Hamburg

So können Jugendliche die Umwelt schützen und Geld kassieren

„Frieda“ Friedemann (v. l.), Titus Althaus und Martje Köppen vom Jugendumweltbeirat der BürgerStiftung.

„Frieda“ Friedemann (v. l.), Titus Althaus und Martje Köppen vom Jugendumweltbeirat der BürgerStiftung.

Foto: Roland Magunia

Jugendumweltbeirat der BürgerStiftung Hamburg motiviert junge Leute und entscheidet über 40.000 Euro Fördergelder.

Hamburg. Engagement kann sich lohnen und kann so weit gehen, dass Hamburger Behörden zum Handeln gebracht werden. Diese Erfahrungen hat Friederike Friedemann vom Wilhelm-Gymnasium in Harvestehude gemacht. Sie hatte eine Nachhaltigkeits-AG gegründet und erreicht, dass die Parkplätze vor ihrer Schule weichen mussten für Fahrradständer.

Weil ihr Umweltschutz und Nachhaltigkeit so am Herzen liegen, ist die 18-Jährige eine von rund 30 Kindern und Jugendlichen, die sich im neu gegründeten Jugendumweltbeirat der BürgerStiftung Hamburg dafür einsetzt, dass möglichst viele andere junge Leute es ihr nachmachen und mit kleinen Umweltprojekten Großes bewirken. Der Jugendumweltbeirat will dieses Engagement im Umwelt- und Klimaschutz mit bis zu 40.000 Euro pro Jahr fördern.

„Das Thema Klima bewegt mich emotional sehr. Dass vieles, was wir für selbstverständlich halten, bald nicht mehr selbstverständlich sein wird“, sagt Friederike. Nicht nur ihre Generation, auch die ihrer Eltern und Großeltern würden vom Klimawandel betroffen sein. Martje Köppen, die Rechtswissenschaften studiert, hat mit Kommilitonen eine Hochschul-Initiative gegründet mit dem Ziel, dass der Campus der Bucerius Law School klimaneutral wird, und Titus Althaus, 13 Jahre alt, setzt sich schon seit Langem mit der Umwelt auseinander. Alle drei fühlen sich verantwortlich und wollen handeln statt abzuwarten. Im Jugendumweltbeirat entscheiden sie darüber, welche Projekte es wert sind, finanziell gefördert zu werden. Titus möchte Gleichaltrige dazu bewegen, sich für den Umweltschutz starkzumachen. „Wir müssen alle unseren Lifestyle ändern“, sagt der Achtklässler vom Grootmoor Gymnasium in Bramfeld.

Bereits acht Projekte finanziell gefördert

Mitte Januar hat sich der Beirat gegründet und seitdem acht Projekte bereits finanziell gefördert. Da sind Schüler, die sich für die Begrünung ihres Schulhofes starkmachen, einen Forscherkurs zu CO2 und einen Umwelt-Poetry-Slam auf die Beine stellen wollen. Ein Projekt aus der Jugendverbandsarbeit will in den Ferien einen Upcycling-Kurs anbieten und andere Jugendliche wollen eine Projektwoche zum Thema Mobilität und Klimaschutz an ihrer Schule ermöglichen.

Mit der Einrichtung des Fonds hat die BürgerStiftung Hamburg das Ziel, Jugendliche im Alter zwischen zehn und 25 Jahren darin zu unterstützen, ihre eigenen Projekte und Ideen zum Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen.

Bis zu 3000 Euro sind pro Projekt möglich. Freie außerschulische Jugendgruppen können sich mit ihren Ideen bewerben genau wie Projekte, die an Hochschulen, in Schulen oder im Jugendverband stattfinden. „Wichtig ist uns, dass es die Jugendlichen selbst sind, die das gestalten und nicht die Lehrer“, sagt Kerstin Günther von der BürgerStiftung Hamburg. Denn hier stehen eindeutig die jungen Leute im Mittelpunkt. Sie sollen ermutigt und gestärkt werden. Wer die Gelder bekommt, darüber entscheiden dann Friederike, Martje, Titus und die anderen Beiräte im Alter zwischen 13 und 24 Jahren.

Sie nehmen ihre Aufgabe ernst

Die jungen Beiräte nehmen ihre Aufgabe ernst und möchten so viel wie möglich über die einzelnen Projekte erfahren, besuchen sie, wenn möglich. Um Experten auf dem Gebiet zu werden, nehmen die Beiräte an Fortbildungen und Workshops zum Thema Umwelt- und Klimaschutz teil. Ihre Mission: „Wir wollen die Leute aufwecken. Wenn Jugendliche sich starkmachen, können sie so viel erreichen“, sagt Friederike. Jeder, der sich engagiert, ist ein Multiplikator und bringt andere vielleicht zum Handeln.

Eines ist der Jugendumweltbeirat allerdings nicht: ein zweites „Fridays for Future“. Und für hysterische Weltuntergangsstimmung sind Friederike, Titus und Martje zu optimistisch. Martje appelliert an alle Mädchen und Jungen in Hamburg, sich mit ihren Ideen zu bewerben: „Es ist nicht alles schlecht, wenn man das Thema konstruktiv angeht ohne Frust.“

Infos zum Jugendumweltbeirat unter www.buergerstiftung-hamburg.de/jugendumweltrat_hamburg

Die nächsten Abgabefristen für Projekte sind am 10. März und am 13. Mai.