Bürgerschaft

Umstrittener Linken-Kandidat Radtke nicht in Bürgerschaft

Hamburg. Der von den Hamburger Linken im Nachhinein ungewollte Listenkandidat Tom Radtke wird der neuen Bürgerschaft nicht angehören. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis erhielt der 18-Jährige, der Ende Januar durch einen relativierenden Holocaust-Tweet bundesweit Empörung ausgelöst hatte, nicht die nötigen Stimmen. "Ich wurde nicht gewählt, werde aber weiter Politik machen", twitterte er am Montagabend. Radtke stand auf Platz 20 der Linken-Landesliste. Inzwischen läuft nach Angaben der Linken ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn.

Der Schüler hatte sich in seiner Wahlbewerbung als Klima- und Netzaktivist vorgestellt. Später hatte er im Netz schwere Anschuldigungen gegen führende Köpfe der Fridays-for-Future-Bewegung sowie gegen Linke und Grüne erhoben. Zuletzt hatte er einen Tag vor der Bürgerschaftswahl ein Bild von sich mit einer Fahne der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung gepostet - aus der Gedenkstätte für den von den Nazis ermordeten Kommunisten-Führer Ernst Thälmann.