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Kramp-Karrenbauer: Neuer CDU-Chef muss integrieren können

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Bundesvorsitzende, nach der Aufzeichnung von "Markus Lanz".

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Bundesvorsitzende, nach der Aufzeichnung von "Markus Lanz".

Foto: dpa

Hamburg. Die scheidende CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sieht den Erfolg ihres Nachfolgers an dessen integrative Fähigkeiten geknüpft. Diese Herausforderung sei nur zu bestehen, "wenn man das, was die CDU immer ausgemacht hat und erfolgreich gemacht hat, nämlich dass man für unterschiedliche Gruppen wirklich auch ein Angebot hat, wenn man das zusammenbringt", sagte sie am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" (Aufzeichnung/Ausstrahlung um 22.50 Uhr).

Ob das auch dem Kandidaten Friedrich Merz gelinge, der am Dienstag seine Kandidatur für den Bundesvorsitz angemeldet hatte, müsse man sehen. Sie sei während seiner Zeit als Unionsfraktionschef in Berlin "nicht so aktiv" gewesen und könne seine Integrationsfähigkeit deshalb nicht richtig beurteilen. "Aber er wird sich das sicherlich überlegen, denn die CDU ist eine Volkspartei, und das heißt, es ist eine Partei, die geradezu davon lebt, dass sie integriert. Das entscheidet über den Erfolg oder Nichterfolg."

Sie habe zu Merz ein "sehr offenes Verhältnis". Auch seine Konkurrenz zu ihr habe er nach der Niederlage gegen sie um die Nachfolge Angela Merkels als CDU-Bundesvorsitzende auf dem Parteitag Ende 2018 immer offen kommuniziert. Insofern sei sie mit sich und mit ihm im Reinen - trotz seiner Kritik am Erscheinungsbild der Bundesregierung, das er als "grottenschlecht" bezeichnet hatte.

Dasselbe gelte für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet, der ebenfalls als ihr Nachfolger antreten will und auch Kritik an ihr geäußert hatte. "Nachdem er heute gesagt hat zusammen mit Jens Spahn, er habe eine extrem vertrauensvolle Zusammenarbeit gesehen (...), und wenn er das so sagt, dann wird es so gewesen sein."

Zu den Kandidaten für ihre Nachfolge wollte sich Kramp-Karrenbauer nicht weiter äußern. "Das Adenauer-Haus ist in dem Punkt neutral. Das gilt auch für die Parteivorsitzende."