger außerdem dazu auf, ihm zu schreiben.

Am Sonnabend übergab Gastronom Fabio Haebel vom "Haebel" die ersten Portionen der Aktion an die Mitarbeiter der Budni-Filiale in der Clemens-Schultz-Straße auf St. Pauli.

Altona ist Hamburgs Corona-Hochburg

Der Bezirk Altona ist die Hochburg der Corona-Infektionen in Hamburg. Zum Wochenende wurden dort 60,1 Infizierte pro 100.000 Einwohner gemeldet. Das sind ein Viertel aller in Hamburg gemeldeten Fälle. Die Erkrankungsrate war dort am Sonnabend knapp sechmal so hoch wie im Bezirk Harburg, wo 10,8 Erkrankte pro 100.000 Einwohner erfasst wurden.

Besonders hohe Zahlen von Erkrankten gibt es auch in Hamburg-Nord, wo 23,3 Prozent aller Fälle registriert wurden. Es folgt der Bezirk Wandsbek mit 19,1 Prozent, Eimsbüttel mit 18,2 Prozent. Aus dem Bezirk Mitte kommen 7,1 Prozent der Infizierten, aus Bergedorf 4,7 Prozent und aus dem Bezirk Harburg 2,7 Prozent aller Corona-Fälle. Besonders betroffen war bis zum Wochenende die Gruppe der 50 bis 59-Jährigen, gefolgt von der Gruppe der 30 bis 49-Jährigen. Es sind bislang auch mehr Männer als Frauen infiziert.

Instagram-Plattformen unterstützen kleine Hamburger Läden

Egal ob das Café um die Ecke oder der Lieblingsblumenladen in der Nebenstraße: Seitdem der Einzelhandel und die Gastronomie in Hamburg wegen des Coronavirus schließen mussten, entwickeln sich auf Instagram neue Formate, Hashtags und Accounts wie @stayathomefood_hamburg oder @locals.hamburg, die zeigen, wo und wie Hamburger jetzt in ihrer Nachbarschaft einkaufen oder Essen bestellen können.

Einreise aus Ägypten ohne Kontrollen

Aus der Gesundheitsbehörde heißt es, Ägypten sei erst seit Kurzem als Risikogebiet deklariert. Daher gebe es noch keine Verordnung des Bundes zu den Regularien bei Einreisen, das so genannte NOTAM. Passagiere von Rückführungen aus dem nordafrikanischen Land seien daher zuletzt auch am Flughafen Hamburg eingereist, ohne Aussteigerkarten auszufüllen. In diese müssen bei Passagieren aus Risikogebieten normalerweise Angaben zur Person, zum vorherigen und künftigen Aufenthalt und zum Sitzplatz auf dem Flug eintragen.

Mithilfe dieser Angaben sollen im Falle von Infektionen mögliche Ansteckungsketten nachverfolgt und Betroffene isoliert werden. Man hoffe, dass die entsprechende Verordnung des Bundes bald gebe, sodass Aussteigerkarten von allen Reisenden aus Ägypten ausgefüllt würden, so ein Sprecher der Gesundheitsbehörde.

Corona: Hamburger Fitnessstudios fürchten um Existenz

Weil Fitnessstudios in Hamburg vorübergehend geschlossen bleiben müssen, lassen sich Betreiber und Fitnesstrainer neue Formate und alternative Trainingsangebote einfallen. Per Facebook-Livestream überträgt etwa der "Sportsclub Bergedorf" mit Facebook-Live-Videos kostenlose Workouts in die Wohnzimmer seiner Mitglieder.

"Wir wollen unsere Mitglieder in dieser schwierigen Zeit motivieren, fit und positiv zu bleiben", sagte Alexander Sosa, Geschäftsführer von insgesamt sieben Clubs in der Region. Sosa hofft in einer "extrem schwierigen Zeit" auch auf die Solidarität der Clubmitglieder. "Unterstützt, wenn es möglich ist, auch in der Krise eure lokalen Fitnessstudios, damit sie auch nach dieser Phase noch existent sind", sagte der Geschäftsmann.

Retten Studenten Spargel und Erdbeeren?

Wegen der Reiseeinschränkungen haben Landesregierung, Bauernverband und Arbeitsagentur eine Kampagne zur Hilfe bei der Ernte gestartet. In den kommenden Wochen fehlten Tausende Erntehelfer, teilte das Landwirtschaftsministerium am Montag mit. Der Appell richtet sich an Mitarbeiter aus Einzelhandel und Gastronomie, die derzeit wegen geschlossener Läden nicht arbeiten können sowie an Beschäftigte in Kurzarbeit und Studenten.

Die Landesregierung beschloss am Montag ein Eckpunktepapier zur Unterstützung der Landwirtschaft. "Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass die Betriebsabläufe funktionieren und die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln gewährleistet ist“, sagte Agrarminister Jan Philipp Albrecht (Grüne).

Nach Angaben von Bauernverband-Präsident Werner Schwarz stehen auf vielen Betrieben demnächst erste Erntearbeiten an. "Wir möchten die Bevölkerung weiter mit hochwertigen und gesunden Nahrungsmitteln wie Spargel, Kohl oder Erdbeeren versorgen und verhindern, dass Erntegut auf dem Feld bleibt und verdirbt oder Gemüse gar nicht erst gepflanzt werden kann.“ Dazu benötigten die Landwirte dringend Unterstützung.

Beim Spargel brauchen die Betriebe ab Anfang April Hilfe. Derzeit sind den Angaben zufolge etwa 200 ausländische Saisonarbeitskräfte im Norden, es würden aber allein in diesem Sektor weitere 1200 Arbeitskräfte benötigt. Auch beim Erdbeeranbau gibt es demnach den Bedarf von 4000 Saisonarbeitskräften.

Coronavirus: 102 Neuinfizierungen in Hamburg

Die Zahl der in Hamburg mit dem Coronavirus infizierten Personen ist weiter angestiegen. Wie der Senat am Montagnachmittag mitteilte, wurden weitere 102 Fälle von Erkrankungen mit Covid-19 bestätigt. Damit ist die Zahl der gemeldeten Infizierten auf 989 gestiegen. Es erweckt den Anschein, dass die Maßnahmen des Senats erste Wirkungen zeigen. Denn die Zahl der Infizierten ist um 11,5 Prozent gestiegen – und damit deutlich weniger als zuletzt, als der Anstieg stets bei um die 30 Prozent lag. Am Vortag seien mit 119 Fällen mehr Neuinfizierungen dazu gekommen als am heutigen Montag. Dennoch handelt es sich laut Senat um einen "deutlichen Anstieg".

Dieser "wird weiterhin durch einen hohen Anteil durch Urlaubsrückkehrer verursacht sowie durch Personen, die Kontakt zu den erkrankten Personen hatten", heißt es in der Mitteilung. Nach wie vor gingen die Krankheitsverläufe in der Regel mit leichten bis mittleren grippeähnlichen Symptomen einher. Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 55 Hamburger aufgrund der Erkrankung mit COVID-19 in stationärer Behandlung, davon werden 14 Personen intensivmedizinisch betreut.

Kontaktverbot: Hamburger zeigen sich diszipliniert

Nach Inkraftreten des Kontaktverbotes hat der Polizeisprecher Holger Vehren ein positives erstes Fazit gezogen. "Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung hält die erlassenen Vorgaben ein", sagte er. Nur in Einzelfällen habe man Verstöße gegen das Kontaktverbot registriert. Auch die bereits zuvor in Kraft getreten Allgemeinverfügungen würden inzwischen fast durchgehend befolgt.

Nach Abendblatt-Informationen registrierte die Polizei in einem sogenannten Lagebild am Montagmittag am Elbstrand, Alsterufer, nahe des Hauptbahnhofes und im Stadtpark jeweils kaum oder keine unerlaubten Gruppen von drei oder mehr Personen. Nach Rückmeldung der Beamten waren meist nur etwa Jogger allein oder zu zweit unterwegs.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Hamburgs Finanzwirtschaft vereinbart enge Zusammenarbeit

Zur Umsetzung der Hilfsmaßnahmen für in der Corona-Krise in Not geratene Hamburger Unternehmen haben Stadt und Finanzwirtschaft einen Schulterschluss vereinbart. Gemeinsam wolle man dazu beitragen, dass Hamburg so gut wie möglich durch die Krise komme, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung von Hamburger Sparkasse, Hamburger Volksbank, Investitions- und Förderbank, dem Bankenverband Hamburg, Finanzplatz Hamburg und der Finanzbehörde. „Im Schulterschluss von Bund, Land und Finanzwirtschaft machen wir deutlich: Wir gemeinsam lassen die vielen Selbstständigen, die vielen Unternehmen aller Branchen und Größen in dieser schwierigen Lage nicht im Stich!“, heißt es darin.

So sollen die jeweiligen Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Land gut miteinander abgestimmt und mit der Durchleitung von Krediten Service aus einer Hand geboten werden. Dafür müssten in der aktuellen Notfallsituation auch die jeweiligen Anforderungen für die Finanzwirtschaft in den Blick genommen werden, „um bankseitig so unbürokratisch helfen zu können, wie wir uns das alle wünschen“.

Alle betroffenen Unternehmen sollten die Hilfsangebote prüfen und nutzen, erklärte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). „Für die Umsetzung der vielen sich abzeichnenden Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern ist aber ein enger Schulterschluss mit der Finanzwirtschaft eine zentrale Voraussetzung.“ Auf die Banken komme es ganz entscheidend an. „Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass sich alle wesentliche Akteure aus der Hamburger Finanzwelt heute zu diesem Schulterschluss bekannt haben.“

Corona-Krise: Wie Tagesschau und Tagesthemen arbeiten

Wegen der Corona-Krise hat auch Deutschlands Nachrichten-Tanker ARD-aktuell (Tagesschau und Tagesthemen) in Hamburg-Lokstedt rund die Hälfte der Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Die Reporter von Fernsehen und Hörfunk im Außeneinsatz haben einen Plastikschutz auf ihre Mikrofone gesetzt. Gleichzeitig gibt es wie in vielen Unternehmen erhebliche Einschränkungen für den direkten Kontakt der Mitarbeiter untereinander.

Marcus Bornheim, Erster Chefredakteur, sagte dem Abendblatt: „Um die Arbeit von ARD aktuell nicht zu gefährden, teilen wir die Teams. Als Beispiel: Unsere Frühschicht und unsere Spätschicht dürfen nicht mehr gleichzeitig im Newsroom sein. Aber auch die Bewegungsfreiheit in den Pausenräumen ist eingeschränkt: Nur noch vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen gleichzeitig in diesem Raum sein.“

Das „klassisch lineare Fernsehen“ sei schwieriger im Homeoffice zu machen als beispielsweise die Webseite tagesschau.de. „Dafür braucht man immer eine Mannschaft im Newsroom und eine Sprecherin und Sprecher vor der Kamera. Die Tagesthemen haben sich sehr intelligent aufgestellt: Viele Redakteursaufgaben werden zu Hause erledigt, zwei Chefs vom Dienst sind zur Sendeabwicklung hier und die Moderatorinnen und Moderatoren halten sich getrennt von der Redaktion auf.“

Wie Bornheim sagte, teile sich auch die Chefredaktion in Büro und Heimarbeit auf. Seine wichtigste Aufgabe derzeit außer dem Nachrichtengeschäft sei es, „den Schutz der Mitarbeitenden zu organisieren“.

Lufthansa Technik rechnet mit Umsatzeinbruch

Nach einem Rekordwachstum im vergangenen Jahr erwartet die Lufthansa Technik AG wegen der Corona-Krise einen Umsatzeinbruch. „Das volle Ausmaß wird uns erst mit Verzögerung treffen, so dass eine Prognose momentan unmöglich ist, aber erste Auswirkungen sind bereits massiv spürbar“, erklärte Vorstandschef Johannes Bußmann am Montag in Hamburg. Alles hänge von der Dauer der Krise ab und wie sich die Fluggesellschaften davon erholten. „Wir haben uns mit einem sehr umfassenden Maßnahmenpaket vorbereitet - auch, um jederzeit lieferfähig sein zu können“, betonte Bußmann.

„Im vergangenen Jahr haben wir unseren Wachstumskurs sehr erfolgreich fortgesetzt: Über 5000 betreute Flugzeuge von mehr als 850 Kunden sprechen für sich“, sagte Bußmann. „Durch die Internationalität unseres Unternehmens glauben wir, die Auswirkungen der Krise bewältigen zu können.“ Der Lufthansa Technik Konzern gilt mit seinen 35 Tochter- und Beteiligungsunternehmen sowie weltweit mehr als 26 000 Beschäftigten als einer der weltweit führenden Anbieter flugzeugtechnischer Dienstleistungen.

Beiersdorf spendet 6000 Liter Desinfektionsmittel

Die Firma Beiersdorf hat am Montagmittag die ersten 6000 Liter einer Desinfektionsmittel-Spende an die Feuerwehr Hamburg und das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). übergeben. „Für uns ist das praktische und direkte Nachbarschaftshilfe“, sagte Frank Labahn. Der Werksleiter der Beiersdorf Manufacturing Hamburg (BMH), dessen Team in kurzer Zeit die Produktion an der Troplowitzstraße hochgefahren hatte, sagte weiter: „Unser Team in der BMH ist sehr froh, die so dringend benötigten Händedesinfektionsmittel herstellen zu können und damit einen kleinen Beitrag in dieser schwierigen Zeit zu leisten.“ Und er dankt den beteiligten Behörden, „dass wir innerhalb weniger Tage die erforderlichen Genehmigungen erhalten haben.“

Die Beiersdorf AG hatte in der vergangenen Woche angekündigt, mit der Produktion von medizinischen Desinfektionsmitteln den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu unterstützen. Die ersten 500 Tonnen werden zentralen öffentlichen Einrichtungen und Einsatzkräften als Spende zur Verfügung gestellt. Nach dem jetzt die Feuerwehr und das UKE einen Teil erhalten haben, wird über die weitere Verteilung der Spenden in enger Abstimmung mit den zuständigen lokalen Behörden und Krisenstäben entschieden.

Helm-AG schickt fast alle Mitarbeiter ins Home-Office

Der Hamburger Chemiehändler Helm AG hat nahezu alle Mitarbeiter seiner Hamburger Zentrale ins Homeoffice geschickt. „Von rund 650 Beschäftigten sind nur noch 25 bis 30 vor Ort“, sagte Vorstandschef Hans-Christian Sievers am Montag dem Abendblatt. Kurzarbeit sei nicht geplant, aktuell gebe es genug zu tun, so Sievers weiter.

Sein Appell an die Mitarbeiter ist so emotional wie eindeutig: „Keine Frage, wir stehen das durch!“ Das Unternehmen sei finanziell solide aufgestellt und habe Rücklagen. Besonders bitter für Sievers selbst: Wenn er am 1. April den Vorstandsvorsitz an Stephan Schnabel abgibt, kann er sich nicht persönlich von den Mitarbeitern verabschieden, sondern nur aus dem Homeoffice per Mail oder Video.

Zweiter Corona-Fall in Flüchtlingsunterkunft in Neumünster

In der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster gibt es einen zweiten Fall von Covid-19. Der junge Mann sei am Sonnabend direkt nach seiner Aufnahme zum ärztlichen Dienst in der Erstaufnahmeeinrichtung gebracht worden, teilte ein Sprecher der Landesunterkunft am Montag der Deutschen Presseagentur mit. Der Mann ist im Isolationshaus untergebracht und zeige einen milden Krankheitsverlauf.

Eine stationäre Behandlung sei derzeit nicht notwendig. Sonntagabend bestätigte sich der Verdacht. Einen ersten Covid-19-Fall in der Landesunterkunft hatte es vor einer Woche gegeben. Der Betrieb in der Landesunterkunft läuft nach Angaben des Sprechers normal weiter. Im übrigen lasse seit der Abschottung der EU-Außengrenzen die Zahl der neu eintreffenden Flüchtlinge nach.

15 Filialen der Hamburger Volksbank bleiben geöffnet

Hamburg Auch die Hamburger Volksbank hat auf die Coronakrise reagiert und mittlerweile 17 ihrer 32 Filialen geschlossen. 15 Standorte bleiben aber nach wie vor geöffnet, das sind: Altona, Bergedorf, Blankenese, Eimsbüttel, Geesthacht, Hamburg-City, Harburg, Langenhorn, Neugraben. Niendorf, Othmarschen Rahlstedt, Sasel, Wandsbek und Wedel.

„Wir mussten auf Corona reagieren, wollen aber weiter für unsere Kunden da sein und ihnen soweit es geht, ein kleines Stück Normalität im schwierigen Alltag bieten“, sagt der Vorstandssprecher der Volksbank, Reiner Brüggestrat, dem Abendblatt. Die Öffnungszeiten an den Standorten, die ihren Betrieb aufrechterhalten, wurden bisher nicht geändert. Selbstverständlich gelten in den Filialen die derzeit wichtigen Abstands- und Hygieneregeln.

Auch telefonisch ist die Volksbank laut Brüggestrat weiterhin gut zu erreichen. In den geschlossenen Filialen würden Mitarbeiter sitzen und den Telefondienst übernehmen. Zudem gibt es eine zentrale Nummer (040-3091-00), über welche die Kunden ihre Anliegen loswerden können. Brüggestrat bittet die Kunden dennoch das Onlinebanking zu nutzen. Von Geschäftskunden gebe es viele Fragen zu den Hilfsprogrammen der Stadt Hamburg und des Bundes. Nähere Informationen zu den Maßnahmenpaketen, aber auch über die Kontaktmöglichkeiten zur Bank findet man unter www.hamburger-volksbank.de.

Neuregelung für Zweitwohnungen in Schleswig-Holstein in Vorbereitung

Nachdem mehrere Landkreise in Schleswig-Holstein am Wochenende Ferienhausbesitzer aufgefordert haben, das Land unverzüglich zu verlassen, könnte es schon heute zu einer Neuregelung dieses Themas kommen. Nach Abendblatt-Informationen wird in Schleswig-Holstein an einer neuen, einheitlichen Regelung in Umgang mit Besitzer von Ferienhäusern gearbeitet.

Hintergrund ist unter anderem, dass man keinen Keil zwischen die Schleswig-Holsteiner und die Hamburger treiben will, die in der Corona-Krise zusammenstehen müssten. Eine Neuregelung wird am frühen Abend erwartet.

Schüler starten Petition zur Absage der Abi-Prüfungen

Zwei Hamburger Schüler haben angesichts der Corona-Pandemie eine Petition zur bundesweiten Absage der Abitur-Prüfungen gestartet. Stattdessen soll in diesem Jahr jeder Schüler deutschlandweit ein sogenanntes Durchschnittsabitur erhalten, heißt in der unter anderem an Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und zahlreiche Bildungsminister der Länder gerichteten Petition.

Dabei soll ein Durchschnitt der einzubringenden 32 bis 40 Semesterergebnisse der vergangenen vier Halbjahre errechnet und als Abiturnote festgelegt werden. Die beim Internetportal „change.org“ veröffentlichte Petition haben bis Montagmittag gut 18.000 Unterstützer unterzeichnet. Aus Sicht der beiden Hamburger Schüler sind Abiturprüfungen für die in diesem Jahr rund 350.000 betroffenen Schüler gesundheitlich, psychologisch und gesellschaftlich nicht tragbar.

Coronavirus: Patienten sterben im Kreis Plön und in Wolfsburg

Im Kreis Plön und in Wolfsburg hat es jeweils einen Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Der 70 Jahre alte Erkrankte aus Plön habe aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und seiner Vorerkrankungen zu der Hochrisikogruppe gehört, teilte die Kreisverwaltung am Montag mit. Demnach starb die an Covid-19 erkrankte Mann am Wochenende. Es ist der zweite Todesfall im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit im nördlichsten Bundesland.

Nach Angaben der Kreisverwaltung ist der vermutliche Ansteckungsweg der Person aus dem Kreis Plön den Behörden bekannt. Alle erforderlichen Maßnahmen zur Ermittlung der Kontakte und zur häuslichen Quarantäne seien erfolgt.

Hamburger AWO ruft Telefonpatenschaft ins Leben

Um einer möglichen Vereinsamung älterer Menschen in Zeiten von Corona entgegen zu wirken, hat der Hamburger Landesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) nun ein Telefonpatenschafts-Projekt ins Leben gerufen. "Nachdem die Seniorentreffs geschlossen hatten, sind wir auf die Kommunikation per Telefon umgestiegen, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben", sagt AWO-Mitarbeiterin Catherine le Mellec. Seitdem hat sie Telefonkontakt zu etwa 20 Menschen, die sie nun regelmäßig spricht. „Schnell wurde klar, dass die Anrufe sehr gut ankommmen und den alten Menschen gut tun.“

Diese Idee der Telefonpatenschaft will die AWO nun für alle Hamburger Seniorinnen und Senioren anbieten. Ab sofort erhält die bestehende, kostenfreie Hotline der AWO-Stiftung eine neue Funktion. Unter 0800-2843628 können sich von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 Uhr bis 18 Uhr isolierte Seniorinnen und Senioren mit Gesprächsbedarf bei den Mitarbeiterinnen der „Aktion Augen auf!“ melden. „Unter der Aktion „Miteinander in Zeiten von Corona“ kann man sich darüber hinaus als freiwilliger Helfer auf der Website der AWO Hamburg www.awo-hamburg.de registrieren.

Asklepios kauft zusätzliche Beatmungsgeräte

Die bundesweit an rund 160 Standorten aktive Asklepios Kliniken Gruppe hat für ihre Akutkliniken zusätzliche Beatmungsgeräte und Monitoringgeräte nebst sonstigem Equipment gekauft. Dadurch können 500 zusätzliche Intensiv- und Beatmungsbetten durch Asklepios bereitgestellt werden. Aktuell verfügen die Asklepios Kliniken deutschlandweit über rund 800 Beatmungsbetten, davon rund 300 in Hamburg, wo die Klinikgruppe sieben große Krankenhäuser der Maximalversorgung betreibt.

Die Auslieferung der Geräte an die Kliniken erfolgt von der nächsten Woche an je nach Bedarf und Freigabe der entsprechenden Fördermittel durch die Landesregierungen. Bis Ende Mai werden alle neuen Plätze einsatzbereit sein. Das Investitionsvolumen der Beschaffung beträgt mehr als 37 Millionen Euro. Zusätzlich rechnet Asklepios mit anteiligen Mengen aus der vor der Bundesregierung angekündigten zentralen Anschaffung von 10.000 Beatmungsgeräten.

Massive Kritik übte Asklepios an dem geplanten Krankenhaus-Finanzierungsgesetz. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei vor dem Bürokratiewahn der Krankenkassen eingeknickt. „Mit dem aktuellen Gesetzentwurf sind Kurzarbeit, Massenentlassungen und Insolvenzen in vielen Krankenhäusern unabwendbar“, sagte der Asklepios-Vorstandsvorsitzende Kai Hankeln.

Dr. Wolfgang Wodarg: Diskussion um umstrittene Corona-Thesen

Der Bergedorfer Orthopäde Dr. Matthias Soyka hat den früheren Bundestagsabgeordneten (SPD) und Arzt Dr. Wolfgang Wodarg wegen dessen Thesen zu Corona ungewöhnlich deutlich kritisiert. Wodarg behaupte, die Covid-19-Epidemie sei eine Erfindung von Virologen, die Beschäftigung und Geld für ihre Institute suchen. Soyka schrieb im Ärztenachrichtendienst, das sei Unsinn. Schlimmer findet Soyka jedoch die Botschaft, die Wodarg verbreite: „Alles halb so wild.“ Wenn Wodarg recht habe, käme sicher großer Ruhm für ihn nach der Epidemie.

Daran glaubt Soyka jedoch nicht. Und liegt Wodarg mit seinen Aussagen falsch und verbreitet sie weiter, schlussfolgert Soyka, würden noch mehr Menschen durch unvorsichtiges Verhalten die Epidemie verschlimmern. Soyka zu Wodarg: „Sie wären ein prominentes Aushängeschild für alle Quarantänebrecher. Die notwendigen Maßnahmen würden ihre Wirkung nicht oder zu spät erreichen. Das würde viele Menschen das Leben kosten und vermutlich auch die wirtschaftlichen Schäden prolongieren.“

Nordkirche bietet kostenlose Seelsorge-Hotline an

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) richtet eine kostenlose Seelsorge-Hotline ein. Damit wolle man besonders alten, kranken und sozial isolierten Menschen in der Corona-Krise Ansprechpartner bieten, teilte die Nordkirche am Montag mit. Unter der Nummer 0800/4540106 werden insgesamt 35 ausgebildete Seelsorger täglich von 14 bis 18 Uhr als Gesprächspartner erreichbar sein.

Das Hilfsangebot parallel zur klassischen bundesweiten Telefonseelsorge richte sich an jeden, unabhängig von Glaube oder Religionszugehörigkeit, sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Die seit Sonntag geltenden weitreichenden Beschränkungen sozialer Kontakte seien zur Begrenzung der Corona-Pandemie zwar notwendig, würden aber besonders allein lebende Menschen besonders belasten, sagte die Bischöfin. „Damit Herz und Seele leichter werden in schwerer Zeit, kann all das in der Seelsorge-Hotline zur Sprache kommen“, sagt sie.

UKE-Virologin: "Können Corona-Ausbreitung nicht verhindern"

UKE-Virologin: "Können Corona-Ausbreitung nicht verhindern"
UKE-Virologin: "Können Corona-Ausbreitung nicht verhindern"

Bremst das Wetter die Ausbreitung des Virus?

Die Luft ist derzeit so sauber wie lange nicht. Das liegt laut dem Meteorologen Dominik Jung jedoch nicht etwa an den Folgen der Corona-Krise, sondern vor allem an der Wetterlage: Trockene und kalte Polarluft werde derzeit aus Sibirien über Osteuropa bis nach Hamburg geführt, so Jung. "Durch den strammen Ostwind beruhigt sich die Luft nicht und bleibt klar", sagt der Wetter-Experte.

Studien, wonach sich die geringe Luftverschmutzung die Ausbreitung des Virus bremsen könnte, wollte Jung nicht kommentieren. Da gebe es noch keine klaren Ergebnisse und verschiedene Vermutungen.

Hamburger Spendenparlament vergibt Rekordsumme

Das Hamburger Spendenparlament will erstmals seit seiner Gründung im Jahr 1996 ohne vorherige Abstimmung Fördermittel in Höhe von mehr als 400.000 Euro vergeben. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus müsse die Sitzung, bei der normalerweise über die Vergabe der Gelder entschieden wird, zum ersten Mal ausfallen, teilte der Verein am Montag mit. „Außergewöhnliche Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Präsidium, Vorstand und Finanzkommission haben entschieden, dass die 18 von der Finanzkommission vorgeschlagenen Projekte ohne Parlamentssitzung Fördermittel erhalten“, erklärte Vorstandsvorsitzender Uwe Kirchner.

Ausgezahlt würden zunächst die Mittel für diejenigen Projekte, die auch während der Corona-Krise Maßnahmen durchführen können. Die anderen erhielten ihre Fördermittel dann, wenn sie ihre Tätigkeit wieder aufnehmen dürfen. Das Hamburger Spendenparlament hat nach eigenen Angaben seit 1996 rund 1350 Projekte in Hamburg gegen Obdachlosigkeit, Armut und Isolation mit rund 13 Millionen Euro unterstützt. Dreimal jährlich entscheiden die 3200 Mitglieder auf öffentlichen Sitzungen, welche gemeinnützigen Projekte Spenden erhalten. Stimmberechtigt sind alle, die ab 5 Euro Mitgliedsbeitrag im Monat zahlen. Das Spendenparlament ist weder politisch, weltanschaulich noch konfessionell gebunden.

Unternehmen sollen Arbeitsplätze im Handwerk erhalten

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Handwerkskammer haben die Hamburger Unternehmen aufgefordert, trotz Corona-Krise Arbeitsplätze zu erhalten und die Zukunft des Handwerks zu sichern. In einem gemeinsamen Appell riefen sie Arbeitgeber und Betriebsräte dazu auf, die angebotene Instrumente und Mittel auszunutzen. „Sichern Sie die Arbeitsplätze Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zahlen Sie die Löhne weiter“, erklärte der Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer, Karl-Heinz Westphal. Zuvor geleistete Mehrarbeit könne nun abgeschmolzen werden. Zudem könnten mit den neuen Regelungen zum Kurzarbeitergeld vorzeitige Entlassungen vermieden werden.



Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann betonte, dass die Handwerksbetriebe „erheblich zur Beschäftigungssicherung, zur Versorgungssicherheit und zur Ausbildung von Nachwuchskräften“ in der Stadt beitrügen. In der derzeitigen – in dieser Form noch nie dagewesenen – Ausnahmesituation müssten jetzt vor allem die Banken unbürokratisch helfen. Mit den neuen Regelungen zum Kurzarbeitergeld und weitere Unterstützungsmaßnahmen hätten Betriebe die Möglichkeit, Fachkräfte an das Unternehmen zu binden und Beschäftigung zu sichern.

Hamburger Kinderarzt infiziert

Aufregung in Ottensen: Der Hamburger Kinderarzt Albrecht Römhild hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Praxis wurde geschlossen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung werde die Praxis desinfiziert, die Patienten sollen informiert werden. Römhild sagte dem NDR, er habe seinen positiven Test sofort dem Gesundheitsamt gemeldet. Das Gute sei, dass er in Kürze wieder arbeiten könne und immun sei, wenn „die Riesenwelle“ kommt.

Plácido Domingo leidet an Covid-19

Im November sang er noch in der Elbphilharmonie, im März sollte er an seine alte Wirkungsstätte in Hamburg an die Staatsoper zurückkehren: Doch jetzt ist Opernstar Plácido Domingo (79) an Corona erkrankt. Er schrieb bei Facebook: „Ich glaube, dass es meine moralische Pflicht ist Ihnen mitzuteilen, dass ich positiv auf Covid-19 getestet wurde.“

Er sei mit seiner Familie in Selbstisolation. Domingo forderte alle auf, sehr vorsichtig zu sein, den Anweisungen der jeweiligen Regierungen zu folgen und so viel wie möglich zu Hause zu bleiben. Er sollte im Rahmen der „Italienischen Opernwochen“ in Giuseppe Verdis Oper „Simon Boccanegra“ auftreten. Doch die wurden abgesagt.

Technische Ausfälle der 116 117 in Schleswig-Holstein

Die Nummer 116117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist in Schleswig-Holstein überlastet. Dadurch komme es in dem Bundesland zu technischen Ausfällen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Techniker arbeiteten daran, das Problem zu beheben – das Ministerium bittet jedoch um etwas Geduld.

Die Lage im "Arztruf Hamburg" hat sich hingegen entspannt. Mit einem beispiellosen Kraftakt haben Ärzte und Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH) am vergangenen Wochenende den Stau der Hausbesuche im Arztruf Hamburgabgebaut. „Wir sind nun wieder im normalen Reaktionsfenster angekommen“, erklärt KVH-Vorsitzender Walter Plassmann, „allerdings schaffen wir das nur mit deutlich mehr Personal als vor der Corona-Pandemie und dank des vernünftigen Verhaltens der Hamburger Bevölkerung.“ Deshalb bittet Plassmann die Bürger, auch weiterhin die Telefon-Nummer 116 117 nur anzurufen, wenn man Krankheitssymptome feststellt.

Die Zahl der Anrufe ist vom Höchststand von täglich 23.000 vor einer Woche auf 6000 am Sonntag zurückgegangen. „Vielleicht“, so Plassmann, „ist dies ein erstes Signal für den Erfolg des Hamburger Weges bei der Eindämmung der Pandemie.“ Prekär ist allerdings nach wie vor die Ausrüstung mit Schutzmaterial. „Wir bemühen uns fieberhaft um weiteren Nachschub, die Lage in den Praxen bleibt kritisch“, erklärt Plassmann.

Vier Hamburger wollen Gastronomen retten

Corona gefährdet die Existenz lokaler Gastronomen – Restaurants mussten schließen, nur noch nach Hause liefern ist erlaubt. Die vier Hamburger Freunde Malte Steiert, Patrick, Niclas Störmer und David Bernhard wollen wollen kleine Restaurants, Bars und Cafés jetzt unterstützen. Mit ihrer Initiative #PayNowEatLater ermöglichen sie es, online Gutscheine für seine Lieblingslokale zu erwerben und diese „in der Zeit nach Corona“ einzulösen.

Für Patrick Kosmala, Mitinitiator der Plattform, ist diese Solidarität mit Gastronomen aktuell ein absolutes
Muss: „Wir sehen uns in der Verantwortung, den Menschen, die uns jeden Tag viel Freude bereiten, etwas zurückzugeben und ihnen in einer so schweren Zeit beizustehen.“ Im Moment suche das Team nach möglichst vielen Partnern. Bereits am ersten Tag seien 50 Gastronomen in der Warteschlange für die Plattform, darunter die Burgerkette Otto’s Burger, das Salt & Silver, die Restaurants Jellyfish und Haebel. Wer selbst ein Restaurant, Café oder eine Bar betreibt, könne sich online für die Aktion unter www.paynoweatlater.de anmelden.

Nordfriesland kontrolliert Besitzer von Zweitwohnungen

In Nordfriesland haben die Behörden am Montag begonnen, Zweitwohnungen in der Region zu kontrollieren. Zwar werde das vom Kreis erlassene Verbot der Nutzung von Zweitwohnungen größtenteils eingehalten. „Es gibt jedoch auch Hinweise auf Ausnahmen“, wie Kreissprecher Hans-Martin Slopianka sagte. Am Sonntag um Mitternacht mussten die letzten Zweitwohnungsbesitzer abgereist sein. Ausnahmen von dem Verbot gab es nur beim Vorliegen von zwingend beruflichen sowie ehe-, sorge- und betreuungsrechtlichen Gründen beziehungsweise wenn in den Wohnungen sehr dringende Erhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen vonnöten sind. Dazu gehören vollgelaufene Keller und zersplitterte Fensterscheiben, jedoch keine Schönheitsreparaturen oder allgemeine Gartenarbeiten, hieß es.

Bereits am Sonntag setzte die Polizei mehrere Streifenwagen ein, um Kraftfahrzeuge ohne NF-Kennzeichen zu kontrollieren.

Rund 380 "Corona-Kontrollen" in Mecklenburg-Vorpommern

Die Kontrolle von zu großen Menschenansammlungen in der Corona-Pandemie hat die Polizei im Nordosten am Wochenende stark beschäftigt. Die Beamten mussten knapp 380 Mal zu "Corona-Kontrollen" ausrücken, wie Sprecher der beiden Präsidien in Rostock und Neubrandenburg am Montag erklärten. Dabei seien unter anderem Garagenpartys und größere Treffen in Gartenanlagen aufgelöst sowie eine kurzfristig anberaumte Mitarbeiterversammlung einer Firma in Neustrelitz mit Hilfe des zuständigen Ordnungsamtes verhindert worden. Die Angesprochenen hätten sich "kooperativ" gezeigt und seien auseinandergegangen, fast immer ohne Platzverweis. Im Nordosten sind bisher 182 Infektionen bekannt, zehn Menschen werden in Kliniken betreut.

Airbus: Staat muss Airlines unterstützen

Airbus fordert eine „starke Unterstützung“ der Fluggesellschaften durch die Staaten. Die Airlines seien direkt betroffen, beispielsweise durch Reisebeschränkungen, sagte Airbus-Konzernchef Guillaume Faury bei einer Telefonkonferenz. Die Lufthansa zum Beispiel hat den Großteil ihres Flugbetriebes eingestellt, ebenso Emirates. „Wir ersuchen keine direkte Hilfe der Regierungen für Airbus“, fügte Faury hinzu. Unterstützung für Zulieferer, die in Schwierigkeiten gerieten, sei aber sinnvoll. „Das ist eine sehr komplizierte Branche“, sagte Faury. Ein Flugzeug habe bis zu 500.000 Einzelteile. Airbus in Hamburg hat rund 13.000 Mitarbeiter. Dazu kommen Tausende Jobs in Zulieferbetrieben in ganz Norddeutschland.

Johannes B. Kerner über eine traurige Quarantäne

Der Hamburger Universal-Moderator Johannes B. Kerner (55) hat bei „Maybrit Illner“ im ZDF über seine Corona-Quarantäne berichtet. „Das ist etwas, was man irgendwann körperlich spürt. Die sozialen Kontakte kann man nicht digitalisieren“, sagte Kerner per Videochat. Er sei zu Hause alleine gewesen. Als sein Sohn ihm etwas zu essen brachte, habe er das Bedürfnis gehabt, ihn zu umarmen. „Das war auch ein trauriger Moment.“ Er könne sich vorstellen, dass Menschen, die insgesamt nicht sehr stabil seien, wirklich unter der Isolation leiden. Kerner hatte am 13. März auf Instagram mitgeteilt, dass er positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. Seine Quarantäne ende an diesem Montag.

Nordfriesland schlichtet Streit mit einem Katzenfoto

Den Streit zwischen Hamburger Ferienhausbesitzern und Schleswig-Holstein versucht der Kreis Nordfriesland nun kreativ zu schlichten: Auf Facebook wurde ein Katzenfoto zur Beruhigung veröffentlicht. Weil Hamburger Ferienhausbesitzer per Allgemeinverfügung dazu aufgefordert waren, ihre Immobilie zu räumen und in ihre Erstwohnsitze zurückzukehren, ist es in den betroffenen Regionen zu unschönen Szenen zwischen Hamburgern und Einwohnern gekommen.

Laut den Nordfriesen ist die Corona-Krise jedoch kein Grund sich an den Kragen zu gehen. Das Katzenbild auf Facebook trägt die Überschrift „Fair bleiben“ und soll ein „eindringlicher Aufruf an alle" sein, sich zu beruhigen und nicht alle Personengruppen über einen Kamm zu scheren.

UKE-Medizinhistoriker über Krise: „Eindeutig historisches Ereignis“

Als „eindeutig historisches Ereignis“ wertet Medizinhistoriker Philipp Osten die Corona-Krise. „Das, was wir erleben, ist historisch. Wir können unseren Kindern nicht sagen, dass wir so etwas schon einmal erlebt hätten“, sagte der Leiter des Instituts für Geschichte und Ethik in der Medizin beim Universitätsklinikum Eppendorf der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Für viele Menschen sei die Corona-Krise einschneidend, sie würden sich künftig ein Leben lang daran erinnern. Am ehesten sei die Situation mit dem Reaktor-Unglück von Tschernobyl zu vergleichen.

Mit Blick auf die teils drastischen Schilderungen der Lage in überfüllten italienischen Krankenhäusern sagte Osten: „Die Situation, jemanden, der eigentlich rettbar ist, von der Maschine zu nehmen, weil jemand anderes da ist, der nach gewissen Kriterien bessere Überlebenschancen hat - auf so etwas können Sie keinen Mediziner vorbereiten.“

Hamburg erlässt weitere Auflagen

Bund und Länder haben sich am Sonntag darauf geeinigt, zunächst keine allgemeine Ausgangssperre in Deutschland zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zu erlassen. Stattdessen wurde ein Kontaktverbot beschlossen. "Von einer generellen Ausgangssperre wurde abgesehen, nachdem festgestellt wurde, dass die beschlossenen Beschränkungen für den Aufenthalt im öffentlichen Raum von den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland weitestgehend eingehalten werden", teilte der Hamburger Senat noch am Sonntagabend mit.

Die in Hamburg bereits geltenden Regelungen wurden nun also um folgende Vorgaben angepasst:

  • Der Aufenthalt für Personen im öffentlichen Raum ist nur alleine sowie in Begleitung der Personen gestattet, die in derselben Wohnung leben oder in Begleitung einer weiteren Person, die nicht in derselben Wohnung lebt.
  • Der Betrieb von Gewerben wie Kosmetikstudios, Friseure oder Tattoo-Studios wird untersagt.
  • Die neue Allgemeinverfügung werde noch am Sonntagabend veröffentlicht und trete damit sofort in Kraft.

„Es kommt jetzt darauf an, dass wir so gut es geht zu Hause bleiben und den direkten Kontakt mit anderen vermeiden. Wir haben die Vorgaben dazu noch einmal verschärft und auf eine einheitliche Linie in ganz Deutschland gebracht", sagt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Bewegung an der frischen Luft "in ausreichendem Abstand zu anderen" solle aber weiterhin möglich sein, sagt Tschentscher und bedankt sich bei den Hamburgern: "Die meisten Bürgerinnen und Bürger in Hamburg verhalten sich verantwortungsvoll."

Hamburger Musiker spielen die Ode an die Freude

Von Mailand bis Sizilien erklingt seit Beginn der Coronavirus-Pandemie viel Musik von Balkonen und aus Fenstern, Menschen singen und musizieren gegen die Krise. Die Italiener machen es vor – und auch in Hamburg haben Musiker nun nachgezogen: Am Sonntag um 18 Uhr haben sie etwa in den Stadtteilen Hoheluft-West und Eimsbüttel von ihren Privatwohnungen aus Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ gespielt.

Coronavirus: Hamburger spielen "Ode an die Freude"
Coronavirus: Hamburger spielen "Ode an die Freude"

Im Vorfeld war in den sozialen Medien dazu aufgerufen worden. Und am Abend folgt eine weitere Aktion: Jeden Tag stehen mehr und mehr Menschen an ihren Fenstern und applaudieren um 21 Uhr für Ärzte, Pflegekräfte und andere Helfer, die sich der Ausbreitung des Coronavirus entgegenstellen.

Coronavirus: Das sollten ältere Hamburger beachten:

  • Meiden Sie soziale Kontakte soweit wie möglich
  • Halten Sie Kontakt mit Ihren Freunden und Ihrer Familie über Telefon, Brief, soziale Netzwerke oder Skype
  • Besuchen Sie keine Freizeitveranstaltungen
  • Meiden Sie den öffentlichen Personennahverkehr
  • Meiden Sie unbedingt den Kontakt zu Enkelkindern
  • Halten Sie persönlichen Abstand von mindestens zwei Metern
  • Geben Sie niemandem die Hand und umarmen Sie niemanden
  • Gehen Sie nicht in eine Arztpraxis, sondern rufen Sie bei Bedarf dort an und besprechen das weitere Vorgehen
  • Wenn möglich, gehen Sie nicht in Apotheken, sondern lassen Sie sich benötigte Medikamente nach Hause liefern
  • Nutzen Sie Lieferdienste von Supermärkten
  • Nehmen Sie gerne Hilfe oder das Angebot von Botengängen aus der Nachbarschaft und Familie an
  • Gehen Sie gerne eine Runde spazieren. Wenn Sie dabei Bekannte treffen: Denken Sie daran, Abstand von zwei Metern zu halten
  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände

Emirates streicht Flüge Hamburg-Dubai

Die Fluggesellschaft Emirates streicht vom 25. März an weltweit ihren Flugplan bis auf wenige Länder radikal zusammen. Dazu gehört unter anderem auch die Verbindung zwischen Hamburg und Dubai, von wo aus Passagiere vor allem nach Asien und Australien weiterfliegen. Emirates begründete den Schritt am Sonntag mit den erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Frachtflüge sollen zunächst aufrechterhalten werden. Die Hamburg-Strecke war zuletzt von zwei täglichen Flügen auf einen reduziert worden.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
  • SARS-CoV-2: Die genaue Bezeichnung des Virus, das sich von China aus verbreitet
  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Lesen Sie hier alles zum Coronavirus in Hamburg und im Norden im Newsblog vom Sonntag