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Newsblog für Norddeutschland

Coronavirus: Spezialeinsatz an Quarantäne-Unterkunft

38 neue Infektionen, Feuerwache 12 gesperrt, Tschentscher im Video auf Instagram. Tagesschau-Sprecherin in Quarantäne. Der Newsblog.

Coronavirus: An der Obdachlosenunterkunft an der Friesenstraße in Hamburg wird ein Patient ins Krankenhaus gebracht.

Foto: Michael Arning

Hamburg. In Hamburg wird das öffentliche Leben erheblich eingeschränkt. Alle Veranstaltungen werden verboten, Bars, Clubs, Kinos geschlossen. In Restaurants gibt es besondere Aufagen. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus' kommen täglich neue Einschränkungen hinzu. Das kulturelle Leben Hamburgs steht quasi still. Konzerte und Theateraufführungen finden nicht satt, Ausstellungen bleiben geschlossen.

Bürgermeister Peter Tschentscher meldete sich mit einer Videoansprache bei Instagram. Er erklärte, warum die einschneidenden Maßnahmen nach seiner Meinung notwendig seien.

Schleswig-Holstein schottet sogar die Inseln ab, auch Sylt. Am Abend entschlossen sich alle Küstenländer dazu, die Inseln abzuriegeln. In Hamburg schließen alle Schwimmbäder von Bäderland. Zudem bleiben Schulen und Kindergärten geschlossen. Dies stellt nun auch Eltern vor eine Herausforderung und vor finanzielle Schwierigkeiten, sodass die Elternvertretung auch für Mütter und Väter ein Hilfspaket von der Regierung fordert.

Lesen Sie hier die aktuellen Entwicklungen im Newsblog:

Einsatz an Quarantäneunterkunft

Einsatz an der Obdachlosenunterkunft Friesenstraße: Wegen eines mutmaßlichen neuen Coronafalles an der ohnehin unter Quarantäne stehenden Unterkunft in Hamburg-Hammerbrook kam es am Sonntagabend zu einem neuerlichen Krankentransport. Feuerwehr, Polizei und Notarzt sicherten den Patienten auf dem Weg in die Klinik. Der Notarzt und die Helfer arbeiteten unter schärfsten Vorsichtsmaßnahmen.

Corona: Peter Tschentscher im Video auf Instagram

Bürgermeister Peter Tschentscher hat sich in der Corona-Krise auf Instagram an die Hamburgerinnen und Hamburger gewandt. In einem Video erklärte er die Maßnahmen des Senates.

Tschentscher sprach von Auswirkungen auf "die nächsten Monate". Alle seien aufgerufen, verantwortungsvoll zu handeln. "Gemeinsam gegen Corona – das ist jetzt unsere Aufgabe", so der Bürgermeister.

Beatmungsgeräte: Drägerwerk fährt Sonderschichten

Das Lübecker Drägerwerk stellt die von der Bundesregierung angeforderten 10.000 Beatmungsgeräte in Sonderschichten her. Das sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Sonntagabend bei "Anne Will" in der ARD. „Das wird sich über das ganze Jahr hinstrecken“, so Scholz. Nach seinen Worten bringt der Medizintechnikhersteller seine Kapazität bis ans Limit. Für die Neuanschaffungen würden mehr als eine Milliarde Euro mobilisiert.

Volksfest Harburger Vogelschießen abgesagt

Die Harburger Schützengilde von 1528 hat wegen Corona das 492, Harburger Vogelschießen abgesagt. “Wir wollten rechtzeitig ein Signal an unsere Gäste und Mitglieder setzen“, sagt der 1. Patron der Schützengilde, Ingo Mönke. „Es ist nicht vermittelbar, dass wir planen, 700 Menschen im Juni in ein Zelt zu setzen, wenn nach jetzigen Voraussagen dann womöglich die Hochzeit der Epidemie ist“, so der Sprecher der Gilde, Nico Ehlers. 2021 soll dann das Vogelschießen wieder stattfinden. Zuletzt war das Vogelschießen wegen des Zweiten Weltkriegs abgesagt worden.

Oxfam schließt Läden

Die Hilfsorganisation Oxfam schließt alle drei Läden in Hamburg wegen der Ansteckungsgefahr durch den Coronavirus. "Als Vorsichtsmaßnahme werden die Shops vorsorglich bis 29. März geschlossen“, teilte eine Sprecherin mit. Oxfam betreibt in Ottensen, in Wandsbek und an der Hoheluftchaussee Geschäfte, in denen gespendete Kleidung, Bücher und Haushaltsgegenstände verkauft werden. Die Shops, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt werden, erwirtschaften Mittel, die für Nothilfe- und Entwicklungshilfeprojekte eingesetzt werden. Deutschlandweit gibt es 53 Oxfam-Shops. Im Wirtschaftsjahr 2018/19 machten sie mit 3400 Ehrenamtlichen einen Netto-Umsatz von knapp 14 Millionen Euro.

Corona: Hadag ändert Fährverkehr auf der Elbe

Auch die Hadag reagiert auf die Coronavirus-Pandemie: Der Fährbetrieb auf der Elbe werde eingeschränkt, hieß es am Sonntagabend bei Twitter. Die Fähren zwischen den Landungsbrücken und Steinwerder (75) sowie zwischen Blankenese und Cranz entfielen. Dafür gebe es genügend Kapazitäten auf den viel befahrenen Linien zum Beispiel zwischen den Landungsbrücken und Finkenwerder, eine wichtige Pendlerstrecke.

Dort führen die sogenannten "Bügeleisen", die Fahrgästen ausreichend Platz auch an Deck böten, um genügend Abstand zu wahren. Die Toiletten würden allerdings aus Furcht vor Schmierinfektionen geschlossen. Auf der Alster wird laut Hadag zunächst keine Fahrt stattfinden.

Die Kapitäne wollten den Fährbetrieb so lange wie möglich aufrechterhalten, sollten aber auch geschützt werden. Die Hochbahn schützt ihre Busfahrer ebenfalls durch geschlossene Vordertüren.

Landkreis schließt Verwaltung

Der Landkreis Harburg schließt von diesem Montag an die Verwaltung. Der Zugang zu den Dienstgebäuden sei dann nicht mehr möglich, hieß es in einer Eilmitteilung. Es werde eine telefonische Anmeldung und Terminvergabe nötig. Das betreffe auch den Bürgerservice und die Kfz-Zulassungsstelle.

Coronavirus: Feuerwache 12 geschlossen

Am Sonntagabend wurde die Feuerwache 12 in Altona (Mörkenstraße) wegen eines Verdachtsfalles auf das Coronavirus geschlossen, 25 Mitarbeiter wurden vorsorglich in häusliche Quarantäne geschickt. Das sei aus Vorsichtsgründen geschehen, sagte Feuerwehrsprecher Torsten Wessely dem Abendblatt.

Ein Dekontaminationsteam machte sich auf den Weg, um die Wache zu "reinigen". Vor Ort war auch ein fahrender Notarzt der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg. Ob alle Feuerwehr-Mitarbeiter in Quarantäne bleiben müssen, wird sich noch zeigen. Feuerwehrsprecher Wessely sagte, die Sicherheit sei gewährleistet, weil Feuerwehrleute anderer Wachen in die dann desinfizierte Feuerwache 12 versetzt würden.

38 neue Corona-Infektionen in Hamburg

Die Zahl der Corona-Fälle in Hamburg ist laut der Gesundheitsbehörde um 38 neue Infektionen auf 196 gestiegen. Dieser Anstieg ist ähnlich im Vergleich zu den vergangenen Tagen. „Wegen der derzeitigen Rückreisewelle aus Risikogebieten sowie aus der Schweiz und Österreich erwarten wir in den kommenden Tagen einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen“, teilte die Behörde mit.

Bei den 38 neuen Fällen bestehe nach derzeitigen Informationen überwiegend ein Zusammenhang mit Reiserückkehrern aus einem vom Robert-Koch-Institut (RKI) definierten Risikogebiet – „oder es handelt sich um Personen, die Kontakt zu bereits bekannten erkrankten Personen hatten“, heißt es in dem Kommuniqué. „Trotz steigender Infektionszahlen und einer zunehmend dynamischen Entwicklung gilt nach wie vor, dass die Fälle immer noch abgrenzbar und grundsätzlich nachverfolgbar sind.“

Und noch eine Entwicklung schürt Hoffnung im Kampf gegen die Pandemie: "Positiv ist, dass für die ersten Kontaktpersonen, die mit Infizierten in engen Kontakt gekommen waren, nach zweiwöchiger häuslicher Isolation die Quarantäne infolge einer negativen Testung wieder aufgehoben werden konnte", teilte die Behörde mit.

Interaktive Karte zum Coronavirus

Kompletter Sportbetrieb in Hamburg wird eingestellt

Der Hamburger Sport wird von diesem Montag an komplett eingestellt. Wie das Abendblatt aus Senatskreisen erfuhr, sollen alle Sportveranstaltungen und der Trainingsbetrieb verboten werden. Alle Fitnessstudios müssen schließen. Schwimmbäder sind ohnehin geschlossen. Wenige Ausnahmen sollen vom Sportamt erlaubt werden, die keinen direkten Körperkontakt oder enges gemeinsames Trainieren erfordern.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu anderen Menschen halten
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Tagesschausprecherin: Ich bleibe erstmal zu Hause

Linda Zervakis hat sich eigenen Angaben zufolge selbst in Quarantäne begeben. Wie die Tagesschausprecherin via Instagram mitteilt, war sie in den vergangenen Tagen in Österreich in der Nähe von Tirol und hat sich nun in Absprache mit ihrem Arbeitgeber dazu entschlossen, zwei Woche daheim zu bleiben.

Zuletzt hatte auch NDR-Kultmoderator Carlo von Tiedemann nach einem Italienurlaub seine Arbeit im NDR unterbrochen. Er begab sich in häusliche Quarantäne.

Bäderland schließt alle Schwimmbäder in Hamburg

Um 14 Uhr hat Bäderland alle Schwimmbäder in Hamburg geschlossen. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus' eingedämmt werden. Auch der Saunabetrieb ist von der Schließung betroffen, zudem wurden alle Kurse abgesagt. Bäderland teilt mit, dass bereits gebuchte Kurse komplett erstattet würden. Die Clubmitgliedschaften pausierten zudem ab dem 14. März und würden erst nach der Wiedereröffnung aktiviert.

1000 Schüler des Lüneburger Gymnasiums in Quarantäne

Die Stadt Lüneburg schickt alle Lehrer und Schüler des Gymnasiums Johanneum Lüneburg in Quarantäne. Wie die Hansestadt zusammen mit dem Landkreis Lüneburg bekannt gibt, ist bei einem Lehrer der Schule das Coronavirus nachgewiesen worden. Der Lehrer war mit einem weiteren Pädogogen und einer Schulklasse im Tirol. Offenabr waren die LEhrer und Schüler nach ihrer Rückkehr wieder in dem Gymnasium. Deswegen hat die Behörde entschieden die rund 100 Lehrer und mehr als 1000 Schüler in Quarantäne zu schicken. Diese gilt bis zum 25. März. Das Johanneum bleibt gänzlich geschlossen. Auch eine Notfallbetreuung wird es in der Schule nicht geben.

Kirche bietet Gottesdienste per Livestream an

Die evangelische und katholische Kirche im Norden verstärken angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ihre digitalen Angebote. Die evangelische Nordkirche kündigte in einer Mitteilung am Sonnabend an, die geistliche Begleitung trotz abgesagter Gottesdienste über alternative Formen des Miteinanders weiterhin anbieten zu wollen.

Am Sonntag wurden deshalb mehrere Gottesdienste und Andachten livegestreamt. Auf dem YouTube-Kanal des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg konnten Gläubige beispielswiese live den 10 Uhr Gottesdienst aus der St. Jürgen-Kapelle in Lübeck verfolgen. Ebenfalls via Livestream wurde der Gottesdienst der Kirchengemeinde Kirchdorf in Hamburg Wilhelmsburg übertragen. Auf ihrer Homepage hat die Nordkirche eine Übersicht zu den Angeboten zusammengestellt, die die Menschen über Internet, Fernsehen und Radio wahrnehmen können. Laut Nordkirche war die Resonaz an diesem Sonntag besonders groß. So sollen beispielsweise rund 15.000 Menschen den Gottesdienst in der Kirche St. Georg in Lübeck-Genin via Facebook verfolgt haben.

Und auch die katholische Kirche in Mecklenburg-Vorpommern, hat auf die coronabedingte Situation reagiert. Das Erzbistum Berlin, zu dem auch die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen zählen, hat in einer Mitteilung Informationen zu den digitalen Angeboten für die Gläubigen zusammengefasst. Auf den Webseiten „katholisch.de“ und „domradio.de“ finden sie eine Übersicht der Gottesdienste, zu denen Livestreams angeboten werden.

Spielbanken in Niedersachsen schließen

Der Betrieb in allen zehn staatlich konzessionierten Spielbanken in Niedersachsen ist mit sofortiger Wirkung eingestellt. Dies teilt die Spielbanken Niedersachsen GmbH am Sonntag mit. Die Schließung sei bereits am Sonnabendabend umgesetzt worden und zunächst bis zum 31. März befristet. Laut Geschäftsführer Max Rösle hat der Schutz von Gästen und Mitarbeitern oberste Priorität. Die Schließung der zehn Spielbanken sei geordnet und ruhig verlaufen. Die Gäste hätten Verständnis gezeigt und die Mitarbeiter besonnen reagiert.

Eislaufen in der Volksbank-Arena abgesagt

Das öffentliche Eislaufen ist eine der beliebtesten Veranstaltungen für die Volksbank-Arena im Hamburger Volkspark. Jeden Sonntag zieht es die Hamburger in die Multifunktionsarena, die direkt neben der Barclaycard Arena liegt, um ihre Schlittschuhlauf-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Darauf müssen die Hobbyathleten auf Kufen aber vorerst verzichten. Wegen der Corona-Pandemie wurde das öffentliche Eislaufen an diesem Sonntag bereits abgesagt. Das gab das Arena-Team über die sozialen Netzwerke bekannt. "Wir halten Euch auf dem Laufenden und melden uns spätestens Montag bei euch", hieß es auf der Facebookseite der Volksbank-Arena, die neben einer Eishalle auch eine Ballsporthalle betreibt, in der die Zweitliga-Handballer des HSV trainieren.

"Aale-Dieter" kritisiert Schließung des Hamburger Fischmarkts

Heute morgen hat er es doch getan: "Aale-Dieter" war um 4.30 Uhr auf dem Fischmarkt. Und keiner war da. Die Behörden hatten wegen der Pandemie diese Hamburger "Institution" abgesagt, zum erstem Mal aus solchen Gründen seit mehr als 300 Jahren. "Ich bin ein Frühaufsteher", sagte Dieter Bruhn alias "Aale-Dieter" am Sonntag dem Abendblatt. "Ich musste einfach an die Elbe -und mir anschauen, was da los ist." Nichts. Danach fuhr er weiter bis zum Sonnenaufgang durch ein fast menschenleeres St. Pauli.

Der 81-Jährige sagte, er könne es zwar verstehen, dass Hygiene in diesen Zeiten ganz groß geschrieben ist. "Aber manches", fügt er hinzu, "ist vielleicht ein bisschen überzogen." Damit meint er, dass Supermärkte geöffnet haben und zur Zeit auch die Wochenmärkte. Gerade in den Supermärkten sei doch die Ansteckungsgefahr größer als auf einem Fischmarkt "an der frischen Luft".

Nun ist der Fischmarkt bis zum 30. April abgesagt. "Wo ist da die Logik?", fragt sich "Aale-Dieter". Das ganze Ostergeschäft sei damit praktisch pfutsch. Dennoch bleibt der Senior optimistisch: "Dann geht es eben wieder im Mai weiter." Die Anfänge des Fischmarktes gehen auf die Ratsverordnung der ehemaligen Hamburger Nachbarstadt Altona aus dem Jahr 1703 zurück. Bislang war der Fischmarkt ausschließlich bei Sturmfluten, wie bei der Katastrophe 1962, ausgefallen.

Kiel-Profi Thesker positiv getestet: Holstein-Team in Quarantäne

Innenverteidiger Stefan Thesker vom Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel ist am Sonnabend positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Club des 28-Jährigen auf der Vereinshomepage mit. Laut einer behördlichen Anordnung werden somit sämtliche Spieler des Tabellensiebten und auch deren Angehörige für 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt.

Thesker gehörte seit dem zehnten Spieltag zur Stammformation der „Störche“ und stand auch beim bis dato letzten Spiel (1:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth) für 90 Minuten auf dem Platz.

Boxställe Sauerland und Universum sagen Kampf in Hamburg ab

Aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus haben die Boxställe Sauerland und Universum einen gemeinsamen Kampfabend abgesagt. Das teilte das Team Sauerland am Sonnabend mit. Ursprünglich war das Event der einstigen Rivalen am 4. April in Hamburg vorgesehen. Wann und in welcher Form die Boxgala im Champ-Gym am Hamburger Fischmarkt nachgeholt werden kann, wird in den kommenden Wochen entschieden.

„Für beide Promoter steht die Gesundheit und Sicherheit der Athleten und beteiligten Personen an erster Stelle. Selbst bei einer Durchführung ohne Zuschauer wären alle anderen Anwesenden einem unnötigem Risiko ausgesetzt“, hieß es in der Mitteilung. Der Kampfabend sollte bei Sport1 live übertragen werden.

Coronavirus: Erhöhte Vorsichtsmaßnahmen in Hamburger Bordellen

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus herrscht auch in Hamburger Bordellen erhöhte Wachsamkeit. Viele Betreiber wollen ihr Geschäft zunächst aber nicht schließen. In einem der größten Etablissements auf der Reeperbahn sei man vorbereitet, sagte der Geschäftsführer. Hier würde man extrem auf die Hygiene achten, Türklinken putzen und die Damen darauf hinweisen, noch häufiger die Hände zu waschen. Der Chef selbst reinigt seine Hände nach dem Geldzählen ebenfalls sorgsam, wie er ausführte. Trotzdem gebe es keinen hundertprozentigen Schutz. Ob und wann der Betreiber das Bordell schließen muss, konnte er deshalb nicht sagen. „Ich weiß gar nicht, wie ich mich verhalten soll. Aber wenn ich heute zumache, gehen die Damen woanders hin. Damit ist auch niemanden geholfen“, sagte er.

Etwas weniger Kundschaft als gewöhnlich verzeichnet nach eigenen Angaben das „Paradise“. Mit 100 Zimmern auf drei Etagen ist es ebenfalls eines der größten Etablissements auf dem Kiez. Aber auch hier ist von einer Schließung zunächst keine Rede. „Wir warten ab, was passiert“, hieß es aus dem Bordell. Vorsichtsmaßnahmen würden in Form von Desinfektionsmitteln und erhöhter Hygiene getroffen.

Hamburger Clubs fürchten wegen Corona-Pandemie um ihre Existenz

Viele Hamburger Clubs sehen sich angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und wegbrechender Einnahmen in ihrer Existenz bedroht. „Was wir brauchen, ist eine klare Gesetzeslage, eine klare Veranstaltungsverfügung der Hamburger Gesundheitsbehörde, auch für Veranstaltungen mit weniger als 1000 Leuten“, sagte Thore Debor, Geschäftsführer des Club-Verbands „Clubkombinat Hamburg e.V.“. Ansonsten müssten Clubs und Kultureinrichtungen Veranstaltungen auf eigene Faust absagen und würden im Klagefall selbst für die Ausfälle haften. Das würde die betriebliche Existenz noch zusätzlich bedrohen.

„Angesichts der konkreten, existenzbedrohenden Probleme sind die Verlautbarungen des Senats noch viel zu unbestimmt“, kritisierte auch Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Linken-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft den Senat. Dieser hatte nach einer Sondersitzung am Freitag lediglich dazu aufgefordert, „auch auf alle öffentlichen und privaten nicht notwendigen oder zwingend erforderlichen Veranstaltungen mit einer Zahl von unter 1000 Teilnehmern ab sofort zu verzichten“, allerdings kein Verbot ausgesprochen.


Hamburgs Senator für Kultur und Medien, Carsten Brosda (SPD), hatte am Freitag „schnelle und unbürokratische Hilfe“ versprochen. Gemeinsam mit dem Bund müsse „alles dafür getan werden“, um die Kulturlandschaft der Hansestadt in ihrer Vielfalt zu erhalten.

Konstituierende Sitzung im Hamburger Plenarsaal ohne Publikum

Auch angesichts der Corona-Krise soll der parlamentarische Betrieb in Hamburg aufrechterhalten werden - aber unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen und mit Einschränkungen. „Die Bürgerschaft lässt über die Fraktionen abfragen, ob es unter den gewählten Abgeordneten der 22. Wahlperiode Personen gibt, die ihren Urlaub zum Beispiel in Risikogebieten verbracht haben“, sagte ein Sprecher der Bürgerschaftskanzlei. Solche Abgeordneten müssten der konstituierenden Sitzung am kommenden Mittwoch fernbleiben. Die Sitzung „wird sehr kurz, ist aber formal erforderlich“, sagte er. Es gehe vor allem um die Wahl des Bürgerschaftspräsidiums sowie mehrerer Kontrollgremien und Ausschüsse.

Um die Personenzahl und damit das Infektionsrisiko bei der ersten Sitzung möglichst gering zu halten, ist kein Publikum zugelassen. Die Besucherlogen bleiben leer. Noch werde auch darüber beraten, wie Medienvertreter von der konstituierenden Sitzung berichten können, sagte der Bürgerschaftssprecher. Zudem sollten von den Fraktionen nur die Mitarbeiter, die unbedingt nötig seien, im Plenarsaal dabei sein. „Hygiene-Hinweise und Desinfektionsmittel sind selbstverständlich.“

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bei Dominos, Lieferando und Stadtsalat

Dominos setzt wegen des Coronavirus‘ auf Sicherheitsmaßnahmen bei Essenlieferungen, um Mitarbeiter und Besteller besser zu schützen. Ein Sicherheitsabstand von zwei Metern soll Körperkontakt und damit das Risiko einer Infektion mit Covid-19 verringern, schreibt der Deutschland-CEO Stoffel Thijs in einer E-Mail an seine Kunden. Seine Mitarbeiter müssen vor Arbeitsantritt bestätigen, keine Krankheitssymptome zu haben. Sie müssen Hygienehandschuhe tragen und Arbeitsflächen stündlich desinfizieren.

Ähnliche Regeln hatte Lieferando bereits am Donnerstag bekanntgegeben. Die wurde die kontaktlose Lieferung eingeführt. "Der Lieferfahrer wird bei dir klingeln und deine Lieferung vor deiner Haustür abstellen", teilte liferando.de Kunden in einer E-Mail mit. Außerdem soll ab sofort vorab online bezahlt werden. Die bargeldlose Bezahlung hatte der Lieferdienst Stadtsalat bereits am Donnerstag angekündigt.

Bäckerei Zeit für Brot in Ottensen schließt das Café

Die Bäckerei Zeit für Brot ist ein beliebter Treffpunkt in Ottensen. Besonders morgens sind alle Stühle in dem Café besetzt. Kinder toben durch den Raum. Seit Sonntagmorgen ist damit erstmal Schluss. „Liebe Kunden für eure und unsere Gesundheit! Unsere Produkte gibt es nur noch zum Mitnehmen“ steht auf einem Schild an der Tür. "Eine Vorsichtsmaßnahme", sagt Betriebsleiter Florian Mohaupt. „Das Ziel ist, den Betrieb so lange wie möglich aufrecht zu halten.“ Die Mitarbeiter hinter der Theke tragen Einmalhandschuhe, Bedienbereich und Kasse sind getrennt. Das Sortiment ist eingeschränkt. Schon seit Sonnabend ist der Zugang für die Kunden zu einer Glaswand, hinter der die Bäcker Brot, Brötchen und Kuchen backen, abgesperrt. „Auch wir gehen da nicht mehr rein“, sagt Mohaupt. Er hat angefangen, die Bestellmengen für Mehl hochzufahren. „Die Kunden kaufen jetzt Brot auf Vorrat.“

Elternvertreter fordern Hilfspaket für Mütter und Väter

Der Landeselternausschuss Hamburg fordert wegen der Corona-Krise nicht nur für die Wirtschaft finanzielle Hilfen, sondern auch ein Hilfspaket für die Eltern. Auch Mütter und Väter hätten finanzielle Nachteile, teilweise Existenzsorgen. "Wenn Eltern zuhause bleiben, droht ihnen Verdienstausfall oder gar Weitreichenderes", heißt es in einer Stellungnahme des Landeselternausschusses (LEA) Hamburg.

Die Elternvertreter fordern in einem ersten Schritt, Eltern von den Zuzahlungen zur Kinderbetreuung während der Schließzeit zu befreien. "Dadurch wird den Eltern wenigstens die Möglichkeit gegeben, diese Mittel anteilig für alternative Kinderbetreuung zu nutzen." Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration hat angekündigt. in der kommenden Woche Fragen wie diese zu beantworten.

Diese Ausnahmen gelten im Hamburger Kita-Betrieb

Hamburger Tafeln verzichten auf Lebensmittel aus Supermärkten

Die Hamburger Tafel sammelt keine Lebensmittel mehr bei teilnehmenden Supermärkten und sonstigen Lieferanten. Stattdessen werden die Ausgabestellen mit den Waren des Lagers versorgt, die die Tafel von einigen wenigen, ausgewählten Partnern erhält, wie sie am Freitag in der Hansestadt mitteilte. Damit reagiere die Tafel auf die Besorgnisse bedürftiger Menschen, die sich angesichts des Coronavirus fragten, was aus der Lebensmittelbelieferung werde. Nach Angaben der Tafel sei es möglich, für mehrere Wochen „ähnlich viele Lebensmittel wie bisher zu liefern“. Sie könne aber nicht garantieren, dass Menge und Sortiment in jedem Fall gleich bleibe.

Neben der Logistik ändert die Tafel ihren Personaleinsatz. Dieser soll auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Vor allem Freiwillige, die einer Risikogruppe angehören, würden bis auf Weiteres von den Einsätzen befreit werden.

Das kommt auf berufstätige Eltern und Arbeitgeber zu

Arbeitnehmer mit Kindern unter zwölf Jahren stecken in einem Dilemma: Ab Montag sind Schulen und Kitas geschlossen. Berufstätige Eltern müssen dann zugleich arbeiten und auf die Kleinen aufpassen. Sofern im Arbeitsvertrag Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) nicht ausgeschlossen ist, können Eltern eigentlich aufatmen. Dem Gesetz nach kann der Chef seine Arbeitnehmer weder ins Büro beordern noch ins Homeoffice schicken, wenn persönliche Gründe für die Abwesenheit vorliegen. Rechtsanwalt Markus Waitschies interpretiert das Gesetz so, dass Eltern bei Kita- und Schulschließungen aus persönlichen Gründen der Arbeit fernbleiben, denn sie müssen ihrer Aufsichtspflicht nachkommen. Soweit die Theorie.

Arbeitgeber, die den Paragraf nicht ausgeschlossen haben, wehren sich aber nun, berichtet Waitschies. Ihrer Argumentation zufolge betrifft die Klausel keine Situationen, in denen viele Arbeitnehmer gleich betroffen sind. „Sie meinen, die Schließung der Schulen sei eben kein Hindernis ‚nur‘ aus persönlichen Gründen“, sagte er. Da die Schulschließung alle Eltern betrifft, spielen auch gesellschaftliche Motive mit.

Waitschies‘ Meinung nach haben Eltern zwar das Recht, für ein bis drei Tage zu Hause zu bleiben, dürfen aber nicht mit vollem Gehalt rechnen. Die Arbeitgeber könnten sich wehren, das Geld für die Fehltage zu zahlen. Das wiederrum könnte in einem langwierigen Gerichtsverfahren enden. „Umso wichtiger ist es, vorab eine Einigung mit dem Arbeitgeber zu finden“, sagt er.

SPD und Grüne verschieben Koalitionsverhandlungen

Der für Montag geplante Start der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen in Hamburg wird wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus' um zwei Wochen verschoben. Das teilten beide Parteien am Sonnabend mit.

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