Bauprojekt

Die HafenCity bekommt 830 weitere Hotelbetten

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Die Visualisierung zeigt, wo die Hotels im Überseequartier entstehen sollen. Vom Haus der Pullman-Kette aus haben die Gäste einen unversperrten Blick auf die Elbe.

Die Visualisierung zeigt, wo die Hotels im Überseequartier entstehen sollen. Vom Haus der Pullman-Kette aus haben die Gäste einen unversperrten Blick auf die Elbe.

Foto: Moka/Unibail-Rodamco-Westfield

Die Accor-Gruppe plant im südlichen Überseequartier drei neue Häuser. Der Komplex mit Kreuzfahrtterminal soll 2022 fertig sein.

Hamburg.  Von Premium bis Economy – im Westfield Hamburg-Überseequartier, das derzeit in der HafenCity gebaut wird, sollen gleich drei Hotels entstehen. Und zwar Häuser der Marken Pullman, Novotel und ibis Styles, wie das Abendblatt exklusiv erfuhr.

Der Komplex soll nach Plänen des französischen Immobilienunternehmens Unibail-Rodamco-Westfield (URW) neben der Elbphilharmonie das neue Zentrum der HafenCity werden.

Mit den drei Hotels – die allesamt zur Accor-Gruppe gehören – werden insgesamt 830 Zimmer für Übernachtungsgäste entstehen. Die Hotels werden sich auf drei Gebäudekomplexe verteilen. Im südlichen Teil wird die internationale Luxushotelkette Pullman mit mehr als 250 Zimmern einziehen. Von hier gibt es dann einen unversperrten Blick auf die Elbe und die zukünftige Uferpromenade.

Hotel der gehobenen Mittelklasse

Im dahinterliegenden Bereich desselben Gebäudekomplexes wird das Novotel – und damit ein Hotel der gehobenen Mittelklasse – mit mehr als 170 Zimmern einziehen. Das Economy-Hotel ibis Styles wird im Gebäude gegenüber seinen Platz finden. Die 400 Zimmer verteilen sich auf zwei Gebäude. Die Übernachtungspreise für die unterschiedlichen Häuser sollen erst kurz vor der Eröffnung bekannt gegeben werden.

Das südliche Überseequartier soll nach Angaben des Investors Unibail-Rodamco-Westfield Ende 2022 eröffnet werden. Die 419.000 Quadratmeter große Fläche ist das südlicheste Areal des Überseequartiers und wird im Norden durch die Überseeallee, westlich durch die Chicagostraße, östlich durch den Magdeburger Hafen und südlich durch die Elbe begrenzt.

Im Überseequartier entstehen insgesamt 14 Gebäude

Das Bauvorhaben zählt aktuell zu den größten der Stadt, ist aber nicht ganz unumstritten. Kritiker fürchten vor allen Dingen, dass das Projekt zu Verkehrsbelastungen in der HafenCity führt.

Das Besondere am Überseequartier- Komplex ist auch der sogenannte „mixed-use“-Ansatz, also eine Fülle von unterschiedlichen Nutzungen, von denen Touristen wie Anwohner profitieren. Insgesamt 14 Gebäude sollen entstehen, dazu ein Großkomplex aus 650 Wohnungen und Büros, rund 200 Geschäften, und sogar ein Kreuzfahrtterminal soll gebaut werden. Die Investitionssumme liegt bei einer Milliarde Euro.

Tschentscher fast euphorisch

Anlässlich der Grundsteinlegung im vergangenen Mai äußerte sich Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) fast schon euphorisch und nannte das südliche Überseequartier das „Herz der HafenCity“. Das sahen jedoch nicht alle so. Mehrere Eigentümerinnen von Grundstücken in unmittelbarer Nachbarschaft des Zentrums befürchteten, dass das Einkaufszentrum mit rund 80.000 Quadratmetern Handelsfläche und der Verkehr zur Tiefgarage für sie zu unzumutbaren Belästigungen und Störungen durch Lärm- und Luftschadstoffbelastungen führen. Ein Eilantrag auf Baustopp wurde jedoch Anfang Januar zurückgewiesen.

Mit den drei neuen Hotels setzen die Projektverantwortlichen von Unibail-Rodamco-Westfield, Accor sowie der B&L Gruppe darauf, dass Hamburgs Tourismus und Übernachtungszahlen auch in den kommenden Jahren weiterwachsen. „Wir sind vollends von Hamburg, dem Standort, der Infrastruktur mit Flughafen, Schifffahrt und ÖPNV sowie den Perspektiven überzeugt“, so Andreas Hohlmann von URW.

Ankermieter soll im Mai vorgestellt werden

Auch Andreas Groß von der Firma B&L, die neben URW und Accor Partner in der Hotel-Projektentwicklung ist, betonte: „Hamburg ist eine der interessantesten Destinationen Deutschlands. Wir gehen davon aus, dass der Hotelmarkt weiter dynamisch bleiben wird. Hamburg hat noch viel Wachstumspotenzial.“

Auch die Wiedereröffnung des erweiterten CCH und des neuen Kreuzfahrtterminals werde die Attraktivität weiter steigern. Die größten Wachstumschancen sieht Groß allerdings im Bereich der internationalen Übernachtungsgäste. „Um diese Chance zu nutzen, steht auch der Hamburger Flughafen im Blickpunkt. Wenn dieser sein Angebot an Direktverbindungen weiter ausbaut, hat das Vorteile für den gesamten Standort Hamburg“, so Groß.

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Große Aufmerksamkeit lag zuletzt besonders auch auf dem Einkaufsbereich des Überseequartiers, der sich auf drei Ebenen verteilt. Dazu kommt ein Kaufhaus, das sich mit bis zu 15.000 Quadratmetern Fläche über drei Etagen erstreckt. Grund für das große Interesse waren Gerüchte, nach denen als Ankermieter neben der Luxuskaufhauskette Breuninger auch die Nobelwarenhauskette Galeries Lafayette mit dem berühmten Stammhaus in Paris und mit einem Ableger in Berlin an der Friedrichstraße genannt wurde. Auch Namen wie Louis Vuitton und Gucci sollen Interesse haben, ins Überseequartier zu kommen.

Zu den Spekulationen wollte sich Andreas Hohlmann von Unibail-Rodamco-Westfield gestern nicht äußern. Er verwies darauf, dass Informationen dazu voraussichtlich im Mai bekannt gegeben werden sollen. Nach aktuellem Stand soll das südliche Überseequartier im Herbst 2022 eröffnet werden. „Das ist ambitioniert, aber wir bleiben dabei“, so Hohlmann weiter. Man befinde sich bereits im Hochbau. Das dritte Untergeschoss im südlichen Teil sei nahezu fertiggestellt, das zweite UG folge in Kürze.

Ursprünglich war die Fertigstellung einmal für 2021 geplant. Doch durch die Hochkonjunktur in der Baubranche war es zunächst schwer, Firmen zu finden. Inzwischen laufe aber alles wieder im Zeitplan, hieß es.

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