Erfahrungsbericht

Corona-Verdachtsfall – der Kampf um den Test

| Lesedauer: 2 Minuten
Das vom Hausarzt gestellte Corona-Teströhrchen.

Das vom Hausarzt gestellte Corona-Teströhrchen.

Foto: Elisabeth Jessen

Was eine Abendblatt-Redakteurin erlebte. Arztruf 116 117 war nicht erreichbar. Wie der Hausarzt weiterhalf.

Hamburg. Es geht doch nichts über einen guten Hausarzt! Stundenlang hatte ich am Montag erfolglos den Arztruf 116 117 gewählt, denn in unserer Familie gibt es einen Corona-Verdachtsfall. Nach dem Skiurlaub im Risikogebiet
Tirol bekam mein Sohn (17) am Montag Fieber. Zusammen mit dem Husten, der ihn seit Sonntag quält, typische Symptome für eine Infektion mit Covid-19. Kann natürlich ein ganz normaler grippaler Infekt sein – aber natürlich wollen wir das abklären lassen.

Bei der Nummer 116 117 war – wie berichtet – wegen etwa 20.000 Anrufern den ganzen Montag kein Durchkommen. Nach einer langen Tonbandansage und der Weiterleitung zur regionalen Servicestelle in Hamburg flog ich jedes Mal aus der Leitung; bei Dutzenden Versuchen. Dabei hatte ich geduldig in der Warteschleife gewartet. Zeit habe ich ja in der häuslichen Quarantäne.

Arzthelferin bot an, Corona-Tests für uns bereitzulegen

Bei unserem viel beschäftigten Hausarzt erreichte ich am Abend schließlich noch eine Arzthelferin am Telefon. Sie bot an, Corona-Tests für uns bereitzulegen. Ein Freund holte sie wenig später ab. Fürs Erste habe ich jetzt bei unserem Sohn einen Rachenabstrich gemacht. Wir anderen sind noch ohne Symptome und warten noch ab. Heute Morgen stülpte ein anderer Freund eine Tüte über das Teströhrchen, das wir vor die Tür gelegt hatten, und brachte es in die Praxis. Dieselbe Technik wenden Hundehalter mit Kotbeuteln an. Scheint aber eine gute Methode zu sein, um nicht mit Keimen in Kontakt zu kommen.

Um 21.40 Uhr rief der Hausarzt an: Testergebnis positiv. Das Fieber ist etwas gesunken, mein Sohn aber immer noch krank. Nun werden wir alle getestet werden müssen. Die 116 117 war auch am Dienstagabend nicht erreichbar. Ich flog jedes Mal wieder aus der Leitung

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Händewaschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen
( jes )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg