Corona-Krise

Hamburger Ex-Abgeordneter – dramatischer Hilferuf von Zypern

Der ehemalige SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Wilfried Buss (Archivfoto)

Der ehemalige SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Wilfried Buss (Archivfoto)

Foto: SPD-Hamburg

Urlaubsreise nach Zypern entwickelt sich für SPD-Politiker Wilfried Buss zum Albtraum-Trip – der 68-Jährige ist in aktuter Gefahr.

Hamburg. Mit seiner Frau Christina hatte sich der ehemalige SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Wilfried Buss (68) auf eine einwöchige organisierte Rundreise durch Nordzypern gefreut. Jetzt entwickelt sich der Trip für den in Leer/Ostfriesland aufgewachsen pensionierten Lehrer zu einem Albtraum.

Auf Facebook schreibt Buss: "In spätestens zwei Tagen, so das UKE, muss ich um mein Leben fürchten!" Der Hintergrund: Buss erhielt 2011 nach mehreren schweren Herzoperationen ein neues Herz. Seitdem muss er jeden Tag Medikamente nehmen, die die Gefahr einer Abstoßung des Organs mindern.

Hamburger Ex-SPD-Abgeordnter sitzt auf Zypern fest

Und genau diese Immunsuppressiva hat Buss in seinem Urlaub inzwischen aufgebraucht. Dies alles wäre nicht passiert, wenn das Ehepaar mit der Reisegruppe wie geplant am frühen Montagmorgen hätte zurückfliegen können. Doch genau dieser Flug von Ercan, dem wichtigsten Flughafen des türkischen Nordzyperns, über Istanbul nach Hamburg wurde gestrichen.

"Wir sind morgens um 3 Uhr aus dem Hotel abgeholt worden, haben erst am Flughafen erfahren, dass die Maschine durch die Corona-Wirren nicht fliegt", sagte Buss am Dienstagnachmittag dem Abendblatt. 24 Stunden später hob zwar wieder eine Machine in Ercan Richtung Istanbul ab – aber ohne das Ehepaar.

Buss hofft auf Hilfe durch Außenministers Heiko Maas

"Unser Reiseleiter hat uns diese Information nicht weitergegeben." Zusätzliches Problem: Das Hotel in der Nähe von Girne, einer Stadt an der Nordküste Zyperns, schließt am Mittwoch. Laut Buss löste der Coronavirus-Fall einer positiv auf Corona getesteten deutschen Urlauberin im zyprischen Famagusta in der vergangenen Woche das Chaos aus.

Vergebens hat Buss versucht, die deutsche Botschat in Zypern einzuschalten. Jetzt hofft er auf Hilfe durch das Büro des Außenministers Heiko Maas (SPD). Das UKE hat ihm inzwischen zwar das Rezept für die Medikamente gemailt. "Damit war ich auch in der Apotheke. Aber die haben mir gesagt, diese Medikamente sind in ganz Zypern nicht zu bekommen."

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