Hamburg

"Bugaboo-Bande": Paar gesteht Diebstahl von Luxus-Buggys

Die Diebe hatten sich auf Kinderwagen der Luxusmarke Bugaboo spezialisiert (Symbolbild).

Die Diebe hatten sich auf Kinderwagen der Luxusmarke Bugaboo spezialisiert (Symbolbild).

Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa

Ein vorbestrafter Hamburger und seine Partnerin sind für die Diebesserie verantwortlich. Es gibt fünf weitere junge Verdächtige.

Hamburg. "Einzigartig", wirbt die Firma für ihre Produkte. Und: "Der perfekte Kinderwagen für alle Eltern." Die Macher der angesagten Luxusmarke "Bugaboo" wissen es, ihre Kinderwagen anzupreisen. Und was bei Eltern zieht und sich gut verkaufen lässt, bleibt auch im kriminellen Milieu nicht verborgen. Deshalb hatte eine Bande es gezielt auf die hochpreisigen Buggys und Kinderwagen abgesehen. 61 Diebstähle wurden im vergangenen Jahr in Hamburg gemeldet.

Seit Montag steht fest: Yavuz R., ein mehrfach vorbestrafter 33-Jähriger, und Saskia A., eine 27-Jährige und wie Yavuz R. aus Hamburg, sind maßgeblich für die Diebstahlsserie mit verantwortlich. Im Prozess vor dem Landgericht, wo den beiden Angeklagten gewerbsmäßiger Bandendiebstahl vorgeworfen wird, haben sowohl der 33-Jährige als auch seine Lebensgefährtin voll umfängliche Geständnisse abgelegt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Paar vor, als Mitglieder einer Bande zwischen Ende April und dem 6. September vergangenen Jahres an 61 gewerbsmäßigen Diebstählen der hochwertigen Kinderwagen beteiligt gewesen zu sein.

Kinderwagen-Diebstahl aus Hamburger Treppenhäusern

Demnach stahlen sie die Wagen, die zwischen 900 Euro und 1789 Euro wert waren, vornehmlich aus Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern. Auch aus Fahrradkellern oder verschlossenen Abstellräumen klauten die Diebe den Ermittlungen zufolge Kinderwagen.

Im Durchschnitt kosteten die Objekte, die die Bande erbeutete, rund 1200 Euro, was einen Gesamtschaden von etwa 75.000 Euro ausmachen könnte. Bei einigen der Bugaboos konnte der genaue Wert allerdings nicht ermittelt werden, weil die Besitzer sie Second Hand gekauft hatten.

"Bugaboo"-Raub: Buggys brachten 20.000 Euro

Viele der Kinderwagen waren mit Zahlen- oder Kettenschlössern an Treppengeländern festgekettet gewesen — aber nicht sicher genug für die Diebesbande. Vor allem in Eimsbüttel und Eppendorf hatten die Täter zuschlagen. Das Stehlgut wurde später auf dem Gebrauchtmarkt verkauft und brachte laut Ermittlungen etwa 20.000 Euro ein.

Neben Yavuz R. und Saskia A. gibt es fünf weitere Verdächtige im Alter von 16 bis 24 Jahren, denen in einem gesonderten Verfahren der Prozess gemacht werden wird. Yavuz R. sitzt als einziger der Verdächtigen in Untersuchungshaft.

Die Geständnisse verkürzen das Verfahren

Nach einem Gespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatte das Gericht den Angeklagten bestimmte Strafen in Aussicht gestellt — unter der Voraussetzung, dass Yavuz R. und Saskia A. die Vorwürfe umfassend einräumen. Demnach könnte Saskia A. eine Strafe bekommen, die gerade eben noch zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, also maximal zwei Jahre Freiheitsstrafe. Für den unter anderem wegen Diebstahls und Betrugs vorbestraften Yavuz R. stellte das Gericht eine Haftstrafe von drei bis vier Jahren in den Raum.

Wegen der Geständnisse, die die beiden am Montag ablegten, kann das Verfahren voraussichtlich deutlich verkürzt werden. Möglicherweise wird bereits Anfang April plädiert. Ursprünglich ist der Prozess bis Anfang Mai terminiert worden.