Newsblog für Norddeutschland

Coronavirus: UKE-Arzt plädiert für rigorose Ausgangssperre

Coronavirus: Prof. Dr. Stefan Kluge, der Leiter der Intensivmedizin am UKE, hat sich für eine Ausgangssperre ausgesprochen.

Coronavirus: Prof. Dr. Stefan Kluge, der Leiter der Intensivmedizin am UKE, hat sich für eine Ausgangssperre ausgesprochen.

Foto: picture alliance

Polizei Hamburg hat Sondergruppe gegründet. Hamburger danken Helden des Alltags mit besonderer Geste. Der Newsblog.

Hamburg. Die erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Hamburg und Norddeutschland wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind immer stärker zu spüren: Hamburgs Schulen und Kitas bleiben länger geschlossen, E-Scooter-Verleiher stellen ihren Betrieb ein und die Grenzen nach Schleswig-Holstein sind für Touristen geschlossen. Auch eine Ausgangssperre wurde am Mittwoch bereits diskutiert, um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen.

Corona-Krise: Der Newsblog für Hamburg und den Norden

Corona-Fälle in Bremen gestiegen – Operationen in Klinken untersagt

Wegen des Anstiegs der bestätigten Coronavirus-Fälle in Bremen sind Besuche und medizinische Eingriffe in Krankenhäusern eingeschränkt worden. Der Anstieg der Fälle sei auf eingegangene Tests mehrerer Tage zurückzuführen, hieß es vom Pressesprecher der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz Bremen am Donnerstagabend. Demnach sind in der Stadt Bremen Stand Donnerstagabend insgesamt 104 Menschen infiziert, in der Stadtgemeinde Bremerhaven 15. Drei Menschen seien in Bremen unterdessen bereits genesen.

Zum Schutz von Krankenhauspatienten gilt seit Donnerstag ein Besuchsverbot etwa in Krankenhäusern und Tageskliniken. Planbare Aufnahmen in Kliniken, Operationen und andere Eingriffe wurden untersagt. Damit hätten die Kliniken mehr Kapazitäten, um Coronavirus-Patienten behandeln zu können.

Corona-Krise: Polizei Hamburg hat Sondergruppe gegründet

Nach Abendblatt-Informationen hat die Polizei Hamburg eine sogenannte Besondere Aufbauorganisation (BAO) geschaffen. Darin werden unter der Führung von Polizeivizepräsident Morten Struve alle Anstrengungen der Polizei gegen die Corona-Pandemie koordiniert. Wie Innensenator Andy Grote (SPD) auf Anfrage bestätigte, ist auch mit dem Aufbau eines Krisenstabs in der Innenbehörde begonnen worden. Dabei greife man auf "etablierte Kontakte" zu Hilfsorganisationen, Bundeswehr und den anderen Behörden zurück. Wie es aus der Verwaltung heißt, bleibe die Gesundheitsbehörde für die Bekämpfung der Corona-Epidemie weiter federführend.

Coronavirus: Tattoo-Studios müssen jetzt auch schließen

Hamburgs Tätowierer hatten am Donnerstag die Stadt darum gebeten, ebenfalls schließen zu müssen: Denn sie fielen bislang nicht unter die Allgemeinverfügungen, durften als Dienstleister weiter öffnen – doch das wollen viele aus naheliegenden Gründen nicht. Und nun dürfen sie es auch nicht mehr. Denn Tattoo-Studios wurden nun auch in die Liste der Betriebe und Geschäfte aufgenommen, die wegen des Coronavirus voreerst nicht öffnen dürfen. Die Begründung: Es handele sich zwar um eine Dienstleistung – jedoch mit erheblicher Infektionsgefahr.

Corona: Klatschen für Ärzte und Pfleger in Hamburg

Nach dem Vorbild Spanien zog es am Donnerstag wieder viele Hamburger auf die Balkone und an die Fenster – um Beifall zu klatschen. Der minutenlange Applaus galt Ärztinnen und Ärzten, dem Pflegepersonal, Mitarbeitern in Supermärkten und allen Menschen, die in diesen Tagen durch ihren Einsatz dazu beitragen, das System während der Corona-Krise am Laufen zu halten.

Das Video zeigt Applaudierende am Donnerstagabend in der Schinkelstraße im Hamburger Stadtteil Winterhude. Der Flashmob findet täglich um 21 Uhr statt. Mitmachen kann jeder.

Im Video: Hamburger klatschen für Ärzte und Pfleger

Corona - Hamburger klatschen für Helden des Alltags
Corona - Hamburger klatschen für Helden des Alltags

Fielmann schließt alle Filialen zum 20. März

Das Familienunternehmen Fielmann schließt wegen der Coronavirus-Pandemie alle deutschen Filialen zum 20. März. Das teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Der Notfalldienst, insbesondere für systemrelevante Berufsgruppen wie Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Polizei, Feuerwehr, Lebensmittelversorgung werde über eingeschränkte Öffnungszeiten und besondere Vorkehrungen gewährleistet, heißt es in der Mitteilung.

Und weiter: "Als Familienunternehmen steht Fielmann in diesen Krisenzeiten zu seinen Mitarbeitern, hat für alle Augenoptiker und Hörakustiker eine Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen, wird das beantragte Kurzarbeitergeld auf hundert Prozent aufstocken, sodass alle Niederlassungsmitarbeiter weiterhin den gleichen Nettolohn erhalten".

Coronavirus-Krise: Großhändler Selgros öffnet Märkte für Verbraucher

Der Großhändler Selgros öffnet seine Türen ab sofort für alle Verbraucher. Man wolle damit die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln unterstützten, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung. Der Einkauf in den Märkten sei deshalb vorübergehend auch ohne Kundenkarte oder Gewerbeschein möglich. Die Frequenz der Warenbelieferung in die Märkte sei dafür erhöht worden. Selgros unterhält in Hamburg zwei Filialen: In Altona an der Tasköprüstraße 10 sowie in Öjendorf an der Glinder Straße 1.

Coronavirus: UKE-Arzt für sofortige Ausgangssperre

Prof. Dr. Stefan Kluge, der Leiter der Intensivmedizin am UKE, hat sich im Corona-Brennpunkt der ARD für eine Ausgangssperre in Deutschland ausgesprochen. "Es gibt keine Alternative mehr zur Ausgangssperre", sagte er. Kluge ist für eine "rigorose sofortige Ausgangssperre". Zudem sagte Kluge: "Wir haben noch genug Schutzmasken, auch für die nächste Woche. Eine deutschlandweite Verdopplung der Intensivbetten sei jedoch nicht möglich.

Corona: Besonderer Dank an die Helden des Alltags in Hamburg

Ärzte, Pfleger, Supermarktangestellte, Busfahrer: Menschen wie diese sind in der Corona-Krise die wahren Helden des Alltags. In Barmbek haben sich Menschen mit einer schönen Geste bei den Helden bedankt: "Herzlichen Dank an die Helden des Alltags" steht dort auf einem Bürgersteig geschrieben.

Coronavirus: Straßenverkauf von Hinz&Kunzt eingestellt

Das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt stellt angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Zeitungsvertrieb ein. Die meisten Verkäufer gehören zur Risikogruppe und sollen so vor einer Ansteckung geschützt werden, wie der gemeinnützige Verlag am Donnerstag mitteilte. In den vergangenen Tagen seien die Magazine von den Wohnungs- und Obdachlosen nur noch durchs Fenster verkauft worden. „Das können wir nicht mehr verantworten“, sagte der Geschäftsführer Jörn Sturm. Die April-Ausgabe soll deshalb nur online zu lesen sein. An einer Methode, wie die Zeitungsverkäufer an den Spenden für das Magazin beteiligt werden können, werde gearbeitet, erklärte Sturm.

Der politische Sprecher von Hinz&Kunzt, Stephan Karrenbauer, forderte zudem die Sicherstellung der medizinischen Versorgung für alle Obdach- und Wohnungslosen in Hamburg und auf die Stadt verteilte Unterkunftsplätze, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Die Sozialarbeiter von Hinz&Kunzt blieben zudem telefonisch ansprechbar.

Garg: Ausgangssperre in Schleswig-Holstein "denkbar"

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) eine Ausgangssperre für Schleswig-Holstein nicht mehr ausgeschlossen. "Wenn sich die Menschen nicht an die bisher beschlossenen Maßnahmen halten, dann ist als allerletztes Mittel oder ein Mittel der Wahl auch eine Ausgangssperre denkbar", sagte Garg dem "Schleswig-Holstein Magazin" des NDR. "Wer immer noch meint, wir befinden uns hier auf einem Abenteuerspielplatz und proben gerade mal, der ist schief gewickelt."

Garg appellierte an die Schleswig-Holsteiner, sich solidarisch zu zeigen – insbesondere mit der Generation der Eltern und Großeltern sowie mit den Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. "Wir tun das, um die Menschen zu schützen und irgendwann, wenn die Krise vorbei ist, auch unser Leben zurückzubekommen."

Unterdessen stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Schleswig-Holstein von 196 auf 253 Fälle – das ist ein Anstieg von 29 Prozent innerhalb eines Tages. Erfasst wurden die bis einschließlich Mittwoch gemeldeten Nachweise. 13 Patienten befinden sich mittlerweile in klinischer Behandlung, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Bislang wurde weiterhin ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet.

Coronavirus: Hamburg bekommt Nachschub an Masken

Gute Nachrichten von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg. "Vorfristig haben wir soeben eine der von uns getätigten Bestellungen geliefert bekommen", sagte Walter Plassmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, am Donnerstagabend dem Abendblatt. In der Lieferung befinden sich auch Atemschutzmasken. "Wir haben nun für mehr als eine Woche ausreichend Material, sodass wir bei weiteren Lieferungen auch an die Praxen Material weiterreichen können." Am Wochenende folge der massive Ausbau der Telefon- und Fahrkapazitäten.

Kein Gottesdienst? NDR holt Kirchenthemen ins Sonntagsprogramm

Weil auch die Gottesdienste der Corona-Krise zum Opfer fallen, holt der Radiosender NDR1 Niedersachsen ab dem kommenden Sonntag Kirchenthemen und -Leute ins Programm. „Reden wir miteinander“ lautet das Motto, wie der NDR am Donnerstag in Hannover mitteilte.

Zur Gottesdienstzeit jeweils sonntags zwischen 10 und 12 Uhr sollen Moderator Lars Cohrs und Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche durch das Programm führen. Den Anfang im Studio mache am Sonntag (22. März) Radiopastor Oliver Vorwald. „Ich bin da, um zuzuhören, Sorgen aufzugreifen und miteinander zu sprechen“, sagte er den Angaben nach.

Corona-Krise: Polizisten rufen per Lautsprecher zu Vernunft auf

Mindestabstand in Restaurants, keine größeren Menschenansammlungen: Per Lautsprecherdurchsagen haben Polizeibeamte in der Innenstadt von Hannover an die Vernunft und die Einsicht der Menschen appelliert. In Goslar kontrollierten Polizei und Kommune gemeinsam. Zuvor hatte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) vor einer drohenden Ausgangssperre wegen der Corona-Epidemie gewarnt. Hundertschaften der Bereitschaftspolizei würden mobilisiert, um die Beschränkungen für Versammlungen unter offenem Himmel und für die Gastronomie durchzusetzen.

„Bitte folgen Sie unseren Anweisungen und sprechen Sie auch mit Ihren Kindern über die Situation. Dies erleichtert uns allen die Arbeit“, mahnte Petra Krischker, Leiterin der Polizeiinspektion Goslar. Verstöße gegen die Anordnungen des Landkreises könnten im Falle des Vorsatzes nach dem Infektionsschutzgesetz auch Strafverfahren nach sich ziehen.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus stieg in Niedersachsen binnen 24 Stunden um 241 auf 981 Fälle. Allein in der Region Hannover haben sich 238 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Prüfungen für gehobenen Polizeidienst in Hamburg laufen weiter

Die Prüfungen für Anwärter des gehobenen Polizeidienstes in Hamburg werden wegen des neuartigen Coronavirus nicht verschoben. Das sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag. Die 60 Prüflinge für den Bachelor seien – vorausgesetzt sie bestehen – bereits vom 1. April an im Dienst eingeplant. "Das ist elementar wichtig", sagte der Sprecher. Bei den Prüfungen würden alle Hygieneregeln beachtet.

Polizei schließt vorerst mehrere Dienststellen für Besucher

Wegen der Corona-Pandemie schließt die Polizei vorübergehend mehrere Dienststellen für den Publikumsverkehr. Betroffen sind die Polizeistation Lensahn im Kreis Ostholstein sowie die zum Polizeirevier Kappeln gehörenden Stationen Steinbergkirche, Süderbrarup und Mittelangeln im Kreis Schleswig-Flensburg.

Diese Maßnahmen dienten der dauerhaften Sicherung der polizeilichen Arbeit, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Einsatzbereitschaft der Polizei sei von der Schließung nicht beeinträchtigt, hieß es. Für Notrufe verwies die Polizei auf die 110, für die Anzeigenerstattung stehe die Online-Wache der Landespolizei zur Verfügung.

Polizei in MV kontrolliert ab sofort Corona-Schutzmaßnahmen

Mecklenburg-Vorpommerns (MV) Innenminister Lorenz Caffier (CDU) kündigte am Donnerstag an, dass die Polizei ab heute verstärkt Präsenz an den Hauptzufahrtsstraßen nach Mecklenburg-Vorpommern zeigen werde. An den Straßen ist Hinweisschilder zu entnehmen, dass Touristen der Besuch untersagt ist. Die Wasserschutzpolizei wird vergleichbare Kontrollen für die Sportboothäfen fahren, sagte Caffier.

"Wir werden gegen Rechtsverstöße konsequent vorgehen. Bei Zweifel an der Plausibilität einer Reise wird die Polizei auch Fahrzeuge zurückweisen. Es wird einen Leitfaden geben, an dem sich unsere Beamten orientieren können. Die Polizei handelt konsequent, wird keine Rechtsverstöße zulassen und mit Vernunft und Augenmaß handeln“, so Innenminister Caffier.

Flughafen Hamburg schickt Mitarbeiter in Kurzarbeit

Weil der reguläre Flugbetrieb nach und nach zum Erliegen kommt, hat der Hamburger Flughafen am Donnerstag für seine Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. „Wir stellen uns darauf ein, dass wir in den nächsten Wochen höchstens zehn Prozent des Normalbetriebes sehen werden“, sagte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Für Rückführungsflüge, Frachtflüge, medizinische Flüge und die restlichen Angebote der Fluggesellschaften sei Hamburg Airport weiter im Einsatz.

„Der Umsatzrückgang für den Flughafen liegt im zweistelligen Millionenbereich“, sagte Eggenschwiler. Um den Schaden nach vielen bereits eingeleiteten Maßnahmen noch weiter zu begrenzen, habe die Hamburg Airport Gruppe am Donnerstag Kurzarbeit angemeldet „Damit sichern wir alle 2100 Arbeitsplätze bei der Flughafen Hamburg GmbH und ihren Tochtergesellschaften. Wir werden den Flugbetrieb ab sofort im Sinne der stabilen Grundversorgung mit dem minimal notwendigen Personal sicherstellen.“

Notbetreuung in einzelnen Schulen auch in den Osterferien

Schleswig-Holstein hat die Notbetreuung für Kinder von Mitarbeitern aus den Bereichen Gesundheit, Polizei, Feuerwehr oder Lebensmittelgeschäften in einzelnen Schulen bis in die Osterferien (19. April) verlängert. "Es ist eine wichtige Aufgabe, diesen Menschen den Rücken freizuhalten und auch während der unterrichtsfreien Zeit in den Osterferien eine Betreuung für deren Kinder aufrechtzuerhalten", schrieb Bildungsministerin Karin Prien (CDU) den Schulleitungen im Land nach Ministeriumsangaben vom Donnerstag.

Das Ministerium machte keine Angaben, wie viele Schulen in den Osterferien offen gelassen werden. Die Schulen sollen aber nur die Notbetreuung ihrer eigenen Schüler übernehmen. Sie setze auf die Bereitschaft von Lehrern, "für ein paar Tage, eine oder mehrere Wochen" die Betreuung zu übernehmen, erklärte Prien. "Das ist auch eine Frage der Solidarität."

Coronavirus: "Kieler Woche" auf September verschoben

Die 126. Auflage der "Kieler Woche" wird als Folge der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das Segel-Spektakel rückt von seinem angestammten Platz in der letzten vollen Juni-Woche auf den 5. bis 13. September. Das gaben die Veranstalter am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt. "Diesen Schritt haben wir als Stadt gemeinsam mit den Veranstaltern der Segelregatten beschlossen", sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. "Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen – sie ist mit Blick auf die aktuelle Entwicklung aber die beste Lösung."

Der sportliche Organisationsleiter Dirk Ramhorst sagte darüber hinaus: "Natürlich hätten wir mit der endgültigen Entscheidung noch etwas warten können. Da wir aber auch den internationalen Seglerinnen und Seglern ein Zeichen geben wollten, haben wir uns jetzt entschieden." Im vergangenen Jahr hatten fast 4000 Aktive aus 50 Nationen an der 125. Kieler Woche teilgenommen.

Um Grenzstaus zu verhindern: Autoverkehr wird umgeleitet

Um einen reibungslosen Verkehr zu gewährleisten und Staus an der deutsch-dänischen Grenze so gut es geht zu vermeiden, leitet die dänische Polizei zu bestimmten Tageszeiten den Verkehr Richtung Grenze um. So soll morgens und nachmittags unter anderem der Autoverkehr von der Autobahn weggeführt und über den Grenzübergang Krusau/Kupfermühle über die Bundesstraße geleitet werden, teilte die Polizei Südjütland am Donnerstag mit. Über die Autobahn würde zu Stoßzeiten dann nur noch der Lastwagenverkehr über die Grenze rollen.

Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizeidirektion Flensburg bestehen am Grenzübergang Ellund im Zuge der A7 etwa 10, 15 Minuten Wartezeit auf der dänischen Seite. Der Verkehr staut sich demnach vielleicht auf zwei bis vier Kilometern. Den Angaben der dänischen Polizei zufolge plant die deutsche Polizei ein ähnliches Vorgehen wie auf dänischer Seite, um den Verkehr nach Dänemark zu erleichtern. Man arbeite gut und eng mit der deutschen Polizei zusammen, sagte Polizeidirektor Jørgen Meyer.

Zehn Diagnosezentren für Corona-Verdachtsfälle in Schleswig-Holstein

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) hat in Schleswig-Holstein an zehn Standorten Diagnosezentren für konkrete Corona-Verdachtsfälle errichtet. Weitere sind im Aufbau, wie die KVSH am Donnerstag mitteilte. Dort sollen Abstriche von Risikopersonen genommen werden, die sich über die Behördennummer 116117 gemeldet haben. Ziel ist es, Arztpraxen sowie Kliniken zu entlasten und gleichzeitig das Infektionsrisiko zu senken.

Die Kassenärztliche Vereinigung appellierte, die Diagnosezentren nicht auf eigene Initiative aufzusuchen. "Die Menge der Testkits und die Kapazitäten der Labore sind endlich, so dass nur medizinisch notwendige Testabstriche genommen werden können." Die Patienten werden nach einem Test telefonisch über das Ergebnis informiert. Dies kann bis zu zwei Tage dauern. Bis zum Vorliegen der Ergebnisse sollten Patienten zuhause bleiben.

Hamburger Medizinstudenten unterstützen Gesundheitsämter

Die sieben bezirklichen Gesundheitsämter in Hamburg haben Unterstützung bekommen: Bereits 18 Medizinstudenten unterstützen bei den behördlichen Maßnahmen nach Infektionsschutzgesetz zur Bekämpfung der Sars-CoV-2-Infektion, wie die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mitteilte. Die Studierenden kümmern sich unter anderen um das Identifizieren und Kontaktieren von Kontaktpersonen und die Information, Betreuung und die medizinischen Kontrollen bei heimischer Isolation. Die Behörde kündigte an, das Programm auszubauen. "Es gibt bereits über 100 weitere Bewerber", heißt es in der aktuellen Mitteilung.

Das rät Hamburg Supermärkten und Wochenmärkten

Um die Übertragung des Coronavirus' in Supermärkten oder auf Wochenmärkten in Hamburg zu minimieren, sollen bestimmte Hygiene- und Verhaltensregeln beachtet werden. Das rät die Gesundheitsbehörde:

  • Kontakt möglichst reduzieren: Verkaufsflächen sollen möglichst großflächig verteilt werden, Schlangenbildung soll durch einen Abstand von circa 1,5 Meter etwa durch Distanzmarken an der Frischetheke eingehalten werden. Im Kassenbereich sollte unter Umständen nur jede zweite Kasse öffnen, Öffnungszeiten sollten gegebenenfalls erweitert werden
  • Umgebungshygiene: Kein Angebot von Genussmittelproben (z. B. Käsehäppchen), unverpackten Lebensmitteln, Kosmetika und Testern für die Kunden sowie häufigere Reinigung beispielsweise auch der Bedienflächen an Kassen oder Kartenzahlgeräten
  • Tipps für Mitarbeiter/Dienstleister/Lieferanten/Kunden: Nutzung von verkaufsärmeren Zeitkorridoren, Einhaltung der Hust- und Niesetikette, Einhaltung der Allgemeinhygiene, anderen Personen nicht die Hand geben. Das dauerhafte Tragen von Einmalhandschuhen hat keine Vorteile gegenüber häufigem Händewaschen

92 neue Coronavirus-Fälle in Hamburg bestätigt

Am Donnerstag gab der Hamburger Senat bekannt, dass 92 weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Damit steigt die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle auf insgesamt 506 an.

Der deutliche Anstieg sei durch das Ende der Skiferien und viele Rückkehrer aus Norditalien, der Schweiz und Österreich bedingt, die in großer Zahl Testungen wahrnehmen. Zudem bieten zunehmend auch private Labore die Testung auf COVID-19 für medizinische Versorgungseinrichtungen an. Auch in den kommenden Tagen werde ein deutlicher Anstieg an positiv getesteten Fällen erwartet.

"Bei den allermeisten positiv getesteten Personen besteht nach wie vor ein Zusammenhang mit Reisen in Risikogebiete, besonders betroffene Regionen oder Kontakt zu Personen, die infiziert sind", heißt es in der Mitteilung des Senats. Die Betroffenen befinden sich in häuslicher Isolation.

Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 18 Personen mit Wohnort Hamburg aufgrund einer Erkrankung mit COVID-19 in stationärer Behandlung, davon werden vier Personen intensivmedizinisch betreut.

Bremen: Streit ums Klopapier endet mit Faustschlägen

Ein Streit um Toilettenpapier hat in einem Bremer Supermarkt zu einer handfesten Auseinandersetzung geführt. Eine 41 Jahre alte Frau wollte die wegen der Corona-Krise geltende Kaufbeschränkung auf nur eine Einzelpackung nicht akzeptieren, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Kundin legte sich mit der Verkäuferin an und schubste sie.

Ihr 45-jähriger Begleiter versetzte einem Kollegen der Angestellten sogar mehrere Faustschläge. Die Frau bekam Hausverbot, gegen den Mann wird wegen Körperverletzung ermittelt. Einen Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise vermutet die Polizei auch bei einem Delikt in einer Kinderklinik in Bremen: Dort wurden 60 Flaschen mit Desinfektionsmittel von Unbekannten gestohlen.

"3nach9" passt Talk-Sendung-Vorschriften an

Angesichts der Corona-Krise hat Radio Bremen die „3nach9“-Sendung am 20. März neu auf- und zusammengestellt. „Gerade in Ausnahmesituationen wie diesen kommt der Berichterstattung des öffentlichen Rundfunks und damit der Radio Bremens eine besondere Bedeutung zu, die Bürgerinnen und Bürger aktuell und umfassend zu informieren – und gleichzeitig auch ein angemessenes Maß an Normalität anzubieten mit der bei 3nach9 gewohnten Mischung aus Ernst und Unterhaltung“, so Jan Weyrauch, Programmdirektor bei Radio Bremen. „Und bei der Produktion gilt: Die Risikominimierung für alle Beteiligten hat für uns höchste Priorität.“

Die Talksendung findet ohne Publikum statt, der Abstand zwischen den Gästen und Moderatoren wird vergrößert und das Produktionspersonal auf ein Minimum reduziert. Mit seinen Entscheidungen orientiert sich Radio Bremen an Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der zuständigen Behörden.

Doppeldecker-Busse stellen Stadtrundfahrten ein

Die roten Doppeldecker haben am Donnerstagnachmittag ihre Stadtrundfahrten eingestellt. „Wir haben uns aufgrund der dramatischen Situation dafür entschieden, den Betrieb bis auf weiteres einzustellen. In dieser schwierigen Zeit, macht keiner mehr eine Stadtrundfahrt. Jetzt geht es nur noch darum, dass die Menschen gesund bleiben und wir alles dafür tun, diese durch das Coronavirus entstandene Krise gemeinsam zu meistern“, sagte Heinrich Schuster.

Der Unternehmer ist seit vier Jahrzehnten im Geschäft und mit viel Herzblut dabei. Vor wenigen Tagen noch hatte Schuster zwei seiner 14 Busse, die noch die wenig verbliebenen Fahrgäste durch die Stadt fuhren, aufwendig umgebaut und eine Trennwand zwischen Fahrgastraum und dem Fahrer eingebaut.

Ärzte beklagen: Schutzausrüstungen werden knapp

Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde bestätigte auf Anfrage, dass die Ärzte der Hotline 116117 einen akuten Mangel an Schutzausrüstung für die Hausbesuche gemeldet haben. "Es wurde sofort alles in Bewegung gesetzt, dass noch heute Nachschub organisiert und bereitgestellt wird", so der Sprecher.

Nach Abendblatt-Informationen ist auch die Innenbehörde in die logistische Lieferung der Schutzausrüstung eingebunden. Zudem wurden für Polizei und Feuerwehr eigene Corona-Testzentren bereits in Betrieb genommen. Seit gestern werden die Einsatzkräfte systematisch untersucht, um eine Verbreitung des Erregers in den sensiblen Bereichen des Staatsapparates möglichst weit einzudämmen.

Mercedes stellt Betrieb in Hamburger Werk ein

Von diesem Freitag an stehen die Bänder im Hamburger Mercedes-Werk still. Das bestätigte eine Daimler-Sprecherin am Donnerstag dem Abendblatt auf Anfrage. Insgesamt rund 2500 Mitarbeiter werden von der Maßnahme betroffen sein. Es werde aber, wie auch in der arbeitsfreien Zeit zwischen den Jahren, einen Notbetrieb vor Ort geben, ergänzte die Sprecherin.

Der Stillstand ist für zunächst zwei Wochen geplant und Teil eines konzernweiten Maßnahmenprogramms im Zuge der Corona-Krise. Ob Daimler für die betroffenen Beschäftigten Kurzarbeit beantragen werde, ließ die Sprecherin offen: „Dazu können wir noch nichts sagen.“ Das Werk in Hausbruch stellt Achsen, Abgaskrümmer, Leichtbaustrukturteile, Lenksäulen sowie Komponenten der Abgastechnologie und für elektronische Antriebssysteme her.

UKE-Virologin: "Wir können die Corona-Ausbreitung nicht verhindern"

UKE-Virologin: "Können Corona-Ausbreitung nicht verhindern"
UKE-Virologin: "Wir können die Corona-Ausbreitung nicht verhindern"

Erstmals Anruferrückgang bei Arzthotline 116117

Die Zahl der Anrufe bei der durch die Coronakrise überlasteten Arzthotline 116117 ist nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg erstmals seit Tagen zurückgegangen. Am Mittwoch habe es mit gut 18.000 Anrufen zum ersten Mal seit fünf Tagen einen Rückgang gegeben, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Zuvor waren es etwa 23.000 Anrufe.

Die Kassenärztliche Vereinigung hoffe, dass der Trend anhalte. Bei dem Arztruf arbeiten den Angaben zufolge 11 Mitarbeiter, weitere 14 stünden in Reserve. Probleme bereite der Kassenärztlichen Vereinigung, dass sie noch auf Schutzanzüge für die Besatzung der Arztwagen warte, um diese aufzustocken. Die Teams bringen etwa Betroffenen die Tests auf den neuartigen Coronavirus.

Hamburger Ballett tanzt online weiter

Zum ersten Mal präsentiert das Hamburg Ballett ein virtuelles Ballett-Training. Das Training ist von zu Hause für zu Hause entwickelt, wird von Ballettmeister Lloyd Riggins angeleitet und von Star-Tänzerin Madoka Sugai ausgeführt. Die Compagnie ruft Zuschauer zum Mitmachen auf und ihre persönliche Erfolge mit dem Hashtag #hamburgballet zu teilen.

Veröffentlicht werden außerdem Auszüge aus dem Programm „Junge Choreografen“. Außerdem geben das Hamburg Ballett und John Neumeier einen Einblick in den Entstehungsprozess seines jüngsten Balletts „Die Glasmenagerie“.

Weitere Informationen auf www.hamburgballett.de.

Weiterer Coronavirus-Fall bei Hamburger Feuerwehr

Bei der Hamburger Feuerwehr wurde am Donnerstag ein weiterer Feuerwehrmann positiv auf das Coronavirus getestet. Die Hauptfeuerwache 22 am Berliner Tor wird daher zur Zeit temporär geräumt und desinfizierend gereinigt, sagt Feuerwehrsprecher Torsten Wessely auf Anfrage des Abendblattes. Einsätze werden von den benachbarten Feuerwachen übernommen, sodass es zu keinen Einschränkungen für die Hamburger Bevölkerung kommt.

Nach Abendblatt-Informationen war der Feuerwehrmann zuvor im Urlaub in einem der Risikogebiete. Die gesamte Wacheinheit muss nun in Quarantäne. Nach der Desinfektion wird die Feuerwache wieder mit einer neuen Einheit besetzt.

Tätowierer fordern offizielle Schließung der Studios

Hamburgs Tätowierer bitten die Stadt darum, ebenfalls schließen zu müssen: Denn sie fallen bislang nicht unter die Allgemeinverfügungen, dürfen als Dienstleister weiter öffnen – doch das wollen viele aus naheliegenden Gründen nicht. Die Hamburger Tätowiererin Liz Vegas (32) erklärt: "Wir brauchen dringend eine offizielle Untersagung für Tattoostudios und Beautysalons."

Denn die Ansteckungsgefahr für sie sei einfach zu hoch, um verantwortungsvoll arbeiten zu können: "Wir haben teilweise nicht mehr als 30 cm Abstand zum Kunden. Arbeiten an offenen Wunden. Die Maschinen vibrieren und verteilen Kleinstpartikel auf bis zu fünf Metern im Raum. Die einfachen Papiermundschutze halten Viren nicht auf. Selbst fit wirkende Kunden könnten stille Träger sein." Dadurch, dass es kein offizielles Verbot gibt, könnten sie keinerlei Ansprüche an Unterstützungsmaßnahmen geltend machen, denn die Studios schließen derzeit freiwillig. Vegas appelliert an die Hamburger Politik, die Allgemeinverfügung sofort zu ergänzen, um "unseren Teil zur Unterbrechung der Infektionskette beitragen zu können".

Auch der Bundesverband Tattoo e.V. moniert die unklare Rechtslage, die teilweise sogar von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sei: In keiner der derzeit gültigen Verordnungen und Allgemeinverfügungen würden Tätowierer explizit genannt, die Normen würden zudem von den Gesundheitsämtern sehr unterschiedlich ausgelegt.

Interaktive Karte zum Coronavirus

"Testzentren" spätestens ab Sonntag in Betrieb

Die Stadt plant nach Angaben der Gesundheitsbehörde, sieben "Testzentren" einzurichten. Dort können Hamburger mit und ohne Symptomen einen Abstrich machen lassen, um herauszufinden, ob sie mit Corona infiziert sein könnten. Die Pläne sind jedoch noch nicht endgültig ausgearbeitet. In Behördenkreisen wird davon ausgegangen, dass die Zentren spätestens am Sonntag ihren Betrieb aufnehmen können.

Die Standorte werden voraussichtlich an großen Krankenhäusern liegen, möglichst ein Zentrum pro Bezirk. Feste Gebäude, die zu den Kliniken gehören, können aber voraussichtlich kaum genutzt werden. Stattdessen sei etwa der Aufbau von großen Bundeswehrzelten möglich, heißt es aus Behördenkreisen.

Die ebenfalls geplanten Drive-In-Zentren sollen nach den Überlegungen "angedockt" an die Testzentren ihren Betrieb aufnehmen. Autofahrer könnten also auf benachbarten Parkplätzen der Kliniken vorfahren und einen Abstrich nehmen lassen.

Bücherhallen bieten Hamburgern Gratis-Zugang

Eine positive Nachricht in diesen Tagen: Die Hamburger Bücherhallen bieten allen Hamburgern ab sofort für den Zeitraum von sechs Wochen einen kostenfreien Zugang zu ihren digitalen Angeboten an. Dazu gehören die "Onleihe" mit etwa 68.000 hauptsächlich deutschsprachigen Titeln, ein Angebot mit Fokus auf englischsprachige Titel sowie drei Streaming-Plattformen mit Dokumentationen und Musik.

Außerdem können Hamburger mit der kostenfreien Kundenkarte eine Plattform mit Kindermedien nutzen und erhalten Zugriff auf Datenbanken wie Statista oder die Ausgaben von Duden-Basiswissen Schule.

Ver.di fordert Maßnahmen zum Verkäufer-Schutz

Ver.di Hamburg sieht in den kürzlich beschlossenen Sonntagsöffnungen im Einzelhandel eine „erhebliche Belastung für das Verkaufspersonal“ und stellt deshalb Forderungen an Senat und Arbeitgeber. Dazu gehört unter anderem, die Beschäftigten der geöffneten Geschäfte in den Katalog systemrelevanter Arbeitskräfte aufzunehmen.

Damit hätten diese Anspruch auf eine Notfallbetreuung ihrer Kinder in Kindertagesstätten und Schulen. Außerdem setzt sich die Gewerkschaft für neue Maßnahmen zum Schutz vor Übergriffen, eine Abstandsregelung und den Einbau von Plexiglas- und Folienwänden ein. Arbeitgeber sollen Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Mundschutz für ihre Angestellten bereitstellen.

Coronavirus in Hamburg: Die Bilder zur Krise

Handelskammer verschiebt Neuwahl des Präsidiums

Die Handelskammer Hamburg wird wohl vorerst mit dem alten Präsidium als Führung weitermachen müssen. Am Donnerstag beschloss das aktuelle Präsidium einstimmig, dass die geplante konstituierende Plenarsitzung nach den jüngsten Wahlen nicht wie geplant am 2. April stattfinden wird.

„Aufgrund der derzeitigen Lage und der dynamischen Entwicklung der Corona-Krise mit einer täglich stark ansteigenden Anzahl nachgewiesener sowie noch nicht sichtbar Infizierter halten wir es für nicht verantwortbar, unter diesen Rahmenbedingungen eine Plenarsitzung mit über 70 Teilnehmenden abzuhalten“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Die Mitglieder des amtierenden Präsidiums wollen nun das Tagesgeschäft der Handelskammer bis zu der Möglichkeit einer Neuwahl vorübergehend weiterzuführen. „Nach guter demokratischer Gepflogenheit wird es dabei keine wesentlichen strukturellen oder personellen Entscheidungen treffen wollen“, hieß es.

Hamburger Kitas bis 19. April geschlossen – Gebühren entfallen

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus bleiben die Kitas in Hamburg bis zum 19. April geschlossen. Diese Entscheidung teilte ein Sprecher der Sozialbehörde am Donnerstag mit. Eine Notbetreuung sei weiterhin gewährleistet. Für den Zeitraum, für den der Senat die Einschränkungen der Kita-Regelversorgung ausgesprochen habe, würden die Elternbeiträge für die Betreuung vollständig entfallen. Am Mittwoch war bereits die Schließung der Schulen bis zum 19. April beschlossen worden. Ursprünglich sollten die Hamburger Schulen und Kitas nur bis zum 29. März geschlossen bleiben.

Die Kita-Träger und Kindertagespflege-Personen würden darum gebeten, den Eltern die für diesen Zeitraum bereits eingezogenen Beiträge zu erstatten, teilte die Sozialbehörde weiter mit. Ausgenommen von der Rückzahlung seien nur Beiträge für Zusatzangebote außerhalb des Kita-Gutscheinsystems. Für die Kita-Träger solle es einen finanziellen Ausgleich geben.

Darüber hinaus gilt nach wie vor, dass Rückkehrern aus Risikogebieten das Betreten einer Kita, einer Kindertagespflege oder einer Schule auch ohne Symptome für 14 Tage nach Rückkehr untersagt ist.

Sylter erhalten finanzielle Entlastungen

Die Gemeinden auf Sylt wollen in der Corona-Krise Unternehmen und Einwohner finanziell entlasten. "Uns allen ist bewusst, in welch existenzbedrohende Lage die aktuelle Corona-Krise viele Sylter bringt", betonten die Bürgermeister aller Inselgemeinden in einer gemeinsamen Mitteilung am Donnerstag. "Wir wollen darum alles in unserer Macht Stehende tun, um schnell und unbürokratisch zu helfen."

So sollen die Gewerbesteuervoraus- und Grundsteuerzahlungen für das erste Quartal 2020 ausgesetzt und nicht eingezogen werden. Zudem sollen derzeit keine Lastschriften durchgeführt, Mahnungen verschickt oder Verzugszinsen berechnet werden. Auch Kindergartenbeiträge werden nicht eingezogen. Diese Entlastungen sollen für alle betroffenen Unternehmen und Einwohner, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation, gelten und bedürfen keiner Beantragung.

253 Coronavirus-Fälle in Schleswig-Holstein

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein auf 253 Fälle gestiegen. Erfasst sind die bis einschließlich Mittwoch gemeldeten Nachweise. 13 Patienten befinden sich mittlerweile in klinischer Behandlung, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Bislang wurde weiterhin ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. Am Mittwoch hatte das Ministerium die Zahl der Covid-19-Fälle bis einschließlich Dienstag mit 196 angegeben.

Beiersdorf startet Desinfektionsmittel-Produktion

Der Kosmetik-Konzern Beiersdorf startet in der Corona-Krise die Herstellung von medizinischen Desinfektionsmitteln. Im ersten Schritt werden mindestens 500 Tonnen Desinfektionsmittel in den Produktionswerken in Hamburg, Waldheim (Sachsen) und Tres Cantos bei Madrid hergestellt, teilte Beiersdorf am Donnerstag in Hamburg mit. In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden sollen die Mittel Institutionen und Berufsgruppen zur Verfügung gestellt werden, die gegen das Coronavirus im Einsatz sind.

Weiterhin Bafög für Hamburger Studenten

Bafög-Empfänger haben durch die Maßnahmen gegen das Coronavirus an den Hamburger Hochschulen keine Nachteile: Darauf weist die Wissenschaftsbehörde in einer Mitteilung vom Donnerstag hin. Die Ausbildungsförderung läuft unabhängig von der Verschiebung des Vorlesungsbetriebs weiter.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) erklärt: "Es ist wichtig, dass die Studierenden in Hamburg trotz der Verschiebung der Vorlesungszeit in dieser Ausnahmesituation finanzielle Sicherheit haben." Man befinde sich zudem mit dem Bund in engem Austausch "über eine bundeseinheitliche Regelung zur Anpassung des Förderzeitraums" und alle weiteren Fragen zur Förderung, die aus der Corona-Krise erwachsen könnten.

Jürgen Allemeyer, der Geschäftsführer des Hamburger Studierendenwerks weist darauf hin, dass Bafög-Amt und das Beratungszentrum Studienfinanzierung die Studierenden weiterhin telefonisch und per E-Mail beraten: "Auch wer kein Bafög erhält und sich über weitere Finanzierungsalternativen beraten lassen will, ist herzlich willkommen." Der Beginn des Vorlesungsbetriebs an den Hamburger Hochschulen ist vorerst auf den 20. April verschoben worden.

Coronavirus: Feuerwehr zeigt Kreativität

Dass man das Coronavirus im Wortsinn produktiv nutzen kann, zeigt die Hamburger Feuerwehr. In einem Tweet werben die Einsatzkräfte um Zusammmenhalt und Rücksicht und haben jedem Buchstaben des Worts eine eigene Bedeutung verpasst: Cool bleiben, Ordentlich Hände waschen, Regeln befolgen, Obacht geben, Nicht in Panik geraten, Allgemeinverfügungen einhalten, Vorsicht vor Fakenews, Irrsinnige Hamsterkäufe lassen, Rücksicht nehmen, Unseren Behörden vertrauen, Soziale Kontakte minimieren.

Anstieg in Hamburg ähnlich der Entwicklung in Italien

Stand Mittwochnachmittag sind mindestens 414 Hamburgerinnen und Hamburger an Covid-19 erkrankt, laut Robert-Koch-Institut liegt die Zahl der infizierten Deutschen bei mindestens 8198. Der italienische Zivilschutz gibt die Zahl der Erkrankten für Italien mit 28.710 an. Im Lauf des Donnerstags werden alle drei Gebiete höhere Zahlen melden. Während der aktuelle Stand weit auseinanderklafft, zeigt die Entwicklung der Fallzahlen ein ähnliches Bild.

  • vor zwei Wochen, am 5. März, lag die Zahl der Infizierten in Deutschland bei 400
  • vor neun Tagen, am 10. März, waren in Italien 8514 Covid-19-Fälle bekannt
  • vor einer Woche, am 12. März, gab es in Hamburg nur 80 Coronafälle

Die Entwicklung in Deutschland gleicht der in Italien – und die in Hamburg ähnelt der Gesamtentwicklung in Deutschland.

Infektiologin: "Ich würde Selbsttests nicht empfehlen"

Marylyn Addo, eine der führenden Infektiologen Deutschlands, beschreibt die Lage in Hamburg momentan noch als "relativ ruhig". Es gebe zwar steigende Zahlen von Covid-Fällen und Patienten in stationärer Behandlung, aber das halte sich noch im Rahmen.

Von Selbsttest, die etwa eine Hamburger Firma gegen Bezahlung anbietet, rät Addo ab. "Ich würde Selbsttests nicht empfehlen. Ich verstehe das Unsicherheitsgefühl bei vielen Menschen. Aber momentan sind das zum Teil Antikörpertests. Das heißt: Sie zeigen eine Coronainfektion frühestens nach sechs, sieben Tagen positiv an. Die frühe Ansteckungsphase wird da gar nicht erfasst", so die Infektiologin.

Olaf Scholz negativ auf Coronavirus getestet

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Er werde am Donnerstag nicht mehr aus dem Homeoffice arbeiten, sondern schon am Vormittag zu Beratungen ins Kanzleramt gehen, schrieb der Finanzminister auf Twitter. Am Mittwoch hatte er sich dort mit starken Erkältungssymptomen gemeldet und berichtet, er werde sich testen lassen. „Die Stimme ist noch ziemlich mitgenommen, die Erkältung geht etwas zurück – und der Test war negativ“, schrieb Scholz am Donnerstagmorgen.

Hamburger Buchläden schließen und verstärken Online-Service

Wegen der Zwangsschließung von Geschäften, die seit Dienstag in Hamburg gilt, müssen auch die Buchläden ihren Verkauf vor Ort einstellen. "Aufgrund der neuesten Entwicklungen und Einschränkungen zum Thema Coronavirus, müssen wir Ihnen zu unserem Bedauern mitteilen, dass wir bis auf Weiteres die meisten unserer Thalia-Buchhandlungen vorübergehend schließen", heißt es in einer E-Mail an die Kunden der Thalia-Buchhandlungen. Gleichzeitig bietet Thalia als Entschädigung einen Rabatt-Gutschein auf Hörbuch-Downloads an.

"Unsere Bücher kommen zu Ihnen" heißt es auch auf der Website der Buchhandlungskette Heymann. Bestellungen werden per E-Mail und Telefon angenommen oder werden über den Online-Shop abgewickelt. Gleiches gilt für die stories!-Buchhandlungen, die ihre Kunden auf Instagram aufklärt. "Wir sind jetzt vorübergehend eine Versandbuchhandlung", schreiben die stories!-Betreiber in ihrer Instagram-Story.

Die Buchhandlung Christiansen in Ottensen liefert die Bestellungen in den angrenzenden Stadtteilen sogar mit einem Lastenfahrrad aus. "Noch am selben oder folgenden Werktag, abhängig von der Lieferbarkeit der Bücher", heißt es auf der Website.

Neuer Grundnahrungsmittel-Lieferdienst für die Region

Die Regionalwert AG, in der sich Gastronomen, Caterer, Bio-Landwirte und Verarbeitungsbetriebe zusammengeschlossen haben, starten gemeinsam mit dem Hamburger Start-up Blattfrisch in der nächsten Woche einen neuen Lieferdienst mit vorgepackten Kisten. Darin befinden sich Grundnahrungsmittel, Salate, Suppen und heimisches Obst. Die Kisten sollen in zwei Größen und sechs Varianten auf der Seite regionale-zukunft.de angeboten werden. „Mit dem Projekt bündeln wir die Produktions- und Logistikkompetenzen unserer Partner, um für die Menschen zuhause eine alternative Lebensmittelversorgung mit regionalen Produkten zu schaffen“, sagt Blattfrisch-Geschäftsführer Georg Neubauer.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Hamburger Abitur 2020 findet statt

Die Hamburger Abiturprüfungen sollen wie geplant stattfinden. Das sagte ein Sprecher der Schulbehörde dem Abendblatt. „Wir halten an den Terminen fest.“ Schülerinnen und Schüler, die zu den geplanten Terminen möglicherweise krank sind oder sich in Quarantäne befinden, könnten Nachschreibetermine wahrnehmen.

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Wegen der weltweiten Vorsichtsmaßnahmen bleiben die Geschäftsstelle des Hamburger Abendblatts und die Hamburger-Abendblatt-Ticketshops ab sofort bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Während der „regulären“ Öffnungszeiten (Mo–Fr 9–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr) sind wir für Fragen rund um unseren Service unter (040) 55 44 729 20 für Sie erreichbar.

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