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Coronavirus: Geschäfte müssen ab Dienstag schließen

| Lesedauer: 52 Minuten

Schleswig-Holstein setzt Touristen Deadline. Corona erreicht Polizei. Hafengeburtstag abgesagt. Todesfall in Hamburg. Der Newsblog.

Hamburg. Die erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Hamburg und Norddeutschland wegen der Ausbreitung des Coronavirus machen sich bereits bemerkbar: Leere Busse, wesentlich weniger Verkehr und weniger Menschen auf den Straßen. Alle Veranstaltungen werden verboten, Bars, Clubs, Kinos geschlossen. Restaurants dürfen nur noch öffnen, wenn zwischen den Tischen ein Abstand von anderthalb Metern sichergestellt wird – ab Dienstag gelten sogar noch strengere Regeln im Kampf gegen die Pandemie.

Verfolgen Sie hier im Newsblog die aktuellen Entwicklungen:

Schleswig-Holstein will Fahrschulbetrieb ruhen lassen

Wegen der Corona-Pandemie will Schleswig-Holstein künftig neben den Schulen auch den Fahrschulbetrieb in Theorie und Praxis ruhen lassen. „Beim Theorieunterricht sitzen viele Menschen auf engem Raum zusammen und es besteht daher das nicht unerhebliche Risiko, dass sich mehrere Fahrschüler gleichzeitig infizieren“, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Montag. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Landesregierung am Montag.

Auch praktischen Fahrschulunterricht soll es im Norden vorläufig nicht mehr geben. Da Fahrlehrer beim praktischen Unterricht auf engem Raum mit Schülern Kontakt hätten, bestehe für beide Seiten ein erhöhtes Infektionsrisiko, sagte Buchholz.

Handelsverband Nord begrüßt einheitliche Linie bei Geschäftsschließungen

Die Hamburger Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, Brigitte Nolte, begrüßt eine einheitliche Linie bei der Schließung von Geschäften, die nicht zu den Grundversorgern gehörten. „Wichtig ist, dass jetzt alle Bundesländer im Gleichschritt handeln“, sagte sie auf Anfrage des Hamburger Abendblatts. Für viele Händler sei das gemeinsame Vorgehen wichtig, weil sie keine Umsätze mehr machten, aber – etwa wenn sie in einem Shoppingcenter liegen – nicht einfach zumachen könnten und Personal vorhalten müssten. „Was den Unternehmen jetzt unter den Nägeln brennt, sind Liquiditätshilfen", so die Handelsexpertin. Hilfreich wäre auch ein Zeithorizont, "wie lange das gehen soll".

Geschäfte in Hamburg müssen schließen

Am Montagabend teilte der Senat mit, dass der Einzelhandel in Hamburg gemäß der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern nahezu vollständig geschlossen wird. Ausnahmen gelten nur für folgende Bereiche: "Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und Großhandel. Das Sonntagsverkaufsverbot ist für diese Bereiche bis auf weiteres aufgehoben."

Das heißt, Restaurants in Hamburg dürfen zwar weiter öffnen, aber nur im Zeitraum zwischen 6 und 18 Uhr, Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Auch Spielplätze werden gesperrt und "Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften" sind untersagt.

Ferner sind Reisen mit Omnibussen verboten. Der Einsatz solcher Reisebusse ist nur im Öffentlichen Nahverkehr erlaubt. Verboten ist auch das Betreten der Hamburger Insel Neuwerk. Ausgenommen von diesem Verbot sind unter anderem Bewohner, Arbeitnehmer oder medizinisches Personal.

Die erweiterte Allgemeinverfügung gilt bereits ab Dienstag: Wie ein Senatssprecher auf Abendblatt-Anfrage erklärte, würde die Stadt am Dienstag noch eine gewisse Kulanz walten lassen und nicht jede widerrechtliche Öffnung eines Geschäfts – die aufgrund der Kurzfristigkeit ja auch aus Unwissenheit passieren könnte – sofort bestrafen. Geschlossen werden müssten aber alle Geschäfte, die nicht unter die beschriebenen Ausnahmen fallen. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 16. April.

Schleswig-Holstein schließt Hotels – Deadline für Touristen

Schleswig-Holstein lässt alle Hotels im Land schließen – und setzt Reisenden eine Deadline: Am Mittwoch müssen alle Touristen ihre Unterkunft verlassen, danach dürfen Hotels und Herbergen nur noch Geschäftsreisende oder Einsatzkräfte beherbergen. Das teilte die Landesregierung am Montagabend mit. Zudem dürfen Restaurants nur noch im Zeitraum zwischen 6 und 18 Uhr öffnen, die Bäderregelung wird ebenfalls ausgesetzt.

Die Sonntagsverkaufsverbote hingegen werden zur Versorgung der Bevölkerung ausgesetzt: Laut Mitteilung soll das Verbot für "Einzelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste sowie Apotheken, Sanitätsläden, Drogerien und Tankstellen aufgehoben werden. Unter diese Regelung fallen zudem Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Waschsalons, Reinigungen, der Zeitungsverkauf, Bau- und Gartenbaubetriebe sowie Tierbedarfsmärkte und Großmärkte."

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bedankte sich bei den Bürgern des Landes für das bisher gezeigte Verständnis, mahnte aber: "Wir müssen alles dafür tun, die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen." Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) stellt "erhebliche Hilfen" für das Gaststättengewerbe und den Einzelhandel in Aussicht, um "wirtschaftliche Schieflagen" zu verhindern.

Hamburger Gerichte verschieben Verfahren und Haftantritte

Auch an den Hamburger Gerichten werden zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus zahlreiche Verhandlungen verschoben. Stattdessen sollen möglichst nur noch dringende Fälle von den Richtern bearbeitet werden, wie die Justizbehörde am Montag mitteilte. Ein Teil der Arbeiten, wie etwa eine Haftprüfung, sollen demnächst mithilfe von Tablets erledigt werden.

„Auch für die Gerichte gilt, dass wir die Gelegenheiten, in denen Menschen aufeinander treffen und einander anstecken können, vorübergehend minimieren müssen“, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen dazu. Welche Gerichtsverfahren stattfinden oder geschoben werden können, entscheiden die jeweiligen Richter. „Haftsachen und bereits länger andauernde Hauptverhandlungen stehen hier im Vordergrund, denn diese Verhandlungen dürfen nach der Strafprozessordnung nur begrenzt unterbrochen oder verschoben werden.“ Nicht zeitkritische Gerichtstermine werden dementsprechend verschoben oder zurückgestellt.

Die Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafen, zum Beispiel wenn ein Schwarzfahrer seine Geldstrafe nicht zahlen kann, wird in den meisten Fällen zunächst befristet aufgeschoben. Davon sind etwa 90 Menschen betroffen. Auch der Jugendarrest soll vorübergehend nicht vollzogen werden. In den JVAs können Häftlinge zunächst bis Dienstag keinen Besuch empfangen; künftige Regelungen dazu werden geprüft.

Einbruch der Passagierzahlen: Hamburg Airport erwägt Kurzarbeit

Die Auswirkungen des Coronavirus treffen den Hamburg Airport mit voller Wucht. Flughafenchef Michael Eggenschwiler erklärt auf Abendblatt-Anfrage: "Allein in der vergangenen Woche lagen die wöchentlichen Passagierzahlen am Hamburg Airport um 41,5 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Schäden für den Hamburger Flughafen gehen in die Millionenhöhe und übertreffen auch die negativen Einflüsse durch die Aschewolke im Jahr 2010."

Derzeit erarbeite man zusammen mit dem Betriebsrat einen Maßnahmenkatalog, "um die Mitarbeiterzahl konstant zu halten und dennoch den Schaden für den Flughafen zu minimieren", so Eggenschwiler weiter. Überlegungen gibt es auch, auf Kurzarbeit umzustellen.

Besuchsverbot in allen drei Oldenburger Krankenhäusern

Das Klinikum Oldenburg hat ein Besucherverbot in den drei Kliniken der Stadt verhängt. In einer Mitteilung heißt es, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus und die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, haben die drei Oldenburger Krankenhäuser beschlossen, ein sofortiges Besuchsverbot auszusprechen. Angehörige von Patienten haben die Möglichkeit sich telefonisch bei den Stationen zu melden. Die Telefonnummer der Rezeption lautet 0441/403-0. Anrufer werden entsprechend weitergestellt.

Für bestimmt Stationen in den Krankenhäusern gibt es Ausnahmeregelungen. So gilt für die Onkologie, Kinderklinik, Palliativ-Station und die Geriatrie die Regel: Ein Besucher pro Tag und Patient.

Hilfe für Ältere: Diakonie sucht Freiwillige

Menschen, die bereit sind, im Notfall bei der Versorgung älterer, hilfsbedürftiger Menschen zu helfen, können sich ab sofort unter diakoniehh.de/coronahilfe registrieren. Bei Bedarf wird sich die Diakonie dann schnell und flexibel mit den Interessenten per E-Mail in Verbindung setzen.

„Wie sich die Lage die nächsten Tage und Wochen entwickeln wird, können wir heute nicht einschätzen. Aber es könnte sein, dass wir in der Versorgung von älteren und auch pflegebedürftigen Menschen in den nächsten Wochen auf stärkere Unterstützung durch Freiwillige angewiesen sein werden. Auf diese Situation bereiten wir uns in Absprache mit den Behörden vor“, so Diakonie-Chef Dirk Ahrens.

Bezirksämter öffnen nur noch für Kunden mit Termin

Während die Hamburger Finanzämter ab morgen ihren Publikumsverkehr komplett einstellen, werden die Bezirksämter weiter einen eingeschränkten Betrieb für persönliche Termine aufrechterhalten: Bezirkssenator Andreas Dressel (SPD) betonte, "die Bürgerinnen und Bürger der Stadt müssen in der Gewissheit durch diese Krise gehen, dass die öffentliche Verwaltung weiter funktioniert". Gleichzeitig müssten aber Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter und der die Ämter besuchenden Menschen getroffen werden. Dafür habe man "heute sehr differenzierte Regelungen gefunden, für die wir um Verständnis bitten“, erklärte Dressel.

Die sieben Kundenzentren in den Bezirksämtern und die Außenstellen in Langenhorn und Billstedt bleiben geöffnet, alle anderen werden geschlossen. Und auch bei den Zentren, die den Betrieb nicht einstellen, gibt es Einschränkungen: So können Spontankunden nur in Notfällen persönlich bedient werden, auch Terminkunden werden gebeten, nur in "wirklich dringenden Fällen" den Termin wahrzunehmen. Es werde speziell bei der Ausstellung von Personalausweisen und Reisepässen zu Absagen und Neuvergaben von Terminen kommen.

Die Ausländerdienststellen werden im Notbetrieb arbeiten, sollen telefonisch und elektronisch aber weiter "vollständig erreichbar bleiben". Standesämter führen nur bereits vereinbarte Trauungen durch, Geburten und Sterbefälle werden schriftlich bearbeitet.

Darüber hinaus heißt es in der Mitteilung des Senats: "Die Dienstleistungen in den Bereichen Jugend und Soziales, Verbraucherschutz, Wirtschaft und Bauen, Management des öffentlichen Raums werden im Grundsatz aufrechterhalten, aber ggf. nötige Rücksprachen auf telefonische oder elektronische Kontaktaufnahme reduziert. Die bezirklichen Gesundheitsämter leisten in der Virusbekämpfung in vorderster Front aktuell Herausragendes und werden von allen Beteiligten nach Kräften unterstützt."

Niedersachsen schließt Großteil aller Geschäfte

Wegen der Coronavirus-Epidemie bleibt eine große Zahl an Geschäften von Dienstag an in Niedersachsen geschlossen. „Der Erlass wird ab morgen greifen, um 6.00 Uhr“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover. Er gelte bis zum 18. April. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs, also Lebensmittelmärkte, Wochenmärkte oder Apotheken. Diese sollen nach Angaben von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auch sonntags öffnen dürfen.

Dagegen bleiben zum Beispiel Möbel- oder Bekleidungsgeschäfte dicht. Restaurants dürfen zwischen 6.00 und 18.00 Uhr öffnen, allerdings unter Auflagen - so muss zum Beispiel wie in Hamburg ein Abstand zwischen den Tischen gesichert sein.

Hamburger Polizeischüler mit Corona infiziert

Die Hamburger Polizei hat einen ersten Coronafall: Nach Abendblatt-Informationen handelt es sich um einen Polizeischüler. Der Lehrbetrieb an der Akademie der Polizei war allerdings schon zuvor weitgehend eingestellt worden. Der normale Dienstbetrieb ist laut einem Sprecher bisher nicht von den Einschränkungen durch das Virus betroffen, sogar im Gegenteil. „Wir sind in der Lage Kräfte in größerem Umfang umzuschichten“, sagt Polizeisprecher Holger Vehren, durch den Ausfall aller öffentlichen Veranstaltungen können viele Beamte an anderen Stellen eingesetzt werden. „Der polizeiliche Alltag findet ganz normal statt. Die Wachen können wie gewohnt Anzeigen aufnehmen. Es wird aber empfohlen, wenn möglich, dafür die Online-Wache zu nutzen,“ so Vehren weiter.

Bei der Hamburger Feuerwehr hat die Akademie die Arbeit komplett eingestellt. „Auch alle Prüfungen sind abgesagt und verschoben“, so Feuerwehrsprecher Martin Schneider. In Hamburg sind aktuell 135 Feuerwehrleute, die Hälfte davon Urlaubsrückkehrer, in häuslicher Quarantäne. In 25 Fällen wurde wegen Corona-Verdacht ein Test durchgeführt. Bislang waren alle Ergebnisse negativ.

Bürgerschaft tagt nur in halber Stärke

Jetzt lichten sich auch die Reihen in der Bürgerschaft: An der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Landesparlaments am Mittwoch werden sieben der 33 Abgeordneten der Grünen und fünf der SPD nicht teilnehmen können. Ursache ist die fortschreitende Verbreitung des Corona-Virus.

Zwar ist von Krankheitsfällen in der Fraktion nichts bekannt, doch die sieben Abgeordneten bleiben dem Rathaus dennoch vorsorglich fern, "da entweder Kontakt mit Menschen aus Risikogebieten bestand, weil sie selbst zur Risikogruppe gehören u.a. wegen Vorerkrankungen oder weil sie in eine freiwillige 14-tägige Quarantäne gegangen sind, da sie in der Schweiz oder in Österreich waren", teilte eine Sprecherin der Grünen-Fraktion auf Anfrage mit. Aus der SPD-Fraktion hieß es, fünf von 54 Abgeordneten könnten nicht an der Sitzung teilnehmen, da sie sich während der Ferien in einem Risikogebiet -- überwiegend Österreich - aufgehalten hätten.

Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit bestätigte am Nachmittag Abendblatt-Informationen, dass die konstituierende Sitzung nur in halber Stärke stattfinden wird. Darauf habe sie sich mit den Fraktionsvorsitzenden verständigt, sagte Veit am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Durch weniger Anwesende und die zwischen ihnen freibleibenden Sitze solle das Infektionsrisiko im Plenarsaal verringert werden. Veit sprach von einer „Notsitzung“ in Zeiten der Coronakrise.

Nach der Bürgerschaftswahl vom 23. Februar muss das Parlament binnen vier Wochen zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen - so verlangt es die Verfassung. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise war die Tagesordnung bereits auf die zwingend nötigen Punkte reduziert worden. Dazu gehört etwa die Wahl eines neuen Präsidiums.

ADAC schließt Geschäftsstellen

Der ADAC Hansa schließt ab Dienstag seine Geschäftsstellen in der Hamburger City sowie in Harburg, Bergedorf, Lüneburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg, Greifswald und Stralsund. Der Pannendienst ist laut eines Sprechers nicht von der Maßnahme betroffen. Die Helfer seien weiterhin uneingeschränkt im Einsatz.

Der Kundendienst in den Geschäftsstellen ist vorerst bis zum 28. März nur telefonisch unter der Rufnummer 040/239 19 19 erreichbar.

Schmidt-Theater senden Comedy-Show täglich live im Netz

Auch wenn die Schmidt-Theater bis Ende April geschlossen bleiben, wird am Spielbudenplatz weiter gespielt: „Schmidtflix – Die Streaming-Show“ werde von Dienstag an (17. März) täglich um 20.15 Uhr live im Internet gezeigt, teilte Schmidt-Chef Corny Littmann am Montag in Hamburg mit. Comedian Elke Winter werde gemeinsam mit dem Schmidtchen-Hausherrn Henning Mehrtens täglich neue Gäste empfangen. Angekündigt hätten sich unter anderem schon Kabarettist Wolfgang Trepper, Komiker Werner Momsen und Darsteller aus dem Schmidt-Ensemble.

Dabei seien nicht nur Schmidt-Künstler herzlich eingeladen: „Wir bieten eine virtuelle Bühne für alle, die zurzeit nicht auftreten können – ausdrücklich auch für Künstlerinnen und Künstler aus anderen Häusern“, sagte Littmann. Die 45-minütige Show werde ein bunter Mix aus Musik, Comedy, Talk und spontanen Überraschungen. Zu sehen ist „Schmidtflix“ auf tivoli.de und den Social-Media-Kanälen des Theaters.

Nur wenige Kinder in Notbetreuung an Kitas und Schulen

Weniger als 700 Hamburger Schülerinnen und Schüler sind am Montag zur Notbetreuung in einer der Hamburger Schulen erschienen. Behördensprecher Peter Albrecht teilte am Nachmittag mit: "Das sind nur 0,35 % der rund 200.000 Schülerinnen und Schüler an den staatlichen allgemeinbildenden Schulen, deutlich weniger als allgemein erwartet. Die Schulbehörde war von einer Betreuungsquote von rund 20% ausgegangen."

Die Behörde rechnet aber mit einem variierenden und mittelfristig steigenden Bedarf, so Albrecht weiter: "Während der ersten Tage der Schulschließungen können die Familien eine eigenständige Betreuung noch relativ gut organisieren, je länger die Schulen geschlossen sind, umso schwieriger kann dies werden. Klar ist: Alle Schulen bleiben geöffnet und bieten auch weiterhin eine Notbetreuung an. Kein Kind wird abgewiesen. Davon ausgeschlossen sind nur Rückkehrer aus Risikogebieten.

Auch in den Kitas ist die Notbetreuung am Montag nur selten in Anspruch genommen worden. Bei den Hamburger Elbkinder-Kitas waren es 774 Kinder. Normalerweise nutzen 23.554 Mädchen und Jungen die Betreuung in den rund 180 Kindertagesstätten des Trägers, wie eine Sprecherin sagte. Das entspreche einer Quote von etwa 3,3 Prozent. Im Dienst seien 3154 Mitarbeiter gewesen. Regulär sind es 4382.

204 Mitarbeiter sind derzeit freigestellt, weil sie aus Risikogebieten zurückgekehrt waren. „Die anderen haben regulär Urlaub oder sind aus anderen Gründen, die nicht mit dem Corona-Virus zusammenhängen, nicht in der Kita.“ Bislang gebe es bei den Elbkindern noch keinen bestätigten Coronafall. In Hamburg gibt es nach Angaben der Sozialbehörde mehr als 1100 Kitas. Betreut werden normalerweise insgesamt mehr als 90.000 Kinder von rund 16.000 pädagogischen Kräften.

Hamburger Finanzämter schließen ihre Türen

Ab Dienstagmorgen sind die Hamburger Finanzämter "bis auf Weiteres für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen". Das teilte die Finanzbehörde am Montagnachmittag mit. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) erklärte die Maßnahme: „Es geht darum, die Einsatzfähigkeit unserer Steuerverwaltung auch in Krisenzeiten sicherzustellen und eine weitere Verbreitung des Virus z. B. durch Übertragung in Wartebereichen einzudämmen. Dies dient gleichzeitig dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Bürgerinnen und Bürger."

In besonderen Einzelfällen – und nur nach vorheriger telefonischer Absprache – könnten auch weiterhin persönliche Termine gemacht werden. Durch die Schließung der Ämter für den Publikumsverkehr könne die telefonische Erreichbarkeit deutlich verbessert werden: "Das ist mir auch deshalb wichtig, da es in den nächsten Tagen darum geht, die vereinbarten steuerlichen Hilfsmaßnahmen insbesondere für Corona-geschädigte Unternehmen auch wirksam werden zu lassen, da wollen wir mit Rat und Tat zur Seite stehen,“ so Dressel.

Auch Hafengeburtstag wegen Coronavirus abgesagt

Der 831. Hamburger Hafengeburtstag wird aufgrund der Corona-Pandemie ebenfalls abgesagt. Das bestätigte ein Sprecher der Wirtschaftsbehörde auf Abendblatt-Anfrage. Die Gesundheitsämter der zuständigen Bezirksämter Altona und Hamburg-Mitte haben das Volksfest mit einer Verfügung untersagt.

Emirates streicht A380-Verbindung nach Hamburg

Infolge der Corona-Krise streicht die arabische Fluglinie Emirates ihr Flugangebot zusammen. Vom morgigen Dienstag an bis zum 30. April wird die Airline ihr Angebot von Dubai nach Deutschland reduzieren. Das teilte ein Unternehmenssprecher auf Abendblatt-Anfrage mit. Nach Frankfurt und München wird von jeweils drei auf zwei tägliche Verbindungen gekürzt, nach Hamburg von zwei auf eine. Nur Düsseldorf wird unverändert zweimal täglich angeflogen.

Auf der Hamburg-Verbindung soll nur noch die Maschine um 15.20 Uhr in Fuhlsbüttel starten. Die Landung ist für 0.50 Uhr in Dubai vorgesehen. Der Start abends in Fuhlsbüttel fällt weg. Geflogen werde mit einer Boeing 777, sagte der Firmensprecher dem Abendblatt. Emirates verzichtet also auf den A380 auf der Hamburg-Strecke – zumindest für den Rest des Winterflugplans. Ab dem 29. März gelte der Sommerflugplan, hieß es. In dem soll nach derzeitigen Planungsstand dann wieder der A380 fliegen. Allerdings sei die Situation „sehr dynamisch“, sagte der Sprecher.

Trotz Hamsterkäufen: Nachschub in Supermärkten gesichert

Bei Klopapier und Nudeln gibt es in Supermärkten oft nur noch Restbestände. Auch bei Konserven gibt es nur noch eine geringe Auswahl. Am Montag standen wieder viele Kunden vor leeren Supermarktregalen. Zum Teil haben die Händler bereits auf Corona-bedingte Hamsterkäufe reagiert.

Arzt zu Homöopathen: „Sagen Sie einfach mal nichts“

Der Hamburger Orthopäde und Sportarzt Dr. Matthias Soyka hat sich auf „harte“ medizinische und doch unterhaltsame Weise mit der Corona-Epidemie und Ratschlägen von Homöopathen beschäftigt. In einem launigen Text, den Sie hier herunterladen können, schreibt Soyka: Er sei immer tolerant gegenüber der Homöopathie gewesen und betreibe seit 50 Jahren Yoga. Aber Menschen, die „hochprozentiges Arsen“ schluckten, sollten sich mäßigen. „Mein Bitte an diese Homöopathen: Äußern Sie sich zu Covid-19 nur noch in homöopathischer Dosis oder besser noch: Sagen Sie einfach mal nichts.“

FDP sagt Landesparteitag ab

Die Hamburger FDP teilte am Montagnachmittag mit, dass sie wegen der Corona-Pandemie ihren für den 3. April geplanten Landesparteitag "auf unbestimmte Zeit" verschoben hat.

Jetzt 260 Erkrankte – vier Menschen auf Intensivstation

In nur 24 Stunden sind in Hamburg weitere 64 Covid-19-Fälle aufgetreten, damit liegt die Gesamtzahl bei 260 Erkrankten. Das teilte die Gesundheitsbehörde am Montagnachmittag mit. Überwiegend handele es sich erneut um Reiserückkehrer aus Risikogebieten oder Personen, die in Kontakt mit Erkrankten standen. Derzeit sind 16 Menschen in Hamburg wegen einer Infektion mit Sars-CoV-2 in stationärer Behandlung, vier liegen auf der Intensivstation.

Wegen der "derzeitigen Rückreisewelle aus Risikogebieten sowie aus der Schweiz und Österreich" sei in den kommenden Tagen "mit einem weiteren, deutlichen Anstieg der Fallzahlen zu rechnen".

Am Vormittag war bekannt geworden, dass ein 76 Jahre alter Hospiz-Patient, der am vergangenen Freitag verstorben war, posthum positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war. Ob der Mann tatsächlich am Coronavirus starb, werde noch untersucht, heißt es aus der Behörde. Bereits Anfang März war ein Hamburger Feuerwehrmann im Urlaub in Ägypten an Covid-19 gestorben.

Hamburger Tafel will die Versorgung weiterhin aufrecht erhalten

Die Hamburger Tafel wollen Lieferengpässe aufgrund von Corona vermeiden und die Versorgung von bedürftigen Menschen mit Lebensmitteln weiter aufrecht erhalten. „Wir wissen, dass viele Ausgabestellen, vor allem aber viele bedürftige Menschen Sorgen haben, was nun aus der Belieferung mit Lebensmitteln wird. Wie alle anderen Lebensbereiche, müssen auch wir jetzt von Tag zu Tag entscheiden. Unser Ziel ist es aber, bei allen Unwägbarkeiten die Lebensmittelversorgung so lange und so gut wie möglich sicherzustellen“, heißt es auf der Interseite der Hamburger Tafel.

Als Konsequenz aus der gegenwärtigen Situation ändert die Tafel ihre Logistik beim Einsammeln von Lebensmitteln. „Statt direkt bei den teilnehmenden Supermärkten und sonstigen Lieferanten aktiv Lebensmittel zu sammeln, werden die Ausgabestellen der Tafel aus Lager-Beständen der Tafel versorgt. Frischware kommen zusätzlich von einigen wenigen, ausgewählten Partnern.

„Unser Ziel ist es, ähnlich viele Lebensmittel wie bisher zu liefern“, heißt es in der Mitteilung. „Mit Augenmaß können wir das für mehrere Wochen gewährleisten. Wir können allerdings nicht garantieren, dass Menge und Sortiment der verfügbaren Lebensmittel in jedem Fall gleichbleibt.“

Zudem wird auch der Einsatz ehrenamtlicher Helfer auf ein Mindestmaß beschränkt. Wer einer Risikogruppe angehört, ist bis auf weiteres von Einsätzen für die Hamburger Tafel freigestellt. Lieferfahrzeuge sowie die Lagerflächen der Hamburger Tafel werden strengstens hygienisch überwacht und regelmäßig desinfiziert sowie die Zugänge für Selbstabholer kontrolliert.

Weiterhin nur ein positiv getesteter Obdachloser in Hamburg

In Hamburg gibt es weiterhin nur einen Obdachlosen, der positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden ist. "Die Person wurde von den anderen isoliert und befindet sich auf einer separaten Etage", sagte der Sprecher der Sozialbehörde am Montag. Einige weitere Personen würden getestet und befänden sich auf einer anderen Station. "Wir hoffen, die Menschen so bald wie möglich aus der häuslichen Isolation entlassen zu können." Dies könne jedoch erst geschehen, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt. Bis dahin werde die Unterkunft in Hammerbrook in den kommenden zwei Wochen zum dauerhaften Aufenthaltsort für die Obdachlosen.

Eine Versorgung mit Lebensmitteln und weiteren Bedarfsartikeln sei sichergestellt. Insgesamt hätten sich in der Unterkunft in der Friesenstraße 329 Menschen aufgehalten. Der zweite Standort des Hamburger Winternotprogramms in der Kollaustraße (Hamburg-Lokstedt) sei weiterhin regulär im Betrieb. Dort gebe es auch noch etliche freie Plätze.

Unterdessen forderte die Hamburger Bundestagsabgeordnete Żaklin Nastić den Senat auf, Corona-Sofortmaßnahmen für Obdachlose zu beschließen. "Menschen ohne Obdach müssen die notwendigen Mittel für Desinfektion und Hygiene zur Verfügung gestellt werden", sagte die Linken-Politikerin. Nach Angaben der Sozialbehörde leben rund 2000 Obdachlose in Hamburg.

Polizei sagt Trauerfeier im Michel für getöteten Kollegen ab

Die geplante Trauerfeier im Michel für den im Dienst tödlich verletzten Zielfahnder der Hamburger Polizei findet vorerst nicht statt. Wie die Polizei Hamburg mitteilte, werde wegen des Coronavirus' auf die große Zusammenkunft in der Hauptkirche verzichtet, stattdessen wird Klaus-Ulrich Hütter "im engsten Familienkreis auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt". Sobald es möglich sei, werde man "ihn in einem gebührenden Rahmen im Michel verabschieden".

Der 57-Jährige war bei einem durch einen gesuchten Straftäter mutmaßlich absichtlich herbeigeführten Verkehrsunfall schwerst verletzt worden und nach mehreren Tagen im Koma seinen Verletzungen erlegen. Die Polizeigewerkschaften haben ein Spendenkonto für die Familie des Getöteten eingerichtet.

Spendenkonto für die Familie
von Klaus-Ulrich Hütter
Volker-Reitz-Stiftung
IBAN DE72 1009 0900 1550 1776 00
PSD Bank Berlin-Brandenbrug eG
Verwendungszweck „Paul“

Notfallverfahren im Norden für Rezepte in Apotheken

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein und der Apothekerverband Schleswig-Holstein haben sich auf ein Notfallverfahren im Umgang mit Rezepten geeinigt. Wer verschreibungspflichtige Arzneimittel benötigt, wird gebeten, wenn möglich die Rezepte telefonisch bei der Arztpraxis zu bestellen und nicht in die Praxis zu kommen.

Die Arztpraxen faxen die Rezepte dann an die vom Patienten benannte Apotheke. Diese prüft die Echtheit der Verschreibung und gibt die Medikamente aus. Bietet eine Apotheke einen Botendienst an, sollte dieser genutzt werden, um Patientenkontakte in der Apotheke zu reduzieren. Notwendige Beratungen werden auf telefonischem Wege durchgeführt.

Kein Publikumsverkehr mehr bei Arbeitsagentur

Die Agentur für Arbeit in Hamburg hat ihren Publikumsverkehr wegen der Ausbreitung des Coronavirus eingestellt. Alle persönlichen Termine entfielen ohne Rechtsfolgen und müssten nicht abgesagt werden, teilte die Behörde am Montag mit. Um in der aktuellen Lage die wichtigsten Dienstleistungen erbringen zu können, konzentriere sich die Agentur für Arbeit auf die Bearbeitung und Bewilligung von Geldleistungen.

Wer arbeitslos werde, könne sich telefonisch bei der Agentur melden. Anträge auf Grundsicherung könnten formlos in den Briefkasten geworfen werden. Die Telefon- und Online-Kanäle zur Arbeitsagentur würden verstärkt. Den Kunden sollen keine finanziellen Nachteile haben. "So wollen wir einen Beitrag zum Gesundheitsschutz und zum Eindämmen der Pandemie leisten und gleichzeitig die Zahlung von Geldleistungen in dieser schwierigen Lage sicherstellen", sagte Sönke Fock, der Chef der Arbeitsagentur.

Gesundheitsämter in Hamburg nur schwer erreichbar

Die Gesundheitsämter in Hamburg sind für Betroffene der Coronakrise nur schwer erreichbar. "Die Telefonleitungen sind alle überlastet", sagte ein Betroffener der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Er versuche bislang erfolglos, seit Sonntagabend jemanden über die Ärzte-Hotline 116 117 zu erreichen. Auch die Hotline-Nummern der jeweiligen Gesundheitsämter seien völlig überlastet. "Bisher habe ich dort auch noch niemanden erreicht", sagte der Betroffene, der Kontakt mit einer Person hatte, die eventuell mit dem Coronavirus infiziert ist.

Auch sein Hausarzt habe ihm nicht weiterhelfen können. "Dort sagte man mir, ich solle die Hotline-Nummern wählen." Ebenso erging es einem anderen Hamburger, der aus einem Skigebiet in Italien zurückgekehrt war. "Unter der Hotline-Nummer haben wir niemanden erreicht", sagte der 55-Jährige. Ihm konnte jedoch sein Hausarzt helfen. Eine dritte Person habe ihm einen Test nach Hause und wieder zurück in die Praxis gebracht. Einen Tag später stand fest, dass er positiv getestet wurde. Bisher habe sich das Gesundheitsamt noch nicht bei ihm gemeldet, um seine Kontakte zu erfragen.

Bis Sonntag wurden in Hamburg 38 neue Infektionen bestätigt. Damit stieg die Gesamtzahl der Infektionen in der Hansestadt auf 196. "Wegen der derzeitigen Rückreisewelle aus Risikogebieten sowie aus der Schweiz und Österreich erwarten wir in den kommenden Tagen einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen", hieß es. Bislang seien aber alle Fälle immer noch abgrenzbar und grundsätzlich nachzuvollziehen.

Jenfelder "Arche" wird ab Mittwoch geschlossen

Die Jenfelder "Arche", ein christliches KInder- und Jugendwerk, wird wegen der Corona-Krise spätestens ab Mittwoch vorsorglich geschlossen. Das Haus betreut hunderte von Kindern und Jugendlichen und versorgt sie mit Mittag- und Abendessen, das sei nun nicht mehr möglich. Statt dessen liefern Helfer ab sofort haltbare Lebensmittel, aber auch frisches Obst und Gemüse sowie Brot und Hygieneartikel an die Familien direkt nach Hause kostenlos aus.
"Auch stehen wir den Familien für Fragen jeglicher Art als Ansprechpartner zur Verfügung", sagte ein Arche-Sprecher. "Die Kinder beraten und unterstützen wir zudem telefonisch bei allen schulischen Themen. Die Einrichtungen der Arche müssen wir während dieser Krise zwar leider schließen, doch unsere Herzen und Ohren bleiben für die Kinder geöffnet." Die Jenfelder Arche wurde nach dem Hungertod eines Mädchens 2005 gegründet.

Job und Ausbildungsmesse wird ins Netz verlegt

Hamburgs größte Job-, Ausbildungs- und Weiterbildungsmesse wird ins Netz verlegt. Ursprünglich sollte sie am 31. März in der Barclaycard-Arena stattfinden. Jetzt ist an diesem Tag von 9 bis 14 Uhr unter jobwoche.de/live eine Live-Sendung zu sehen. Unter der Moderation von Kristina Lüdke werden Talk-Gäste aus verschiedenen Branchen zu Wort kommen und ein Bewerbungsscoach gibt Tipps für die richtige Ansprache. Außerdem finden Interessierte auf der Seite den Zugang zu 100 Unternehmen, die virtuell an der Messe teilnehmen. Jeder Aussteller hat einen eigenen Raum, in den Besucher eintreten und direkten Kontakt aufnehmen können – per Handy, Tablet oder PC. Der Nachholtermin für die Messe in der Barclaycard Arena ist der 3. Juni.

Coronavirus: Haspa schließt Filialen tageweise

Im Unterschied zu anderen Banken will die Haspa alle ihre Filialen trotz der Coronavirus-Pandemie geöffnet halten – aber mit Einschränkungen: Rund 40 mittelgroße Filialen haben von Dienstag an nur noch an drei Tagen der Woche geöffnet (montags, donnerstags und freitags) und 35 bis 40 kleine Filialen an zwei Tagen (dienstags und mittwochs).

Etwa 50 große Filialen sowie alle SB-Zonen und Geldautomaten stehen nach Angaben der Haspa weiter uneingeschränkt zur Verfügung. Außerdem bittet die Sparkasse ihre Kunden dringend, „die bestmöglichen Hygienemaßnahmen einzuhalten und den Mindestabstand von 1,5 Metern zu unseren Mitarbeitern zu berücksichtigen.“ Die HypoVereinsbank hatte angekündigt, wegen der Corona-Krise vorübergehend 101 ihrer deutschlandweit 337 Standorte zu schließen. Auch die Commerzbank will vorsorglich „mehrere Hundert“ Filialen zunächst schließen. Vor allem die kleineren Standorte seien betroffen, hieß es.

Alle Öffnungszeiten der Haspa-Filialen im Überblick

76-Jähriger stirbt nach Coronavirus-Infektion in Hamburg

In Hamburg gibt es den ersten Todesfall, der im Zusammenhang mit einer Infektion an dem Coronavirus SARS-CoV-2 steht. In einem Hamburger Hospiz ist am Freitag ein 76-jähriger Bewohner verstorben. Posthum war bei ihm am Sonntag die Corona-Infektion nachgewiesen worden. Zurzeit werden alle Kontaktpersonen ermittelt und die erforderlichen Quarantänemaßnahmen eingeleitet.

Bereits am 8. März war ein Hamburger an einer Covid-19-Erkrankungen gestorben. Der Mann hatte sich zuvor zwei Wochen lang für einen Urlaub in Ägypten aufgehalten, als er plötzlich über Fieber klagte. Der 60 Jahre alte Feuerwehrmann ging mit seiner Frau in ein Krankenhaus in Hurghada am Roten Meer.

Wie geplant nahm die Frau den Rückflug am Sonnabend, während er weiterbehandelt wurde. Am Sonntagnachmittag starb Thomas F. – an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Thomas F. arbeitete seit 35 Jahren bei der Hamburger Berufsfeuerwehr. Mit seiner Frau lebte er in einem Dorf bei Lauenburg in Schleswig-Holstein.

DRK warnt vor Mangel an Blutspenden

Das Deutsche Rote Kreuz warnt angesichts der Coronavirus-Pandemie vor einem Engpass bei Blutkonserven. Daher appelliert das DRK an alle an alle gesunden Menschen ab 18 Jahren, die regulären Blutspendetermine auch während der Corona-Krise wahrzunehmen.

Hamburger Linksfraktion sagt wegen Corona-Krise Sitzung ab

Nach SPD, Grünen, CDU und AfD hat am Montag auch die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft ihre ursprünglich für den Abend geplante Fraktionssitzung wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Die neu gewählten Abgeordneten würden nun am Mittwoch kurz vor der konstituierenden Sitzung der Bürgerschaft „unter Einhaltung der allgemein empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen im Rathaus zusammenkommen und sich dort als Fraktion konstituieren“, teilte ein Sprecher mit. Dabei sollen auch die neuen Vorsitzenden und der oder die Parlamentarische Geschäftsführerin gewählt werden. Auch die anderen Fraktionen müssen am Mittwoch ihre Vorstände neu bestimmen.

Regionalverkehr läuft normal – Verbindung nach Kopenhagen eingestellt

Der Regional- und Nahverkehr in Hamburg und Schleswig-Holstein läuft bislang uneingeschränkt normal. Lediglich Schul- und Linienbusse, die vornehmlich Schüler transportieren, seien eingestellt worden, teilten Sprecher von Verkehrsbetrieben am Montag mit. Zudem sei die Fernverbindung von Hamburg nach Kopenhagen eingestellt worden, da es Kontrollen und Einreiseverbote an der deutsch-dänischen Grenze gibt.

Der Zugverkehr von und nach Sylt werde planmäßig abgewickelt. Die Züge seien gut frequentiert, weil Urlauber die Insel verlassen. Wie es in den kommenden Tagen weitergehe, nachdem die Insel für Feriengäste gesperrt wurde, müsse sich zeigen, sagte eine Bahn-Sprecherin.

Fahrgastzahlen im Hamburger Nahverkehr noch nicht einschätzbar

Über die Entwicklung der Fahrgastzahlen konnten die Sprecher von Bahn, Hamburger Hochbahn und HVV zunächst keine belastbaren Einschätzungen treffen. Einerseits seien die Ferien in Hamburg zu Ende gegangen, so dass viele Urlauber wieder zur Arbeit müssten. Andererseits blieben die Schulen geschlossen und viele Arbeitnehmer seien im Home Office, so dass die Nachfrage nach Verkehrsleistungen geringer sein könnte als für gewöhnlich nach den Ferien. Darüber gebe es noch keine gesicherten Erkenntnisse.

Nahverkehr im Hamburger Hafen wird eingeschränkt

Der Nahverkehr im Hamburger Hafen sollte eingeschränkt werden. Die kurzen Verbindungen der Linien 75 (Landungsbrücken - Steinwerder) und HBEL (Blankenese - Cranz) würden eingestellt, teilte die HADAG Seetouristik am Sonntag mit. Damit sollen die großen Schiffe, die auf diesen Linien eingesetzt werden, die übrigen nachfragestarken Linienverkehre im Hamburger Hafen verstärken. Zudem werden die Fahrgasttoiletten geschlossen, um Schmierinfektionen zu vermeiden.

Hapag-Lloyd Cruises will alle Kreuzfahrten aussetzen

Jetzt will auch die Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd Cruises alle Kreuzfahrten der fünf Schiffe (u.a. "Europa 2") vorübergehend voraussichtlich bis zum 28. April aussetzen. In den nächsten Tagen werden die noch laufenden Kreuzfahrten bis zum 21.3. beendet. Die Expeditionsschiffe MS Bremen und MS Hanseatic nature werden voraussichtlich erst Mitte Mai wieder auf Fahrt gehen.​

Taxiunternehmen leiden unter erheblichen Einbußen

Die Auswirkungen des Corona-Virus' auf das öffentliche Leben sind längst spürbar. Besonders Taxiunternehmen leiden unter erheblichen Einbußen: „Wir beobachten drastische Umsatzrückgänge aufgrund mangelnder Fahrgäste“, sagt Bülent Aktas, Erster Vorsitzender des Landesverbands Hamburger Taxiunternehmer (LHT).

Waren es bis vor kurzem noch durchschnittlich zehn Fahrten pro Tag, seien es in Zeiten von Corona nur noch zwei bis vier – ein Verlust von 60 bis 80 Prozent. Gefährdete Taxifahrer oder solche, die einer Risikogruppe angehörten, seien vorerst suspendiert. Diejenigen, die noch im Dienst seien, hielten sich selbstverständlich an die Sicherheits- und Hygienevorschriften. „Wir achten auf ausreichend Abstand und halten unsere Mitarbeiter dazu an, sich regelmäßig die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Mehr können wir im Moment nicht tun“, so Aktas.

"Mal gucken, wie es läuft": Fegebank bleibt zu Hause

Die Bürgerschaft tagt nur noch kurz und ohne Publikum, die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen wurden um zwei Wochen verschoben - und wie viele andere Hamburger zieht sich nun auch die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank ins Homeoffice zurück, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Dies teilte die Mutter von Zwillingen heute Morgen auf ihrem Instagramaccount mit. "Dann wollen wir mal gucken, wie es im Home Office mit den zwei Rabauken-Zwillingsmädchen läuft", schreibt Fegebank, "die Tastatur ist jedenfalls nicht vor ihnen sicher." Auch damit ist die Wissenschaftssenatorin nicht alleine: "Die Videokonferenzen finden heute alle in den Kinderzimmern statt. So lernt man wenigsten alle Kinder der Kolleg*innen kennen", kommentiert ein Instagram-Nutzer.

Hamburgs Schulen offiziell geschlossen

Eltern mit Betreuungsproblemen können ihre Kinder in Hamburg trotz der Corona-Krise in die seit Montag offiziell geschlossenen Schulen schicken. Eine Notbetreuung sei gesichert, sagte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Es muss sich niemand rechtfertigen. Wer in die Schule kommt, wird auch betreut.“ Das gelte für alle Kinder und nicht nur für Kinder von Eltern mit sogenannten systemrelevanten Berufen im medizinischen Bereichen, bei der Polizei, der Feuerwehr oder der Müllabfuhr. „Alle Schulen sind geöffnet. Es wird niemand abgewiesen.“

Voraussichtlich am Nachmittag wolle die Behörde Informationen zur Zahl der Betroffenen vorlegen. Bislang sei davon ausgegangen worden, dass etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in den Schulen betreut würden. Es habe sich aber bereits abgezeichnet, dass es wohl deutlich weniger seien.

Für alle Daheimgebliebenen erarbeiteten die Schulen derzeit Pläne, wie diese mit Unterrichtsmaterial versorgt werden können. Wie sie dies konkret machen, sei aber den einzelnen Schulen überlassen, da diese sehr unterschiedlich ausgestattet seien, sagte Albrecht. Manche Schulen verfügten bereits über ein umfassendes E-Learning-System. „Da geht es sehr einfach. Es gibt aber auch Grundschulen, die haben noch nicht mal einen E-Mailverteiler der Eltern.“ Dort werde teilweise in Turnhallen Unterrichtsmaterial zur Abholung bereitgestellt.

Behördensprecher Albrecht wies darauf hin, dass die Server derzeit überlastet sein könnten. Das System sei ja noch im Aufbau und könne in die Knie gehen, wenn gleichzeitig rund 260.000 Schüler und etwa 22.000 Lehrer darauf zugreifen würden. Trotz allem konnte Sprecher Albrecht der Lage auch etwas Gutes abgewinnen. „Das Positive der Krise ist, dass wir einen großen Schritt in der Digitalisierung vorankommen.“

Niedersachsen will noch nicht den Katastrophenfall ausrufen

Anders als Bayern will Niedersachsen wegen der Corona-Epidemie wohl zunächst nicht den Katastrophenfall ausrufen. Über die erforderlichen Schritte beriet der Krisenstab der Landesregierung am Montagmorgen in Hannover. Auch der bayerische Schritt, die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse temporär außer Kraft zu setzen, ist in Niedersachsen nicht unbedingt erforderlich. Grund dafür ist, dass es im Nordwesten für Notfalllagen Ausnahmen bei den Regelungen zur Schuldenbremse gibt. Am Dienstag will die Regierung über einen Nachtragshaushalt beraten, um in allen Bereichen auf die Herausforderungen der Corona-Krise reagieren zu können.

Finanzämter in Niedersachsen geschlossen

Ab heute sind alle Finanzämter in Niedersachsen wegen der Coronainfektionen für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen. Nach vorheriger telefonischer Terminabsprache können in begründeten Einzelfällen weiterhin persönliche Rücksprachen erfolgen.

Zahl der Covid-19-Infizierten in Schleswig-Holstein verdoppelt

Die Zahl der Corona-Infizierten in Schleswig-Holstein hat sich innerhalb weniger Tage mehr als verdoppelt. Bis Sonntag einschließlich wurden 123 Fälle im nördlichsten Bundesland erfasst, wie das Gesundheitsministerium am Montag in Kiel mitteilte. Am Freitag waren es noch 60 Fälle gewesen. Über die aktuelle Zahl der Infizierten, die im Krankenhaus liegen, konnte das Ministerium zunächst keine Angaben machen. Vergangene Woche hatte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) erklärt, es würden zwei Infizierte in Krankenhäusern behandelt.

Ärztekammer weist Kritik am Corona-Einsatz von Studenten zurück

Die Ärztekammer Niedersachsen hat Kritik an dem von Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) ermöglichten Aushilfseinsatz von Medizinstudenten in Kliniken während der Coronakrise zurückgewiesen. „Wir begrüßen den Vorschlag von Minister Thümler ausdrücklich“, sagte Ärztekammersprecher Thomas Spieker am Montag. „In dieser möglicherweise kommenden Notsituation ist die Kritik der Pflegekammer deplatziert.“ Die Studierenden hätten bereits mindestens ein Krankenpflegepraktikum absolviert und im klinischen Teil noch mehr Erfahrung gesammelt. Sie sollten in Extremsituationen Pflegekräfte am Limit bei der Grundpflege unterstützen.

Die Pflegekammer hatte am Sonntag den Einsatz kritisiert. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, „dass Medizinstudierende oder sonstige Hilfskräfte ohne pflegerische Ausbildung von heute auf morgen hochkomplexe Pflegeaufgaben übernehmen könnten“, hatte die stellvertretende Kammerpräsidentin Nora Wehrstedt gesagt. Den rund 6000 Medizinstudenten in Göttingen, Hannover und Oldenburg war am Freitag das Angebot gemacht worden, als Pflegehilfskräfte zu arbeiten. Ziel ist eine Entlastung des Klinikpersonals, das durch die Epidemie besonders gefordert ist.

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein Online-Wache nutzen

Die Polizeidirektion Hannover weist darauf hin, dass Bürger auch die Online Wache der Polizei Niedersachsen nutzen können. Ist beispielsweise ein Fahrradgestohlen worden, kann eine Strafanzeige via Computer, Tablet oder Smartphone von jedem Ort erstattet werden. Eine Nutzung der Online-Wache trägt zu einer Entlastung der Einsatzkräfte des Einsatz- und Streifendienstes der Polizeidienststellen bei.Die Online-Wache stellt jedoch keinen Ersatz für die zentrale Notrufnummer 110 dar. Auch die Polizei Schleswig-Holstein ruft dazu auf, die Online-Wache der Landespolizei Schleswig-Holstein zu nutzen.

Notöffnung bei Optiker Mr. Spex

Die Optikerkette Mr. Spex stellt ihre Läden deutschlandweit auf Notfallversorgung um. Damit sollen Kunden und Mitarbeiter vor einer möglichen Ansteckung durch den Coronavirus geschützt werden, teilte das Unternehmen in einer Mail an alle Kunden mit. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin verkauft Brillen vor allem online. Der Online-Service soll weiterhin aufrecht gehalten werden. In den Läden, darunter auch im Alstertal Einkaufszentrum in Poppenbüttel, werden nur bereits gelieferte Brillen ausgehändigt und angepasst. Einen regulären Verkauf von Brillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen gibt es nicht. Bereits verabredete Termine werden verschoben. Mr. Spex-Filialen sind ab sofort montags bis sonnabends zwischen 11 und 14 Uhr sowie zwischen 16 und 19 Uhr geöffnet.

Trotz Schließung: Arbeit in Museen läuft weiter

Für die Hamburger Museen fallen mit der Schließung die Besucher weg. „Wir sind zwar für die Publikumsverkehr damit geschlossen“, sagt Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg. „Die Arbeit geht für uns aber weiter. Ein Museum, das ist vielen gar nicht so bewusst, ist ein Depot mit angeschlossener Ausstellung.“ Für ihn und seine Mitarbeiter bedeute das, dass man „ganz normal“ weiter arbeite. „Wir haben auch so genug zu tun“, sagt er. Dabei stehe die klassische Forschungsarbeit an. Auch die Digitalisierung der Sammlung ist ein Thema, das abgearbeitet werden muss. Mitarbeiter, die im öffentlichen Bereich eingesetzt sind, beispielsweise an der Kasse, müsse man eventuell in den Urlaub schicken.

Ein finanzieller Verlust ist die Schließung. „Gerade Häuser mit großen, publikumswirksamen Ausstellungen dürften betroffen sein“, so Weiss. „Bei uns läuft die Ausstellung hot stuff, die auch sehr gut besucht war. Sie sollte eigentlich bis zum 26. April laufen. Das sind natürlich Ausfälle, die schon weh tun.“ Denn die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern sind ein erster Bestandteil der Budgetplanung. „Für uns ist das aber nicht existenziell“, so Weiss. Auch ein anderes Problem tut sich auf. „Wir haben unsere nächste Sonderausstellung bereits in Planung. Die Exponate sind in der Regel Leihgaben. Das ist auch in dem Fall so. Allerdings kommt sie aus Südtirol“, so Weiss. Doch Südtirol ist Risikogebiet für Corona-Erkrankungen. So ist unklar, ob die geplante Ausstellung überhaupt zu realisieren ist. „In der Situation“, so Weiss, „ist es natürlich auch unsere Aufgabe, eine alternative Ausstellung zu entwickeln.“

Öffentliche Rechtsauskunft in Hamburg geschlossen

Wie die Hamburger Sozialbehörde mitteilt, ist die Öffentliche Rechtsauskunft ab heute für den Publikumsverkehr geschlossen. Informationen über den Notbetrieb soll es ab Dienstag unter der Telefonnummer 115 geben.

Touristen dürfen nicht auf Fähre nach Borkum

Touristen auf dem Weg nach Borkum sind am Montag wegen der Coronavirus-Krise an der Fähre in Emden abgewiesen worden. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hatten sich am Tag zuvor darauf verständigt, die Inseln in der Nord- und Ostsee für Gäste zu sperren. An der Fähre wurden beim Ticketverkauf unter anderem Ausweise kontrolliert – nur wer auf der Insel lebt oder arbeitet, durfte zusteigen. „Wir sind noch am Sortieren, die Entscheidung wurde ja gestern erst spät verkündet“, sagte Fährbetriebsleiter Hans-Jörg Oltmanns. „Es wird sich erst noch zeigen, ob eventuell auch Polizei kommen wird, um das durchzusetzen.“

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu anderen Menschen halten
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Deutschland hat Grenze zu Dänemark geschlossen

Deutschland hat seine Grenze nach Dänemark am Montagmorgen um 8.00 Uhr weitgehend geschlossen. Die Schließung gelte für Touristen und andere Reisende aus dem Ausland, nicht aber für Pendler oder den Güterverkehr, hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Vortag nach einem Telefonat mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) mitgeteilt. Dänemark hatte die Grenze zu Deutschland bereits am Samstag um 12.00 Uhr geschlossen. Ein Verkehrschaos blieb am Montagmorgen zunächst aus.

14 Tage freiwillig zu Hause in Quarantäne

Die Hamburger Skiferien sind zu Ende, Tausende Rückkehrer sind an diesem Wochenende in die Hansestadt zurückgekehrt – Spanienurlauber, Skifahrer aus der Schweiz und Österreich. In diesen Ländern wurden in den vergangenen Tagen vom Robert-Koch-Institut Risikogebiete ausgewiesen. Das bedeutet, dass diese Urlauber nicht einfach in ihr Alltagsleben zurückkehren können.

Das müssen Urlauber jetzt beachten: Reisende, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, wird dringend empfohlen, sich für die Dauer von 14 Tagen in die freiwillige häusliche Isolation zu begeben. In dieser Zeit sollten sie Kontakte soweit möglich vermeiden. Besonders Kontakte etwa zu Älteren oder chronisch Kranken sollten sie meiden.

Zu den Risikogebieten zählen der Iran, Italien, China (Provinz Hubei inkl. der Stadt Wuhan), Südkorea (Provinz Gyeongsangbuk-do), Frankreich (Region Grand Est mit Elsass, Lothringen, Champagne-Ardenne), Österreich (Bundesland Tirol), Spanien (Madrid) und neu dazugekommen sind USA (Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York, Stand 15. März, 14 Uhr). In Deutschland ist der Landkreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) betroffen.

Vor Dienstantritt den Arbeitgeber anrufen

Wer aus einem der Risikogebiete zurückkehrt und Krankheitszeichen wie Fieber, Husten oder Atemwegsbeschwerden verspürt, sollte den Arztruf 116 117 anrufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Auf keinen Fall sollten Betroffene ohne Absprache einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Wer am Montag eigentlich wieder arbeiten müsste, sollte unbedingt vor Dienstantritt telefonisch mit seinem Arbeitgeber Kontakt aufnehmen und die notwendigen Schritte besprechen. Das gilt nach Angaben der Gesundheitsbehörde vor allem für die Urlauber aus den betroffenen Skigebieten in Österreich und der Schweiz, da bei Rückkehrern aus diesen Gebieten in Hamburg und anderen Bundesländern vermehrt Infektionen mit Covid-19 gemeldet wurden.

Sonderregelungen für Angestellte in sensiblen Versorgungsbereichen

Bei Arbeitnehmern, die in sogenannten sensiblen Versorgungs- oder Infrastrukturbereichen (etwa im Gesundheitswesen, in der Pflege, bei der Polizei etc.) tätig sind, wird abgewogen, wann sie wieder arbeiten sollen. Beispielsweise, wenn ein nach vier bis sechs Tagen durchgeführter Test negativ ausfällt, müssen sie unter Umständen nicht 14 Tage abwarten. Auch wer aus Ländern zurückkommt, in denen keine Risikogebiete ausgewiesen sind, in denen aber Corona-Infektionen nachgewiesen wurden, sollten vorher mit dem Arbeitgeber Rücksprache halten.

Wer am Virus tatsächlich erkrankt ist, den kann die Behörde laut Infektionsschutzgesetz unter Quarantäne stellen. Ignoriert jemand, dem gegenüber die Behörde angeordnet hat, seine Wohnung nicht zu verlassen, diese Anordnung, stellt das eine Straftat dar. Wer durch seine Missachtung der Anordnung das Virus tatsächlich verbreitet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

( cw/jes/mik/zv/hplt/kwr/esh/dey/josi/ras/mk/dpa )

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