Hamburg

Wie sich Alten- und Pflegeheime vor dem Coronavirus rüsten

Alte Menschen sind wegen Corona besonders gefährdet.

Alte Menschen sind wegen Corona besonders gefährdet.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Warnschilder für Besucher aufgestellt, weil die Bewohner besonders gefährdet sind. Pandemiepläne in Kraft gesetzt.

Hamburg.  In den Hamburger Pflegeheimen herrscht derzeit eine Phase gespannter Aufmerksamkeit. Alle Heim­betreiber wissen: Das Coronavirus kann gerade bei älteren Erkrankten tödlich verlaufen. „Wir haben unsere Pandemiepläne in Kraft gesetzt“, sagt Henning Schweer, Sprecher des Pflegeheimbetreibers Pflegen & Wohnen.

Die Mitarbeiter und Bewohner sind angewiesen, auf die Handdesinfektion zu achten. An den Eingangstüren der zwölf Hamburger Heime (2700 Plätze) von Pflegen & Wohnen werden Besucher per Aushang über die besondere Situation informiert. „Achtung! Waren Sie in den letzten 14 Tagen in einer vom Coronavirus besonders betroffenen Region z. B. Italien, China, Südkorea, Iran, Japan oder haben Sie akutes Fieber? … dann betreten Sie die Einrichtung nicht!“

Enger Körperkontakt sollte vermieden werden

Besucher von Heimbewohnern werden gebeten, sich vor Ort die Hände zu desinfizieren, bevor sie die Angehörigen begrüßen oder die Zimmer betreten. Enger Körperkontakt sollte vermieden werden. Wer sich krank fühlt, sollte auf einen Besuch verzichten. Die Pflegeheimbetreiber sind in einer schwierigen Situation. Zum einen müssen sie die Betreuung der Heimbewohner sicherstellen, zum anderen aber auch ihre Gesundheit schützen. Was also tun mit Pflegern, die jetzt aus einem Urlaub in einem Coronavirus-Risikogebiet zurückkehren, keine Symptome haben und ihre Arbeit wieder aufnehmen wollen?

Sie werden vermutlich arbeiten, denn ein striktes Verbot der Gesundheitsbehörde gibt es nicht. Die behördliche Vorgabe lautet derzeit lediglich, dass eine Abwägung „zwischen der Ansteckungsgefahr und der notwendigen Tätigkeitsaufnahme“ vorgenommen werden könne. In Schleswig-Holstein wird dies anders gehandhabt. Hier gibt es die strikte Anweisung, das Heim 14 Tage lang nicht zu betreten, falls man sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Händewaschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Auch bei der Diakonie, die in Hamburg 43 Einrichtungen mit 5200 Plätzen betreibt, gibt es lediglich die Empfehlung ans Pflegepersonal, 14 Tage zu Hause zu bleiben. Anders ist es natürlich bei denjenigen, die mit Krankheitssymptomen aus Risikogebieten heimkehren. Die müssen selbstverständlich zu Hause bleiben. Die Gesundheitsbehörde rechnet durchaus damit, dass Corona-Fälle zu Personalproblemen in Pflegeheimen führen könnten. In einem Rundschreiben an die Heimbetreiber heißt es: Sollte es Personalengpässe geben, können „punktuelle Abweichungen von den gesetzlichen Anforderungen“ genehmigt werden.